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misterbig

Los geht's - misterbig's Zahnspangengeschichte

Nun ist es also soweit - heute morgen Separiergummis gesetzt, in einer Woche kommt die Spange rein.

Damit ihr einen Einblick habt, was mit mir los ist, bzw. was gemacht wird (werden soll) zitiere ich hier mal aus dem Behandlungs- und Kostenplan:

Diagnose

Sehr stark ausgeprägte Dysgnathie des progenen Formenkreises mit Antemandibulie und zirkulärer Kreuzbißsituation.

Brachiofaciale Gesichtsschädelmorphologie mit prognathem Einbau der Kieferbasen bei Norminklination der Ok-Basis und deutlicher skelettaler Mesialrelation.

Ok: Transversal unterentwickelter Kiefer mit symmetrischer Zahnbogenform, frontaler Engstand der Inzisivi, Distorotation vom 13, Tiefstand der Seitenzähne, Tiefstand der Frontzähne, Einzelzahnfehlstände.

Uk: Sagittal und transversal überentwickelter Kiefer mit labialem Kippstand der Inzisivi, Ektopie von 34 und 44, Mesiorotation vom 35 und 45, Supraposition im Frontzahnbereich, Infraposition im Seitenzahnbereich, Drehkippstand von Einzelzähnen.

Bißlage: Mesialbißlage von ca. 1 Prämolarenbreite, zirkulärer Kreuzbiß, mandibuläre Mitteverschiebung nach rechts.

Therapie

Das Ausmaß der Dysgnathie erfordert eine kombibnierte kieferorthopädische-chirurgische Therapie:

Prächirurgische Phase: Transversale Erweiterung des Ok-Zahnbogens, Auflösen der frontalen Engstände, Extrusion im Ok-Frontzahnbereich, Intrusion im Ok-Seitenzahnbereich und Uk-Frontzahnbereich, Derotation von 13, 35 und 45, Einordnen von 34 und 44, Verbesserung der Achsenstellung der Inzisivi, Beseitigung der Einzelzahnfehlstände und Ausformen harmonischer und kompatibler Zahnbögen.

Chirurgische Phase: Posteriorverlagerung des Uk in toto nach Obwegeser dal Pont.

Postchirurgische Phase: Finishing und Retention.

Lange Rede - kurzer Sinn: Jetzt kommt die Spange, die ich schätzungsweise ein Jahr präoperativ trage, dann die OP (Rückverlagerung des Uk), und dann noch ein halbes Jahr Nachbehandlung.

Da ich, wie gesagt, heute die Separiergummis bekommen habe, nehme ich das als Anlass, meine Zahnspangengeschichte zu schreiben...

Dass mit meinem Gebiss was nicht stimmt, hat mir mal in der frühen Jugend der Zahnarzt gesagt. Ich solle mal dringend zum KFO gehen.

Naja, habs dann aber nicht getan - wer will schon freiwillig als Jugendlicher ne feste Spange?

Der Zahnarzt war dann zwar etwas düpiert, als ich ihm dann später gesagt hab, dass ich nicht beim KFO war - aber er hat's dann auf sich beruhen lassen.

Wirklich gestört hat mich meine Dysgnathie nicht, und das tut sie auch heute noch nicht. Naja - ab und zu hab ich ein Knacken im Kiefergelenk. Aber sonst hatte und habe ich keine Probleme.

Vor zwei Jahren kam ein neuer Zahnarzt in die Praxis (ist 'ne Gemeinschaftspraxis), und der hat mich dann bei einer Prophylaxekontrolle mal auf die Dysgnathie angesprochen.

Ich hab ihm gesagt, dass ich rein ästhetisch keine Veranlassung hätte, das "richten zu lassen". Er aber meinte, es könne sehr wohl auch funktionelle Indikationen geben, da was zu unternehmen. Und zudem wäre ich mit meinen 26 noch relativ jung, sodass meine Knochen einen chirurgischen Eingriff noch gut überstehen würden. Er hat mich zur Dysgnathiesprechstunde der Uniklinik Freiburg "überwiesen" (ich studiere in Freiburg, und der Zahnarzt meinte, er könne mich guten Gewissens dorthin schicken, denn von der Zahnklinik Freiburg höre man im Allgemeinen nur Gutes), wo ich dann vergangenen Sommer (also 2007) war.

Dort hat man mich untersucht, und mir gesagt, dass es sehrwohl medizinische und funktionelle Indikationen für eine Therapie gäbe - aber Genaueres müsste vom KFO festgestellt werden.

Die haben mir einen KFO in Freiburg empfohlen, mit dem sie kooperieren, und der oft erwachsene Dysgnathiepatienten behandelt.

Bei diesem war ich dann im Herbst '07 (musste lange auf nen Termin warten). Und dieser hat dann den Heil- und Kostenplan erstellt, aus dem ich oben zitiert habe.

Ich hab den Plan bei der PKV und Beihilfe eingereicht (bin Student und über meinen Vater noch privatversichert). Während die PKV nach einem eigenen Gutachten relativ bald ihr OK gab, war das mit der Beihilfe ein etwas größerer Akt. Der KFO hat gemeint, so einen ignoranten und sturen Sachbearbeiter habe er noch nie gehabt... Aber nach einem weitern Gutachten von der Uniklinik hat dann letztlich auch die Beihilfe ihr "nihil obstat" gegeben, sodass es nun wirklich und endlich losgehen kann.

Also - Separiergummis sind drinnen (jeweils um die 6er), und nun hab ich noch eine Woche Zeit, mir zu überlegen, welche Brackets ist nehme.

Standartmäßig würde ich die normalen Keramikdinger (Clarity von 3M) verpasst bekommen, weil das 90% der Erwachsenen aus ästhetischen Gründen wohl so wollen.

Die Alternative wären Metall-Minibrackets (nicht selbstligierend).

Diese sind ein ganzes Stück kleiner (vor allem flacher) als die Keramikbrackets und deswegen angenehmer zu tragen - aber eben aus Metall.

Einerseits ist mir klar, dass vor allem ich mit der Spange klarkommen muss, und deswegen tendiere ich zu den angenehmer zu tragenden Minibrackets.

Andererseits sind die Keramikbrackets doch unauffälliger, und man fühlt sich nicht ganz so wie der Beißer aus James Bond :-)...

Dafür aber sind sie größer und bruchgefährdet (der KFO meinte, man müsse bei Keramik im Schnitt pro Jahr ein oder zwei Brackets erneuern - bei manchen mehr, bei manchen aber auch gar nicht).

Im Familien- und Freundeskreis raten mir alle (vor allem diejenigen, die selber mal eine feste Spange hatten) zu den Minibrackets, weil so eine Spange doch schon ganz schön "fies" sein könne, und da wäre dann der Tragekomfort wichtiger als das Aussehen.

Da ich aber ab und zu im Rampenlicht (oder besser: auf der Bühne) stehe (ich singe in verschiedenen Ensembles), und da zwangsläufig "Zähne zeigen" muss, haben auch Keramikbrackets nach wie vor ihren Reiz...

Oh je - wie soll ich mich da nur entscheiden....?!?

Naja, eine Woche hab ich ja noch Zeit, mir den Kopf zu zerbrechen :-D

Bis dahin,

Euer

misterbig.

PS: Ich trage die Separiergummis nun seit ziemlich genau 13 Stunden, und muss sagen, dass sich die Schmerzen in Grenzen halten. Habs vorhin an ungetoastetem Toastbrot probiert - rechts gehts problemlos, links tuts etwas weh. Ich habe Schlimmeres erwartet. Hoffentlich bleibt's so... :-)

Edit: Über Nacht hat's jetzt auch rechts angefangen... :-/

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Kurzer Zwischenbericht bevor am Dienstag die Brackets gekelbt werden:

Trage die Separiergummis nun den 6. Tag - und kann weder rechts noch links gescheit kauen...:???:

Links geht es zwar minimal besser als rechts, aber ich habe das Gefühl, dass alle Seitenzähne (jeweils 4er bis 7er) extrem Druckempfindlich sind.

Wenn ich dann den Fehler mache, und etwas zu "hartes" abbeißen will, geht selbst das nicht (ich reiße es eher ab, als dass ich beiße - und "kaue" es dann mit den Frontzähnen).

Sogar mit dem Croissant zum Frühstück heute hatte ich extreme Probleme - bis ich es in den Kaffee getunkt habe (das ging da sehr gut!) ;-)

Ich dachte, diese Beschwerden würden sich nach 3-4 Tagen geben, aber vielleicht sind meine Zähne empfindlicher als bei anderen?!

In der Frage nach dem Brackettyp haben momentan die Keramikbrackets einen kleinen Vorsprung.

Zwar sagt der Verstand immer noch: Mini-Metallbrackets.

Aber das Gefühl, mithin die Vernunft, rät mir zu Keramik.

Ich werde mir beide Varianten am Dienstagmorgen noch mal zeigen lassen, und mich dann "spontan" entscheiden...

Bis dahin,

Euer

misterbig.

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Seit nunmehr über 6 Stunden bin ich stolzer (?) Träger einer hübschen Spange...

Hab mir, bevor's richtig losging, noch einmal beide Alternativen zeigen lassen, und mich dann aus dem Bauch heraus für Keramik entschieden.

Nach der Prozedur hab ich ein dickes Lob vom KFO und der Helferin bekommen, wie ruhig ich doch auf dem Stuhl gelegen wäre. Andere Patienten würden oft mit dem Kopf wackeln oder so, und bei mir wäre das richtig "entspannend" gewesen, das Bracket-Kleben. :-D

Die Zahnarzthelferin, die mir hinterher alles erklärt hat, meinte, ich könnte heute Mittag noch mal "normal" essen - ab heute Abend würde ich dann die Spange spüren (im Sinne von empfindlichen Zähnen), und dann ca. 1 Woche besser Weiches essen.

Normal essen.... denkste!

Hab mich an einer TK-Pizza probiert. Es waren weniger die Schmerzen beim essen, als das ganze Gedöns da auf den Zähnen, die ein "normales" essen schier unmöglich gemacht hat.

Daran werd ich mich gewöhnen (müssen).

Hab aber im Forum schon ein paar Rezepte gefunden, die ich in den nächsten Tagen dann ausprobieren werde. Danke für dieses Forum - es macht einem das alles echt leichter!

Grüße!

misterbig.

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Okay, ich geb's zu... Ich hab lang nichts mehr hören lassen... *schäm*

Zu meiner Verteidigung sei aber zweierlei angeführt:

1. Ich hatte das vergangene Jahr allerhand um die Ohren (Diplomarbeit, Prüfungen...).

2. Es gibt nicht wirklich etwas zu berichten - zumindest zahnspangentechnisch.

Mir ist (bislang) nur einmal ein Bracket abgegangen, als ich in den Kanten eines zu krossen Baguettes gebissen hab. War auch ziemlich leichtsinnig...

Ansonsten hab ich mich an die Apparatur gewöhnt.

Würde mich, wenn ich dieses Zwischenfazit nach einem knappen Jahr ziehen darf, auf jeden Fall wieder für die Keramik-Brackets entscheiden!

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Eine kleine Neuigkeit gibt's zu vermelden:

Seit gestern hab ich einen Transpalatinalbogen (TPA), auch Goshgarian genannt, im Mund.

Zuerst hatten KFO und ich gehofft, wir würden das auch ohne dieses Gerät hinkriegen, aber gestern meinte ersterer dann: "Ein wenig weiter muss ich's noch haben."

Nun denn - seit dem nuschel ich etwas beim Sprechen - aber das gibt sich hoffentlich mit der Zeit.

Nerviger ist das ungewohnte Gefühl beim Essen. An diesem TPA bleibt gerne mal was hängen und so. Irgendwie nicht so dolle.

Sei's drum.

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^^ Hoffe ich auch, dass ich mich schnell dran gewöhne :-)

Am besten noch in den nächsten 2 Stunden, weil ich vor Wochen schon heute Abend nen Tisch in nem superschönen Restaurant bestellt hab... ;-)

Das wird dann die Bewährungsprobe für das Teil...

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Es ging wider Erwarten sehr gut (und das Essen an sich war mindestens sehr gut) - zumal es nix gab, was irgendwie fasrig gewesen wäre, und das dann hätte hängen bleiben können... Wenn's interessiert, hier die Menüfolge:

Maccaronitörtchen mir Ikarimi-Lachs, Wasabimousse und Gurkencarpaccio

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Rehfilet vom Maibock im Lakritzflädle pochiert auf Pfifferlings-Apfelragout mit grünen Mandeln und Quarkknöpfle

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Klassische Mille Feuille mit Himbeersorbet

Hat wirklich wunderbar funktioniert- trotz des blöden Bogens (hab mich zwar vom normalen Mundgefühl dran gewöhnt, aber gerade beim Essen stört's schon noch etwas...). Außerdem gab's guten Wein zum Spülen, falls sich doch was verheddert hatte. :-)

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