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Utarica

Soll ich in den 40ern noch eine GNE-Brackets-Bimax-Behandlung beginnen?

Hallo zusammen,

ich hatte zu Kindheitszeiten über 10 Jahre lang diverse nächtliche Zahnspangen getragen, bekam die Weisheitszähne mit 18 entfernt - und habe mich mit meinem Engstand im Oberkiefer schon lange abgefunden, meine Zähne haben sich auch entsprechend arrangiert. D.h.: Keine Probleme beim Beißen, aber Engstände, daher gründliche Zahnpflege, professionelle Zahnreinigung, Zahnseide, zahnärztliche Kontrollen - und bisher gab es (nur) einmal vor ca. 2 Jahren Bedarf zu einer Antibiotika-Behandlung wegen Zahnfleischtaschen (4 mm) speziell an den Engstellen hinter schiefen Zähnen im Oberkiefer. Seit vielen Jahren trage ich im Oberkiefer nächtlich eine 'Kinderzahnspange' bzw. eine 'Knirschschiene' um die Zähne zu stabilisieren, was auch klappt, da diese Spangen jeweils jahrelang passen (bis sie kaputt gingen und ersetzt wurden).

Ich habe weder funktionale noch ästhetische Probleme mit meinem zu kleinen Oberkiefer. Nun fingen sich vor ca. 1,5 Jahren die bisher unproblematischen Zähne im Unterkiefer an, vorne gegeneinander zu verdrehen. Daraufhin bekam ich unten einen Klebe-Retainer hinter den Schneidezähnen eingesetzt. Dieser störte mich beim Sprechen, nach wenigen Wochen gingen 3 von 6 Klebestellen nacheinander ab - und da ich zu diesem Zeitpunkt noch 2,5 Wochen Urlaub in Mexiko vor mir hatte, riß ich mir das Ding heraus.

Nächste Idee war, die Zähne im Unterkiefer mit Brackets zu richten und dann per Knirschschiene zu fixieren.

Den entsprechenden Kostenvoranschlag kommentierte die private Krankenkasse so:

Es liegt ein transversal und sagittal unterentwickelter OK mit nahezu zirkulärem Kreuzbiss und ausgeprägtem Platzmangel mit Außenstand des Zahn 23 vor. Weiterhin läßt sich ein frontal offener Biß sowie ausgeprägte dreidimensionale Asymmetrien in beiden Zahnbögen diagnostizieren. Röntgenologisch läßt sich außerdem ein parodontaler Knochenabbau sowie generell verkürzte Zahnwurzeln feststellen. "Eine vollumfängliche KFO-Behandlung bzw. sogar eine KFO/KFC-Kombinationsbehandlung ist dringend medizinisch indiziert".

Seitdem bin ich erstmal geschockt und habe inzwischen lauter abweichende Diagnosen und Behandlungsempfehlungen bekommen. Diese reichen von 'verkürzte Zahnwurzeln' sind auf dem Röntgenbild gar nicht zu erkennen bis zu /alle sind verkürzt/einige sind verkürzt/kein Wunder bei Zahnspangen über Jahrzehnte/die werden jetzt eh nicht mehr länger/deswegen darf eine GNE nicht an den Zähnen ansetzen mit Bändern, sondern muss gleich stationär in den Knochen geschraubt werden. Einige Ärzte raten von der BiMax definitiv ab, würden nur kieferorthopädisch (mit GNE) tun was machbar ist um die Engstellen aufzulösen - der Biss sei jetzt schon nicht ideal und bleibe dann eben nicht ideal, aber anders - andere sagen, die Zahnbögen mit GNE/Brackets korrigieren ohne anschliessende BiMax ist schlimmer als gar nichts tun. Ein weiterer KFC möchte auch den Unterkiefer mit Knochen-Apparatur weiten. Lt. 2 KFC bedeutet 'nichts tun' aber ab sofort 24 Std.-Stabilisierung mit Invisalign, auf keinen Fall nur mit nächtlichen Knirschschienen.

=> Gibt es hier jemanden mit ähnlichen Erfahrungen/Diagnosen?

Zusammenfassend habe ich persönlich eigentlich so gut wie keinen Leidensdruck/Änderungsbedarf, mir würde es reichen alles zu stabilisieren wie es ist und mich auf die Zahn-/-fleischpflege zu konzentrieren. Das größte Gegenargument gegen die Behandlungen sind für mich die Beeinträchtigungen meines beruflichen Alltags als Projektleiterin durch Ausfallzeiten und Sprachbehinderungen.

=> Habt Ihr Empfehlungen für mich, speziell zum Thema verkürzte Zahnwurzeln - dies ist ja wohl auch an sich schon ein Risikofaktor für Brackets-Behandlungen und nicht unbedingt an sich ein eindeutiger Grund, diese Behandlungen durchzuführen? (zur Messung der Zahnwurzeln wird demnächst ein 3D-CT durchgeführt, mein Plan ist Wiedervorlage in 2 Jahren um zu schauen, ob sich die Zahnwurzeln überhaupt noch aktuell verändern - danach wäre ich allerdings dann 45 Jahre alt, macht ein Behandlungsstart dann überhaupt noch Sinn?)

Danke für Tipps, ich wohne übrigens in Frankfurt am Main,

Grüße, Utarica

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Hi Utarica,

bei völlig gesunden Zähnen im Unterkiefer, habe ich nach der Bracketbehandlung auch mit diversen Folgeschäden zu kämpfen.

Eine sehr schonende Behandlung des Engstandes würde ich (falls möglich) emphehlen, falls nicht möglich, ist das Risiko (bishin zu Zahnverlusten) unkalkulierbar und ich würde Abstand nehmen.

Bei angegriffener Zahnsubstanz sehr schwierig....insbesondere auch was die Arztauswahl betrifft.

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Gut, über den Sinn Deiner Behandlung kann ich Dir nichts sagen, dazu kenn ich mich zu wenig aus. Aber andererseits, ich bin auch 43 (und arbeite auch als Projektleiter) und ich hatte bis zu Beginn meiner Behandlung nur einigermaßen geringe funktionelle Einschränkungen bei der Sprache und beim Beißen. Aber diese sind im Lauf der Monate immer schlechter geworden. Und da mir prophezeit wurde, dass dies ohne Behandlung nur noch schlechter werden kann habe ich mich zu einer Behandlung entschlossen. Was sagt denn das Alter schon aus? Wie soll man sich denn als über-40er denn fühlen? Fühlst Du Dich wie 40 oder geht es Dir so wie mir, dass Du Dich doch noch jünger fühlst? Schließlich sind es doch noch ein paar Jahre hin bis zu Rente und ich will meine Original-Beißer gerne so lange wie möglich behalten. Und ich will auch noch in Zukunft gerne vernü+nftig beißen, kauen und lachen können.

Also, bis jetzt hat zumindest für mich die Behandlung nur positive Aspekte gebracht.

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Hallo Kermi,

würdest du denn die OK-, ggfs. sogar UK-Distraktionen mit anschliessenden Brackets ohne BiMax als 'sehr schonende Behandlung' ansehen? Nach meiner Laien-Vorstellung würden die zu kurzen Zahnwurzeln dadurch ja schon strapaziert, egal wie 'schonend' man vorgeht!? Was für Folgeschäden hast du denn durch die Bracketsbehandlung an den ehemals gesunden Zähnen unten?

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Hallo tomtom,

hattest du denn über die Alternative nachgedacht/kam es bei deiner Situation überhaupt in Frage, den Ist-Zustand 'einfach nur' dauerhaft zu stabilisieren, z.B. mit nächtlichen losen Spangen/Schienen um der Verschlechterung des Bisses/Sprache vorzubeugen?

Und: Klar will ich meine Zähne so lange wie möglich erhalten, deswegen frage ich mich ja gerade ob die ganze Behandlungsaktion bei sowieso schon eher kurzen Zahnwurzeln eigentlich mehr schaden als nützen könnte. Über den Altersaspekt denke ich nach, weil ich jetzt halt leider sowieso schon von den vorgeschädigten Zähnen als Ausgangslage ausgehen muss - und das wird durch 2 Jahre abwarten zur Messung der evt. Verschlechterung ja nicht besser.

Noch eine Frage habe ich speziell an dich mit gleichem Job: Wie stark bist/warst du denn bisher durch Distraktoren/Brackets behindert? Ich denke an Meetings-Moderationen/Präsentationen usw.?

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Klar hab eich über Alternativen nachgedacht. Aber das Hauptproblem ist, dass meine Zunge zu wenig Platz im Kiefer hat und deshalb die Zähne verschoben hat. Man hätte diese zwar wieder zurückschieben können, aber das hätte nur die Symptome beseitigt und nicht das Problem. Die Alternative wäre eine Zungenverkleinerung gewesen, aber das will ich mir auf gar keinem Fall antun. Weiterhin habe ich auch noch eine Schlafapnoe (wahrscheinlich auch verstärkt durch den zu geringen Platz für die Zunge) und brauche in der Nacht ein Beatmungsgerät und diese wird durch die Kieferverlagerung auch gebessert. Laut meinem KC stehen die Chancen sehr gut, dass ich wieder ohne dieses Gerät schlafen kann. Das alles ist mir die Behandlung wert.

Ansonsten habe ich bisher nur geringen Einschränkungen bei den Meetings gehabt. Nur jetzt nach 8 Monaten Behandlungszeit merke ich, dass meine Sprache immer schlechter wird, weil der Platz für die Zunge immer weniger wird (die oberen Schneidezähne werden weiter nach innen gezogen, damit der Oberkiefer bei der OP noch weiter nach vorne gebracht werden kann). Es ist halt etwas anstrengend, klar und deutlich zu sprechen. Andererseits musst Du mal darauf achten, wie viele Leute auch undeutlich reden, ohne eine solche Behandlung durchzumachen. Und auch meine Ausfallzeit nach der OP ist schon geregelt, da ich schon rechtzeitig genug den Termin kommuniziert habe und bereits jetzt schon meine Stellvertreter einarbeite. Und ich habe auch gleich mal 6 Wochen einkalkuliert, wenn es weniger sein sollten, dann um so besser für die Firma. Es geht alles und über Zeit- und Ressourcenplanung brauche ich Dir ja nichts erzählen. Denn auch in diesem Job gilt doch hauptsächlich immer noch zum Glück der Mensch.

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Hallo,

ich weis von einigen Leuten, die auch mitte 40 noch eine Spange getragen haben.

Ich hab das ganze mit 32 noch angefangen.

Such dir einen guten KFO, umhören, besuchen, nicht dem erstbesten vertrauen und auch einen guten KFC suchen (Namen gibt es ja hier im Forum genügend).

Mit Mitte 45 hast DU normalerweise noch min. 25-30 oder mehr Jahre vor Dir. Also von daher lohnt sich das mit Sicherheit noch.

Mein KFC meinte vor 2 Jahren, das die Medizintechnik heute viel weiter wäre als vor 10 Jahren, und es von daher nicht so schlimm wäre es erst heute noch zu machen.

Wenn Du Dir nächste Woche aus irgendeinen Grund den Kiefer brechen würdest hättest Du ja auch mit einigen der Probleme zu kämpfen.

Nach der Behandlung wird es imho deine Lebensqualität erhöhen und wohl froh sein, das gemacht zu haben... und die PKV würde nicht schreiben, das es angebracht wäre, wenn Sie es nicht als wichtig erachten würde. Schliesslich kostet diese Behandlung sie was in der Kategorie von 10-15K Euro....

Viel Erfolg.

Gruss

Michael

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Hallo,

das hört sich alles in allem nach einer sehr schwierigen Entscheidungsfindung an. Zu den Behandlungsmethoden(-szenarien) kann ich dir konkret nicht weiterhelfen.

Was mir in deinem Beitrag "fehlt" (vielleicht hab' ich's einfach überlesen) ist das Szenario "Was-passiert-wenn-nicht-behandelt-wird".

Ich meine vielleicht ist es u. U. ökonomischer/einfacher jetzt das volle Programm zu wählen (in Anbetracht aller Risikon) als vielleicht in einigen Jahren das Gebiss mit Knochenaufbau und Implantaten komplett zu sanieren (mal vereinfacht und aus Laiensicht gesprochen).

Das war für mich damals ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidungsfindung.

Was das Berufliche betrifft, da spielt meiner Erfahrung nach nur der Zeitfaktor eine Rolle (Ausfallzeiten bei einer evtl. OP). Allerdings beträgt der zeitliche Aufwand p.m. nach der "Anschubphase" ca. 2 - 3 Stunden - die bekomme ich immer irgendwie unter.

Ich selber bin 42 und war mit meiner festen Zahnspange überall. Nach 26 Monaten lehrt die Erfahrung, dass es eh niemand registriert - so ist das auch bei Meetings und Präsentationen nie ein Thema. Meine Aussprache hat sich tendenziell im Laufe der Behandlung trotz Spange absolut verbessert.

Trotz hohem Alter sitzen meine Zähne noch bombenfest, das Zahnfleisch ist absolut i.O und was man so sieht sind auch die Zähne selber noch heil.

Bei mir war die Ausgangssituation denke ich nicht ganz so schwierig. Allerdings habe ich mich gegen eine OP entschieden, da die jetzt angestrebte 90%-Lösung offensichtlich auch den gewünschte nachhaltigen Erfolg bringen wird.

Liebe Grüße

Bracket

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Hallo,

ja, die Beobachtung ist richtig, eine konkrete Prognose zur Frage "Was passiert, wenn jetzt nicht behandelt wird" - im Sinne von "Welche Schäden treten dann auf/sind mit welchen Konsequenzen zu behandeln?" habe ich bisher keinerlei konkrete Prognosen oder Schilderungen entsprechener Fallbeispiele erhalten.

Es bestehe eben die Gefahr von Parodontose als Folge von erschwerter Mundhygiene durch die Engstellen. Ansonsten seien die Zahnwurzeln im Ist-Zustand schon verkürzt. Ob dies allerdings angeboren ist oder eine Folge früherer langjähriger Zahnspangenbehandlungen ist - und ob es durch den bestehenden Fehlbiß laufend schlimmer werden wird oder ohne grosse Behandlung jetzt einfach bleibt wie es ist, darüber habe ich keine Aussagen. Der KFC von der Uniklinik fand es eine gute Idee, durch ein 3D-CT jetzt und ein Vergleichs-CT in 2 Jahren objektiv festzustellen ob es sich um einen akuten Verschlechterungsprozess handelt. Die Konsequenz der verkürzten Zahnwurzeln ist letztlich sicherlich Zähne-Ausfallen. Da bin ich allerdings wieder bei meiner Weltsicht, dass viele Gleichaltrige sowieso schon aus diversen Ursachen ein oder zwei Implantate im Mund tragen !?

Was heißt eigentlich "Fehlbiß" im täglichen Erleben? [=> s. neues Thema hierzu.]

Reichen nächtliche Knirschschienen als Plan B [=> s. neues Thema hierzu.]

Danke für weitere Infos, bin immer noch unentschieden, Grüße, Utarica

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Hallo Utarica,

bin 45 und habe im Februar mit der Behandlung begonnen, nach jahrelangem Hin und Her- Überlegen. Allerdings das Ganze ohne OP in Aussicht.

Durchgerungen habe ich mich letztendlich dadurch, dass mir die Aussichten auf frühe, teure Implantate mit Knochenaufbau ganz und gar nicht gefiel.

Ich habe einen Kreuzbiss, Tiefbiss, diverse Engstände, auch mit extremen 23er, Lücken und gedrehte Zähne. Ich persönlich hatte eigentlich beim Kauen keine Probleme, auch die Sprache war o.k. Es knackte halt im Kiefer.

Der Zahnarzt sagte mir dann vor einigen Jahren, dass sich mein Knochen (im Röntgen sichtbar) langsam durch den Fehlbiss abbauen würde, was früher oder später wohl zum Zahnverlust führen würde. ( Allerdings kenne ich viele alte Herrschaften, die mit ähnlichem Gebiss noch viele Zähne haben). Da aber meine Mutter mit 50 eine Vollprothese hatte, habe ich mich zu diesem Schritt entschlossen. Allerdings war bei mir von verkürzten Wurzeln nie die Rede. Da hätte ich auch so meine Bedenken. Und über die Möglichkeit, den Status mit Schienen zu halten, habe ich noch nie was gehört.

Die ersten 3 Monate war ich so abgenervt, dass ich es oft bereut habe. So langsam habe ich mich adaptiert an die Situation, empfinde die ganze Sache aber nach wie vor als sehr lästig. Gerade die Esserei ist oft kein Spaß, da schon wochenlang die Backenzähne nicht mehr richtig aufeinander stehen, und somit das Zerkleinern gewisser Sachen fast nicht möglich ist. Außerdem hängt ewig alles immer in den Bändern (Metallband um die Backenzähne).

Also du siehst, auch für mich war es sehr schwer eine Entscheidung zu treffen. Wahrscheinlich bin ich ja hinterher heilfroh. Davon gehe ich jetzt mal aus.

Viele grüße, Lilly

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