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starsurfer

Bimax Uniklinik Mainz 15.04.2008

Stationäre Aufnahme:

Um 11 Uhr an diesem Montag morgen war es nun für mich soweit. Ich hatte morgens noch die restlichen Sachen in meine Sporttasche gepackt und bin mit dem Auto in die Uniklinik gefahren... Die stationäre Aufnahme verläuft ziemlich unspektaktulär. Ein paar Fragen beantworten, gucken, ob der Splint passt, Blutentnahme... fertig. Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt und von dem Moment (11:30 Uhr) war warten angesagt. So saß ich dann in meinem Zimmer rum und dachte mir nur, dass ist also das Bett in dem es Dir die nächsten Tage so richtig beschissen gehen soll..... schwer vorstellbar. Um 15 Uhr war ein kurzes Gespräch mit der Anästhesistin... (für alle Mädels der Hinweis: normaler Nagellack muss ab, auch wenn fast durchsichtig).

Und um 17:30 Uhr dann noch das Aufklärungsgespräch mit dem Chirurgen. Was da dann nochmal alles gesagt wird, muss man ganz schnell wieder vergessen.... Leichter gesagt als getan... ich war absolut durch den Wind als ich dann um 18 Uhr nochmal nach Hause durfte.

Um 22:30 Uhr war ich dann wieder auf Station und bekam eine Tablette zum Schlafen. Als mein Freund dann ging war ich unendlich traurig und aufgeregt ohne Ende.... die Nacht hat leider nicht der Schlaf bestimmt, sondern meine Gedanken....

OP-Tag

Um 06:45 Uhr kam die Schwester rein und meinte, direkt umziehen, der Patient mit ambulantem Eingriff sei nicht erschienen an dem morgen, deshalb würde ich früher drankommen. Also war nichts mehr mit duschen oder so.. direkt rein in die schicken Strümpfe, Netzunterhose und Op-Kittel. So saß ich auf meinem Bett und habe aus dem Fenster geschaut. Als es klopfte auf einmal merkte ich, wie mein Puls enorm nach oben ging und herein kam ein Pfleger und meinte Besuch für Sie. Ich war total schräg drauf... :-) Die Nacht nicht geschlafen, total verheulte und verquollene Augen, die Tablette hat ein wenig gewirkt und herein kam -LD-Silencer. Er hatte an dem morgen noch einen Termin in der Uni gehabt und mich dann noch kurz besucht. Ich war wohl kein guter Gesprächspartner in dem Moment.... ;-)

Um 07:30 Uhr wurde ich dann abgeholt von den Schwestern. Leider hat die Tablette bei mir nicht so geholfen wie erhofft, denn ich war hellwach als es in den OP-Bereich ging.

Aber ein sehr netter OP-Pfleger hat sich um mich gekümmert und mir zugesichert, dass mich niemand alleine lässt. Dann ging alles doch sehr schnell... Eine Braunüle gelegt bekommen in den linken Arm und auf die andere Liege gerutscht. Dann ging es in den nächsten Raum und eine Anästhesie-Ärztin hat sich mir noch vorgestellt. Ich hab nur noch gehört wie der OP-Pfleger meinte, sie hat solche Angst und die Ärztin meinte, dass geht jetzt alles vorbei... dann war ich weg.

Aufgewacht bin ich in so einem Aufwachraum noch im OP-Bereich. Ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, nur dass ich gut Luft durch die Nase bekommen habe und direkt mit der Zunge gefühlt habe, ob ich was spüre und siehe da... ich konnte von innen meinen Gaumen und den UK spüren.

Ich bin den ersten Tag oft eingedöst und kann mich nicht an viel erinnern. Meine Eltern waren bei mir und haben aufgepasst, dass nichts passiert. Außer, dass der Magen ständig abgesaugt wurde, das Überwachungsgerät sich alle viertel Stunde aufgeblasen hat, um den Blutdruck zu messen und der Sauerstoff-Messer ständig gepiept hat und die Eiskrawatten um den Kopf erneuert wurden, ist an dem ersten Tag und in der ersten Nacht nicht viel passiert. Der dicke Schlauch in der Nase ist unheimlich eklig und anstrengend, weil der beim Schlucken enorm stört. Aber das Absaugen hat mir immer gut geholfen. Sobald mir schlecht wurde, kamen die Schwestern und haben abgesaugt und mir ging es danach immer direkt viel besser. Abends durfte ich dann schon mit der Nachtschwester ins Bad gehen und sie hat mir auch mit zwei Handgriffen meinen eigenen Schlafanzug angezogen.

1.Tag post OP:

Die Nacht habe ich überhaupt nicht geschlafen, das war sehr anstrengend... immerhin schon die zweite hintereinander! Morgens wurde mir Blut abgenommen und nochmal der Magen ein letztes Mal ausgesaugt. Dann kam der dicke Schlauch raus und eine dünnere Magensonde rein, die auch bis zur Entlassung drin bleiben musste. Mein ganzes Gesicht (außer Stirn) war mit so einem festen klebenden Verband zugepackt. Die Ärzte meinten, dass man damit verhindern möchte, dass die Schwellung zu stark wird. Ein sehr unangenehmer Zustand, besonders am nächsten Tag, da die Schwellung halt über und unter dem Verband rausquillt und ganz schön auf die Augen drückt.

2.Tag post OP

An diesem morgen wurde der Verband abgemacht und die Drainage Schläuche wurden gezogen. Das Verband abmachen war kein Spaß, da an diesem Tag die Schwellung schon enorm war und die Schwester musste ja irgendwo den Kopf festhalten, dass sie ziehen konnte. Viel schlimmer waren dann aber die Schläuche. Erstmal meinte der Pfleger, machen sie doch mal den Mund auf. HAHAHA.. das ging ja nunmal gar nicht. Und dann kam er mit so einem Messer-Verschnitt auf mich zu und Pinzette, weil die Schläuche festgenäht werden, dass sie nicht rausrutschen. Das war mir nun komplett neu und ich hab Blut und Wasser geschwitzt auf dem Stuhl. Das Durchschneiden der Fäden war noch nicht so schlimm, dann meinte er nur, tief ein- und ausatmen und hat die Schläuche gezogen.... Halleluja... das war super unangenehm und hat auch weh getan.

Ich war total verstört und hab mich ganz schnell wieder in mein Bett verkrümelt.

Bett kann man das auch nicht wirklich nennen, da das Bett schon sehr hochgestellt ist. Aber mit den Schlaftabletten der Uni konnte ich sogar nachts immer mal 3-4 Stunden schlafen.

3.Tag post OP

Die Schwellung wurde an diesem Tag nochmal mehr, aber die Ärzte versicherten mir, dass es noch viel schlimmer bei manchen angeschwollen ist und dass alles ohne Komplikationen bei mir verlief während der OP, dass kein Nerv verletzt wurde und ich wenig Blut verloren hätte. Was wollte ich mehr. Also war abwarten angesagt... Mein größtes Problem war aber, dass die Zeit einfach nicht umgehen wollte. Ich dachte vom Gefühl her wäre schon locker ne Stunde um, dabei waren es gerade mal 5 Minuten.

Die nächsten Tage bis zur Entlassung nach genau 1 Woche verliefen immer gleich. Morgens Visite, dann im Verbandzimmer Kontrolle der Wunden und Spülen und ansonsten geduldig sein. Das Essen über die Sonde ist mir persönlich sehr schwer gefallen. Die Schwestern kommen dann immer mit so Beuteln und 1 Beutel entspricht 500kcal. Ich sollte 3-4 Beutel pro Tag schaffen, was ich aber nie erreicht habe. Am Anfang 1 bis 1 ½ und gegen Ende dann 2 Beutel. Ich empfand das als sehr unangenehm im Bauch, weil der Kram halt auch immer kalt war – man merkt das durch die Nase und hinten runterlaufen bis in den Magen. Und ich hatte immer das Gefühl nach kürzester Zeit richtig satt und voll zu sein. Dazu kommen noch 2 Liter Tee am Tag, die über die Sonde reintröpfeln. Ich war den ganzen Tag eigentlich nur mit Essen und Trinken beschäftigt! :-)

Die Schmerztabletten in Form von Voltaren – Zäpfchen morgens und abends haben mir in den ersten Tagen auch nicht ausgereicht. Die Schwestern haben immer in so einer "Kurve" nachgesehen und dann manchmal auch gemeint, wir können ihnen nichts geben, da müssen x Stunden dazwischen liegen.... und genau das wollte ich nciht hören in dem Moment. :-) Nach einem Gespräch mit dem Arzt habe ich dann noch Novalgin Tropfen zusätzlich bekommen und die Schwestern wussten das... dann hat es geklappt. Trotzdem muss ich dazu sagen, musste ich gerade am Anfang starke Schmerzen aushalten. Das war mit meine größte Angst im Vorfeld und die Ärzte haben mich im Vorfeld beruhigt und gesagt, Schmerzen aushalten muss hier niemand. Ich denke, dass ist bei jedem unterschiedlich.. ich hab beim Zahnarzt oder auch sonst eigentlich nie Probleme mit Schmerzen... im Krankenhaus nach dieser OP empfand ich die Schmerzen schon verdammt heftig... also immer den Arzt fragen....

Jetzt sind 11 Tage rum und die Schwellung wird von Tag zu Tag besser. Abends wird es immer wieder mehr und durch das Liegen nachts nochmals dicker, aber es wird. Mein Mund ist komplett zugeschnürt mit Gummis. Da ist überhaupt nichts zu machen und so langsam würde ich doch gerne einfach mal wieder wenigstens was Püriertes essen. Zur Zeit gibt es nur ganz flüssiges Zeugs und Wasser. Und ich würde gerne mal wieder richtig Zähne putzen – überall – und den Mund spülen. Habe einen Geschmack im Mund wie ein toter Gaul.... ;-)

Zähne putzen darf ich, solange die Fäden noch drin sind, nur im vorderen Bereich und halt Spülen – klar. Trotzdem habe ich Bedenken, dass das meinen Zähne nicht so wirklich gut tut und sie dadurch irgendwie kaputt gehen könnten oder total vergelben.

Am Montag werden die Fäden gezogen und es sollen neue Gummis eingesetzt werden. Vielleicht kann ich ja dann den Mund wenigstens ein klein wenig Öffnen... ich werde berichten.. :-)

Im Moment würde ich sagen – nein Danke, nie wieder! Aber ich glaube, es ist noch zu kurz nach dem Eingriff und ich werde mir die Frage ernsthaft in ein paar Wochen nochmal stellen.

Vom Aussehen her bin ich schon fasziniert, wenn ich auch oft denke, dass ist irgendwie nicht mein Gesicht. Bei mir war ja das Kinn sehr schräg nach rechts verschoben und zu weit vorne, also sehr markant. Jetzt ist das Kinn genau in der Mitte des Gesichtes und natürlich weiter hinten. Mein Gesicht wirkt irgendwie kleiner... kindlicher... aber die Schwellung ist halt auch noch gut vorhanden und somit muss ich noch ein wenig Geduld haben.....

Manchmal kann ich es noch gar nicht glauben, aber ich bin richig froh, dass jetzt alles vorbei ist!

starsurfer

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Hey Anna/starsurfer

sag mal wie geht es dir den jetzt? Ich habe mit dem Hunger zu kämpfen und auch noch "etwas" schmerzen, aber seit dem ich hier bei meinen Eltern bin schlafe ich besser (6 stunden am stück).

Wie sieht es den mit deiner ernährung aus? Auch nur Suppe Suppe Suppe? ich war ja so "cool" und habe es mit einem softeis bei McDonalds versucht.... ich sag dir! WAS FÜR EIN REINFALL!!!! keine chance!

Am Dienstag Morgen 8 Uhr habe ich meinen Termin zum Fäden ziehen...

bis dann!

LG

SD

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hi anna,

gratuliere zur überstandenen op! schön, dass du's überstanden hast.

lg janet

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So.. auch von mir mal ein Update...

Ich war gestern zum zweiten Mail in der Uni und hatte gehofft, dass ich nach dieser Sitzung den Mund ein klein wenig zumindest öffnen könnte. Dem ist aber leider nicht so... die Gummis wurden wieder neu eingehängt und nichts ist es mit Mund aufmachen. Da bewegt sich nichts..

Der Doc hat mir aber in Ruhe erklärt, dass ja erst drei Wochen um sind und man das alles schonen und ruhigstellen muss, dass alles gut verheilt. Und ich möchte es ja auch auf gar keinen Fall riskieren, dass sich da was verschiebt. Da habe ich dem Doc auch zugestimmt... er war sehr nett und ich verstehe das ja auch... und nach dem ganzen Aufwand und den Schmerzen möchte ich auch kein Risiko eingehen... ABER.. was ich nicht verstehe... es gibt viele hier, die haben den Mund nicht wochenlang zugeschnürt und haben auch Platten drin und es verheilt trotzdem.... könnt ihr mir das erklären??!

Es ist auszuhalten, aber mit verschnürtem Mund ist vieles nicht so einfach.. mal ganz abgesehen von dem Nicht-Essen...

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