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stoeoe

so erging es mir...

Das Gefühl ist irgendwie komisch, man geht fit und fröhlich ins Krankenhaus um dann erst mal ein paar Wochen auszufallen…. Aber es ist überstanden und deswegen hier mein Bericht, denn ich habe es überlebt (so wie bis jetzt alle hier ??? und das sollte euch die Angst nehmen!!)

Eigentlich ging es schon ein paar Tage vor der OP los, es wurde für die Operation ein Splint angefertigt, den ich zwar selbst bezahlen musste, als Student wirklich eine Investition in die Zukunft ;-) Aber ich bin sehr froh mich für ihn und gegen eine Verdrahtung entschieden zu haben! Ich hatte starke Angst davor zu viele Kilos abzunehmen, hatte Angst davor nie wieder richtig mit dem Essen anzufangen. Leider sieht meine Krankenkasse nicht so, aber das ist eine andere Geschichte.

Also es ging los, in Göttingen bei einer sehr freundlichen Kieferorthopädin musste ich dann Abdrücke machen lassen, nach denen zwei Splinte angefertigt wurden, einer ist für vor der Operation und einer Post-Op, der hier noch neben mir liegt. Dieses Anfertigen ist eine langwidrige Sachen, hat sicher insgesamt auf mehrere Termine sieben Stunden gedauert, aber er muss nun mal ganz genau passen und so hieß es Mund auf, vorsichtig zu und wieder auf, zu, nochmal auf, wieder zu und so weiter.

Als der Splint dann fertig war dauerte es auch nicht mehr lange und die OP stand vor der Tür, ich hatte durch Umzugsstress sehr viel um die Ohren und am Ende konnte ich gar nicht lang überlegen und es ging ins Krankenhaus. Ich bin also Dienstagabend aus meiner Wohnung gefallen um dann Mittwoch schon ins Krankenhaus zu fahren. Ein super Timing denn so konnte ich mir keine Sorgen machen, die wirkliche Angst und die Realisierung des Ganzen ereiltee mich dann am Mittwoch, im Zug auf dem Weg nach Hannover wurde mir schon immer mehr klar, aber als ich dann in meinem geräumigen 4-Bett-Zimmer saß, wurde mir einiges klar und ich vergoss die eine oder andere Träne. Da war sie nun die Nacht vor der Operation, mit Thrombosespritze (ich werde sie nie mögen) und einer schnarchenden Omi, die auch meine anderen beiden Bettnachbarn wirklich zur Verzweiflung brachte, keine Schlaftablette half, nichts! Am nächsten Morgen ist sie dann aufgewacht und hat gesagt: „Es war eine so schön ruhige Nacht“ , zu der Zeit tigerte ich schon auf den Gängen auf und ab um wenigstens fünf Minuten meine Ruhe zu haben. Die Nachtschwestern, wie wirklich alle auf Station vier, hatten das Problem schon nachts erkannt und boten mir an, mich in ein anderes Zimmer zu verlegen. Ein Zweibettzimmer und kein Bettnachbar, das war mal ruhig! Juppi! Ich hatte mal wieder nur den Umzug (dieses Mal von einem Zimmer ins andere im Kopf), da kamen sie schon, sie sind noch gar nicht umgezogen? Die Stunde hatte geschlagen, schnell noch die LMAA-Tablette und es ging los, Thrombosestrümpfe an und aufi mit Geschrei!

Der Weg in den OP war eigenartig, die Gesichter die am Rand sitzen und sich wundern was sie wohl mit dir anstellen und du hockst auf deinem Bett und würdest gerne tauschen, du würdest gerne alles, nur nicht in diesen Raum, das war nicht schön. Aber da grinste mich eine nette Narkoseärztin an und wir erzählten kurz über ihr Studium in den Staaten, über mein Studium und dann wurde noch das Chirurgengespann geholt, ich wurde von zwei Ärzten operiert, beide sehr lustig und sie haben mir durch ihre Art auch noch ein wenig Angst genommen.

Dann ging alles ganz schnell, oder auch nicht, um 11Uhr ging es in den Op und 19 Uhr bin ich wieder im Aufwachraum aufgewacht, mir tat nichts weh, doch reden wär schon cool gewesen. ;-) Dann erkannte ich irgendwann eine Schwester wieder, sie fuhr mich im Express in den Raum der Stille, gleich gegenüber des Schwesternzimmers, da habe ich auch die Nacht verbracht, dort konnten sie mich besser überwachen und waren schneller am Geschehen als in meinem Zimmer. Nachts ging es mir gut, ich konnte trinken, wirklich schön, wenn man Durst hat!! Leider machte mir mein Bein zu schaffen, mir wurde aus dem Beckenkamm ein Stück Knochen abgehobelt und dies wurde mir dann als Kinnplastik eingesetzt. Das Bein wollte net einschlafen, tat immer so eigenartig weh.

Irgendwann schlief ich dann, natürlich vorher noch schnell ein Foto gemacht, meine Lippen waren größer als die von Tatjana Ohoven, holla!

Dann lebte es sich immer so dahin, kühlen, Schmerzen im Bein, einen Blasenkatheter, einen Blutablauf aus dem Beckenkamm (der machte besonders meinem Magen zu schaffen, das zu sehen, unglaublich ekelig! ), trinken (Brühe, Saft, Wasser, Haferschleimsuppe aus Wasser hergestellt (wer hat sowas erfunden), Spargelcremesuppe).

Das Bein machte mir immer noch zu schaffen, hatte ich eine bequeme Position gefunden, dann meckerte es mit mir. „Komm‘ leg dich anders hin, ich mach dir sonst ganz gewaltige Schmerzen.“ War das Bein zufrieden, dann meldete sich der Rücken. Und so ging das hin und her, ab und zu Besuch, immer schön kühlen… Die Schmerze im Bein entstanden durch den „Blutschlauch“, den ich dort hatte, er drückte immer auf den Nerv und auf mein Gemüt!!!

Dann musste der Splint raus, ich hatte mich verschluckt, in diesem Moment wusste ich wofür ich das Geld ausgegeben hatte! Die Gummis mit denen der Splint befestigt wurde, wurden durchgeschnitten und er kam heraus, durchatmen, endlich! Er wurde mir dann später vom Arzt wieder eingesetzt, ging ziemlich gut. Wie wär das nur bei einer Verdrahtung vonstatten gegangen?

Der Blasenkatheter kam weg, tat nicht weh, keine Angst!

Der zweite Tag danach war der schlimmste, das Trinken kam nicht durch den Strohhalm, bis zur Kante und es ging nicht rum, ich schrieb nur noch Zettel: „Ich habe solchen Durst!!“ Ich sollte es immer probieren und irgendwann, ich war wirklich verzweifelt kam eine Schwester und gab mir den Tipp den Strohhalm doch an die Seite zu nehmen! Wunderbar, es ging, Flüssigkeit in meinem Mund, endlich, ich war so froh, es dauerte nicht lange und alle Gläser die sich so angesammelt hatten waren geleert. Leider ging das dann wieder meinem Magen zu schnell und es kam alles wieder raus, da war gerade der Arzt da, aber naja, in so einem Moment ist man nicht peinlich berührt, ich habe endlich etwas getrunken, der Rest war mir wirklich egal. Gleich noch den Splint kontrolliert und umgezogen.

Das Blutdingens kam raus… :-(

So ging es dann die nächsten Tage, aber nicht das ich lange im Krankenhaus war, ich wurde am Donnerstag den 21.August operiert und am Montag früh schon wieder entlassen. Ich hatte extra ein Schild gemalt: „Darf ich heute nach Hause, ich würde so gern Nudeln essen!“ Der Wille hat es gemacht und ich wurde entlassen, keiner konnte es glauben, aber ich war draußen, den Splint konnte ich alleine raus und rein machen, das Bein muckte zwar immer mal, aber egal, und mein Mund war noch taub, aber ich konnte nach Hause, eine Stunde Autofahrt war okay, ich fühlte mich toll.

Es war nicht so schlimm wie erwartet, ich hätte am Samstag nie geglaubt am Montag wieder zu Hause zu sein, ich bin dann zu meinem Freund gefahren, der seinen Augen nicht traute! Alles ging noch ein wenig langsam und eine Treppe dauerte schon ein wenig. Nach jedem Essen habe ich immer fein meinen Splint geputzt, die Zähne und dann ging das Leben so weiter.

Fazit: Alles wird gut! Vier Wochen nach der OP lag ich schon im Urlaub, konnte zwar noch nicht immer richtig zubeißen, aber das entwickelt sich! Heute, fast sieben Wochen danach, kann ich alles Essen. Leider ist ein Teil meines Kindes noch taub und mein Oberschenkel auch. Aber das wird schon, keine Gedanken machen! Dann klappt das irgendwie! :-)

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Hey,

herzlichen Glückwunsch zur überstandenen OP. Das mit dem Beckenkamm hört sich wirklich sehr schmerzhaft an. Aber es scheint, als hättest Du es ja doch gut überstanden. Schon erstaunlich, wie leidensfähig der menschliche Körper ist. :-)

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merkwürdig.. mir haben sie auch knochen aus dem becken entnommen, aber ich habe nur ein pflaster erhalten und damit hatte es sich.. ich habe einen ziemlich langen schnitt, 3 cm sinds sicher, aber schmerzen hatte ich keine. nur wenn ich extrem verdreht dort lag, spührte ich es überhaupt. aber probleme hatte ich gar keine. im kinn bin ich auch tab, aber bei mir ist die op auch erst 2 wochen her..

freut mich zu hören, dass es besser wird, ich bin momentan etwas mutlos. denn ich habe keine kraft um wirklich viel zu tun, meist liege ich nur rum und das beschäftgigt mich recht. lieber würde ich etwas intelligentes tun, aber meine kräfte reichen einfach nicht aus..

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