Hase1

Die Zahnspangengeschichte von Hase1

Hallo!

Ich bin noch relativ neu hier und habe bisher nur viel gelesen und ein paar kleine Beiträge geschrieben.

Ich heiße Sebastian und bin 32 Jahre alt.

Ich will möglichst bald eine Entscheidung treffen, ob ich eine zweite Behandlung beginne, weil ich mich mit diesem Thema schon seit Herbst 2006 beschäftige, als mein neuer Zahnarzt mich darauf ansprach.

Ich war als Kind / Jugendlicher in KFO-Behandlung.

Eine GNE scheiterte damals leider am Widerstand meiner Mutter, der diese Operation zu riskant war. Daher wurden leider die 4er im Oberkiefer entfernt, um Platz zu schaffen. Meine Unterkieferrücklage wurde damals leider nicht erkannt, weil ich sie damals wie heute sehr gut tarne.

Aktuell habe ich einen Kopfbiß, einen leichten offenen Biß (2 Millimeter) und eine Frontzahnstufe von ca. 12 Millimeter.

Die Folgen sind, daß ich keinen sicheren Biß habe (rutsche nach rechts + links), das Abbeißen nicht immer optimal funktioniert (z. B. Salami) und die Kiefergelenke falsch belastet werden. Ich habe bisher keine Probleme.

Es gibt aktuell zwei Alternativen!

Die erste Alternative ist keine zweite Behandlung zu beginnen und hoffen, daß zukünftig keine Probleme entstehen.

Die zweite Alternative ist eine kombinierte Behandlung, die die folgenden Bestandteile enthalten soll.

1. Oberkiefer um ca. 4 Millimeter verbreitern, wobei meine KFO, die sehr gut ist und sehr viel Erfahrung mit kombinierten Behandlungen von Erwachsenen hat, diese Dehnung kieferorthopädisch durchführen will, weil sie gleichzeitig meine teilweise defekte Spee-Kurve - wahrscheinlich Folge der ersten Behandlung - wieder herstellen will. Die Ausformung der Zahnbögen ist bei mir nur ein geringer Aufwand, weil meine Zahnbögen zum Glück stabil sind - meine Retentionsspangen passen noch, obwohl ich sie seit Jahren nicht mehr benutzt habe - und daher nur der breitere Oberkiefer an den Unterkiefer angepaßt werden muß. Danach wird der Unterkiefer um ca. 8 Millimeter vorverlagert, um die Kiefergelenke zu entlasten. Danach folgt noch die Feineinstellung. Die ganze Behandlung soll ca. 1,5 Jahre dauern.

Ich habe mich bei Doktor K. in B. H. vorgestellt, dieser hat eine Bimax vorgeschlagen, um optisch ein besseres Ergebnis zu erreichen. Ich gehe aber nicht das doppelte Risiko ein, wenn es nur wegen der Optik ist, weil ich mit meiner Optik zufrieden bin und danch nicht völlig anders aussehen will.

Ich frage mich, welche Variante für meinen Körper langfristig gesünder ist.

Risiken ohne zweite Behandlung:

Es können Probleme mit den Kiefergelenken und / oder den Zähnen entstehen, wobei meine KFO das Risiko bei mir für relativ gering hält, weil sich mein Körper sehr gut auf die Situation eingerichtet hat. Die einzige Einschränkung war, daß die Produktion von Zahnersatz - z. B. nach einem Unfall - bei mir sehr aufwändig wäre, weil ich bei Abbeißen eine andere Kieferposition habe als beim Kauen und der Zahnersatz in allen Positionen passen müsste.

Risiken zweite Behandlung:

Narben von der OP oder den OPs (mindestens UK-VV, eventuell GNE, notfalls Bimax)

Eventuell Karies, Wurzelresportionen und taube Stellen im Gesicht.

Ich weiß einfach nicht, wie ich mich entscheiden soll. Kann mir jemand aus dem Forum helfen. Besonders freuen würde ich mich auf Antworten von Usern, die in der Jugend falsch behandelt wurden und eine zweite Behandlung machen oder gemacht haben.

Viele Grüße von einem ratlosen Hase1

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Hallo Sebastian,

das klingt nach einer wirklich schwierigen Entscheidung.

Ich selber war in meiner Jugend in KO-Behandlung, deren Erfolg nicht lange "hielt". Bereits nach 3 Jahren begann die OK-Front sich wieder zu extrudieren.

Lange hatte auch ich damit keine Probleme. Bis vor wenigen Jahren hätte eine Behandlung für mich nur aus opt. Gesichtspunkten einen Sinn gemacht - und die Optik war zwar "bemerkenswert", für mich aber eigentlich OK (zugegeben: ein labiles Gleichgewicht).

In den letzten Jahren waren nicht nur die "Bissprobleme" (bei dir Salami, bei mir Apfel) bemerkbar, sondern auch die Aussprache begann sich zu verschlechtern.

Durch den Tiefbiss war das Zahnfleisch im OK häufig entzündet - die Folge wäre über kurz oder lang ein Verlust der OK-Front.

Ich habe mich aus diesem Grund jetzt vor bald 3 Jahren (mit 39) doch noch für eine Behandlung entschieden, da die prognostizierten Folgen quasi "Realität" wurden eine Behandlung allerdings noch möglich war (Knochensubstanz im OK war noch i. O.).

Ich möchte dir jetzt wirklich keine konkrete Empfehlung geben - das fände ich einfach zu heikel.

Solltest du dich gegen eine sofortige Behandlung entscheiden ist es sehr wichtig wachsam zu sein, um den Zeitpunkt für eine mögliche Behandlung nicht zu verpassen.

Liebe Grüße und viel Mut für die richtige Entscheidung

Bracket

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Hallo Sebastian,

auch ich habe in meiner Jugend 8 Jahre beim KF zugebracht, allerdings wurde auch meine Behandlung abgebrochen. Ich bin nun Ende 30 und habe mich nach 6jähriger Entscheidungszeit zu einer Behandlung entschlossen. Mein Oberkiefer war so eng, das die Frontzähne immer weiter übereinander "gewandert" sind. Außerdem konnte/kann ich durch die Unterkieferrücklage nicht richtig beißen und habe eine Mundatmung. Dadurch habe ich leider häufig Infekte. Bei mir wurde bisher eine GNE durchgeführt und nun steht noch eine UK-VV an bzw. eine Bimax bei Dr.K.. Auch ich möchte nur das medizinisch notwendige, auch wenn eine Bimax empfohlen wird. Die GNE selbst ist sicherlich nicht ein Spaziergang, aber es bleiben keine Narben und man kann es überstehen. Bisher bereue ich meine Entscheidung nicht, denn wer weiß was für weitere Einschränkungen passiert wären (Kieferknacken, Zahnverlust durch mangelnde Stabilität/Gegenbiss....). Nur ich hätte viel früher mit der Behandlung beginnen sollen.

Gruß

LILI

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Hallo Sebastian,

ich hatte ein ähnliches Problem wie Du.

Die kieferorthopädische Behandlung in meiner Kindheit blieb erfolglos, weil meine UK-Rücklage nicht berücksichtigt wurde und so die Zähne auch wieder in die Ausgangsposition wanderten. Ich hatte einen Tiefbiss und eine UK-Rücklage von etwa 10 mm. Ähnlich wie Du habe ich das auch kaschiert, indem ich meinen UK nach vorne schob. Somit war auch ich mit meiner Optik zufrieden. Leider wurden dadurch aber meine Kiefergelenke sehr beansprucht, was zu einer beginnenden Arthrose in den Gelenken und zu Kiefer-, Nacken und Kopfschmerzen geführt hat.

Als mich meine Zahnärztin vor fast 4 Jahren zum KFO schickte und mir dort eröffnet wurde, dass mir ohne OP nicht zu helfen wäre, war ich fix und fertig. Es vergingen noch gut 2 Jahre (in denen ich noch bei zwei weiteren KFOs war), bis ich mich zur Behandlung durchringen konnte. Kurz vor der OP schaute noch ein weiterer KFO auf meine Zähne (er vermaß den Splint, das ist sein Spezialgebiet) und brachte das Thema ein, doch eine Bimax machen zu lassen. Meine KFO und mein Chirurg waren dagegen und ich auch. Ähnlich wie Du wollte ich keine unnötigen Risiken eingehen und wenn Du bisher mit Deinem bisherigen "kaschierten" Überbiss zufrieden bist, so wie ich es war, gibt es auch keinen Grund dafür. Manche KFOs sehen möglicherweise auch immer nur das "perfekte" Gesicht vor sich, aber nicht das individuelle, das man behalten will.

Mittlerweile bin ich operiert worden und in etwa 4-6 Wochen werde ich die Spange wohl los sein. Die Behandlung wird dann nur ein Jahr gedauert haben (anfangs war sogar von 2 Jahren die Rede). Ich für meinen Teil bin froh, die Behandlung gemacht zu haben. Optisch verändert habe ich mich Gott sei Dank nicht wirklich, das war meine größte Angst. Aber es ist jetzt schon alles viel bequemer mit dem richtigen Biss, außerdem muss ich mir um zukünftige Zahnprobleme jetzt weniger Sorgen machen.

Die Entscheidung kann Dir natürlich keiner abnehmen, nur von den eigenen Erfahrungen berichten. Ich hoffe, dass Du für Dich die Richtige triffst.

LG

Tiffany

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Hallo Bracket1965, Lili, Tiffany!

Danke für Eure Antworten!

Bisher habe ich mich (Email-Verkehr außerhalb des Forums) mit pinklady ausgetauscht, die aber erst 18 ist und das Glück hatte schon bei ihrer ersten Behandlung richtig behandelt zu werden.

@Bracket1965 + Lili!

Bedauert Ihr, daß ihr Euch so lange für die Entscheidung Zeit gelassen habt. Meint Ihr, daß es besser wäre, sofort zu starten anstatt abzuwarten, ob Probleme entstehen und erst dann zu reagieren.

@Tiffany

Deine und meine KFO-Geschichte scheinen ähnlich zu sein und auch dein Alter (28, wenn ich es richtig verstanden habe) passt.

Wie sind beim Kauen die Unterschiede zwischen dem Kauen mit ständig vorgeschobenem Unterkiefer und mit Zähnen die richtig zusammen passen. Ich habe diese Situation bisher nicht erlebt und kann es mir nicht vorstellen, daher weiß ich nicht, ob sich der Aufwand für mich persönlich lohnt.

Welchen Sinn haben die Drainagen und die Magensonde?

Viele Grüße von

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Hallo Hase,

1. Magensonde:

Während der Op verlierst Du Blut, was dann aus dem Mundraum in den Magen läuft. Wenn es dort bleibt, verursacht es Übelkeit und Erbrechen. Deshalb wird es während und kurz nach der Op mittels Magensonde abgesaugt.

2. Drainagen:

Hat man bei jeder (größeren) OP. Sie leiten Wundsekrete/Blut aus der Wunde nach außen.

Guckst Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Redon-Drainage - diese Drainage hat sogar ein Kieferchirurg erfunden ;0)

Liebe Grüße, Anna

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Hallo Annawake!

Ich danke Dir für deine schnelle + sehr gute Antwort.

Ich habe mir nochmals die Informationen der Uniklinik Heidelberg durchgelesen, die ich vor einigen Monaten angefordert habe.

Kieferoperationen sind in der Uniklinik Heidelberg auf Wunsch ohne Magensonde und ohne Drainagen möglich.

Es werden die folgenden Entscheidungshilfen gegeben:

Plus Magensonde:

Die Gefahr des Erbrechens, das nach Kieferoperationen problematisch ist, wird reduziert. Notfalls können Flüssigkeit und Nahrung zugeführt werden. Diesen Punkt verstehe ich nicht. Ist es ein Problem, wenn es ein paar Tage keine Nahrung gibt? Meine Oma bekam Flüssigkeit über Infusionen.

Minus Magensonde:

Gefahr von Verletzungen, die leider nicht näher beschrieben sind.

Lage der Magensonde:

Wird die Magensonde durch die Bauchdecke gestochen und hinterläßt eine Narbe oder verläuft sie durch die Nase und die Speiseröhre?

Absaugen von Blut:

Ist das Absaugen von Blut wirklich sinnvoll? Ich glaube, daß sich das Blut mit der Flüssigkeit im Magen vermischt und dann zusammen abgesaugt wird. Denke ich richtig?

Plus Drainagen: Schnellere Wundheilung

Minus Drainagen: Höhere Infektionsgefahr - ich will keine resistenten Krankenhauskeime fangen und größere Beeinträchtigung durch die Schläuche im Mund.

Wie würdest Du bei Magensonde und Drainagen entscheiden?

Kannst Du Dir erklären, warum Kunden nach Kieferoperationen in manchen Kliniken (z. B. Bad Homburg) erst einen Tag auf die Intensivstation müssen und in anderen direkt ins normale Krankenzimmer kommen.

Viele Grüße von

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@Bracket1965 + Lili!

....Bedauert Ihr, daß ihr Euch so lange für die Entscheidung Zeit gelassen habt. Meint Ihr, daß es besser wäre, sofort zu starten anstatt abzuwarten, ob Probleme entstehen und erst dann zu reagieren.

.....

Nein, ich bedaure das nicht. Hätte ich damals mit ca. 20 erneut eine feste Zahnspange bekommen, dann wäre ich nicht in den "Genuss" einer heute doch deutlich verbesserten Technik gekommen.

In den jahren bis Ende 30 hatte ich keine Zeit, kein Geld, wenig Motivation dafür - ich hatte keine "gravierenden" Beschwerden, also: never touch a running system (jede Behandlung bringt ihr Risiko mit)!

Klingt blöd, aber es vergeht kein Tag an dem ich mich nicht wie ein Scheekönig über meine Zahnspange und immer schöner werdenden Zähne freue. Sprich: die Motivation war jetzt so gross, dass ich voller Elan in die Behandlung gegangen bin und es kein Zweifeln über die Richtigkeit dieses Schrittes gab.

Viele Grüße

Bracket

PS: Das mit dem Abbeissen (Apfel) ist jetzt schon echt genial :-)

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Hallo Sebastian,

eigentlich schon, denn je jünger man ist desto besser verkraftet man ch. Eingriffe und die Zähne waren in einem noch besseren Zustand. Andererseits habe ich emotional die Zeit gebraucht, um die Behandlung zu beginnen. Denn es ist eine langwierige Behandlung und man braucht Geduld, Kraft und sehr viel Optimismus- es ist aber alles auszuhalten. Die Entscheidung musst du alleine treffen, da du niemanden dafür verantwortlich machen solltest, wenn es dir mal nicht so gut geht. Von daher möchte ich dir keine Empfehlung geben für wann und überhaupt.

Auch ich hoffe, dass Du für Dich die Richtige triffst.

Schönen Gruß

LILI

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Plus Magensonde:

Die Gefahr des Erbrechens, das nach Kieferoperationen problematisch ist, wird reduziert. Notfalls können Flüssigkeit und Nahrung zugeführt werden. Diesen Punkt verstehe ich nicht. Ist es ein Problem, wenn es ein paar Tage keine Nahrung gibt? Meine Oma bekam Flüssigkeit über Infusionen.

Minus Magensonde:

Gefahr von Verletzungen, die leider nicht näher beschrieben sind.

Verletzungsgefahr:

ich denke, die Verletzungsgefahr und auch die "Unannehmlichkeiten" durch eine Magensonde ist sehr gering. Es sind dünne Plastikschläuche, nicht die dicken, die man z.B. bei einer Magenspiegelung bekommt.

Was passieren kann (auch bei der nasalen Intubation) ist, dass die Sonde beim Legen die Nasenschleimhaut "aufspießt" und verletzt. Wie gefährlich oder unangenehm das ist, kann ich nicht sagen (dazu wissen die Fachleute, z.B. Kathybaby, mehr).

Ernährung:

Kenne ich (aus Berichten) so, dass man Suppen o.ä. in einer großen Spritze bekam und sich das damit in den Mund gespritzt hat (In Pink Ladys Bericht "Bimax unter besonderen Umständen" ist ein nettes Foto). Evtl. wird man in manchen KHs am Anfang auch über die Nasensonde ernährt, das ist sicher komfortabler.

Reine Flüssigkeitsgabe wird nach einer Kiefer-OP wird meiner Meinung nach nicht ausreichen - Du brauchst ja nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Kalorien. Und die nimmt man halt am besten über den Magen-Darm-Trakt zu sich (ist am besten für den Körper, reine intravenöse Ernährung ist unphysiologisch, teuer und bleibt eigentlich schwer kranken Patienten vorbehalten, die anders nicht genug Kalorien zu sich nehmen können).

Lage der Magensonde:

Wird die Magensonde durch die Bauchdecke gestochen und hinterläßt eine Narbe oder verläuft sie durch die Nase und die Speiseröhre?

Absaugen von Blut:

Ist das Absaugen von Blut wirklich sinnvoll? Ich glaube, daß sich das Blut mit der Flüssigkeit im Magen vermischt und dann zusammen abgesaugt wird. Denke ich richtig?

Die Magensonde wird über die Nase gelegt, nicht direkt in den Bauch.

Das Absaugen von Blut ist aus mehreren Gründen sinnvoll:

a) erhöhte Sicherheit: die können sehen, wie viel Blut über die Sonde rausläuft, haben also auch eine bessere Kontrolle, wieviel Du blutest bzw. ob Du nachblutest und Blut in den Magen läuft.

B) ist Blut ein sehr potentes Emetikum und Abführmittel.

Wenn Du Blut schluckst, gerinnt es im Magen durch die Magensäure (mischt sich also nur in kleineren Mengen mit dem normalen Mageninhalt). Sind es größere Mengen auf einmal, wird der Magen gedehnt und Dir wird schlecht. Und mit Splint im Mund erbrechen? Naja, stell ich mir nicht so angenehm vor. Zudem macht Blut in größeren Mengen Durchfall (wenn es nicht vorher wieder erbrochen wird).

Außerdem: Wenn Du erbrichst und noch nicht ganz wach bist, kann es passieren, dass der Mageninhalt in die Lunge läuft, was ziemlich üble Lungenentzündungen (Aspirationspneumonien) verursachen kann.

Das kann zwar auch mit Magensonde passieren, aber das Risiko ist geringer, da der Mageninhalt ja abgesaugt wird.

Deshalb denke ich, dass sie auch in Heidelberg eine Magensonde legen, diese allerdings, wenn Du das willst, am Ende der Narkose wieder entfernen, so dass Du nicht viel davon mitbekommst.

Wie würdest Du bei Magensonde und Drainagen entscheiden?

Kannst Du Dir erklären, warum Kunden nach Kieferoperationen in manchen Kliniken (z. B. Bad Homburg) erst einen Tag auf die Intensivstation müssen und in anderen direkt ins normale Krankenzimmer kommen.

Viele Grüße von

Ich würde mich für Drainagen und Magensonde entscheiden.

Drainagen, weil ich denke, dass dann auch die Schwellung geringer ist - außerdem kenne ich das gar nicht anders, ich wusste nicht, dass man auch darauf verzichten kann.

Magensonde deshalb, weil ich denke, dass sie nicht sooo unangenehm ist (ich finde die Vorstellung vom Erbrechen mit Splint allerdings grundsätzlich viel schlimmer als einen kleinen Schlauch in der Nase) und dass es sicherer ist.

Und er bleibt ja auch nicht ewig drin.

Ich denke, ob jemand am OP-Tag wieder ins Zimmer kommt oder auf die Intensivstation, hängt eher von der OP und auch von der OP-Dauer ab als vom Krankenhaus.

Am Marienhospital (Stuttgart) werden Patienten mit Bimax meines Wissens auch auf der Intensivstation nachüberwacht.

Liebe Grüße, Anna

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Hallo!

Ich danke Euch für Eure Antworten!

@Bracket1965:

Dein Satz "Never touch a running system" löst bei mir aktuell eine weitere Prüfung der Vor- und Nachteile beider Varianten aus. Du hattest einen Indikator (Entzündungen) für den richtigen Zeitpunkt. Ich weiß nicht, wie ich wachsam sein soll, weil es bei mir einen solchen Indikator zum Glück nicht gibt.

@Annawake

Deine Argumente sind sehr gut. Ich werde es daher - wenn ich es überhaupt mache - nur mit Magensonde und Drainagen machen.

Ich kann mich noch daran erinnern, daß ich nach meiner Mandeloperation, die 1987 war, mehrfach erbrochen habe. Ich durfte dann das Krankenhausessen nicht mehr essen, weil meine Mutter meinte, es sei verdorben. Sie brachte mir dann jeden Tag mein Essen beim Besuch mit.

Der richtige Grund war wahrscheinlich das Blut in meinem Magen.

Update:

Es gibt zwei neue Schwierigkeiten!

Ich hatte eine Kieferzyste (hinter 3-8), die leider erst nach mehreren Jahren entdeckt wurde. Die Zyste ist im Jahr 2006 entfernt worden. Der Unterkiefernerv hat sich um die Zyste herum gerettet. Daher ist der Verlauf des Unterkiefernervs bei mir leider assymetrisch, was die Gefahr von Verletzungen des Nervs bei der Unterkiefervorverlagerung deutlich erhöht, weil der Knochen rechts und links symetrisch verlagert werden muß. Hat hier jemand Erfahrung mit assymetrischen Nerven?

Die Situation in meiner Kiefergelenken ist kompliziert.

Die manuelle Funktionsdiagnostik (Testen aller Bewegungen) ist ohne jeden Befund. Alle Bewegungen sind problemlos, vollständig und schmerzfrei möglich.

Das MRT zeigt sehr negative Dinge! Es gibt erste Anzeichen für Arthrose in den Gelenken und alle Bewegungen (Öffen, Schließen, rechts, links) finden im vorgeschobenen Zustand ohne Abstützung in der Gelenkpfanne nur mit Hilfe meiner extrem stark ausgeprägten Muskulatur statt.

Meine KFO (50 % aller Kunden sind über 18 Jahre alt) hat einen solchen extremen Unterschied zwischen Funktion (ohne Befund) und MRT (extrem schlechter Befund) noch nicht erlebt und meinte, daß ich mit diesem MRT-Befund normalerweise ständig Schmerzen haben müßte.

Die einzige, individuelle Erklärung sei, daß mein Körper die Sache extrem gut kompensiert und möglicherweise eine andere als die normale Kiefergelenkposition als Ideal annimmt.

Daher hat sie jetzt als Alternative vorgeschlagen:

OK kieferorthopädisch um 4 mm verbreitern, um Kreuzbiß zu beseitigen.

Beide Kiefer ausformen, damit alle Zähne im vorgeschobenen Zustand einen guten Kontakt mit ihrem Gegenzahn haben und die Vorverlagerung zunächst wegzulassen, weil die Situation in meinen Kiefergelenken so außergewönlich ist, daß kaum eine Prognose möglich ist, ob die jetzige oder die normale Lage für die Kiefergelenke besser ist.

Argumente für diese Variante:

Die Fehlbelastungen der Zähne wären beseitigt und die Vorverlagerung des UK könnte schnell nachgeholt werden, wenn beide Kiefer optimal ausgeformt sind, weil dann die OP sofort möglich ist, wenn irgendwann Probleme mit den Kiefergelenken entstehen sollten.

Sie will jetzt noch mit ihren Kollegen und ihrer ehemaligen Professorin an der Universität sprechen, ob irgendjemand einen ähnlichen Fall kennt und ihr helfen kann. Sie steckt extrem viel Arbeit in diesen Fall, um die optimale Lösung für mich zu finden und hat bisher nur eine einfache Beratung berechnet.

Bei kombinierten Fällen arbeitet Sie nur mit Doktor K. aus B. H. zusammen, obwohl es in der Heidelberger Uniklinik eine KC-Abteilung gibt, weil er ihrer Meinung nach die beste KC-Qualität in Deutschland liefert.

Ich war schon bei Doktor K. in B. H. und habe mich nicht wohl gefühlt, weil ich das Gefühl hatte, daß er mich zu einer Bimax überreden will, obwohl eine Unterkiefervorverlagerung ausreicht und erzählte Ihr von meinen Gefühlen.

Dann hat sie mir gesagt, daß ihre männlichen Kunden beim ersten Besuch bei Doktor K. in B. H. schon öfter Probleme mit der menschlichen Beziehung hatten, danach aber alle sehr zufrieden waren. Bei Frauen habe es noch nie Probleme gegeben.

Ihre ehemaligen Kombi-Kunden treffen sich regelmäßig und helfen ihren aktuellen und neuen Kombi-Kunden. Sie hat mich zum nächsten Treffen eingeladen, damit ich mich von der Qualität von Doktor K. aus B. H. und den Erfolgen ihrer ehemaligen Kombi-Kunden überzeugen kann.

Zusätzlich will sie selbst mit K. aus B. H. reden, um herauszufinden, ob es außer der Ästhetik noch weitere Gründe für seinen Vorschlag (Bimax) gibt.

Sie soll mir jetzt überlegen, ob ich

die Behandlung vollständig machen will oder

nur die Vorbereitungsvariante, die im Notfall eine schnelle OP ermöglicht oder

ob ich verzichte und hoffe, daß nichts passiert, wobei die Produktion von Zahnersatz - z. B. nach einem Unfall - bei mir extrem schwierig bis unmöglich wäre.

Hat hier im Forum jemand Erfahrung mit so außergewöhnlichen Fällen wie mir?

Viele Grüße von Hase 1, der immer noch nicht weiß, wie er sich entscheiden soll.

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Hallo Sebastian,

ich habe nicht so viel Zeit, deshalb gehe ich nur auf einen deiner Punkte ein.

Bei mir wurde auch eine Bimax gemacht, obwohl eigentlich eine UK-Vorverlagerung gereicht hätte. Ich habe dem zugestimmt, weil Dr.K. mir erklärte, dass bei der Verlagerung beider Kiefer die Chance, die Kiefergelenke optimal zu entlasten, größer ist, als wenn nur der UK versetzt wird. Leuchtete mir sofort ein. Ausserdem konnte so meine Nasenatmung deutlich verbessert werden.

Ansonsten klingen unsere Fälle ähnlich. Auch mir wurden in meiner Jugend die 4er gezogen. Wenn es dich interessiert, schau doch mal in meine Berichte...

LG Christina

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Hey Sebastian,

Du hast Recht, unsere Geschichten ähneln sich. Nur war ich wohl ein weniger komplizierter Fall asl Du Armer...

Das Kauen mit den aufeinander passenden Kiefern ist insofern bequemer, als dass es sich einfach "passend" anfühlt. Ich konnte früher nicht mit vorgeschobenem UK kauen - das klappte nur so, wie die Kiefer gewachsen waren. Beim Essen konnte man also den Überbiss am ehesten sehen, was mir natürlich unangenehm war. Ich fühlte mich beim Essen oft beobachtet.

Ich kann zu Deinem Problem mit der Wahl des KFCs nur so viel sagen: auch mir wurde von einer Stimme eine Bimax nahe gelegt, die ich nicht habe machen lassen und die auch nicht notwendig war, wie das Ergebnis nur bestätigt hat. Die OP des Oberkiefers birgt erhebliche Risiken. Und ein weiterer Tipp: such Dir einen KFC, bei dem Du Dich wohl fühlst. Direkt vor der Op hatte ich zumindest das Gefühl, dass man jetzt sein Leben in seine Hände legt und da war es mir schon lieber, dass ich ihn auch mochte.

Wenn Du nach einer Mandel-OP gebrochen hast, würde ich die Magensonde auf jeden Fall nehmen. Ich hatte eine Mandel-OP 2000 und musste nicht brechen, habe auch einen relativ gutmütigen Magen. Auch nach der Kiefer-OP bleib mir das Erbrechen erspart, aber die Magensonde gab mir schon Sicherheit. Ein bisschen Nahrung habe ich auch darüber zu mir genommen, da das aber unangenehm war, habe ich mich bemüht, schnell mit der Schnabeltasse trinken zu lernen.

Alles Gute weiterhin!

Tiffany

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Hallo Christina25 + Tiffany!

Ich danke Euch für Eure Antworten!

@Christina25:

Eine bessere Entlastung der Kiefergelenke ist ein gutes Argument. Bei mir sollte der Oberkiefer um 2 Millimeter nach vorne verlagert und nach hinten leicht gekippt werden, was die folgende Vorteile bringen sollte:

bessere Autorotation des Unterkiefers, um mein markantes Kinn zu verkleinern, was ich nicht will.

größerer Nasabialwinkel (Winkel zwischen Oberlippe und Nase), damit ich jünger aussehe, was ich ebenfalls nicht will, weil ich meistens wesentlich jünger geschätzt werde, als ich bin.

Weitere Argumente waren die Lippenfülle (ich benötige keine Autobahn für Lippenstifte), die Lachlinie und andere ästhetische Punkte.

Zusätzlich sollte die neue OP-Position genauso wie die GNE am Anfang meine Nasenatmung verbessern, die seit der Entfernung meiner Mandeln funktioniert.

@Tiffany

Ich bin kein Armer! Mein Fall ist nicht besonders kompliziert. Es gibt ein paar Punkte, die schwer einschätzbar sind. Daher ist eine gute Planung erforderlich. Eine Bimax kommt für mich nur noch in Frage, wenn es deutliche funktionelle Vorteile gibt. Ich will den Unterkiefer nach der Bad Homburger Methode verlagern lassen, weil sie die Nerven schont, die bei mir wegen der großen Verlagerung stark belastet werden und die Weisheitszähne erhält, was mir wichtig ist, weil mir die 4er fehlen. Doktor K. hat diese Methode erfunden. Daher überlege ich mir, ob ich im eine zweite Chance gebe, weil ich damals nicht mehr besonders aufnahmefähig war, als der die Bimax vorgeschlagen hatte.

Ich wünsche Dir viel Freude mit deinen schönen Zähnen, wenn die Spange in ein paar Wochen raus kommt.

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Na dann ist ja gut! Hatte ich wohl etwas dramatischer aufgefasst.

Dann wünsche ich Dir einen besseren zweiten Anlauf bei Deinem Doc. Hört sich auf jeden Fall gut an mit der nervenschonenden Methode.

Ich freue mich auf meine schönen Zähne :mrgreen: und kann es kaum noch abwarten...

LG

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