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martinMS

OK-Vorverlagerung am 09.03.09 bei Doz. Gaggl am Landeskrankenhaus Klagenfurt

Hallo liebe "Leidensgenossen" und solche, die's noch werden wollen ;-)

Ich bin seit einiger Zeit als Gast und "lesend" im Forum unterwegs (eigentlich seit klar war, dass ich auch eine OP brauchen werde), vor kurzem hab' ich mich dann angemeldet und jetzt sehe ich es auch ein bisschen als meine Pflicht an, meine Erfahrungen (die ja noch frisch und nicht besonders ausgeprägt sind) weiterzugeben.

Die Ausgangssituation:

Ich bin 26 Jahre alt und habe seit fast 3,5 Jahren Brackets auf Ober- und Unterkiefer. Meine Zahnstellung war eine ziemliche Katastrophe (das war mir klar) und ich hatte auch eine Kieferfehlstellung (das war mir nicht bewußt, aber mein OK war in Bezug auf Nase und UK zu weit hinten). Für meinen Kieferorthopäden war von Anfang an der Fall klar (er sah eigentlich eine BiMax), ich wollte es erst nicht so recht wahrhaben.

Vor einigen Monaten war's dann aber unausweichlich und ich habe einer OP zugestimmt (was hätte ich auch groß machen sollen). Die OP wurde für 10.03.09 angesetzt und dann später auf 09.03.2009 vorgezogen.

Die Diagnose (aus dem Arztbrief):

Mittelgesichtshypoplasie bei Kl. III Okklusion

Der Verlauf:

Sonntag, 08.03.2009 (Tag vor der OP)

14:00: Zimmer bezogen, normales Abendessen (eh klar)

Montag, 09.03.2009 (OP-Tag)

06:00: Tagwache, Fieber messen, danach Röntgen, Modelle anfertigen, Metallhäkchen (also diese kleinen Drahtschlaufen, wo man Gummis einhängen kann) werden an die Brackets angebracht.

09:00: Beruhigungstablette, nimmt zumindest ein wenig die Aufregung, ich hätte mir die Wirkung aber größer vorgestellt

09:30: Fahrt zum OP-Saal

10:00: OP-Saal ist bereit, Venengang wird gesetzt und um Punkt 10 wird die Narkose gesetzt. Es dauert keine 10 Sekunden und ich habe den totalen Filmriss, war ein lustiges Gefühl. Die OP dauert 1,5 Stunden

~12:00: Ich erwache im Aufwachraum und bin da bis ~14:00. Habe aber kaum Erinnerungen daran, weiß aber, dass ich keine Schmerzen hatte

~14:00: Bin wieder auf dem Zimmer, ein wenig benebelt zwar, aber trotzdem. Meine Nase ist tamponiert und ich fühle mich wie bei einer relativ schweren Grippe (Nase zu, müde und Kopfweh). Mein Gesicht ist leicht bis mittel geschwollen, ich habe einen Eisbeutel drauf und bekomme Schmerzmittel, Abschwellmittel und Antibiotika per Infusion. Ich habe einen Plastik-Splint auf dem OK, mit dem dann der Biss eingerichtet werden soll. Im OK habe ich kein Gefühl, aber das ist in Ordnung, sagt man mir. Sprechen geht und tut nicht weh, ist aber anstrengend und ein bisschen undeutlich.

Restlicher Tag: Ich habe nichts gegessen, bin aber auch nicht hungrig. Trinke nur den Früchte- und Kräutertee. In der Nacht schlafe ich nicht, das liegt aber nicht an Schmerzen (die noch immer mit mittelschwerem Kopfweh vergleichbar sind), sondern ich bin einfach nicht müde.

Dienstag, 10.03.09 (erster Post-OP-Tag)

06:00: Tagwache und Fieber messen

07:00: Visite, aber keine Neuigkeiten. Die OP ist gut verlaufen

Weiterer Vormittag: Ein Kontrollröntgen wird angefertigt. Weiter keine Schmerzen - nach wie vor nur "Kopfweh", aber man merkt, dass man irgendwie geschafft ist. Das Röntgen ist anstrengend und ich bin froh, als man mich mit dem Rollstuhl wieder ins Zimmer schafft. Ich trinke weiterhin nur Tee, die Infusionen gibt's drei mal täglich.

Restlicher Tag: Auch am Abend trinke ich nur Tee mit dem Strohhalm (der Tee darf natürlich nicht heiß sein), in der Nacht schlafe ich 4 Stunden (davor fantasiere ich auch ein bisschen).

Mittwoch, 11.03.2009 (zweiter Post-OP-Tag)

06:00: Tagwache und Fieber messen. Durch die vier Stunden schlaf fühle ich mich unglaublich ausgeruht und fit. Mein "Kopfschmerz" ist noch da.

07:00: Visite. Das Kontrollröntgen von gestern war in Ordnung, die Tampons sollen aus der Nase entfernt werden

08:00: Tamponagen werden entfernt. Das passiert etwas ruckartig und man erschreckt sich (WAS? Das lange Ding war in meiner NASE??), aber es tut nicht wirklich weh und der befürchtete Springbrunnen bleibt aus. Das Sprechen fällt schon wesentlich leichter danach.

Außerdem muss ich mit dem Zähneputzen anfangen. Zuerst Ausspülen mit Wasser, dann mit der Zahnbürste und Pasta (eigentlich nur das UK und gaaanz vorsichtig), dann Spülen mit Salbeitee und dann Spülen mit einen antibakteriellen Mittel das nicht gerade gut schmeckt.

Weiters soll ich Gummiringe zwischen OK und UK einhänge, die das UK etwas nach vorne auf den Splint ziehen (da gehts um ein paar Millimeter).

Restlicher Tag: Erstmals habe ich etwas Hunger und esse die Brei- und Flüssignahrung, die man mir vorsetzt (Vanillesoße zum Frühstück, Gemüse- und Bratensoße zum Mittagessen, dazu auch Fruchtsoßen oder eingedickte Fruchtsäfte). Die Nacht schlafe ich durch, Schmerzen sind kaum wahrnehmbar, leichter Kopfschmerz. Der Venengang wird von Zeit zu Zeit unangenehm, aber nichts tragisches.

Donnerstag, 12.03.2009

06:00: Tagwache und Fieber messen

07:00: Visite

Vormittag: Nach dem Frühstück entdecke ich einen Draht, der senkrecht aus den Brackets des OKs in die Wange steht. Ich lasse ihn vom Arzt wegbiegen. Ich hänge auch zwei Gummis ein, entferne sie aber nach ein paar Stunden wieder - mir fehlt ein bisschen das Vertrauen in mein Kiefer. Ab heute gibt's keine Eisbeutel mehr (die helfen ja angeblich nur in den 72 Stunden nach der OP). Ist aber kein Problem, außer einem "Blauen Auge" und leichter gelblicher Verfärbung von Teilen des linken Gesichtes ist die Schwellung eh nur mehr leicht ausgeprägt. Der Venengang wird entfernt, ich bekomme das Schmerzmittel und das Antibiotikum nun als Tablette.

Restlicher Tag: Keine Schmerzen, die über das leichte Kopfweh hinausgehen, keine Blutungen aus der Nase oder Mund, die Nacht schlafe ich durch.

Freitag, 13.03.2009 (zum Glück bin ich nicht abergläubisch ;-) )

06:00: Tagwache und Fieber messen

07:00: Visite. Gute Nachrichten: Ich soll morgen entlassen werden, die Nähte werden sich in drei bis vier Wochen selber auflösen und ich sollte nicht auf die Gummis vergessen.

restlicher Tag: der Krankenhausaufenthalt ist schon relativ angenehm, natürlich ist das Essen vorallem wegen dem darauffolgenden Reinigen nicht besonders lustig, aber der leichte Kopfschmerz ist kaum mehr spürbar. Als ich eine eigenartige Bewegung mache, spüre ich kurz einen stechenden, leichten Schmerz hinten links am Gaumen. Mit der Zunge spüre ich da eine leichte Erhebung. Ich hänge daraufhin keine Gummis mehr ein, weil an dieser Stelle aber eigentlich nichts gemacht wurde, mache ich mir keine großen Sorgen.

Samstag, 14.03.2009 (Tag der Entlassung)

07:00: Ich wache auf und fühle mich erholt. Kurz darauf wird das Bett wieder neu überzogen (das machen die fast jeden Tag) und ich will mir Fragen an den Arzt aufschreiben. Die Schwellung ist zwar noch sichtbar, aber jemand der mich nicht kennt würde sie (ohne die Gelbfärbung und das "Rote Auge") nicht als solche erkennen. Man würde mich vielleicht für einen Trinker halten ;-)

07:45: Visite (heute nur ein Arzt... ist ja Samstag ;-) ), leider sind meine Fragen noch nicht ansatzweise fertig. Ich frage den Arzt nach dem Schmerz von gestern (der heute tw auch noch spürbar ist, bei speziellen Bewegungen), er schaut nach, sieht aber nichts - kann also nichts schlimmes sein (sein Wort in Gottes Ohr). Ich versuche, so gut wie möglich Fragen über mein Leben in den nächsten Wochen zu stellen. Hier eine Zusammenfassung: Ich dürfte (aber ich trau mich nicht) eigentlich alles essen was ich will, solange es kein hartes Brot oder Karotten (rohe) sind. Heiß, kalt, salzig, süß, sauer, scharf,... alles kein Problem. Milchprodukte, Kristallzucker, Fleisch - wenn's nicht besonders gekaut werden muss, auch kein Problem. Nach zwei Wochen soll ich in der Lage sein, weiches Fleich zu essen, Fußball und ähnliches (anderen Mannschaftssport mit Körperkontakt, Laufen) besser erstmal nicht (ich glaub er sprach da sogar von Monaten), obwohl der Knochen in 6 Wochen wieder fertig angewachsen ist. Ich kann heute auch schon spazieren gehen wenn ich will.

Mein Fazit:

Ich hatte ziemliche Angst vor der OP. Das wurde durch zwei Faktoren abgemildert: Erstens: Der Chirurg hielt eine OK-Vorverlagerung für ausreichend, und zweitens: hier im Forum habe ich viele Erfahrungsberichte lesen können - dafür bin ich allen Schreibern sehr dankbar.

Die Operation und ihre Folgeschmerzen waren (bisher) bei weitem nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte, und meine Essensgewohnheiten werden sich wohl doch nicht (bis aufs Pürieren - vorsichtshalber) so stark ändern müssen wie erwartet.

Ja, die Operation ist noch nicht lange her. Ja, es könnten noch Blutungen und anderes unangenehmes Zeug passieren. Ich hoffe und bete dass das nicht passiert, denn bis jetzt bin ich absolut zufrieden und dankbar. Bis jetzt bereue ich die Entscheidung auf keinen Fall, und würde es wohl nochmal machen.

Um die Gesundheit meines Kiefers muss ich mir natürlich wie jeder andere auch Gedanken machen, aber ich hoffe da ss es bei einer OP bleibt. Ich hoffe, dass sich die Gesundheit meines Kiefers und meines Bisses wirklich verbessert hat... mein Profil ist auf jeden Fall harmonischer geworden.

Zum Abschluß noch eine Frage (besser eine Reihe von Fragen) an die, die Erfahrung damit haben.

Ist die Sorglosigkeit des Arztes angebracht? Ich meine wenn's nach dem geht, dann kann ich ja wirklich alles essen...

Und wie macht ihr das mit dem Reinigen? Ich mache derzeit weiterhin das "Wasser(Spülen)-Zahnbürste-Tee(Spülen)-Bakterientöter(Spülen)" Programm. Ist das zu empfehlen? Mach' ich das richtig?

Danke und viele Grüße,

Martin

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Die Operation ist jetz 9,5 Wochen her, und ich bin nach wie vor sehr zufrieden. Inzwischen kann ich so gut wie alles essen was ich will, aber ich versuche halt besonders harte Sachen zu vermeiden. Erste festere Nahrung (weich, aber nicht mehr pürriert) konnte ich nach so 2-3 Wochen wieder zu mir nehmen.

Die Platten bereiten mir keine Probleme, ich spüre sie aber (nicht unbedingt unangenehm, einfach etwas eigenartig) wenn ich die Nase rümpfe oder mich schnäuze. Schmerzen oder Blutungen habe ich nie wirklich gehabt.

Mein Leben hat sich also fast wieder normalisiert, beim Zähneputzen bin ich jetzt noch gründlicher geworden, was ja nicht schlecht ist.

Also bis jetzt: Daumen hoch ;-)

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klasse, dass es dir so gut geht :) weiterhin gute Besserung und sag bescheid wenn du genussvoll in eine karotte beißt! ;)

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Danke! Du hattest doch eine sehr ähnliche Operation, oder? Hast du schon Vertrauen zu deinem neuen OK aufgebaut?

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Ich möchte meinen Erfahrungsbericht gerne weiter füllen. Die Operation ist nun beinahe ein Jahr her, und ich bin sehr froh, dass ich mich "getraut" habe.

Übermorgen werden mir die Schrauben (und Platten) entfernt, mein Arzt hätte sie auch drin gelassen, aber da ich keinen Mehrwert darin gesehen habe, Titan unter meinem Zahnfleisch spazieren zu tragen, kommen die Dinger nun raus.

Ich hatte in diesem Jahr nie Probleme oder gar Schmerzen. Klar bin ich vorsichtiger als früher, aber das schadet ja auch nicht.

Melde mich nach der Schrauben-OP abschließend nochmal, um einen Bericht abzuschließen.

lg

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Ich möchte meinen Erfahrungsbericht gerne weiter füllen. Die Operation ist nun beinahe ein Jahr her, und ich bin sehr froh, dass ich mich "getraut" habe.

Übermorgen werden mir die Schrauben (und Platten) entfernt, mein Arzt hätte sie auch drin gelassen, aber da ich keinen Mehrwert darin gesehen habe, Titan unter meinem Zahnfleisch spazieren zu tragen, kommen die Dinger nun raus.

Ich hatte in diesem Jahr nie Probleme oder gar Schmerzen. Klar bin ich vorsichtiger als früher, aber das schadet ja auch nicht.

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