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Monnemiek

OK-VV am 22. April bei Dr. Gutsche im Rhön-Klinikum, Frankfurt/O.

22. April

Vorgestern am späten Nachmittag habe ich meinen Splint bei der Kieferorthopädin abgeholt. Ich habe mir den irgendwie größer vorgestellt … passt perfekt nur nicht an beiden Kiefern gleichzeitig Aber das wird ja. Das Modell meiner Kiefer aus der Modell-OP habe ich auch gesehen. Kein Vergleich mit meiner Zahn- und Kieferstellung noch vor einem Jahr. Die Unterschiede sind gravierend, hoffentlich wird das alles auch so. Sieht schon sehr gut aus, sind das echt meine Zähne???? Der Biss wird nach der OP noch geöffnet sein und mit Gummis geschlossen werden. Die Zähne stehen sehr unterschiedlich hoch bzw. tief im Kiefer.

Am Abend gab es einen leckeren Burger bei einer hier nicht namentlich weiter zu nennenden Schnellimbisskette – und den vorerst letzten Abend zu Hause habe ich dann ganz romantisch mit der Steuererklärung verbracht. Kann ich als Ablenkung nur empfehlen!

Dienstag morgen ging es los nach Frankfurt O, mein Mann und ich saßen noch im Straßencafé beim Frühstück, die Sonne schien uns ins Gesicht und ich rauchte meine allerletzte Zigarette – aber trotz des schönen Morgens war ich langsam nervös und ein wenig wackelig auf den Beinen.

Im Krankenhaus vor der Anmeldung gabs dann die letzten Bemerkungen á la „Guck dir meine Nase noch mal an, so sieht die nie wieder aus“ und „wenn wir uns das nächste mal sehen, habe ich schon ein richtiges Profil – versteckt in einem Kürbiskopf“ und dann war ich auf einmal alleine da und verbrachte gut drei Stunden bei verschiedenen Ärzten und Schwestern, die mich alle immer das gleiche gefragt haben. Blut wurde abgenommen und endlich konnte ich aufs Stationszimmer.

Da ist mir dann aber auch gleich die Kinnlade runtergeklappt – Dreibettzimmer, o.k., aber ohne Dusche, der versprochene Internetzugang fehlt und alles ist ein bisschen … alt ist das falsche Wort. Die Unfallchirurgie ist eine der letzten Stationen, die hier noch nicht renoviert und saniert wurde, leider. Eine meiner Zimmernachbarinnen wartet schon seit Freitag auf ihre Schulter-OP nach Unfall und die zweite Frau (schon über 70) hat neben der zweiten Schulter-OP auch Parkinson, was die Nächte sehr unruhig macht. Aber beide sind sehr nett, nur zum Schlafen komme ich in dieser Nacht nicht. Die Unruhe im Bett neben mir und das ohrenbetäubende Schnarchen im anderen Bett machen jeden Gedanken an Schlaf für lange Stunden zunichte. Unglaublich diese Geräuschkulisse! Wer weiß, welche Geräusche ich ab heute Abend von mir geben …

Am gestrigen Abend war der Chirurg (er hat ja hier nur Belegbetten) noch bei mir, um den Splint abzuholen und verschiedene Möglichkeiten zu besprechen. Der OK soll 5 mm gerade nach vorn verlagert werden.

Er: „Das ist aber sehr viel. Kann sein, dass ihr Knochen nicht stark genug ist für 5 mm. Wissen Sie, was ich dann mache?“

Ich: „Keine Ahnung. Nur 3 mm vorverlagern??“

Er: „Nö.“

Ich: „ Ein kompliziertes Titangeflecht einsetzen???“

Er: „Wie kommen Sie denn auf diese abstruse Idee?!“

Ich: „Dann weiß ich es auch nicht.“

Er: „ Dann machen wir einen Knochentransplantation. Und wissen Sie, wo ich den Knochen herhole?“

Ich: (angstvoll) : „Aus dem Oberschenkelhals??????????????“

Er saß lachend am Tisch und meinte, er würde mich mit der Info, dass er den Knochen „Nur“ aus dem Unterkiefer holt, beruhigen, war aber nicht so. Naja, schon besser als den Oberschenkel auch noch aufzuschnippeln. Wir haben noch ein bisschen über die Notwendigkeit der Magensonde diskutiert und Übelkeit durch zu viel Schmerzmittel und ich hatte ganz leicht den Eindruck, dass er die Idee, die Magensonde zum Abpumpen des Blutes zu verwenden gut fand, bisher aber nicht auf seinem Plan stand.

Aber: Insgesamt habe ich – wie bisher auch – einen sehr guten Eindruck von ihm, das Gespräch war sehr nett und auch sehr witzig. Und was das Krankenhaus angeht: Nun ja, es ist eben kein Wellnessurlaub und auch kein Wellnesshotel. Und im übrigen kriege ich ja seit gestern Abend eh nix mehr zu Essen – und das hat seine Vorteile. Denn die Fleischklößchen im Frikassee haben doch gestern Mittag ganz deutlich nach Desinfektionsmittel geschmeckt.

Oh jetzt kommen die Techniker und legen mit einen Modemanschluss – vielen Dank, dann lasse ich den noch einrichten und dann muss ich auch schon das OP-Hemd überstreifen (Netzhöschen und Thrombosestrümpfe bleiben mir erspart.)

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Das Team im OP war super lieb gewesen, ich war echt dankbar dafür. Die Anästhesistin streichelt mein Gesicht, erklärte genau was sie warum machte, wischte meine Tränen weg und ich erklärte Schwester Heidrun, dass bei mir nur Dr. **** operieren dürfte und auch nur den Oberkiefer (den ganzen Morgen mußte ich mir Geschichten von falschen OPs anhören). Sie lachte, zeigte zur Tür und da nahm ich noch verschwommen meinen KC wahr, dann wirkte die Narkose und ich verschwand ins Land der tiefen Träume.

Genauso lieb weckte mich die Anästhesistin auch wieder auf der Wachstation mit den Worten "Es ist alles gut gegangen, der Dr. hat gute Arbeit gemacht und es sieht toll aus." Ich schielte auf meine Nase, ja, definitiv anders als zuvor. Schmerzen hatte ich keine, aber die Schwester nötigte mich doch, einige Male auf meine Schmerzpumpe zu drücken ("Dippie"). Kurzer Test mit der Zunge - Oberkiefer sitzt über Unterkiefer, ich fühle auch alle Zähne, gut. Dann kam sie auch gleich mit einem Spiegel - sehr nett gemeint, nur ohne Brille kann ich mein eigenes Spiegelbild nicht von dem nächstbesten Magazincover unterscheiden :wink:

Dann gings hoch auf die Station und eine nette Mitpatientin reichte mir Brille und ***** und ich mußte erstmal ein Foto von mir machen und ansehen und meinem Mann simsen, dass ich wieder bei Bewußtsein bin.

Den ganzen Mittwochabend fühlte ich mich ganz gut, ich war so froh die OP gut überstanden zu haben, die Schwellungen waren nicht so stark, Schmerzmittel konnte ich mir selbst dosieren, mein Mann äußerte sich begeistert über das "neue" Profil und wenn mir alles zu viel war, döste ich einfach ein. Einziger Nachteil: Ich hatte Durst. Und durfte nix trinken.

In der Nacht wurde mir plötzlich übel. Die Schwester bat mich, mich zusammenzureißen, das wäre jetzt ganz unpassend. Habe ich ungefähr zwei Stunden lang versucht. Immer, wenn sie ins Zimmer kam, gab es einen super Tipp gegen Übelkeit: "Setzen Sie sich doch aufrecht hin." "Lassen Sie mal die Schmerzmittel weg." "Das Spray gegen den trockenen Mund kann ja auch Übelkeit verursachen." "Ich geb Ihnen Tropfen."

Und so saß ich mit trockenem Mund und ansteigenden Schmerzen im Bett und mir wurde immer übler. Besser wurde es erst, als alles Blut raus war, dann habe ich vielleicht auch noch eine Stunde geschlafen, mehr wurde es leider nicht.

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Der Tag nach der Op war vor allem von zwei Wünschen geprägt: 1. der Wunsch nach Eisbeuteln (der immer umgehend erfüllt wurde) und 2. der Wunsch nach Wasser (der leider nicht erfüllt wurde). Morgens war Chefarztvisite und der sagte mir sehr nett, dass der Tag nach so einer OP nicht der schönste im Leben sei, aber auch vorbeigehe. Und genau so war es auch. Ich hatte nicht wirklich Schmerzen, war aber durch das Schmerzmittel nicht immer so ganz klar und die Spannungen im Gesicht waren schon sehr unangenehm. Ich hatte ja die Magensonde, aber durch meine nächtliche Übelkeit waren alle Schwestern so aufgescheucht, dass sie sich nicht trauten, mir Tee oder ähnliches durch die Nase zu verpassen.

Durch die Magensonde und das viele Kühlen verschnupfte sich meine Nase und ich bat eine Schwester um Nasenspray. Leider war das eine von der Sorte "Ist doch nicht mein Problem, das sie nicht reden können." Die wollte mich echt nicht verstehen. Zum Glück gibts ja noch Stift und Zettel, das war dann eindeutig genug und ich bekam Nasenspray.

Am Nachmittag kamen zwei Kolleginnen vorbei und guckten mich ein bißchen schockiert an - aha, die Schwellungen hatten also zugenommen. Nach einem Blick in den Spiegel fand ich aber auch, dass ich wie ein pausbäckiges Eichhörnchen aussah. Aber die Ablenkung durch Besuch war sehr nett und verkürzte mir die Wartezeit auf meinen KC, der am Abend vorbeikam. Er erklärte kurz die Op: Er hat zwei Stunden lang operiert, beim dritten Anlauf paßte der OK perfekt in den Splint, vorher wollte er gar nicht und das Knochenmaterial war ausreichend, er mußte keine Knochen zusätzlich implantieren. Er hat den OK exakt 5 mm nach vorn verlagert, ganz gerade ohne zu schwenken. Er schien ganz zufrieden. Zwei meiner Fragen waren natürlich, wann ich trinken darf und wann nach Hause und beides wollte er mir noch nicht beantworten. Aber immerhin sorgte er dafür, dass ich sofort einen Kräutertee per Sonde bekam, super, gerade so vorm Dehydrieren gerettet.

In der Nacht konnte ich zwar wieder fast gar nicht schlafen, aber immerhin war mir nicht mehr übel und darüber waren sowohl ich als auch die Nachtschwester sehr froh.

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Am 2. Tag post OP durfte ich (endlich) die Flüssignahrung per Magensonde probieren - da stand nicht mal ne Geschmacksrichtung drauf! :(

Egal, 500 Kalorien, konnte ich gerade ganz gut gebrauchen und es war auch nicht weiter unangenehm. So habe ich eigentlich den ganzen Tag verbracht - entweder hing ich an der Magensonde oder am Tropf wegen dem Antibiotikum und am Abend wurde meine "Dippie-Schmerzpumpe" wieder angeschlossen.

Meine Konzentrationsfähigkeit war noch ganz schön geschwächt, lange lesen ging gar nicht, Fernsehen hat mich auch nicht wirklich interessiert und Spaziergänge habe ich nur sehr kurze gemacht, weil das mit dem Schlauch aus der Nase immer für schiefe Blicke sorgt. :roll:

Am Abend kam der KC, wirkte ganz zufrieden und machte mir leider gar keine Hoffnungen, dass ich bereits am Wochenende nach Hause dürfte.

Ganz ähnlich verging der dritte Tag post OP. Mit dem Unterschied: Am Abend bestand ich darauf, dass mir die Magensonde gezogen wird. Und sie wurde! Etwas unangenehm, dafür hatte ich danach sehr viel bessere Chancen Luft durch die Nase atmen zu können. Leider war es schon gut eine halbe Stunde nach dem Abendessen und ich konnte keine Schwester dazu bewegen, mir jetzt noch eine Suppe zu bringen. :( Aber ich sage euch: Vorfreude ist die schönste Freude, auch und erst recht in diesem Fall.

Am nächsten Morgen versuchte ich, einen Platz in der Dusche zu ergattern - leider vergeblich. Da in dem einzigen Stationsbad auch die barrierefreie Toilette war, gab es morgens eine recht lange Schlange. Eindeutiges Ziel für morgen: Duschen!

Dann wartete ich ganz hibbelig aufs Frühstück - schließlich habe ich einige Tage lang meinen Mitpatientinnen bei täglich vier Mahlzeiten zusehen müssen! Die Schwester brachte ein Tablett mit vier Suppen - wie im Schlaraffenland. Leider waren zwei so dick und mit Einlage, die paßten beim besten Willen nicht durch den Splint. Aber mit dem Rest war ich auch seeeeeehr glücklich.

Ich begann auch Streifzüge durch den Hof und den kleinen Park des Krankenhauses zu machen, sehr weit bin ich nicht gekommen, denn mein Kreislauf mußte sich erst wieder an den aufrechten Gang gewöhnen.

Am Abend habe ich dann das letzte Mal meine Schmerzpumpe anschliessen lassen, tagsüber hatte ich fast keine Schmerzen gehabt und ich wollte endlich komplett unabhängig von den Nadeln und Flexülen sein. Ich hatte immerhin den dritten und vierten Zugang an diesem Tag gelegt bekommen - die ersten beiden waren irgendwann verstopft und schmerzten, der dritte war falsch gelegt und funktionierte nicht ... viele Möglichkeiten boten meine Arme langsam nicht mehr. Also genoss ich das "Wegrauschen" in den Schlaf mit dem Schmerzmittel, auch wenn es leider nicht lange anhielt. Nachts weckte mich der Arzt mit dem Antibiotikum und dann lag ich wie gewohnt ab halb vier Uhr morgens wach und wartete auf Tageslicht.

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Da hatte ich mir so vorgenommen, täglich in meinem OP-Bericht zu schreiben, oh je, und nun liegt die OP schon 7 Wochen hinter mir.

Kurzgefaßt: Ich blieb 7 Tage im Krankenhaus (der KC hatte einen Tag "Draufgepackt", weil meine Kinder noch sehr klein sind und er mich vor Stress und Kinderheben noch schützen wollte) und Schmerzen habe ich nur anfangs gehabt und auch die nicht sehr stark. Problematisch waren aber lange Zeit: Nachdenken, sprechen, Dinge gleichzeitig machen - ich sage immer, bei der OP ist mein Schalter für Multi-Tasking kaputt gegangen und der KC hat vergessen, ihn zu ersetzen.

Für 16 Tage war mein Mund verschnürt und ich habe mich von Brühe und Fencheltee ernährt, dann hatte meine KFO Mitleid und hat mir erlaubt, zum Essen den Splint zu entfernen. Der erste Brei war ein Fest!

Ca. 2 Wochen hatte ich Probleme mit der Mundöffnung, aber das wurde nach und nach.

Schwellungen hatte ich wenig, nach zwei Wochen war fast nichts mehr zu sehen - ich hatte auch homöopatisch nachgeholfen.

Das Wichtigste: Es ist toll geworden, ein richtiges Profil, tolle Zahnstellung, ich lache gern, der KC ist stolz und die KFO mehr als zufrieden.

Und hier gabs doch mal die Diskussion zum Thema Haare ab nach der OP: Meine sind jetzt auch radikal gekürzt, was leider dazu führt, dass mich viele jetzt gar nicht mehr erkennen.

Anbei ein paar Fotos - ein altes Profilbild habe ich gerade nicht zur Hand, existiert aber noch ...

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Hallo!

Gratulation zur überstandenen Op! Klingt ja halb so schlimm deine Schilderung. Hoffe bei mir geht es auch so unproblematisch ab!

l.g Jacky

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Hallo,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zur überstandenen OP- es hört sich sehr gut an und es sieht wirklich sehr, sehr schön aus. Die Frisur trägt natürlich dazu bei. Ich finde, daß bei der Frontalansicht die Veränderung nicht so groß ist (ich glaube, die Frisur hat hier die größere Wirkung:-D ). Bei mir war das ähnlich: ich hatte eine Bimax und habe mir ein paar Wochen später die Haare abgeschnitten und gefärbt- danach haben mich viele Leute nicht erkannt. Jetzt bin ich wieder bei meiner alten Haarfarbe/frisur angekommen und der Unterschied ist frontal praktisch nicht sichtbar.

Du siehst auf jeden Fall frischer, (noch) schöner, jünger und zufriedener aus!

Viele Grüße

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