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Lovely_Yola

Dürfen Ärzte schummeln?

Hallo,

ich hab mir letztens überlegt, ob es für einen Arzt nicht praktischer wäre, wenn er in manchen Sachen (die ihm nicht nachzuweisen sind, Kleinigkeiten) schummeln könnte/würde?

Also ein Beispiel, das mich beschäftigt:

Man fragt einen Chirurgen, ob er mit dies und jener Sache schon viel Erfahrung hat.

Tatsache: Der Chirurg hat das wohl schonmal gemacht, aber schon seit Monaten nicht mehr so einen Patient gehabt, jedoch gab es mal Zeiten, in denen er diese OP 1mal pro Woche durchgeführt hat, beispielsweise vor 5 Jahren. Nun aber wie gesagt, schon lange nicht mehr.

Dürfte der Arzt dann sagen, er führt diese OP 1mal die Woche durch, obwohl es nicht komplett der Wahrheit entspricht?

Ich meine, ein bißchen angeben und dazumogeln ist bei Ärzten doch erlaubt, oder?

Als Patient könnte man ja auch schlecht dagegen angehen wenn man -wie auch immer- erfahren würde, dass der Arzt anscheinend doch nicht so Erfahrungen hat bzw. dass dies eigtl. der Vergangenheit angehört......

Was meint ihr?

Liebe Grüße, Anna

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Hm, ich glaube nicht, dass das erlaubt ist... Er könnte höchstens sagen, dass er diese OP früher sehr oft durchgeführt oder damit viel Erfahrung hat oder so.

Wenn Du direkt nachfragst, wie oft er das in der letzten Zeit gemacht hat, muss er dir eigentlich schon eine ehrliche Antwort geben. Zumal speziell das (wie oft er eine bestimmte Op/Untersuchung/Behandlung in einem best. Zeitraum gemacht hat) sich auch nachweisen lässt.

Ich kann mir aber vorstellen, dass es genug Ärzte gibt, die - speziell bei "nicht nachweisbaren Kleinigkeiten" trotzdem etwas "schummeln".

Ich lasse mir z.B. gerade ein selbstgestochenes Tattoo weglasern, und der Hautarzt meinte zunächst, "selbstgestochene Tattoos sind ziemlich problematisch, normal braucht man viele Behandlungen, bis das weg ist - wir haben hier aber einen speziellen Laser, womit es mit 2 Sitzungen getan ist".

War natürlich nicht so, ich hab morgen den 4. Termin und werde noch einige weitere brauchen, ich denke, das konnte er schon absehen...

Also hat er da auch geschummelt. In dem Fall finde ich es nicht sooo schlimm, da ich die Behandlung so oder so gemacht hätte und eigentlich auch von mehr Terminen ausgegangen bin (und er für seinen "Speziallaser" keinen höheren Preis verlangt als andere Dermatologen für ihren normalen).

Generell denke ich, dass ein Arzt sich damit aber auch das Vertrauen der Pat. verscherzen kann, wenn es doch mal auffliegt, v.a. bei größeren Sachen (und zu behaupten, auf einem gewissen Gebiet Routine zu haben, die man nicht hat, gehört für mich dazu - wobei das wohl auch Selbstüberschätzung ist).

Meiner Meinung nach hat ein Patient immer das Recht auf eine ehrliche Antwort, immerhin geht es dabei i.d.R. um einen erwachsenen, mehr oder weniger vernünftigen Menschen, der seine eigene Entscheidung treffen und dann damit leben muss. "Schummeln", um ihn in eine von mir gewünschte Richtung zu beeinflussen, ist ja auch ein Stück weit Manipulation.

Liebe Grüße.......................................................Anna

Und ansonsten: "1.Mal" http://www.rippenspreizer.de/4images/details.php?image_id=10

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manche "Schummeleien" sind sicher nicht ganz so tragisch wie Andere, wie Anna schon erwähnt hat.

Ich hatte mal eine Zahnfleischtransplantation und der Zahnarzt meinte, dass das absolut kein Problem sei und "wir" (ja, eh klar "wir", haha) das super hin bekommen würden. Dann hatte ich besagte Transplantation bei ihm in der Praxis und nur unter örtlicher Betäubung. Hat 2h gedauert. Zwei Wochen später oder so, hat sich dann heraus gestellt, dass das transplantierte Zahnfleisch am "Zielort" nicht richtig angewachsen ist. Es hat also nicht seinen Zweck erfüllt. Wo er vorher noch voller Selbstbewusstsein verkündet hat, dass es absolut kein Problem sei, da hieß es auf einmal "na, war eh klar, dass das nicht klappen würde". Er gestand, dass er die OP vorher mit einem Kollegen an einer Klinik in Wien durch gesprochen hätte und auch der (der anscheinend noch mehr Erfahrung damit hatte ;-) ) hätte gesagt, dass das wenn dann nur "außen" funktionieren würde. Bei mir war es aber "innen". Nun gut... Ich war trotzdem sehr froh, dass er vorher zu mir, mit dieser absoluten Selbstsicherheit gesagt hat, dass es wunderbar klappen wird. Das war beruhigend.

Nachdem es dann aber nicht so war, hat er mir netterweise sogar die Kosten für die OP erlassen. Das fand ich super nett von ihm, vor allem auch im Anbetracht der Tatsache, dass es auf einmal ein halbes Jahr später hieß, dass es jetzt doch noch sehr gut verwachsen sei und bei 4 von 3 Zähnen seine Funktion bestens erfüllen würde ;-)

Übrigens finde ich bei deinem Beispiel nicht, dass er das mit den 1x pro Woche nach 5 Jahren noch behaupten dürfte! Das wäre dann ja eine negative Verdrehung der Tatsachen.

lg Vero

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Hallo,

ein schwieriges Thema...

Aus meiner beruflichen (aber nicht medizinischen) Erfahrung kann ich sagen, dass vielen Kunden nur einen Teil der Wahrheit wissen wollen und man mit zu ausgeprägtem Informationsdrang weder sich selbst noch den Kunden einen Freude macht! Es ist ein schmaler Grat und es hängt in meinen Augen vor allem von Vertrauensbasis der Gesprächspartnern und "Charakterstärke" ab.

Zur Erklärung was ich mit "Charakterstärke" meine:

Ich persönlich finde z.B. eine umfassende Risikoaufklärung wichtig, frage aktiv nach und kann damit sehr gut leben. Ein aktuelles (und medizinisches) Gegenbeispiel ist ein Freund, der vor einigen Jahren aufgrund des von ihm eigentlich ungewünschten penetranten Nachfragens des Lebenspartners bei Ärzten derartige Panik vor einer OP bekommen hat, dass er dummerweise darauf verzichtet hat. Das ging nicht lange gut, die Situation verschlimmerte sich über die Jahre extrem und bei der soeben erfolgten Not-OP mußte fast ein Bein amputiert werden...

Liebe Grüße

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Dürfte der Arzt dann sagen, er führt diese OP 1mal die Woche durch, obwohl es nicht komplett der Wahrheit entspricht?
Theoretisch darf ers nicht. De facto darf er noch viel mehr, denn Richter fassen Ärzte meist nur mit Samthandschuhen an.

Aus meiner beruflichen (aber nicht medizinischen) Erfahrung kann ich sagen, dass vielen Kunden nur einen Teil der Wahrheit wissen wollen und man mit zu ausgeprägtem Informationsdrang weder sich selbst noch den Kunden einen Freude macht!
Man kann die Medizin in dieser Hinsicht nicht mit anderen Branchen vergleichen. Ärzte haben die Pflicht die Patienten aufzuklären. Tun sie es nicht, wird die Behandlung rechtswidrig und sogar strafrechtlich relevant (eigenmächtige Heilbehandlung).

Die gesetztliche Lage ist hier auch sehr sinnvoll, denn denn über die möglichen negativen Auswirkungen einer Behandlung auf den eigenen Körper zu erfahren ist wesentlich wichtiger als über zB. die mangelnde Qualität eines T-Shirts oder die Nachteile einer Altersvorsorge zu erfahren.

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mhh schwierige frage...

also ich denke das man nicht so recht sagen kann ob sie es dürfen. immerhin ist das was der arzt dir sagt ja auch auslegungssache von beiden seiten.....also sagt er ich habe die op schon sehr oft durchgeführt denkst du logischerweise, er meint damit in letzter zeit, aber er meint veilleicht vor 3 jahren oder so...es ist glaub ich schwer zu sagen was da genau schummeln ist, wenn nichts genau gesagt wird, aber ich glaube so lange es doch nur um relative kleinigkeiten geht ist es nciht strafbar. lügt er bei risiken oder der gleichen ist das, so denke ich, eine straftat

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Hallo Iris,

nun ja, ganz so sehe ICH persönlich es eben aus der oben erzählten Erfahrung nicht und die gesetzlichen Vorgaben sind viel zu oft nicht die sinnvollsten...

Man kann die Medizin in dieser Hinsicht nicht mit anderen Branchen vergleichen. Ärzte haben die Pflicht die Patienten aufzuklären.

Natürlich soll man informiert und grundsätzlich (!) über Risiken aufgeklärt werden!

Ein medizinisches Beispiel um meine Argumentation zu verdeutlichen: die aktuellen Medikamentenbeipackzettel listen teilweise surreal lange ausgesprochen beängstigende Nebenwirkungen in mikroskopischer Schrift auf, die nach Nachfrage oft nicht einmal von mir als gut eingeschätzten Fachärzten bekannt sind. Nachdem die Patienten das wissen wird dieser Teil des Beipackzettels leider viel zu oft gar nicht mehr gelesen. Wäre es nicht sinnvoller wenn kompakt, in grosser Schrift und z.B. mit Prozentzahl nur die größten Risiken aufgedruckt wären???

Liebe Grüße

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Theoretisch darf ers nicht. De facto darf er noch viel mehr, denn Richter fassen Ärzte meist nur mit Samthandschuhen an.

Man kann die Medizin in dieser Hinsicht nicht mit anderen Branchen vergleichen. Ärzte haben die Pflicht die Patienten aufzuklären. Tun sie es nicht, wird die Behandlung rechtswidrig und sogar strafrechtlich relevant (eigenmächtige Heilbehandlung).

Die gesetztliche Lage ist hier auch sehr sinnvoll, denn denn über die möglichen negativen Auswirkungen einer Behandlung auf den eigenen Körper zu erfahren ist wesentlich wichtiger als über zB. die mangelnde Qualität eines T-Shirts oder die Nachteile einer Altersvorsorge zu erfahren.

Ich denke auch, dass man sowas nicht vergleichen kann!

Wenn es jetzt zum Beispiel eine lebenswichtige Herz-Operation oder sowas ist, die Pflicht für das Überleben des Patienten ist, und der Arzt beruhigt den Patienten und sagt beruhigende Worte die vielleicht nicht so ganz der Realität entsprechen, dann verstehe ich das ja noch vollkommen.

Aber was ganz anderes ist es, wenn man die Wahl hätte, zu einem erfahreneren Arzt zu gehen und dann geschwindelt wird.

Ein medizinisches Beispiel um meine Argumentation zu verdeutlichen: die aktuellen Medikamentenbeipackzettel listen teilweise surreal lange ausgesprochen beängstigende Nebenwirkungen in mikroskopischer Schrift auf, die nach Nachfrage oft nicht einmal von mir als gut eingeschätzten Fachärzten bekannt sind. Nachdem die Patienten das wissen wird dieser Teil des Beipackzettels leider viel zu oft gar nicht mehr gelesen. Wäre es nicht sinnvoller wenn kompakt, in grosser Schrift und z.B. mit Prozentzahl nur die größten Risiken aufgedruckt wären???

Liebe Grüße

Erstens mal würde das rein rechtlich nicht funktionieren.

Es gibt immer mal den ein oder anderen Patienten, der auf ein gewisses Medikament hypersensibel anspricht. Und derjenige muss einfach wissen, was evtl. passieren kann.

Also ich z.B. würde mich sehr hintergangen fühlen, wenn nicht wirklich alle Nebenwirkungen aufgelistet wären.

Ich bin z.B. gegen Aspirin allergisch, was ja heutzutage ein recht gängiges Medikament ist. Und als ich damals als Kind mal 1/2 Tablette genommen hab, hätte ich fast nen Herzschlag gekriegt, weil mein Herz so angefangen hat zu rasen..... und da stand z.B. nicht explizit im Beipackzettel, dass Asthmatiker vorsichtig mit Aspirin sein sollen.

Ich finde, in so Beipackzetteln sollte noch viel mehr aufgelistet werden.

Nicht umsonst steht drin, dass wenn man Nebenwirkungen beobachtet, die nicht drinstehen, dass man dann gleich seinen Arzt konsultieren sollte!

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Ich denke das ist nicht so der prüller wenn er einen anlügt. Weil wenn das raus kommt dann ist das ein RIESIGER vertrauensbruch. Wie soll ich jemandem vertrauen ja sogar mein leben in seine hände legen wenn ich weiß das er nicht immer ehrlich zu mir ist. OK ich verstehe es wenn er mal mich beschwindelt um mich zu schonen. Wenn ich frage "tut das sehr weh?" und er meint "das werden die schlimmsten schmerzen sein die sie jemals im leben hatten" dann wollte ich das doch nicht hören. Oder?

Könnte jetzt noch mehr beispiele bringen aber ich denke den kern habe ich getroffen bzw die anderen haben das schon gesagt...

LG

SD

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Ich denke das ist nicht so der prüller wenn er einen anlügt. Weil wenn das raus kommt dann ist das ein RIESIGER vertrauensbruch. Wie soll ich jemandem vertrauen ja sogar mein leben in seine hände legen wenn ich weiß das er nicht immer ehrlich zu mir ist. OK ich verstehe es wenn er mal mich beschwindelt um mich zu schonen. Wenn ich frage "tut das sehr weh?" und er meint "das werden die schlimmsten schmerzen sein die sie jemals im leben hatten" dann wollte ich das doch nicht hören. Oder?

Könnte jetzt noch mehr beispiele bringen aber ich denke den kern habe ich getroffen bzw die anderen haben das schon gesagt...

LG

SD

Naja, manchen Ärzten ist es ja sch***egal, ob du weiterhin Vertrauen zu ihnen hast, wenn sie für 1 OP abkassieren können.

Gerade diese Ärzte gucken dann nicht danach, ob du in paar Jahren nochmal kommst, um was machen zu lassen (wenn überhaupt)......

Leider ist es so!

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