Lovely_Yola

Was haltet ihr von Kieferchirurgen, die zusätzlich noch Plastische Chirurgie machen?

Hallo,

vorneweg: Falls das Thema (das ich allerdings sehr allgemein halten werde, ohne irgendwelche Namensnennungen) nicht erlaubt ist, dann bitte löschen..

Wollte eigentlich nur mal von euch hören,

was ihr von Chirurgen haltet, die Umstellungsosteotomien am Kiefer operieren UND zusätzlich noch Plastische Chirurgie machen, also egal ob jetzt Schönheits-OPs, oder wiederaufbauende Chirurgie. :?:

Denkt ihr, ein Chirurg, der so ein breites Spektrum hat, ist auf dem Gebiet der Kieferchirurgie dann überhaupt 'mehr als kompetent' - 'eine Koriphäe' - 'einer der besten' - 'sicher in guten Händen' usw.

oder ist es eher so, dass sich ein Chirurg, der so viel Handelsspektrum hat, und deshalb nur 1 Kiefer-OP pro Woche macht, nicht so gut ist, wie einer, der am Tag 5 OPs macht?

-----------------------------------------------

Und noch eine zusätzliche Frage (ich wollte deshalb keinen eigenen Thread aufmachen):

Chefärzte, die nur noch privat abrechnen - haben die dann auch weniger Patienten, oder können sie es sich einfach leisten, und haben trotzdem noch genügend Operationen vorzuweisen?

Ich habe einfach noch nie (oder selten) im Forum gelesen, dass sich jemand lieber vom Chefarzt operieren lässt und dafür dann auch mehr bezahlt.....

komisch - warum lassen diejenigen sich von einem Assistenzarzt operieren, obwohl doch der Chefarzt die Koriphäe ist?

Ist es so, dass vllt. der Assistenzarzt mehr OPs durchführt?

Fast schon so wie beim Blutabnehmen: Dass die Arzthelferinnen das besser (weniger schmerzfrei) können als die Ärzte selbst, weil sie es einfach öfters machen!?

Gerne könnt ihr mir auch per PM antworten. würd mich freuen......

Liebe Grüße, Anna

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Guten Morgen Anna,

um Chefarzt zu werden ist es ein langer Weg. Studium (bei MKG Chirurgen Medizin und Zahnmedizin), Assistenzzeit, Facharzt... da kommen mal knapp 12 Jahre zusammen. Um dann an einer Klinik weiterzukommen muß man schon Oberarzt sein, sich dann habilitieren und als Privat Dozent auf eine freie Stelle als Chefarzt warten.

In der langen Zeit operiert man natürlich endlos und sammelt dadurch auch Erfahrung. Es wird wohl wenige geben, die vor 50 Chefarzt sind. Da kannst du dir sicher denken, dass die bis dahin alles zig mal operiert haben, was es so gibt.

Als Chefarzt selbst haben die lange nicht mehr die Zeit das zu tun. Verwaltung, Ausbildung, Personal, Vorträge usw. machen das gar nicht möglich.

Ich hatte in meiner Studienzeit immer Bammel mit dem Chef im OP zu sein. Erstens hat es länger gedauert als bei den Oberärzten und meistens hatte er keine Lust.

Auch wenn die Oberärzte oder Assistenten operiert haben, hat der Patient davon nichts mitbekommen. Bei der Visite war das dann aber doch der Chef der 'Seine' Patienten untersucht hat. Das bessere Ergebnis haben die Anderen zwar auch nicht abgeliefert, aber schlechter wars denn auch nicht.

Zu den Koryphäen sag ich nicht viel. Die haben viel Ego aber die kochen auch nur mit Wasser und in dem Bereich gibt es keine Wunder sondern nur Verbesserungen, die alle anderen aber auch umsetzen.

Gruß Steve

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wollte eigentlich nur mal von euch hören,

was ihr von Chirurgen haltet, die Umstellungsosteotomien am Kiefer operieren UND zusätzlich noch Plastische Chirurgie machen, also egal ob jetzt Schönheits-OPs, oder wiederaufbauende Chirurgie. :?:

1. Viel.

Grund: gerade bei einer ausgeprägten Kieferfehlstellung sind ja meistens Funktion und Aussehen beeinträchtigt.

Sicher sieht jeder das ein bißchen anders, aber ich möchte nach dieser OP auch gerne ein harmonischeres Gesicht haben. Ein guter Biss ist toll, aber zu einem wirklich guten OP-Ergebnis gehört meiner Meinung nach auch, dass die Ästhetik berücksichtigt wird.

Dazu gehört in manchen Fällen vielleicht eine Anpassung der Wangenknochen, aber auch:

  • dass es nicht künstlich aussieht, weil "grob" rangegangen und, ohne auf die Struktur des restl. Gesichts zu achten, z.B. der Oberkiefer zu weit vorgeholt wurde o.ä.
  • dass bei einer Verkürzung des Gesichts die Proportionen beachtet werden und z.B. nicht zu viel Knochen weggenommen wird
  • es hinterher nicht unnatürlich aussieht. Im Idealfall sollte man einige Monate nach der OP nicht mehr sehen, dass operiert wurde. Im Idealfall sagen die Leute: "Oh, Du siehst gut erholt aus" oder "warst Du beim Friseur", weil die Veränderung so gut auf das Gesicht abgestimmt ist und so natürlich wirkt. Bei mir wird das nicht gehen, weil die Fehlstellung so massiv ist, aber bei einer Bekannten von mir, die am Kiefer operiert wurde, war es so.

Mir war auch wichtig, dass der Chirurg beurteilen kann, was in der Hinsicht machbar ist und was nicht, und dass er neben einem guten funktionellen Ergebnis auch darauf achtet, dass das Gesicht nach der OP natürlich und harmonisch aussieht.

Und ich denke, um das zu können, muss man sich schon damit beschäftigt/das gelernt und häufig angewendet haben.

-----------------------------------------------

Und noch eine zusätzliche Frage (ich wollte deshalb keinen eigenen Thread aufmachen):

Chefärzte, die nur noch privat abrechnen - haben die dann auch weniger Patienten, oder können sie es sich einfach leisten, und haben trotzdem noch genügend Operationen vorzuweisen?

Ich habe einfach noch nie (oder selten) im Forum gelesen, dass sich jemand lieber vom Chefarzt operieren lässt und dafür dann auch mehr bezahlt.....

komisch - warum lassen diejenigen sich von einem Assistenzarzt operieren, obwohl doch der Chefarzt die Koriphäe ist?

Ich habe schon mitbekommen, dass Patienten, die in einer gesetzlichen Krankenkasse waren, mehr gezahlt haben, um Wahlleistungen (Chefarztbeh., Zweibettzimmer) in Anspruch nehmen zu können (war allerdings in der Gynäkologie. Gyn ist toll, da lernt man viel!).

Ich würde das vielleicht bei meiner Kiefer-OP auch machen, wenn ich nicht eine private Zusatzversicherung hätte.

Allerdings sind viele Leute hier jung und können sich die Zuzahlungen für Privatleistungen (wozu auch die Chefarztbehandlung gehört), einfach nicht leisten. Oder sie sind privat versichert und werden dann sowieso vom Chef operiert (bzw. sollten es zumindest).

Oder sie vertrauen darauf, dass auch der Oberarzt das kann (manchmal sind Oberärzte sogar besser als der Chef... ).

Und zum Thema OPs und Assistenzärzte (meine Erfahrungen basieren auf einer Famulatur in der Gynäkologie, wo ich viel Zeit im OP beim Hakenhalten verbringen "durfte"):

Keiner lässt sich beim Assistenzarzt operieren. Bein größeren Eingriffen werden Privatpatienten meistens vom Chef operiert (wenn er Lust darauf hat), "Kassenpatienten" von einem Oberarzt.

Es ist übrigens nie so, dass nur ein Arzt im OP ist. I.d.R. stehen der Operateur (bei großen Eingriffen Chef oder Oberarzt, manchmal auch ein erfahrener Facharzt) am Tisch, zudem einer, der ihm assistiert (Assistenzarzt oder Facharzt), und ein Student zum Hakenhalten.

Da natürlich auch Assistenzärzte das Operieren lernen müssen, kann (v.a. bei kleineren Eingriffen) auch ein Assistent operieren, und der Chef oder ein Oberarzt assistiert ihm (und (sc)haut ihm auf die Finger).

Kein Mensch wird einen blutigen Anfänger sofort allein eine große OP machen lassen, 1. kann er das nicht, und 2. würde es vermutlich gegen die Weiterbildungsordnung verstoßen.

Sie fangen mit kleinen Eingriffen an und lernen stufenweise immer mehr.

Zumindest habe ich das bisher so mitbekommen.

Gerade größere Eingriffe haben eher die Oberärzte gemacht, bei Privatpatienten manchmal auch der Chef.

Denkt ihr, ein Chirurg, der so ein breites Spektrum hat, ist auf dem Gebiet der Kieferchirurgie dann überhaupt 'mehr als kompetent' - 'eine Koriphäe' - 'einer der besten' - 'sicher in guten Händen' usw.

Yep. Weil jede kieferchirurg. Abteilung an einer größeren Klinik (z.B. Uni) in etwa dieses Spektrum (Dysgnathie-Chirurgie, Spaltchirurgie, Tumorchirurgie, rekonstruktive Eingriffe, manche Bereiche der Unfallchirurgie) abdecken sollte.

Bei vielen fällt aber die Dysgnathie-Chirurgie eher etwas unter den Tisch und die anderen Dinge stehen im Vordergrund.

Und andere Klinken haben sich halt auf Kieferfehlstellungen spezialisiert und bieten auch noch den Rest an, haben aber vielleicht einfach mehr Erfahrung im Bereich Fehlstellungen als andere. Ich denke, dass dieses "mehr" an Erfahrung, die Spezialisierung auf ein Gebiet den Unterschied macht/wichtig ist, nicht, wie oft ein Arzt schon im Fernsehen war o.ä.

Ich hoffe, das war jetzt nicht zu viel und ich konnte ein bißchen weiterhelfen.

Grüße, Anna

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Anna,

also ich finde es nicht schlecht, wenn der KFC auch plastische Chirurgie durchführt, denn das garantiert mir auch, dass er nicht nur auf mein Kiefer, sondern auf mein Gesicht als Ganzes achtet. Ich denke es ist halt wichtig, dass ein wirklicher Schwerpunkt auf Kieferanomalien liegt (also ich würd mich nicht von einem operieren lassen, der vielleicht 2 Kiefer-OPs im Monat macht). Aber trotzdem kann er ja mehrere Schwerpunkte haben.

Dies ist allerdings meine persönliche Meinung.

Liebe Grüße,

Johanna

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo zusammen,

mein Kieferchirurg operiert zusätzlich auch Nasen etc. und so konnte ich zusätzlich zu meiner Kieferop auch noch meine Nase operieren lassen, was sehr praktisch war (und noch günstiger :-))

Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich glaube, dass er Kiefer- und Plastischerchirurg ist, aber sein Schwerpunkt schon eher bei der Kieferchirugie liegt.

Ich habe keine Ahnung wie oft er operiert, ca. 4mal /woche oder so. Ausserdem weiss ich, dass er ein angesehener Spezialist für Kieferchirurgie ist und sein Fach im Griff hat und so wäre es mir auch egal, wenn er nur 1 mal/Woche operieren würde.

Ich finde nicht, dass es nur Vorteile hat, wenn man am Tag 5 ops macht, denn wenn es zur Routine kommt, kann es sein, dass man es nur so husch-husch macht, aber das ist jedem seine eigene Meinung.

Viele Grüsse

Steffi

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Chefärzte, die nur noch privat abrechnen - haben die dann auch weniger Patienten, oder können sie es sich einfach leisten, und haben trotzdem noch genügend Operationen vorzuweisen?

Ich habe einfach noch nie (oder selten) im Forum gelesen, dass sich jemand lieber vom Chefarzt operieren lässt und dafür dann auch mehr bezahlt.....

Hinter vorgehaltener Hand wird jedenfalls oft gemunkelt, dass der Chefarzt ein "Sesselsitzer" ist und kaum noch Ahnung hat, weil er sich um eher organisatorische/wirtschaftliche Belange kümmern muß und der Oberarzt der Bessere wäre. :razz:

Ich hab den Oberarzt. Allerdings nicht als Operateur sondern nur als KFO. :razz:

Ansonsten ist meine Meinung:

Es gibt sicher einen Unterschied in der Qualität wenn ich am Tag 3 OP´s mache und ein anderer 5 in der Woche. Man hat einfach mehr Routine.

Sollte ich mich doch noch mal zur OP entschließen, wäre es mir nur recht wenn mein Operateur auch noch schönheitschirurgische Kenntnisse hätte. Ich glaub das kann nicht schaden.

Wenn es jetzt aber darum ginge mir den Busen operieren zu lassen oder nur die Nase, dann würde ich darauf achten an einen "richtigen" plastischen Chirurgen zu kommen und nicht grad an einen Frauenarzt mit Zusatzausbildung. :razz:

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Hinter vorgehaltener Hand wird jedenfalls oft gemunkelt, dass der Chefarzt ein "Sesselsitzer" ist und kaum noch Ahnung hat, weil er sich um eher organisatorische/wirtschaftliche Belange kümmern muß und der Oberarzt der Bessere wäre. :razz:

kommt auf den Chef drauf an-

in meinem PJ-Haus hat der Chef (kurz vor dem Ruhestand) wirklich nicht mehr viel selbst operiert, sondern hat bei den Privatpatienten nur geschaut, dass die Oberärzte das vernünftig machen.

Jetzt in meiner Weiterbildungsstelle habe ich einen Chef der hervorragend operieren kann, der aber auch ganz offen sagt, dass er sich auf diese und jene Eingriffe spezialisiert ist und für die übrigen Eingriffe Oberärzte hat, die sich auf eben diese spezialisiert haben. Finde ich persönlich gut, so macht jeder das was er gut kann und die Patienten werden gut versorgt.

Zum Thema Assistenzärzte: man beginnt ja nicht von heute auf morgen mit großen Eingriffen, sondern fängt mit kleinen Ops an, bis man dann nach einiger Zeit Teilschritte von größeren Ops machen darf und schlußendlich dann den gesamten Eingriff. Immer unter Facharztaufsich wohlgemerkt! Einige Zeit heißt in diesem Fall übrigens meistens Jahre und oft auch weit über den Facharzttitelerwerb hinaus. Keine Klinik/Chef wird einen Assistenzarzt Ops ohne Aufsicht durchführen lassen!!!

Liebe Grüße,

Eve

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden