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LILI

GNE am 17.01.08 bei Dr. Kater in Bad Homburg

Nun endlich möchte ich auch meine Erfahrungen der ersten OP –GNE und die sich daran anschließenden drei Monate berichten, denn ich war – und bin allen Forum Teilnehmern dankbar für ihre Einträge. Die Einträge waren aus zwei Gründen für mich wichtig: Zum einem, um mich für die Behandlung zu entschließen und zum anderem um mental vorbereitet zu sein.

16.01. Aufnahme-Tag

Das bestellte Taxi kam nicht wegen eines Staus, der Flieger hatte 1Std. Verspätung und bekam dann auch noch, wegen des schlechtem Wetters, keine Landegenehmigung. Auf die Minute erreichte ich trotzdem die Praxis, um 13 Uhr, dort konnte man dann nicht die Diskette mit meinem Röntgenbild öffnen, die mir mein Kieferorthopäde mitgegeben hatte, zum Glück gibt es doch Emails. Also, nach vielen Schwierigkeiten kam ich im Krankenhaus an.

Der erste Eindruck war: sehr freundliches Personal und die Zimmer sehr schön.

Die Narkoseärztin kam auch gleich auf’s Zimmer und ließ mich noch das nötige unterschreiben, dann war ich fertig für den Tag.

Abends sind wir noch in das schöne Städtchen B.H. essen gegangen, obwohl es mit der GNE-Apperatur nicht ganz einfach war zu essen. Aber es sollte ja das letzte mal sein für eine ganze Weile sein.

Gegen 22 Uhr nahm ich dann noch meine Schlaftablette. Ich war aufgeregt und kein bisschen müde. Durchgeschlafen hatte ich leider nicht.

17.01. OP Tag

Um ca. 6:30 Uhr weckte mich die Pflegerin. Sie stellte mir eine Beruhigungstablette ans Bett und sagte, ich solle mich in aller Ruhe fertig machen. – tat ich dann auch. Jedoch konnte mir keiner sagen, wann ich operiert werden sollte. Mal hieß es um 08.30Uhr und dann doch erst Mittags.

Na ja, und plötzlich – es war ca. 11.30 Uhr – kamen die Schwestern herein und haben mir mitgeteilt „es geht gleich los“. Mich überkam plötzlich eine wahnsinnige Angst, ich heulte die ganze Zeit, aber trotzdem wollte ich die OP.

Mein Mann begleitete mich bis an die OP Schleuse, ich war unendlich aufgeregt und bekam sehr viele Beruhigungsmittel und dann endlich die Maske. Kurz sah ich noch den OP Arzt und weg war ich.

Gegen 13 Uhr wachte ich dann wieder im Aufwachraum auf. Die Schwester tanzte hin und her von einem Patienten zum anderen. Sie fragte mich, ob es mir schlecht wäre usw. und ich hatte nur einen Gedanken im Kopf: „nur nicht übergeben!!!“ Also sagte ich ihr, dass es mir ein wenig schlecht wäre und sie gab mir etwas. Dann sollte ich wieder schlafen, konnte ich aber nicht. Deshalb wurde ich ca. um 13.30 Uhr wieder ins Zimmer gebracht.

Eine kleine Zahnlücke hatte ich schon. Gebrochen habe ich zum Glück nicht. Schmerzen hatte ich anfangs auch keine. Es war mir nur schrecklich schwindelig und ich hatte starke Kopfschmerzen.

Und Durst hatte ich – und wie! Aber die Schwestern waren eisern und gaben mir erst einmal nichts.

Gegen Abend habe ich dann gewagt, aufzustehen, was dann auch einigermaßen ging.

Den ganzen Tag konnte ich nicht schlafen, weil ich noch so aufgeregt war. Tatsächlich ich hatte es geschafft!!!

Die erste Nacht – einfach nur schrecklich! Die Schwellung verursachte Druckschmerzen, außerdem schlafe ich immer auf der Seite, und im „sitzen“ zu schlafen geht schon mal gar nicht!

18.01.08 1 Tag nach OP

Nun war ich voll erschöpft und habe nun endlich viel geschlafen und gekühlt. Die Schwellung war sehr

stark.

19.01.08 2. Tag nach OP

Die Schwellung war weiterhin sehr ausgeprägt, aber ich kühlte weiter, denn es tat sehr gut. Obwohl ich Arnica (Globuli), einnahm.

20./21.01.08 3. und 4. Tag nach OP

Körperlich ging es mir wieder gut, obwohl mich die OP natürlich schon mitgenommen hat. Ich schlief viel, ging aber auch eine Runde nach draußen um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Eigentlich hätte ich am 3. Tag entlassen werden können, da ich aber eine lange Fahrt nach Hause hatte und mich dort zwei Kinder erwarteten, beschloss ich lieber noch eine Nacht zu bleiben.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Hause. Endlich! Die 5Std.Fahrt war sehr anstrengend, jeden Bodenunebenheit spürte ich im Kiefer. Meine Familie staunte über die starke Schwellung. Bei weiten Wegen würde ich doch lieber die Bahn empfehlen.

Mit dem Drehen an der GNE ApperaturApparatur begann ich eine Woche später, es ging sehr gut, und ich drehte jetzt je 1 x morgens und 1x abends. Gegen meine doch starken Schwellungen bekam ich Lymphdrainage. Ich sollte 30x drehen und auf 5mm kommen.

Nach 22x drehen (ca. 14Tage Post OP) ist mir dann über Nacht die GNE auf einer Seite heraus gebrochen. Grund war wohl meine Krone die dem Druck nicht stand hielt und locker war. Ich musste zum KF und einem anderen KC, ich habe eine Betäubung in meine Schwellungen bekommen, die Apparatur musste komplett herausgenommen werden, dabei ist die Krone mit raus gekommen. Anschließend säubern und alles wieder rein. Ich dachte mir wird der Kiefer komplett gebrochen, es waren HÖLLE Schmerzen, danach war ich wieder so stark geschwollen wie frisch nach OP und die Schmerzen waren wieder voll da. Leider ist dabei meine Kiefer wieder zusammen gegangen, die GNE musste 16x zurück gedreht werden und meine 4,5mm Lücke war auf 1mm geschrumpft. Ich war körperlich und psychisch völlig am Ende. Die GNE saß auch nicht mehr richtig fest drin, nun sollte ich noch 10x drehen und nur Suppe essen, damit kein Druck auf die GNE ausgeübt wird.

Schwellungen hatte ich ca. 6Wochen lang, Druckschmerzen (ich denke durch die Schwellung) ca. 10 Tage, Essbeschwerden ca. 7 Wochen lang.

Am Ende kam ich dann auf 3,8mm, der KFO meint es reicht trotzdem. 10 Wochen später kam die GNE heraus, mit deutlich weniger Schmerzen und eine feste Zahnspange rein plus einem Bogen über dem Gaumen. Gerade hatte ich mich an das Essen mit GNE gewöhnt, schon kommt die nächste Umstellung. Das Zahnfleisch ist knallrot, leicht entzündet von den Brackets (Wachs hilft nun ganz gut) und das kauen tut noch weh (1 Woche ist es nun her). Mal sehen wie es so weiter geht.

Abschließend kann ich sagen, dass ich emotional einige Höhen und Tiefen durchgemacht habe und sicherlich auch noch durchmachen werde. Ich kann viel Positives berichten, im Gegenzug aber auch viel Negatives– das jedoch liegt weder am Krankenhaus, am Ärzteteam, noch an der Versorgung - denn das war alles super - sondern an mir an und den Komplikationen (raus fallen der GNE).

Reue? – Ja, ich denke am 2. und 3. Tag und als die GNE heraus fiel, da habe ich es mindestens 1.000 mal bereut, diesen Schritt gemacht zu haben. Doch das liegt daran, dass ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin (besonders wenn es um mich selbst geht), und vielleicht einfach heimlich erwartet habe, dass ich nach der OP aufstehe und alles wieder gut ist.

Es ist aber eine langwierige Sache und man braucht Geduld und sehr viel Optimismus- es ist aber alles auszuhalten ! Sehr dankbar bin ich meinem Mann, der die ganze Zeit im Krankenhaus bei mir war, und sich nur noch Zahngeschichten anhören muss und meiner Familie die sich um meine Kinder und mich kümmert. Rückhalt braucht man ganz dringend bei diesen Eingriffen.

Ich hoffe anderen auch mit meinem Bericht geholfen zu haben, vielen Dank für all`eure Berichte.

LILI

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