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Erbse

Arthroplastik am Kiefergelenk am 27.05.08 bei PD Dr. Dr. Landes - Uniklinik Frankfurt

Eigentlich bin ich kein großer Freund von Diskussionsforen im Internet, habe aber in Vorbereitung auf meine Operation im Mai 2008 in diesem Forum den ein oder anderen Informationsaustausch verfolgt und dadurch teilweise doch mehr Angst als Beruhigung oder Information bekommen. Ich hatte damals, Anfang 2008, gerade erfahren, dass ich nach einer ersten OP im Mai 2004 nun nochmals am Kiefer operiert werden muß und nach dem ersten Lesen habe ich spontan beschlossen, derartige, teilweise doch recht beunruhigende Berichte nicht mehr zu lesen. Nun habe ich jedoch selbst Positives zu berichten und möchte mich deswegen nun doch aktiv einbringen und dazu beitragen, dass andere Teilnehmer dieses Forums nicht nur beängstigende, sondern auch aufbauende Informationen und Berichte finden.

Kurz meine Vorgeschichte, ohne die mein Lob nur halb zu verstehen wäre:

Im Mai 2004 hatte ich einen Fahrradunfall, bei dem ich mir den Unterkiefer gebrochen habe. Außerdem hatte ich mehrere Zahnluxationen, eine aufgebissene Lippe, sowie diverse Schrammen im Gesicht. Nach der OP in der Uniklinik in Frankfurt durch einen Arzt, der mittlerweile nicht mehr dort arbeitet, hatte ich eine Gesichtsnervlähmung und habe mich auch so nur sehr langsam von den Unfallfolgen erholt. U.a. konnte ich erst nach mehr als 4 Monaten mein linkes Auge erstmalig wieder selbständig schließen, habe sehr viel länger als prognostiziert nur weiche Speisen zu mir genommen und bin mühselige und jetzt im nachhinein relativ erfolglose 2 Jahre zur Physiotherapie gegangen. Aber irgendwie konnte mir damals niemand so wirklich helfen. So wurde es mir dann irgendwann auch mitgeteilt und die Behandlung damit für beendet erklärt. Ich selbst habe mich damals auch nicht wirklich geheilt gefühlt, irgendwie wußte ich schon, dass mich das Ganze nochmals einholen wird, aber weil ich nach fast 2 Jahren Behandlung auch keine Lust mehr hatte, habe ich mich mit meinem Schicksal einer eingeschränkten Beweglichkeit und einem teilweise nur sehr dumpfen Gefühl in der linken Gesichtshälfte abgefunden und habe mich damit getröstet, dass alles auch noch viel schlimmer hätte kommen können. Kauen konnte ich auch nach 2 Jahren nicht alles, weil ich den Mund dafür einfach nicht weit genug öffnen konnte, aber ich hatte mich im Laufe der Zeit arrangiert und konnte mit der Situation leben. Auf einen erneuten Eingriff hätte ich mich niemals nochmals einlassen wollen.

Dann hatte ich nach mehr als 3 Jahren einen Gutachtertermin, der wiederum an der Uniklinik in Frankfurt stattfand und aus dem sich dann eine Folgebehandlung entwickelt hat. Entscheidend war für mich diesmal, dass die Behandlung durch Oberarzt PD Dr. Dr. Landes erfolgte. Er machte mir sehr schnell klar, dass meine Kiefergelenke nicht in diesem Zustand belassen werden können und die Platte, die mir bei der ersten OP eingesetzt worden war, entfernt werden müsse. Er schlug mir deswegen eine erneute OP vor. Nach den Erfahrungen, die ich bisher gesammelt hatte, war ich von der Idee einer erneuten OP alles andere als begeistert und befürchtete, dass ich nochmals eine ähnlich schwierige Genesungszeit zu durchleben habe. Ich habe mir dann eine Zweitmeinung bei einem anderen Kieferchirurgen (übrigens dem hier oft zitierten Kieferchirurgen aus Bad Homburg) sowie Rat bei meiner Zahnärztin und einer Kieferorthopädin eingeholt, was ich jedem, der Zweifel mit sich herumträgt nur wärmstens empfehlen kann. Alle 3 Ärzte haben mir die Diagnose von Dr. Landes bestätigt und so habe ich dann beschlossen, mich meinem Schicksal zu ergeben und einer erneuten OP eingewilligt.

Sicherlich hat in den vergangenen knapp 5 Jahren medizinischer Fortschritt stattgefunden, aber ich bin mir dennoch sehr sicher, dass es in erster Linie auf die sehr gute Arbeit von Hr. Dr. Landes zurückzuführen ist, dass die erneute Kiefer OP bestens verlaufen ist. Was auch immer er im Detail getan hat (hier für die Spezialisten die einzelnen Maßnahmen: Arthroplastik am Kiefergelenk, Hohe Kondylektomie, Diskoplastik mit Rekonstruktion durch Muskeltransplantat, Synovektomie, Entfernung von Osteosynthesematerial, Plastische Rekonstruktion von lokalen Lappen an Muskeln und Facien) es war auf jeden Fall die absolut richtige Behandlung. Ich habe mich diesmal von der ebenfalls fast 4-stündigen OP sehr schnell erholt, konnte bereits am Tag nach der OP sehr viel besser Essen als vor 4 Jahren nach 4 Wochen und habe sehr schnell Besserung bei der Beweglichkeit in der linken Gesichtshälfte feststellen können. Mir war im Vorfeld angekündigt worden, dass ich bei gutem Verlauf nur 3 Tage in der Klinik bleiben muß und ich konnte die Klinik wirklich nach 3 Tagen wieder verlassen. In der Zeit war ich immer unter bester Beobachtung von Dr. Landes. Selbst dann, wenn er einmal nicht persönlich bei mir vorbei schauen konnte, war er doch über seine Mitarbeiter jederzeit bestens über meinen Zustand informiert und hat über sie weitere Behandlungsinstruktionen gegeben. Die Kommunikation der Ärzte untereinander, aber auch mit dem Pflegepersonal hat bestens funktioniert. Da kann ich dem gesamten Team und Hr. Dr. Landes ganz besonders nur mein größtes Lob aussprechen.

Auch in der Poliklinik empfinde ich die medizinische Versorgung als sehr gut. Wenn man dann mal an der Reihe ist, nimmt sich Hr. Dr. Landes, was bei allen anderen Ärzten, die dort zurzeit arbeiten, übrigens genauso der Fall ist, wirklich sehr viel Zeit. Ich finde, er kann gut erklären, was und warum etwas zu tun ist und ich fühle mich von ihm ernst genommen, was meiner Meinung nach auch nicht ganz unwichtig ist. Auch wenn in der Poliklinik immer wieder mal die ein oder andere organisatorische Panne passiert und die Stimmung im Wartezimmer unter den Patienten aufgrund der permanenten Überfüllung manchmal ein wenig gereizt ist, kann ich wirklich jedem nur empfehlen, geduldig zu sein und gelassen darüber hinweg zu sehen, denn da ist nun mal immer sehr, sehr viel Betrieb und alle, die dort arbeiten, haben eine große Arbeitslast zu bewältigen. Ich finde, es lohnt sich, geduldig auf die gute medizinische Versorgung zu warten. Schließlich ist die medizinische Versorgung ja auch der Grund, warum man zum Arzt geht.

Ich selbst bin auch noch immer in Behandlung in der Poliklinik, es geht mir sehr gut, aber es dauert halt doch seine Zeit, bis ein „eingeschlafener“ Gesichtsnerv wieder seine volle Wirkung entfaltet und es zwickt, brennt, flackert und spannt mal mehr und mal weniger, aber das ist für mich ein Zeichen, dass da noch immer Verbesserungspotenzial ist. Und wenn man dieses Gefühl sehr lange gar nicht hatte, dann kann man sich darüber richtig freuen.

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Hallo Erbse,

ich freue mich sehr für dich, dass letztlich doch noch alles gut verlaufen ist. Und ich danke dir für diesen Positivbericht!!!

Ich finde die ganzen Negativberichte auch relativ abschreckend....dabei habe ich demnächt beim Dr. L. eine GNE und dann zuletzt (hoffentlich) die Oberkieferverlagerung vor mir.

Ich bin mir einigermaßen unsicher, ob Dr. L die richtige Wahl ist. Andererseits scheint er als Facharzt und bezgl. der Op sehr kompetent zu sein. Nur mit der Nachsorge klingt es bisweilen etwas holperig.

Vielleicht sollte ich mir auch wie du vornehmen, die ganzen Negativberichte nicht zu lesen ;)

Ich wünsche dir gute Besserung und dass mit der Zeit auch alle deine Nerven wieder voll hergestellt sind!

LG

Suri

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Hallo Suri,

sorry, dass ich mich erst jetzt melde. Ich war in Urlaub und habe Deine Nachricht erst jetzt gelesen.

Ich kann über Dr. Landes nur Positives berichten. Er ist wirklich ein sehr kompetenter, sehr motivierter und gewissenhafter Arzt. Nach meinen Negativerfahrungen mit einem anderen Arzt habe ich das als sehr angenehm empfunden. Aber ich war zunächst auch skeptisch und kann Dich deswegen mit Deinen Zweifeln sehr gut verstehen. Ich habe mir einfach eine Zweitmeinung eingeholt und als der Arzt dann alles, was Dr. Landes gesagt hatte, bestätigt hat, war ich mir deutlich sicherer, dass ich bei ihm gut aufgehoben bin. Mich hat das damals sehr beruhigt. Ich habe mich auf meinen Bauch verlassen und der hat mir dann auch im nachhinein Recht gegeben.

Das mit der evtl. holprigen Nachsorge würde ich nicht überbewerten. Wichtig ist, dass die OP gut gelingt, dann regelt sich die Nachsorge fast von alleine. Zumindest war es nach meiner 2. OP so. Nach der ersten nicht so guten OP hat die damals sehr gute Nachsorge auch nicht geholfen.

Noch ein kleiner Tipp von mir, wenn der OP-Termin dann irgendwann mal langsam aber sicher immer näher rückt: In den letzten Tagen vor der 2. OP hatte ich das Gefühl, dass die Zeit gar nicht mehr vergehen will. Da habe ich zum Glück das Sudoku-Rätsel entdeckt. Das war für mich der Zeitfresser schlechthin. Die Zeit vergeht dabei wie im Flug und man konzentriert sich mal auf was anderes.

Hoffe, Ich konnte Dir ein wenig weiter helfen und wünsche Dir gutes Gelingen bei allem was bei Dir jetzt so ansteht.

Viele Grüße

Erbse

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Hallo Orkide,

sorry für die Späte Antwort, war im Urlaub und komme erst jetzt zum Antworten.

Mir geht es sehr gut. Die OP ist nun 14 Monate her, seit 4 Monaten gehe ich nicht mehr zur Physiotherapie und dennoch bekommen ich auch jetzt noch von Woche zu Woche mehr Gefühl und Beweglichkeit in mein Gesicht. Es gibt immer wieder Phasen, da rumort es sehr spürbar in der linken Gesichtshälfte rum und dann habe ich meistens das Gefühl, dass alles ein wenig spannt und ein paar Tage danach, spüre ich mehr als vor der Verspannung. Das habe ich jetzt schon mehr als 10mal gehabt und es scheint kein Ende zu nehmen. Bei 100 % bin ich immer noch nicht, aber es tut sich ja weiterhin etwas, deswegen kann ich damit sehr gut leben. Es fehlen mir noch die „alten“ Falten auf der linken Stirn, aber so langsam kann ich diese wenigstens wieder ein wenig runzeln, was ich in den letzten 5 Jahren absolut gar nicht konnte. Auch mein Zahnstand verschiebt sich weiterhin dorthin wo er vor dem Unfall, also vor mehr als 5 Jahren mal war und ich würde sagen, dort ist der alte Stand mittlerweile erreicht.

Also, alles ok, volles Gefühl habe ich zwar noch immer nicht, aber das Ende ist auch noch nicht abzusehen. Aber das ist kein Problem, dafür verfüge ich über die nötige Geduld.

Hoffe, bei Dir ist auch alles ok und Dir geht es ebenfalls so gut wie mir.

Viele Grüße

Erbse

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Hallo Orkide,

sorry für die Späte Antwort, war im Urlaub und komme erst jetzt zum Antworten.

Mir geht es sehr gut. Die OP ist nun 14 Monate her, seit 4 Monaten gehe ich nicht mehr zur Physiotherapie und dennoch bekommen ich auch jetzt noch von Woche zu Woche mehr Gefühl und Beweglichkeit in mein Gesicht. Es gibt immer wieder Phasen, da rumort es sehr spürbar in der linken Gesichtshälfte rum und dann habe ich meistens das Gefühl, dass alles ein wenig spannt und ein paar Tage danach, spüre ich mehr als vor der Verspannung. Das habe ich jetzt schon mehr als 10mal gehabt und es scheint kein Ende zu nehmen. Bei 100 % bin ich immer noch nicht, aber es tut sich ja weiterhin etwas, deswegen kann ich damit sehr gut leben. Es fehlen mir noch die „alten“ Falten auf der linken Stirn, aber so langsam kann ich diese wenigstens wieder ein wenig runzeln, was ich in den letzten 5 Jahren absolut gar nicht konnte. Auch mein Zahnstand verschiebt sich weiterhin dorthin wo er vor dem Unfall, also vor mehr als 5 Jahren mal war und ich würde sagen, dort ist der alte Stand mittlerweile erreicht.

Also, alles ok, volles Gefühl habe ich zwar noch immer nicht, aber das Ende ist auch noch nicht abzusehen. Aber das ist kein Problem, dafür verfüge ich über die nötige Geduld.

Hoffe, bei Dir ist auch alles ok und Dir geht es ebenfalls so gut wie mir.

Viele Grüße

Erbse

Hallo Erbse

ich freue mich sehr dass alles gut gelaufen ist. Ich habe auch nur positives über Dr. Landes zu berichten. Ich habe auch sehr viele Jahre gelitten mit meinen Kieferschmerzen aber alle Zahnärzte haben immer nach deren Vorteil die Behandlungs- Methoden vorgeschlagen. Nur Dr. Landes hat auf den ersten Blick gesehen was bei mir nicht in Ordnung ist und mein Problem erkannt. Bei mir wurden im Februar 2008 acht Implantate eingesetzt und das für einen vernünftige Preis und im Januar 2009 erfolgte die Kieferumstellung, UK -rück, und OK –vor. Natürlich wahr das alles schmerzhaft aber die Fürsorge von Dr. Landes und seine Team war 1A, sie wahren alle sehr nett zu mir. Auch die Nachbehandlung war immer sehr gut, egal wann und wo ich Dr. Landes gebraucht habe, hatte er immer Zeit für mich gefunden, und so einen "Service" findet man Heute ganz selten.

Ich hoffe es läuft in Zukunft alles Gut bei dir.

Grüße Adria

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