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3koepfigeraffe

OK/UK OP im AKH Linz, 03.03.2008

Guten Morgen!

Nachdem ich dieses Forum bisher nur als passiver Leser besucht habe, möchte ich nun auch einmal etwas beitragen und einen kurzen Erfahrungsbericht zu meiner Kieferoperation im AKH Linz verfassen.

In gewisser Weise hatte ich gegenüber vielen hier einen kleinen Startvorteil, da sich für mich nie die Frage stellte, ob ich operieren lassen sollte oder nicht, da seit ungefähr 15 Jahren jedem Kieferorthopäden, dem ich über den Weg gelaufen bin, bei meinem Anblick nichts besseres als "Operation!" eingefallen war. Und abgesehen von der Horrorvision, mit 40 schon mit den Dritten durch die Welt zu klappern, waren mir mit der Zeit fehlstellungsbedingte Probleme mit der Aussprache, dem Essen (vor allem bei Semmerln war das immer mehr ein animalisches "reißen") und natürlich das eben nicht ganz koschere Aussehen ziemlich zuwider geworden.

Ich bin nun also, nachdem sich frühe Rettungsversuche im Kindesalter als Tropfen auf den heißenStein erwiesen hatten, seit ca. 3 Jahren bei Dr. Ettl in kieferorthopädischer Behandlung und war letztlich diesen März so weit präpariert, zum großen Finale, der Operation, schreiten zu können.

Als Linzer war es für mich übrigens eine Selbstverständlichkeit, mich zu diesem Zweck in die fähigen Hände auf der Kieferstation im AKH Linz zu begeben, die nicht nur die nächstbeste Lösung war, sondern auch einen äußerst guten Ruf genießt und natürlich mit den lokalen Kieferorthopäden schon sehr gut eingespielt ist.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass das gesamte Team vom Tag der Aufnahme an einen überaus kompetenten, souveränen und erfahrenen Eindruck auf mich machte. Dementsprechend guten Mutes sah ich der Operation entgegen, die nach Abschluss aller nötigen Vorbereitungen am dritten Tag meines Krankenhausaufenthalts stattfand. Von dieser bekam ich dann naturgemäß eher wenig mit, aber soweit ich von meinem Chirurgen Dr. Michael Malek, der übrigens - soviel sei verraten - wirklich gute Arbeit an mir verrichtet hat, im Vorfeld informiert wurde, ist ungefähr folgendes passiert:

Die beiden Kiefer wurden horizontal gegeneinander verschoben, wobei hier durch die Herausnahme von Knochenmaterial am Unterkiefer etwas Spielraum verschafft werden musste. Das Oberkiefer wurde zusätzlich noch gekippt, wodurch sich insgesamt folgende Effekte einstellten: Das Unterkiefer wurde nach hinten, das Oberkiefer nach vorne verschoben und die generelle Linkslastigkeit meines Unterkiefers behoben.

Meine ersten bewussten postoperativen Erfahrungen machte ich dann im Aufwachraum und diese waren bei weitem nicht so schlimm, wie befürchtet. Gegen die Schmerzen gabs Infusionen, gegen die blutbedingte Übelkeit eine Magensonde und zusätzlich wurde mir ein Sauger in die noch eher schwache Hand gedrückt, mit dem ich der regen Blutentwicklung in meinem Mund beikommen konnte. Um den Kopf hatte ich einen Druckverband, im Hals die obligatorischen Drainagen und die Atemwege waren überraschend frei.

Die erste Nacht war dann aber doch vor allem von Schlaflosigkeit geprägt, was hauptsächlich an meiner Nase lag, die nach der Entfernung der Magensonde hurtig dicht machte und mich zu einer Mundatmung zwang, die vom Geräusch her stark an Darth Vader erinnerte. Außerdem hatte ich auf der einen Seite unendlichen Durst, aber auf der anderen aber panischen Angst vorm Trinken, weil es sich bei jedem Schluck so anfühlte- und hörte, als würde sich mein Unterkiefer einmal um die eigene Achse drehen. Aber auch das ging vorbei und mit der Zeit und bißchen Geduld wurde so ziemlich alles eines: nämlich besser.

Nach ein paar Tagen konnte ich zum ersten Mal wieder halbwegs durchschlafen, mein Kiefer wurde immer stabiler, Essen, Trinken und Reden immer einfacher und mit jedem Tag wurde die Gewissheit größer, dass die Operation ein voller Erfolg war und letztlich genauso verlaufen, wie sie sollte.

Mittlerweile sind zwei Wochen vergangen und ich bin in jeder Hinsicht zufrieden. Mein Gesicht sieht jetzt schon weit besser aus, als vor der Operation und wird mit jedem Tag, an dem die Schwellung ein wenig abnimmt, noch ein bißchen schöner. Der Menüplan hat sich seit meiner Entlassung auch merklich gebessert und über die 2,5 Wochen Krankenstand, die ich noch vor mir habe, bin ich auch alles andere als unglücklich. Zwar fühlt sich gerade am Morgen alles noch ein wenig komisch an und zwischen Kinn und Unterlippe bin ich auf der rechten Seite nach wie vor völlig taub, aber das sind im Prinzip Kleinigkeiten, die sich mit der Zeit hoffentlich von selbst ergeben werden.

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...gratulation auch von meiner seite! :)

deine behandlung gleicht stark meiner!

weisst du um wieviel millimeter die kiefer in horizontaler lage versetzt wurden und wie du die auswirkungen auf deine gesichtsmerkmale beschreiben würdest und an welchen regionen die schwellungen am hartnäckigsten sind?

bei mir waren es 2mm vorverlagerung des OK und 5mm rückverlagerung des UK... ich bin überrascht (und gleichzeitig erschrocken) wie sich durch diese kleinen abstände mein gesicht verändert hat.

lg, phil :)

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Hallo Phil,

ich kann dir leider nicht genau sagen, wie stark die horizontale Verschiebung insgesamt war, da sie ja durch die Schwenkung eigentlich indirekt zu Stande gekommen ist. Aber auf dem mit meinen Abdrücken erstellten Operationsmodell waren es auf der einen Seite sicher mehr als 1 cm und auf der anderen nur knapp 2 oder 3 mm.

Was meine Gesichtsmerkmale betrifft ist eingetreten, was ich in dieser Hinsicht erhofft hatte. Mein Gesicht ist jetzt erstmals symmetrisch, und mein Unterkiefer nicht mehr so dominant wie zuvor. Das hat aber sicher auch noch damit zutun, dass (auf Anraten des Chirurgen) mein Kinn noch zusätzlich ein wenig "modelliert" wurde.

Geschwollen bin ich vor allem noch an den Wangen, wobei das Leuten die nichts von der Operation wissen meist gar nicht auffällt.

lg

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wie lange warst du gesamt in krankenstand? wie hast du das akh linz empfunden - irgendwelche tipps...bin am montag 23.2. dran! urg. mein unterkiefer wird vorverschoben u. ich hab schon ziemlich schiss davor.

freu mich auf deine antwort! katharina

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