phil

Bimax in Krefeld-Uerdingen

hallo zusammen!

mein name ist philipp und bin 22 jahre alt.

seit jahren machte mir nun die fehlstellung meines kiefers zu schaffen.

mein unterkiefer stand zuweit nach vorne und war zudem seitlich verschoben. laut aussage der chirugen stand zudem mein oberkiefer ein kleinwenig zuweit hinten und war zu einer seite hin abfallend.

die fehlstellung bedingte bei mir kiefergelenk-schmerzen und einen kontinuierlichen verschleiß meines zahnschmelzes.

zudem hatte mich die asymmetrie (auch wenn diese weitaus geringer ausfiel als bei anderen leidensgenossen) meines gesichtes schon immer gestört und in gewisser weise mein selbstwertgefühl geschmälert.

aufgrund dieser faktoren, bin ich vor ca. einem jahr auf die idee gekommen, professionelle hilfe in form eines kieferorthopäden aufzusuchen und mich über mögliche risiken in zukunft aufklären zu lassen.

die prognose meines KO (Dr. S., 41747 Viersen) war eindeutig:

Kieferathrose und Zahnausfall könnten mir im höheren alter drohen.

und so empfielte er mir eine kieferorthopädische behandlung mit einem kieferchirugischen eingriff zu kombinieren.

die medizinische relevanz dieses eingriffs verfästigte meinen entschluss zu dieser langwierigen therapie.

nach einem jahr anpassung meiner zähne (verstärkung der anomalie) und zahlreichen voruntersuchungen (röntgen-bilder, kernspintomographie, blutuntersuchung, blutuntersuchungen, HNO-bescheid) war es nun vor ca zwei wochen soweit!

am 28.2.08 wurde ich eingewiesen und am 29.2.08 operiert.

28.2.08

nun war es denn soweit. ich wurde ins St. Joseph-Hospital in Krefeld-Uerdingen eingewiesen.

der tag bestand aus einer fülle von letzten vorkehrungen und voruntersuchungen, um auch die letzten details für den eingriff zu klären, auf welche mein KO mit der simulierten op noch nicht aufmerksam gemacht hatte.

so wurde zum beispiel am vortag die anpassung der okklusionsebene (kauebene) bestimmt.

dieser mir auferlegte dichte zeitplan hielt mich und meine gedanken davon ab sich alzusehr mit der operation an sich, ihrer risiken und ihrer auswirkung zu beschäftigen.... doch diese bedenken blieben natürlich nicht aus.

am abend hatten mich die emotionen dann schließlich überwältigt und mir viel es schwer dem dasein meines gesichtes nicht jetzt schon hinterherzuweinen.... ich kann sagen, der abschied viel mir verdammt schwer.

die nachtruhe erleichterte mir dann ein entsprechendes medikament.

29.2.08

tag der operation. um 9.00 uhr ging es los. der chrugische eingriff wurde von Prof. Dr. Dr. B. und dem chefarzt Dr. K. durchgeführt.

geplant war eine vorverleung des OK um 2mm, eine rückverlagerung des UK um 5mm und natürlich die verlagerung beider kiefer gemäß der symmetrieachse und okklusionsebene.

dieser eingriff sollte knapp 3 stunden dauern und bedurfte im endeffekt 4½ stunden, da (wie mir später besichtet wurde) die chirugen, während den einzelnen operationsschritten, probleme mit der fixirung meiner kiefer, aufgrund meiner innenliegenden zahnspange (linual-appertur), hatten.

der eingriff war dennoch erfolgreich... rein technisch verlief alles nach plan und das wichtigste: kein nerv wurde getrennt!

das erwachen im aufwachraum, war eigenartig... ich war von der narkose natürlich noch total benebelt und das einzige, was ich als wirklich unangenehm empfand, war dieses kalte grelle krankenhauslicht und die kühle raumtemperatur.

ich verbrachte dort dösend schätzungsweise 1 stunde.

nachdem ich wieder einigermaßen bei verstand war und bevor ich auf mein zimmer gebracht wurde, zog man mir einen schlauch aus der nase, welcher in meinem magen, das zufließende blut absaugte... komischerweise hab ich erst zu diesem zeitpunkt den schlauch realisiert.

nun brachte man mich auf mein zimmer, indem ein gerät auf mich wartete, das für die folgenden 6 tage zuckerbrot und peitsche in einem war: die kühlmaske. 30min kühlung auf 15°C und 10min pause im widerkehrenden intervall... wunderbar beschwichtigend während des tages und grauenhaft terrorisierend während der nacht!

den verbleibenden op tag verbrachte ich stillliegend und wassertrinkend im bett, da ich unbedingt die narkose ausschwämmen wollte!

1.-8.03.08

stilles beharrliches leiden in den ersten zwei bis drei tage, welches nur durch die anwesenheit meiner eltern gelindert werden konnte.

nach diesen drei tagen kehrten meine lebensgeister zurück und zudem war das maximum meiner schwellung erreicht und ich sah wirklich furchtbar aus! ...die aufgenommenen bilder (wenn ich die aus meinem handy bekomme) werde ich euch mit sicherheit nicht vorenthalten!

aufgrund dieser horrenden schwellungen wurde mir angetragen tag und nacht zu kühlen.... dies ging 6 tage so und nachts wurde ich fast verrückt... in den ersten 4 nächten habe ich kein auge zugemacht und das weckkommando, das jeden morgen um 6:30 uhr mein zimmer infiltrierte, empfand ich als erlösung.

über wundschmerzen wärend dieser tage konnte ich nicht klagen.

die einzig wirklich schmerzhaften erfahrungen, die ich wärend des krankenhausaufenthalts, überhaupt gemacht habe, war zum einen das ziehen der drenagen (da diese aus irgendeinem unerfindlichen grund festhingen) und die allmorgendliche säuberung meiner nasenhöhle... die starke verschleimung trotz intensivem nasenspray-gebrauch ließ sich nicht ohne absauger entfernen.... wirklich, das war furchtbar.

8.-18.3.08

endlich zuhause!

endlich mein eigenes bett!

endlich ein ende der krankenhausnahrung!

endlich wieder umgeben von menschen, die weder intelligenz, noch freundlichkeit entbehren!

in der zweiten post op woche ist ca. 90% der schwellunge abgeklungen und die nachuntersuchungen bestätigten mir eine normmale wundheilung.

fazit:

die operation und genesung ist einwandfrei verlaufen und war für mich bisher nicht der unangenehmste teil...

denn der wirklich unangenehme teil beginnt erst jetzt, denn die operation hat den charakter meines gesichts vollkommen verändert und immer wenn ich in den spiegelschaue bekomme ich das mulmige gefühl einen falsche entscheidung getroffen zu haben und das nur, weil ich mich vorher nicht genügend über die verbundene ausdrucksänderung informiert habe...

natürlich war diese operation aus medizinischer sicht sinnvoll und bedingt daher eine wesentlich geringere gewichtung der ästhetik... doch ich mache mir trotzdem gedanken und habe angst, dass ich den eingriff irgendwann bereue.

soweit bin ich nun und das ist auch ein grund warum ich auf dieses forum aufmerksam geworden bin.

...denn eure erfahrungen und entwicklungen helfen mir zu verstehn, was noch auf mich zukommt und wie ich bestimmten problemen begegnen kann!

so das wars dann erstmal!

liebe grüße,

philipp

ps: auch wenn das keine "gute" art ist, aber groß/klein schreibung lehne ich im internet kategorisch ab... hoffe ich verärgere damit niemanden ;)

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Hallo Philipp,

erstmal Gratulation zur überstandenen OP und willkommen hier im Forum.

Dass du dich erstmal an dein neues Aussehen gewöhnen musst ist ganz normal und natürlich. Da hatte sogar ich meine Probleme mit (und das, obwohl bei mir niemand, der es nicht weiß, auch nur irgendwas bemerkt hat).

Was du mit Ausdrucksänderung meinst versteh ich nicht ganz. Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass die ersten Wochen meine Mimik sehr eingeschränkt war und ich mich gefühlt habe, als "gehört mir" mein Untergesicht noch nicht. Aber das ist mit tzder Zeit viel, viel besser geworden. Damit hab ich jetzt gar keine Probleme mehr.

Hast du eigentlich taube Stellen?

Also: lass dir Zeit!!!! Ich drück dir die Daumen, dass du dich bald mit deinem "neuen Gesicht" anfreunden kannst und wünsch dir weiterhin gute Genesung!!

LG, Johanna

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Hi Phillip,

lange habe ich nach OP Berichten aus Uerdingen gesucht, bis jetzt gab es glaub ich nur einen anderen! Nun da ich gestern in Uerdingen entlassen wurde sehe ich heute einen zweiten ;) Operiert wurde ich vom gleichen Team wie du und habe auch positive Erfahrungen dort gemacht. Die Kühlmaske war ein Segen (bei mir allerdings nur 17°)...das dachte ich zumindest nachdem ich die restlichen Tage mit Eiswürfeln und diesen seltsamen Kompressen gekühlt habe.

Wie sieht es mit deiner Schwellung jetzt aus und was kannst du schon wieder essen? Bin noch recht unsicher was das Kauen angeht... ;)

Viele Gruesse und alles Gute fürs Anfreunden mit der Veränderung...das versuche ich auch gerade...

Charlotte

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danke erstmal für die netten glückwünsche! :)

...und nun zu den fragen:

mit ausdrucksänderung meine ich den veränderten charakter meines gesichts.

durch mein damaliges vorstehendes kinn und mein leicht zurückweichenden oberkiefer ergab sich ein sehr markantes gesicht. vorallem meine kantigen wangenknochen, meine grübchen und meine ausgeprägten nasenfalten gaben meinem gesicht einen gewissen, hmm ich würde sagen, intelligenten, frechen und leicht aggressiven charakter.

durch den eingriff sind diese merkmale radikal gewichen!

meine backen wirken dicker, mein oberer maxillarbereich ist stärker "gepolstert" und meine nase wirkt wesentlich breiter. nun würde ich meinen gesichtscharakter als etwas "plump" und "primatenartig" bezeichnen. :/

obwohl mir ist bewusst das sich dieser ausdruck in den nächsten monaten sicherlich noch ändern wird, denn: (und nun zu den zwei anderen fragen)

1. habe ich zum einen noch restschwellungen an der rechten seite des unterkiefers (hier wurde der knochen um 5mm verkürzt) und im oberen maxillarbereich... besonders stark an wangenknochen, nasenfalten und oberlippe ausgeprägt (wobei ein teil der erhebung wohl auf das narbengewebe zurückzuführen ist)

2. habe ich zum anderen ein totales taubheitsgefühl von unterlippe bis unterer kinnkante und ein leichtes taubheitsgefühl unterhalb der wangenknochen.

ich denke diese zwei aspekte schränken mich noch stark in der mimik ein und bedingen eine etwas synthetische und ausdruckslose gestik.

ich hoffe wirklich das sobald diese behinderungen zurückgewichen sind mein gesicht wieder klar definierte formen und damit charakter bekommt.

...ich nehme mal an, dass sich durch die dann mögliche gesichtsbewegung, die fettpölsterchen verlagern und sich die muskelstränge an meine neue kieferstellung anpassen.... ich hoffe, das alles worauf es hierbei ankommt zeit ist und die anforderung nur im aufbringen der gedult liegt. :)

hat einer von euch zu dieser entwicklung vielleicht schon erfahrung?

...ich würde so gern 6 monate in die zukunft blicken können :)

liebe grüße, philipp!

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Hallo Philipp,

herzlichen Glückwunsch zur überstandenden OP. Ich war auch in Uerdingen und auch sehr zufrieden. Und Du hast es selber schon gut gesagt; das Zauberwort heißt GEDULD. Ich musste das auch lernen. Meine Schwellung läßt sich nämlich verdammt viel Zeit, um zu verschwinden. Aber mittlerweile macht es Fortschritte und ich bin zufrieden. In mein eigentliches Gesicht schaue auch ich noch nicht, aber das hängt wohl an der Schwellung und auch am noch vorhandenen Taubheitsgefühl, welches noch stellenweise vorhanden ist. Ich mache mir da nicht mehr so viele Gedanken, es macht Fortschritte und das beruhigt mich. Ich habe mir allerdings auch nicht so viele Gedanken um mein verändertes Aussehen gemacht (jedenfalls nicht vorher). Und jetzt sehe ich eigentlich auch nur die positive Entwicklung und bin froh und bereue nichts. Ich wünsche Dir, dass auch Du mit Deiner Entscheidung für diese OP glücklich wirst und das Du positiv darüber nachdenkst. Bei mir hat es geholfen. Viel Glück und gutes Abschwellen weiterhin.

Bis denne LG Barbara

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Hallo zusammen,

Marco (aus diesem Forum) hat mich heute um eine Bewertung meiner bimax OP von vor ca. 8 Jahren gebeten und dabei bin ich auf meine damaligen Beitrag hier  aufmerksam geworden.

Nachdem ich mir diesen durchgelesen haben, bekomme ich den Eindruck, dass es sinnvoll ist wenn ich nun nochmal mein Langzeit Fazit mitteile...

Ich hatte mir ja (wie oben beschrieben) nach der OP wirklich viele Gedanken über die veränderten Merkmale meines Gesichts gemacht. Nun, jetzt nachdem alle Schwellungen vollständig abgeklungen sind und ich lange genug Zeit hatte, um mich mit meiner "neuen" Kieferstellung anzufreunden, kann ich nur sagen dass es die richtige Entscheidung war. Erst mal, meine post-OP Kieferstellung ist nach wie vor stabil (es gab also kein Rezidiv oder ähnliches) und im Spiegel sehe ich auch nun wirklich mein Gesicht und es gefällt mir wieder ganz gut :-) ...meinen Eindruck von vor 8 Jahren teile ich nicht mehr. Außerdem habe ich keinerlei Gelenkprobleme mehr und meine Zähne leiden nicht weiter unter der früheren Fehlstellung.

Auch wenn die post-OP Zeit teilweise ganz schön hart war, bin ich froh mich dafür entschieden zu haben, da ich mir sonst sicherlich oft die Frage "was wäre wenn?" gestellt hätte und es möglicherweise für einen derartigen Eingriff irgendwann zu spät gewesen wäre.

Liebe Grüße,

Philipp

PS: Mittlerweile unter Berücksichtigung der Groß- und Kleinschreibung auch im Internet.

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