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vf1972

Wer-bin-ich-Thread

So: Hallo!

Ich surfe nun auch schon eine Weile durch Euer Forum und möchte nicht einfach quereinsteigen, sondern mich erst einmal vorstellen. Okay, ich bin 33, weiblich, Industriekauffrau, blablabla ;-) ich glaube das Übliche erspare ich Euch.

Ich bin zahnspangentechnisch kein Neuling, ich habe die ganze Prozedur schon zwei Mal hinter mich gebracht, um jetzt gutgelaunt, optimistisch in die dritte Runde zu starten...äh, räusper, glaubt nicht alles was ich schreibe.

Also von Anfang an:

wie bei vielen Kids ging es bei mir auch mit neun oder zehn Jahren los. Augenscheinliches Problem: die oberen Schneidezähne standen zu weit vorne. Ansonsten war aber alles schön in Reih und Glied. Wie damals üblich wurden munter erst einmal vier "bleibende" gezogen. Und dann habe ich nebst Gesichtsbogen und lustig aus dem Mund springenden Gummis nüschts ausgelassen.

Ich war ein Traum von Zahnspangenkind. Ich habe wirklich immer alles gemacht wie mir geheißen wurde, habe sogar die losen Spangen fast ständig getragen. Ich fand es gar nicht so schlimm, da ich eh einen leichten Sprachfehler, ein leichtes Lispeln, habe.

So, irgendwann um die Siebzehn habe ich dann festgestellt, dass sich die unteren Schneidezähne wieder verschieben.

Also wieder ab zum Kfo, wieder eine feste Spange, wieder lose mit den tollsten Konstruktionen. Habt Ihr schon mal eine lose Zahnspange für den OK gesehen, an der ein Metallbügel in den Mundraum hängt, der verhindern soll, dass der Unterkiefer zu weit nach hinten rutscht? Macht das Sprechen ungemein leicht. Aber sogar dieses Biest habe ich artig getragen.

Obligatorisch wurden alle Weisheitszähne gezogen.

Hat man bei der ersten Behandlung eher versucht die oberen Zähne nach hinten zu bringen, sollte bei der zweiten mit viel Druck der Unterkiefer nach vorne.

Zum Ende der Behandlung stellte ich dann mit Schrecken fest, dass die unteren Schneidezähne wackelten....nicht so wie bei Kinder der Milchzahn der bald rausfällt, aber da war halt Spiel drin.

So begannen die Jahre mit Retainer. Zwei KFO schafften es nicht, den Retainer so zu verkleben, dass er nicht nach drei, vier Wochen an irgendeiner Stelle wieder absprang. Und die haben sich echt was einfallen lassen. Offensichtlich war trotz Verdrahtung Bewegung in den Zähnen, so dass der Draht nicht halten konnte.

Ein weiteres Problem trat in den Kiefergelenken auf: Knacken, Schmerzen bis in die Ohren, den Nackenbereich.

Ein Besuch beim Kieferchirugen brachte mir die einleuchtende Erkenntnis, dass durch den wahnwitzigen Versuch meinen Unterkiefer nach vorne zu holen, zum Einen zu viel Druck auf die Schneidezähne gemacht wurde, dadurch wurden die Zahnwurzeln "langgezogen" und geben nicht mehr genug Halt. Zum Anderen wurde im Kiefergelenk Bänder eingeklemmt.

Für die Kiefergelenke gab es mit einer nächtlichen Aufbissschiene Entlastung, so lange bis ich das Ding durch gebissen hatte.

Der Retainer wurde irgendwann einfach weg gelassen.

So, nachdem ich beharrlich mehrere Jahre jeden Zahnarzt gemieden hatte, war im August der Tag an dem die Vernunft siegte. Schmerzen an eigentlich toten und an gefüllten Zähnen sollte man nicht ewig ignorieren.... ;-)

Und wo ich gerade mal da war, haben wir dann auch noch über die unteren Schneidezähne gesprochen, die schon wieder arg auf Wanderschaft waren. Das bekommt dem Zahnfleisch übrigens gar nicht gut: es hat sich zurück gebildet, ist ständig entzündet und bildet so nette kleine Taschen.

Tja, darüber muss man mal mit dem KFO sprechen...als hätte ich's nicht geahnt...der nächste Retainer kommt bestimmt.

Also ab zum Kfo...und ich sitze noch nicht ganz auf dem Stuhl und habe die Abhandlung in zwei Sätzen der letzten Behandlungen noch nicht ganz ausgesprochen, da sagt der zu mir: warum wurden sie noch nicht operiert? BIIIITTEEE? Was meint er?? Flott wurde ein Messgerät angesetzt...das sind ja ca. 11 mm Abstand zwischen oberen und unteren Schneidezähnen....das zahlt die Krankenkasse. SCHLUCK! Und wenn man dann schon dabei ist, kann man auch das Kinn noch unterfüttern! BONG! Okay, mein Profil hat Schwächen...räusper...die lange Nase habe ich von meiner Mutter geerbt....aber bisher konnte ich mit dem zurückliegenden Unterkiefer leben.

Dann die Erklärung: durch das Einsaugen der Unterlippe in den Spalt, übe ich ständig Druck auf die Schneidezähne aus und ziehe sie mir praktisch selber nach innen. Außerdem stehen meine Zähne nicht gescheit aufeinander...was soll's ich kaue doch seit Jahren eh nur auf der einen Seite....und die Kiefergelenke....und...und...und...

Tja, was soll ich sagen: am Mittwoch gibt es die feste Spange, im Sommer 2006 wird operiert.

Nach dem der erste Schock und die Wut über vergangene missratene Behandlungen überwunden waren, setzte das Nachdenken ein:

es gab immer wieder Phasen in meinem Leben, in denen ich mir Mühe gab, den Unterkiefer permanent nach vorne zu schieben.

Und es gab Phasen, in denen ich mir Mühe gab, den Mund immer leicht geöftnet zu halten, weil ich meinte, mein Mund würde dann nicht so traurig wirken.

Dann sind da noch die Schwindelanfälle, für die noch niemand eine echte Begründung gefunden hat. Ich habe immer versichert, dass es immer mit dieser enormen Anspannung im Nacken anfängt....

Und während ich so darüber nachdenke, ziehe ich die Unterlippe in den Spalt und beisse mal wieder viel zu fest, in völlig falscher Verzahnung die Zähne zusammen.....

Gruß Frauke

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Hallo Frauke!

Beim Lesen Deines Berichts habe ich mich an den meisten Stellen sehr gut wiedergefunden. Auch ich habe mehrere kieferorthopädische Behandlung hinter mich gebracht und ähnlich brav alles getragen was mir da so in den Mund "gepflanzt" wurde. Auch die Probleme mit Nackenverspannungen, Kiefergelenksbeschwerden etc. kenne ich zur Genüge.

Dieses krampfhafte Vorziehen des UK und vor allem wie Du schriebst, dass man immer so einen traurigen Mund zieht, obwohl man gar nicht traurig ist. Und man kann ja gar nichts dafür! Mittlerweile liegen zwei OPs und 13Monate Zahnspange hinter mir und ich kann sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Auch wenn noch eine ganz schöne Wegstrecke vor mir liegt (Feineinstellung, Plattenentfernung und Kinnplastik und natürlich anschließende Retention) bin ich guten Mutes das viele meiner Probleme jetzt ein Ende finden oder zumindest deutlich besser werden.

Ich hoffe es macht Dir ein bisschen Mut, dass Du nicht alleine bist!? Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Liebe und Gute für Deine Behandlung und halte uns auf dem Laufenden wie es bei Dir so weitergeht.

Sonnige Grüße

Cat :-)

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Danke Cat!

In Neuss war ich übrigens am Freitag noch und da haben wir beim Eishockey von den Neussern eine Klatsche bekommen... ;-)

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Hey Frauke!

Du bist also noch jemand mit langer kieferorthopädischer Karriere! Ich selbst bin schon halb am verzweifeln, weil die Geschichte bei mir kein Ende zu finden scheint. Ich wünsch dir auch alles Gute für deine Behandlung. Behalt deinen Humor, dann wird das auf jeden Fall!

LG, Linda

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Hi Frauke!

Auch mir kommt das eine oder andere sehr bekannt vor - vor allen Dingen die Schwindelanfälle.... :cry: Waren zeitweise echt schlimm - konnte kaum noch im Bett liegen und bin stellenweise beim Versuch aufzustehen, fast hingefallen...

Ich werde bald operiert - hab eine panische Angst davor aber ich weiß, dass es die einzig wahre Lösung für mich sein wird.

Kopf hoch - wird schon werden!!

Liebe Grüße

Silvia :wink:

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Hallo Frauke,

ja manches aus deinem Bericht kommt mir auch sehr bekannt vor! Als Jugendliche 5 Jahre kieferorthopädische Behandlung , die nicht wirklich was gebracht hat. Von einem Arzt zum anderen gewandert wegen mehreren körperlichen Beschwerden ,von denen ich nie geglaubt habe (und auch kein Arzt) das sie von meinem Kieferproblemen herrühren können.Mein fließendes Kinn hat mich auch nie gestört (jetzt umso mehr) ,meine super lange Nase 8) (habe ich auch von meiner Ma) empfand ich da ehr als störend.Habe mich nie von der Seite fotografieren lassen (wegen der Nase).

Ich habe zwei Aufbissschienen durchgekaut!!! Im Moment würde ich was drum geben wenn ich wieder eine Aufbissschiene hätte,verkrampfe meine Kiefer in letzter Zeit ständig.

Ich wurde immer von Freunden auf mein "mürrisches Gesicht "angesprochen,von wegen lach doch mal usw.Habe das nie verstanden :?: ,ich lache doch......! Vor kurzem meinte meine Freundin das ich viel fröhlicher dreinschauen würde.Kann das sein,habe ich all die Jahre gelacht,und keiner hats bemerkt wegen dem schiefen Kiefer?

Bis jetzt bereue ich meine Entscheidung für die Behandlung nicht,meine Migräne ist seit der GNE weg.Ob auch die anderen Beschwerden wegbleiben bleibt abzuwarten.

Wünsche dir das Du weiterhin gutgelaunt und optimistisch bleibst,sollte mal ein Tief kommen dann bist Du hier im Forum gut aufgehoben!!!

lieben Gruß

Tanja

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@Marco, na das sind hier ja Sitten: kaum bin ich da, werde ich schon wieder abgeschoben... ;-) Aber wo bin ich jetzt, wo ich vorher nicht war? *grübel*

@Tanja ja genau so ist es! Wenn ich die Mundwinkel nicht bis zum Anschlag an die Ohren ziehe, um deutlich ein Lächeln zu simulieren heißt es sofort guck doch nicht so ernst, was hast Du denn?, etc.

@Silvia der Rekord waren 6 Wochen Krankenschein wegen der Schwindelanfälle. Ich bin von einem Arzt zum anderen gerannt und war gedanklich schon kurz vor dem Hirntumor.

Eine große Veränderung in meinem Privatleben hat aber dann schon enorm für Besserung gesorgt. Ich habe offensichtlich nachts meine unbewusste Anspannung auf die Kiefer gelegt und bin dann von Drehschwindelanfällen wachgeworden.

Ein gescheites Kopfkissen bringt übrigens auch Entspannung....

@All Danke für das Mutmachen!

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Hallo Frauke!

6 Wochen Schwindelanfälle - das ist aber heftig!!!!! Ich bin auch von Arzt zu Arzt gerannt und kam mir stellenweise ziemlich bescheuert vor. Ich wurde auch das Gefühl nicht los, dass man mir nicht wirklich geglaubt hat. Schließlich habe ich von meiner Heilpraktikerin Verigo von Heel bekommen. Die Tabletten haben wirklich gut geholfen :lol:

Liebe Grüße

Silvia :wink:

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Hallo Silvia!

Die Dinger heißen Vertigo Heel...Vertigo = Schwindel...*kleinerKlugscheißerbin*...und gehören auch zum Standard meiner Hausapotheke. Außerdem gibt es noch Aquamen und Betahistin...*grübel* oder wie heißen die?

Ich hatte damals nen' ganz schlauen Doc, der die Übelkeit, die durch die Schwindelanfälle entstand, wochenlang mit Vomexinfusionen bekämpft hat.

Na ja, je länger ich Zuhause im wahrsten Sinne des Wortes rumgelungert habe, weil nüschts anderes ging, um so schlimmer wurde es. Bis ich die Faxen dick hatte und trotz Schwindel wieder geritten bin und dann auch wieder arbeiten war. War am Anfang hart, aber je besser ich in die Gänge kam, um so mehr verflüchtigte sich der Schwindel.

So, und wer so schäbige Schwindelanfälle in den Griff bekommt wie wir beide, den kann doch so eine OP nicht abschrecken!! ;-)

Mach Dich nicht verrückt!

Dass die Vögel der Sorge und des Kummers über Deinem Haupte fliegen, kannst Du nicht ändern,

aber dass sie Nester in Deinen Haaren bauen, das kannst Du verhindern. Chinesische Weisheit

Also: lass die Vögel fliegen!!!

Gruß Frauke

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Hi Frauke!

Natürlich heissen die Pillchen Vertigo - hatte nicht bemerkt, dass mir die Tastatur ein T unterschlagen hatte..... Die anderen Produkte kenne ich nicht. Aber ist ja auch egal - wichtig ist, dass der Schwindel weg ist!!!!! :lol:

Liebe Grüße und auf dass die Vögel fliegen....

Silvia :wink:

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