manja

Zahnspange bei Milchzähnen sinnvoll?

Mein Sohn ist 5 Jahre und sein Zahnarzt ist der Meinung, er benötige für ca. 3 Monate eine Zahnspange. Grund dafür ist, dass 2 Zähne (rechter oberer äußerer Schneidezahn und danebenliegender Eckzahn) als einzige leicht hinter den unteren stehen. Auf der linken Seite ist der Zahnstand ganz normal. Der Zahnarzt sagt, dass es nicht viel ausmacht, nur eine Kleinigkeit und dass er nicht weiß, ob die Krankenkasse das bezahlt. Diese Aussage hat mich ehrlich gesagt stutzig gemacht. Deshalb wollte ich gern fragen, ob bei einem so leichten (mein Eindruck, kann mich da als Laie natürlich täuschen) Befund eine Zahnspange sein muss.

Zur Erklärung: Mein Sohn ist insgesamt recht ängstlich und gerade mit dem Thema Zahnarzt haben wir bei der vorherigen Zahnärztin schlechte Erfahrungen gemacht (sie hat sich ihm gegenüber recht ungeschickt geäußert und ihm dadurch große Angst gemacht). Nun arbeiten wir daran, dass seine Angst weniger wird und da hinterfrage ich etwas, ob die Zahnspangenbehandlung nötig ist.

In der Anamnese des Krankenkassenantrages steht:

"Schluckfehlfunktion, Kreuzbiss, Vorbehandlung durch Einschleifen (Eliminierung) der Zwangsführung bereits erfolgt"

zur Therapie steht:

"Einstellen im Regelbiss, myofunktionelle Co-Therapie erforderlich"

Ist bei einer solchen Fehlstellung eine Schluckfehlfunktion möglich, die wir nicht bemerken und die eine myofunktionelle Therapie benötigt? Der Zahnarzt sprach noch nie von irgendwelchen Fehlfunktionen beim Schlucken oder der Zunge. Nach meinem Empfinden hat unser Sohn absolut keine Schwierigkeiten beim Schlucken (bin natürlich ein Laie).

Was ist unter "Einschleifen (Eliminierung)" gemeint? Diese wurde mal als Möglichkeit benannt, aber nie (!) durchgeführt. Meine Skepsis habe ich ja bereits beschrieben.

Hier ein Foto, damit Sie sich einen optischen Eindruck machen können:

medium.jpg

Ich wäre dankbar für eine Antwort.

Manja

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Hallo manja,

also erstmal herzlich willkommen in diesem Forum.

Ich bin, wie die meisten hier absoluter Laie, nur habe ich schon oft mitbekommen, das man auch schon Milchzahngebisse mit einer Zahnspange korrigiert. Ein Kreuzbiss ( besitze ich im moment auch noch und bin auch nur deshalb in KFO Behandlung ) ist nicht so ohne und wird eigentlich soweit ich weiss bei Kindern immer von der KK bezahlt.

Bei einem Kreuzbiss kommt es meist zu einer sogenannten Zwangsbissführung, d.h. durch den Kreuzbiss hat man keine "normale" Oklussion und führt die Zähne beim zusammenbeissen zwanghaft in eine für den Kreuzbiss bessere Bisssituation, was für das Kiefergelenk und die umliegenden Zähne nicht immer so von Vorteil. Man kann versuchen diese Zwangsbissführung durch spezielles einschleifen der anderen Zähne etwas zu korrigieren, hilft in der Regel aber nicht viel.

Aus meiner eigenen Erfahrung herraus weiß ich nun, das man mit einem Kreuzbiss nicht unbedingt glücklich wird und das nun einmal irgendwann behandelt werden muss und man am besten nicht wie in meinem Fall bis 27 warten sollte, denn bei mir wurde ein Zahn schon so durch die falsche Belastung kaputt gekaut, das er nun überkront werden musste und meine Kiefergelengsprobleme ( Zähne knirschen, falsche Kiefergelekslage,u.s.w. ) sind auch nicht grad ohne. Natürlich verstehe ich auch deine Argumente, die Angst vorm Zahnarzt sollte man gerade bei Kindern nicht unterschätzen.

Abschliessend: ob man den Kreuzbiss jetzt schon im Milchzahngebiss behandeln sollte, kann ich dir nicht sagen, nur ein Kreuzbiss sollte schon überstellt werden, denke aber das man u.U. damit auch noch warten kann, bis die bleibenden Zähne kommen.

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Bei einem Kreuzbiss ist eine Behandlung im Kleinkindalter sehr sinnvoll. Diese erfolgt sinnvollerweise ausschließlich mit herausnehmbaren Apparaturen. Vorsicht ist geboten, wenn der KFO einem Kleinkind Brackets kleben will.

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Hallo manja,

in deinem Posting schreibst du, dass euer Zahnarzt die Diagnose gestellt hat. Ich würde in jedem Falle (mindestens) noch einen (besser: zwei oder mehrere) Kieferorthopäden aufsuchen und dessen (deren) Meinung anhören. DieseR kann (können) dir möglicherweise auch eher sagen, ob die gesetzliche Krankenkasse die Kosten für diese frühe Behandlung übernehmen würde oder nicht.

Ich gehe davon aus, dass du in Deutschland (nicht in Österreich oder in der Schweiz) wohnst. Dann dürften nach meinem Verständnis für die Behandlung deines Sohnes die folgenden Richtlinien in Betracht kommen:

Richtlinien des Gemeinsamer Bundesausschusses gemäß § 91 Abs. 6 SGB V für die vertragszahnärztliche Versorgung (Stand: Januar 2008 ):

http://www.kzbv.de/rechtsgrund/Richtlinien_20080101.pdf

Hier insbesondere die Passage auf Seite 80:

8. Kieferorthopädische Maßnahmen vor Beginn der 2. Phase des Zahnwechsels (spätes Wechselgebiss) sind im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung in folgenden Ausnahmefällen angezeigt:

a) Beseitigung von Habits bei einem habituellen Distalbiss mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5 oder bei einem habituell offenen Biss mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 4,

B) Offenhalten von Lücken infolge vorzeitigem Milchzahnverlusts,

c) Frühbehandlung eines Distalbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad D 5, eines lateralen Kreuz- oder Zwangsbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad K 3 oder K 4, sofern dieser durch präventive Maßnahmen (Einschleifen) nicht zu korrigieren ist, einer Bukkalokklusion (Nonokklusion) permanenter Zähne mit dem Behandlungsbedarfsgrad B 4, eines progenen Zwangsbisses/frontalen Kreuzbisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder die Behandlung zum Öffnen von Lücken mit dem Behandlungsbedarfsgrad P 3. Die Frühbehandlung soll nicht vor dem 4. Lebensjahr begonnen werden und innerhalb von sechs Kalenderquartalen abgeschlossen werden.

d) Frühe Behandlung einer Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte oder anderer kraniofacialer Anomalien, eines skelettal-offenen Bisses mit dem Behandlungsbedarfsgrad O 5, einer Progenie mit dem Behandlungsbedarfsgrad M 4 oder M 5 oder von verletzungsbedingten Kieferfehlstellungen. Die Maßnahmen nach den Nummern 8 c und d beinhalten den Einsatz individuell gefertigter Behandlungsgeräte.

Ich würde die Passage c) dahingehend interpretieren, dass eine vertragszahnärztliche Versorgung (d. h. eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse) in Frage kommt, wenn der seitliche Kreuzbiss deines Sohnes nicht allein durch Einschleifmaßnahmen zu beheben ist. Das Einschleifen hat - sofern ich es richtig verstehe - bei deinem Sohn schon stattgefunden und zu einem nicht ausreichenden Ergebnis geführt. Demnach müsste die GKV Behandlung (Zahnspange etc.) doch eigentlich bezahlen. Vielleicht kann sich dazu noch einer der KFOs hier im Forum äußern.

Zu den o. g. Behandlungsbedarfsgrad K3 Oder K4 (KIG = Kieferorthopädische Indikationsgruppen) siehe hier:

http://www.kfo-online.de/21/gkv_g.html

Zu den Ausnahmen bezüglich Frühbehandlung im Milch- und frühen Wechselgebiss weitere Informationen:

http://www.kfo-online.de/21/gkv_ga.html

Ob aus medizinischer Sicht eine frühe Behandlung des frontalen oder seitlichen Kreuzbisses im Milchzahngebiss notwendig/sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen.

Viele Grüße,

Mobymoon

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Hi Manja!

Eine Schluckfehlfunktion kann zu einer weiteren Verschlimmerung der Zahnfehlstellung führen. Es geht dabei darum, dass die Zunge beim Schlucken nicht an der richtigen Stelle liegt und die Schneidezähne nach vorne drückt. Das merkt man normalerweise nicht sofort, hat aber auf Dauer (man schluckt ja ziemlich oft in seinem Leben ;-)) eben Auswirkungen aufs Gebiss.

Um das falsche Schluckmuster loszuwerden braucht er aber möglicherweise gar keine Zahnspange. Er muss dafür zum Logopäden, der mit ihm lustige (zumindest kannst du versuchen, es ihm so zu verkaufen) Sprechspiele macht.

Wenn bei deinem Sohn ein falsches Schluckmuster vermutet wird, würde ich an deiner Stelle mal einfach zu einem Logopäden gehen und das ganze dort (beim Spezialisten) abklären lassen. Dann kann auch unabhängig von der Zahnspange daran gearbeitet werden.

LiGrü

igel

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Das Einschleifen hat - sofern ich es richtig verstehe - bei deinem Sohn schon stattgefunden und zu einem nicht ausreichenden Ergebnis geführt.

Nein, das steht zwar im Antrag, wurde aber noch nicht gemacht. Der Zahnarzt sprach mal von der Möglichkeit des Einschleifens, hat es aber nicht durchgeführt, aber TROTZDEM im Antrag vermerkt, dass es bereits erfolgt sei.

Irgendwie sehr verwunderlich. Der Zahnarzt hat auch weder Röntgenaufnahmen noch einen Abdruck gemacht. Erst jetzt, als der Gutachter darauf bestand, wollte er dringend noch einen Abdruck machen. Alles etwas dubios und ich will nicht, dass hier mit meinem überaus ängstlichen Kind unnötige Dinge gemacht werden. Deshalb meine Unsicherheit.

manja

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ist ne 2. meinung!

ich würde unbedingt eine 2. meinung einholen. du scheinst dem kfo ja jetzt schon nicht wirklich zu vertrauen - also lass mal wen andren nen blick drauf werfen!

es mag ja sein, dass die zahnspange sinnvoll ist - aber wenn du deinem/eurem kfo nicht wirklich uneingeschränkt vertraust ... ist ein weiterer beratungsbesuch fällig - mag ja sein der das alles genauso bestätigt und du hast dann gewissheit!

lg

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es war ein ganz normaler zahnarzt, gar kein kfo und richtig, diesem zahnarzt trau ich im moment nicht so recht, weil er mit uns rein gar nicht über diese sache spricht und die äußrungen im antrag dem widersprechen, was er tatsächlich gemacht hat in der bisherigen behandlung.

danke für die antworten.

manja

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Auch wenn es ein uralt Beitrag ist.

 

Einschleifen ist sinnvoll und notwendig um die Mittellinienverschiebung aufzuheben. Das kann ausreichen damit sich das normal auswächst. Sollte aber beobachtet werden und notfalls mt einer einfachen Spange unterstützt werden.

 

Für den mitlesenden Gast

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