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Erfahrungsbericht: Bimax am 17.04.2008, Seegartenklinik in Heidelberg

Meine Kieferoperation

Ein Erfahrungsbericht

Wenige Tage nach meinem 39. Geburtstag wurde ich am 17.04.2008 in Heidelberg in der SeegartenKlinik vom Kieferchirurg Dr. Frey operiert. Nach einer 1-jährigen kieferorthopädischen Behandlung mit einer fest sitzenden Zahnspange wurde der Unterkiefer ca. 7 mm nach vorn verlagert sowie der Oberkiefer ca. 4 mm nach oben versetzt.

Im folgenden Bericht habe ich meine Erlebnisse und Erfahrungen dazu aufgeschrieben.

12 Monate vor der OP

Auf Empfehlung meines behandelnden Kieferorthopäden kam ich zu Dr. Frey, der mir ausführlich die Operationsmethode erläuterte und welche Kosten dabei auf mich zukommen würden. Die sehr gute Beratung überzeugte mich von der fachlichen und sozialen Kompetenz des Kieferchirurgen und von den Vorteilen der Behandlung in der Seegartenklinik. Vor der Operation fanden mehrere Termine in der Praxis für eine möglichst optimale Vorbereitung statt.

OP-Tag

Die Operation dauerte etwa 4 Stunden. Während der OP hatte ich ca. 0,7 l Blut verloren und um auf die Beine zu kommen, bekam ich anschließend ein kreislaufstärkendes Mittel. Ich hatte keine allzu großen Schmerzen. In Begleitung der Schwester durfte ich vorsichtig aufstehen und auf die Toilette gehen. Beim Aufstehen bekam ich in einem Nasenloch meistens Nasenbluten, wohl von dem Beatmungsschlauch, welcher während der OP durch das Nasenloch geführt wurde.

Ich kühlte fast rund um die Uhr mein Gesicht, damit die Schwellung nicht allzu stark wird (2 Gel-Akkus in ein Tuch gewickelt und über dem Kopf zusammengebunden).

Die neue Konstruktion im Mund fühlte sich noch sehr ungewohnt und instabil an: ich konnte das Kiefergelenk nicht bewegen und mein Mund stand die ganze Zeit leicht offen. Die Zähne konnte ich nicht auf einander beißen, in den Zwischenspalt passte gerade ein kleiner Löffel zum Essen hindurch. Das Trinken ging am besten aus einer Schnabeltasse. Das Sprechen ging zwar, aber recht eingeschränkt.

Für die Nacht bekam ich Schmerzmittel in Tropfenform, dadurch spürte ich fast keine Schmerzen. Trotzdem konnte ich in der Nacht kaum schlafen und war sehr unruhig. Da ich mich an die Umstände erst langsam gewöhnen musste und Ruhe brauchte, war ich sehr froh, im Einzelzimmer untergebracht zu sein.

1.Tag nach OP

Morgens hatte ich einige Kreislaufprobleme und bekam deshalb eine Spritze. Tagsüber wurde es besser und ich konnte allein aufstehen und vorsichtig einige Schritte auf dem Gang laufen.

Zur Vermeidung von Infektionen sollte ich meinen Mund so oft wie möglich auszuspülen. Das klingt leicht, war für mich aber sehr schwierig, denn ich fühlt mich schwach und in meinem Mund war alles extrem empfindlich. Eine gute Lösung war es, sich auf einen Stuhl vor das Waschbecken zu setzen, um Kraft zu sparen.

Zum Essen gab es beispielsweise ein Gläschen Babybrei, etwas milden Fruchtjoghurt und eine zerquetschte Banane.

Die Schwester kümmerte sich ausgezeichnet um mich und um die junge Frau im Nebenzimmer. Da wir die einzigen Patienten waren, wurden wir sehr persönlich und fürsorglich betreut.

2.Tag nach OP – Tag der Entlassung

Zur Fixierung der neuen Kieferstellung wurden an diesem Tag von Dr. Frey auf jeder Seite im Mund zwei Gummis eingehängt. Dadurch ließ es sich schwieriger essen, aber sonst störte es nicht allzu sehr.

Gegen Mittag wurde ich nach Hause entlassen.

Ich merkte, dass es in kleinen Schritten aufwärts ging, was das Befinden betrifft. Auch das Nasenbluten beim Aufstehen trat nicht mehr auf und das Mundausspülen ging schon etwas leichter. Unverändert war das vollständige Taubheitsgefühl im gesamten unteren Gesichtsbereich: das Kinn, die Wangen bis an den unteren Rand vom Auge, die Lippe, der innere Mund.

Weiterhin hatte ich Schmerzen beim Schlucken, die ich im Halsbereich bis hinauf zu den Ohren spürte. Deshalb nahm ich weiterhin Schmerzmittel. Am besten konnte ich lauwarmen Tee trinken.

3.Tag nach OP

Der Mund stand immernoch leicht offen. Ich konnte die Lippen aufgrund der Schwellung einfach nicht schließen. Beim Gehen oder beim Vorbeugen führte das dazu, dass der Speichel immer aus dem Mund rann, was noch einige Tage andauerte.

Ich nahm gegen die Halsschmerzen und für ein besseres Wohlbefinden 3 mal täglich eine Schmerztablette.

4.Tag nach OP

Meine Mundwinkel waren noch sehr wund und ich probierte diverse Cremes aus. Auch im Mundinneren (besonders unter der Oberlippe und in den Wagen) gab es immer stärker schmerzende wunde Stellen. Diese wurden durch den Druck der angeschwollenden Lippen und Wangen auf die Brackets der Zahnspange hervorgerufen. Ich behandelte diese Stellen mit Kamillentee und Kamillan.

Zähneputzen konnte ich nur sehr eingeschränkt und nur mit einer sehr weichen Zahnbürste.

5.- 9. Tag nach OP

Wie sich nach einer Woche herausstellte, trat bei mir eine Allergie gegen das Antibiotikum Glyndamicin auf. Diese äußerte sich in zuerst durch Bläschenbildung im inneren und äußeren Mundbereich, später durch einen juckenden Ausschlag. Nach entsprechender Behandlung mit einem Antihistaminikum und mit Kortison klangen die Reaktionen innerhalb von einigen Tagen ab.

Durch die brennenden Bläschen im Mund konnte ich nur sehr wenig essen. Nach 10 Tagen hatte ich 8 Kilo Gewicht verloren.

Der weitere Verlauf:

10 Tage nach OP:

Die Fäden im Mund wurden gezogen. Die Allergieerscheinungen gingen langsam zurück.

18 Tage nach OP:

Beginn der Krankengymnastik / manuelle Therapie zur Minderung der Schwellung, für die Lockerung der Muskulatur und für die Beweglichkeit im Kiefergelenk.

24 Tage nach OP:

Meine Kräfte kehrten von Tag zu Tag mehr zurück. Die Schwellung im Gesicht war nur noch gering. Den Mund und die Lippen konnte ich von Tag zu Tag besser bewegen und steuern. Das Taubheitsgefühl war allerdings fast so wie zu Beginn.

Beim Essen und Trinken bemerkte ich ebenfalls täglich Fortschritte. Ich konnte inzwischen weiche Dinge essen.

28 Tage nach OP:

Mein erster Arbeitstag im Büro nach der Operation.

An Gewicht hatte ich wieder etwas zugenommen: nur noch 5 kg unter dem Vor-OP-Gewicht.

2-3 Monate nach OP:

Insgesamt führte ich 40 Behandlungen mit Krankengymnastik und manueller Therapie durch. Dadurch wurde erreicht, dass sich die Muskulatur lockerte und die Möglichkeit für die Mundöffnung stark verbessert wurde. Aber es dauerte dann noch etwa weitere 3 Monate (ohne Behandlung), bis ich meinen Mund wieder so weit wie vor der Operation öffnen konnte.

Sehr langsam kam das Gefühl im Gesichtsbereich wieder zurück.

4 Monate nach OP:

Die Zahnspange wurde vom Kieferorthopäden entfernt. Endlich sah ich das Ergebnis der 1 ½ jährigen Behandlung. Ich war zufrieden, es dauerte aber einige Wochen, bis ich mich selbst an mein neues Aussehen vor allem beim Bewegen der Gesichtsmuskeln (beim Sprechen und Lachen) gewöhnt hatte.

11 Monate nach OP:

Die Operation zur Entfernung der Schrauben und Platten wurde ambulant (unter Vollnarkose) wiederum von Dr. Frey in der SeegartenKlinik durchgeführt. Die Operation dauerte etwa 1 Stunde.

Mir ging es nach der Operation recht gut, ich hatte wenig Schmerzen, aber die Schwellung im Gesicht fast so stark wie bei der ersten Operation. Ich konnte den Mund in den ersten 3 Tagen nur ca. 1 cm öffnen und auch nur weiche Dinge essen. Die Schwellung ging ab dem 3. Tag wieder zurück. Ab dem 5. Tag nach der OP nahm ich meinen Job im Büro wieder auf. Am 8. Tag nach der OP wurden die Fäden gezogen. Damit war die kieferchirurgische Behandlung endgültig abgeschlossen.

Fazit nach 12 Monaten nach der OP:

Die neue Zahn- und Kieferstellung ist sehr gut geworden, dies bestätigen mir auch viele Bekannte und mein Zahnarzt. Ich selbst freue mich sehr über das Ergebnis und habe die Entscheidung für die aufwändige und teilweise strapaziöse Behandlung zu keiner Zeit bereut.

Im Gesicht ist das Gefühl zum größten Teil wieder zurückgekehrt. Vom Kinn bis zur Unterlippe spüre ich aber weiterhin bei Berührungen nur ein Kribbeln und Bizzeln. Dies führt beim Sprechen und bei der Gesichtsmimik zu einer leichten Beeinträchtigung. Ich hoffe, dass diese Einschränkungen im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch weiter nachlassen.

Kosten:

Als gesetzlich versicherter Patient wurden von meiner Krankenkasse die Kosten für die erste (stationäre) Operation anteilig übernommen. Dazu wurde von mir vor der Operation ein formloser Antrag bei der Krankenkasse gestellt. Mein verbliebener Eigenanteil betrug ca. 1.500 EUR.

Für die zweite Operation werden die Kosten von der Krankenkasse komplett übernommen, da diese Operation ambulant durchgeführt wurde.

Viele Grüße

M. K.

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herzlichen Glückwunsch das du es überstanden hast!!!

ich hab die bimax op noch vor mir, und mach mir natürlich so meine gedanken!!!

es es freut mich zuhören das du alles so gut überstanden hast!!!

gibts von dir vorher nachher bilder???

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Ja, klar gibt es welche. Ich habe Sie nur nicht auf diesem Computer... Ich werde diese aber die Tage überspielen und dann muss ich mal sehen wo ich diese hier hochladen kann...

viele grüße

MK

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Hi picasso,

herzlichen Glückwunsch, dass alles bei dir so gut gelaufen ist.

Da wurde ja fast so viel mm`s gemacht wie bei mir.

Die Titanplattenentfernung lasse ich allerdings unter Narkose machen.

Viel Glück noch weiterhin und danke für deinen Bericht,

lg. janine67

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wie war es denn bei dir in sachen schmerzen????

das ist bei mir eine der größten ängste weil ich im gesicht sehr empfindlich bin!!!

lg steffi

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@ Janine67

Habe die Metallentfernung natürlich auch unter Narkose machen lassen... nur halt Ambulant. Durfte danach nach Hause.

@ Lady_Like22

Um Ehrlich zu sein hatte ich wirklich kaum Schmerzen. Du bekommst ja auch einiges an Schmerzmittel...

p.s. hoffe ich schaffe es bald mal mit den Bildern.

liebe grüße

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Na dann ist ja gut. Es soll ja angeblich Betroffene geben, die das ambulant und mit örtllicher Betäubung machen lassen.

Also ich glaub ich möchte erst einmal im Krankenhaus hinterher bleiben -wenigstens 1 Tag zur Beobachtung.

Wie lange hat es denn bei dir nach der Titanplattenentfernung gedauert, bis du richtig abgeschwollen warst? Bist du mit noch geschwollenem Gesicht wieder zur Arbeit gegangen?

lg, janine67

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