florian30

Misslungene Gaumennahtweitung

Hallo,

ich bin 30 Jahre alt und habe seit meiner Kindheit einen (mittleren) Überbiss.

Ich habe vor ca.1 Jahr eine Hyrax Schraube von meinem Kfo eingesetzt bekommen und wie gewünscht regelmäßig die Stellschraube nachgezogen.

Nach einiger Zeit bekam ich starke Schmerzen und die Zähne an denen die Spange befestigt war kippten nach außen.

Die Spange wurde dann auf mein Drängen entfernt.

Später habe ich gelesen dass eine Öffnung der Gaumennaht in meinem Alter ohne vorherige OP nicht mehr möglich ist.

Als ich meine Kfo darauf ansprach meinte Sie, dass es hätte klappen können.

Eine OP lehnte ich bei meinem ersten Beratungsgespräch ab.

Aus Unwissenheit stimmte ich der Hyrax Schraube zu.

Anschließend wurde mir ein Herbstschanier eingesetzt.

Nach ca. 9 Monaten tragen bekam ich Schmerzen an den oberen Backenzähnen an denen die Spange befestigt ist.

Wie sich herausstellte schob sich ein Backenzahn in den Kiefer und die Bänder drückten ins Zahnfleisch.

Darauf hin wurde ein Distanzring entfernt und die Schmerzen waren nach wenigen Tagen weg.

Wenn ich mit der Zunge fühle merke ich, dass die letzten Backenzähne (oben) gegen über dem vorletzten (an dem die Bänder sind) länger sind (bzw. die vorletzten kürzer).

Das Herbstschanier trage ich noch.

Eigentlich sollten jetzt die Brackets eingesetzt werden, ich habe aber bis auf weiteres alle Termine abgesagt und werde den Kfo wechseln.

Es hat mich viel Überwindung gekostet die Spangen zu tragen, bis jetzt wurde bei mir nur Schaden angerichtet und ich bin stinke sauer darüber.

Was kann ich Ihrer Meinung nach tun?

War jetzt alles um sonst?

Kann man die gekippten Zähne wieder korrigieren?

Sind Brackets überhaupt noch angebracht?

Wie ernst muss ich die Folgen der fehlgeschlagenen Gaumennahtöffnung betrachten?

Ich habe von „Wurzel und Knochenresorptionen, Dehiszenzbildungen und paradontalen Problemen gelesen.

Sogar von Komplikationen im Bereich der Schädelbasis z.B. der Nervenaustritte am Foramen rotundum war die Rede.

Vielen Dank für Ihre Antwort

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Ich habe von „Wurzel und Knochenresorptionen, Dehiszenzbildungen und paradontalen Problemen gelesen.

möglich ist das, wenn dergleichen aber nicht passiert ist kann man die gekippten zähne wieder korrigieren.

dass bei GNE auch die zähne nach aussen kippen ist normal. irgendwann sollte dann eben auch der kiefer nachgeben, meist nur nach OP. aber auch hier im forum hat es ein KFO schonmal erst ohne OP versucht.

auch dass das herbstscharnier die zähne verschiebt, ist normal. das muss dann später per brackets wieder repariert werden.

du hast dich hier für relativ...gewaltsame behandlungsmethoden entschieden, während du OP ablehnst.

muss jeder selbst wissen, aber bevor ich ein jahr lang ein scharnier im mund trage, das danach hoffentlich(!) das kiefergelenk umgebaut hat, aber dafür die zähne durchs halbe kiefer geschoben hat...dann noch lieber OP.

ich hoffe, du wolltest das trotzdem versuchen, NACHDEM die KFO dir mitgeteilt hat, dass der erfolg bei GNE ohne OP und herbstscharnier in dem alter alles andere als gesichert ist.

ich würde erstmal nicht davon ausgehen, dass du durch das kippen dauerhafte schäden an den zähnen hast, wie wurzelresorption. so häufig ist sowas glaube ich nicht.

musst eben jetzt sehen welche behandlung als alternative in frage kommt. ob man mit herbstscharnier aber ohne GNE was ausrichten kann. was hatte der alte KFO jetzt vor?

oder eben ganz andere behandlung.

War jetzt alles um sonst?

die GNE offensichtlich ja. ob das scharnier seine wirkung hatte kann man natürlich aus der ferne nicht sagen.

aber lass es dir jetzt nicht entfernen wenn du den behandler wechseln willst. ein KFO der mir herbstscharnier empfohlen hatte, hat mir erklärt, dass es beim rausnehmen wichtig ist ein evtl. rückfall zu überwachen und es in dem fall nochmal neu einzubauen, sonst war alles umsonst.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Florian,

vielleicht holst Du Dir gleich mehrere Meinungen ein, das kann nie schaden. Dann kannst Du Dich immer noch für einen oder eine KFO entscheiden.

Ganz offensichtlich hat sich Deine alte KFO nicht die Mühe gemacht, Dir die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten mit allen Vor- und Nachteilen zu erläutern.

Das Problem ist, dass mit Ende zwanzig das Knochenwachstum abgeschlossen ist. Damit haben auch Geräte wie das Herbstscharnier in Deinem Alter mehr dentale als skelettale Effekte, d.h. die eigentliche Rücklage des Unterkiefers (ich vermute mal, Du hast eine UK-Rücklage) kann nicht so gut wie mit einer OP beseitigt werden. Außerdem ist die Langzeitwirkung einer Spätbehandlung mit dem Herbstscharnier ziemlich unsicher (um es mal vorsichtig zu formulieren).

Wie groß ist denn Dein Überbiss genau?

LG, Quina

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

du hast dich hier für relativ...gewaltsame behandlungsmethoden entschieden, während du OP ablehnst.

ich hatte keine Ahnung das es so krass wird, meine Kfo war mit Information sehr sparsam.

ich hoffe, du wolltest das trotzdem versuchen, NACHDEM die KFO dir mitgeteilt hat, dass der erfolg bei GNE ohne OP und herbstscharnier in dem alter alles andere als gesichert ist.

nein, das die Gaumennaht in meinem Alter verwachsen ist habe ich als ich die genannten Schmerzen hatte selbst recherchiert.

Dass das Herbstschanier wahrscheinlich auch nicht viel bringen wird weiß ich seit heute.

was hatte der alte KFO jetzt vor?

jetzt sollten Brackets rein und ein steifer Stab der am Oberkiefer quer zu den hintersten Backenzähne am Gaumen liegt und an Bänder befestigt wird (weiß leider nicht wie das heißen soll)

Wie groß ist denn Dein Überbiss genau?

LG, Quina

kann ich jetzt nicht so genau sagen.

So ca. 8mm.

durch das Schanier ist im Augenblick nicht viel zu sehen(so ca.2mm).

Ich habe aber die Unterlagen vom Kfo angefordert.

Sobald sie da sind stell ich alte und aktuelle Fotos rein

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Bei mir hat das ganze auch ohne OP geklappt. Allerdings war ich zu diesem zeitpunkt auch gerade einmal 20Jahre alt. Mein Kfo meinte das es bei einem 20jährigen noch durchaus möglich wäre, da die Gaumennaht noch nciht ganz verknöchert ist. Er hat die Aperatur aber auch extra an 6Zähnen befestigt, damit genug Wurzeln vorhanden sind den Druck standzuhalten.

Ein sehr eckliges Gefühl wenn es dan irgendwann mal Knack macht und man eine riesige Zahnlücke zwischen den Frontzähnen hat, wo man nen Strohhalt durchschieben kann..

Das bestätigt aber auch nur meinen Kfo, der damals auch sagte wenn ich älter wäre würde er dies ohne OP nicht machen können.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

"nur" von aussen, also da unter der oberlippe, genau wie bei OK-verlagerungen auch.

das oberkiefer wird nicht, wie man meinen könnte, auf voller länge an der gaumennaht angesägt.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Es gibt wohl 2 gängige OP-Methoden:

Bei manchen OPs wird nur von außen gesägt, die GNE-Spange eingesetzt und noch im OP unter "kontrollierten Bedingungen" die Gaumennaht "gesprengt".

Die andere (die bei mir angewendete) Methode, ist die dass auch im Bereich des Palatums (harter Gaumen) von innen die Gaumennaht angesägt und geschwächt wird. Ich hatte auch Nähte innen nach meiner OP. Gedreht wird dann erst 4 bis 5 Tage nach der OP, wenn die Naht eingermaßen verklebt und dicht ist.

Dabei wird aber nicht der ganze Kiefer durchtrennt, sondern nur "geschwächt" oder "angesägt". Mein KFC sprach von 20 bis 30% Wandstärke, die stehen bleiben. Bei einer Wandstärke von wenigen Millimetern wird da meiner Meinung nach eh nur "angeritzt". Ansonsten hätte der Kiefer ja mit Platten fixiert werden müssen (siehe Bimax).

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hi,

ich hab mich heute bei einem Kfo vorgestellt.

Die fehlende Beratung meiner Kfo und die genannte Hyraxschraube kritisierte er.

Er meinte jedoch das ein Herbstschanier in meinem Alter ginge und die Meinungen bzgl. des Alters auseinander gehen.

Man könne das Herbstschanier jetzt nicht einfach rausnehmen, weil der Kiefer dann unkontrolliert zurück fällt und das nicht gut für´s Kiefergelenk ist.

Laut seiner Aussage ist der nächste Behandlungsschritt die festen Spange (Brackets)

An diese werden Gummis befestigt die den Unterkiefer weiterhin nach vorn halten.

Er sprach auch von anschließenden Sprachübungen:confused:

Wie denken Sie darüber???

Ehrlich gesagt will ich das Teil nur noch raus haben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo,

leider läßt sich von der Ferne nicht alles beantworten. Aber als Versuch mag ersmal gelten:

1) Der Zeitpunkt der Verknöcherung der Gaumennaht ist sehr variabel und es existieren sehr unterschiedliche Angaben in der wissenschaftlichen Literatur. Auch im 30.Lj. kann einen Versuch unternehmen und abhängig vom Ziel lassen sich in der Regel gute Ergebnisse zur Erweiterung des Oberkiefers erreichen.

2) Das Herbstscharnier ist ein hervorragendes Behandlungsgeräte und es konnte in aufwändigen MRT-Untersuchungen nachgewiesen werden, dass auch bei einem Erwachsenen sehr positive Effekte zu erreichen sind. Natürlich ist es eine anstrengende Behandlung und es gibt eine Reihe von Komplikationsmöglichkeiten. Kurzfristige Beschwerden oder einzelne Zahnfehlstellungen können durch rechtzeitiges Eingreifen gut korrigiert werden. Leider ist eine 100% Vorhersage auch nicht möglich und im Rahmen der regulären Termine bzw. auch außerhalb der festgelegten Zeiträume sind die Einstellung der Apparatur zu überprüfen und ggf. zu verändern.

3) Die Behandlung mit einer GNE und Herbstscharnier führt zwangsläufig zu der Notwendigkeit einer vollständigen festsitzenden Behandlung. Mittels Brackets und Bögen wird die Einstellung der Einzelzähne erreicht. Dazu gehört zum Beispiel auch die Nivellierung der vertikalen Zahnpositionierungen.

4) Bitte bleib bei der Stange und halte durch - versuch das offenen Gespräch mit Deinem Kieferorthopäden, denn es wird sicherlich nicht einfach, einen neuen Behandler zu finden ...

5) Die aufgeführten Nebenwirkungen (Spannungen Formanen etc.) sind theoretisch möglich, die Untersuchungen hierzu basieren auf einem hypthetischem Modell und es ist nicht wirklich wahrscheinlich, dass es in der Natur genau zu diesen Reaktionen führt.

Viel Glück und Mut!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden