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Suri

Kosten Krankenhausaufenthalt, Hinzuziehen einer ZV

Hallöchen,

ich habe mich durch einige Threads hier schon gewühlt. Es ist sehr schwer die richtigen Informationen zu finden. Bisweilen gehen die Meinungen ja auch schon auseinander. Aber vielleicht kann jemand möglichst konkret auf meine Fragen antworten, der eventuell selbst schon die Situation hatte:

  • Meine gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für Kfo und Kfc.

  • Ich habe seit einem Jahr eine private Zusatzversicherung.

  • Ich werde voraussichtlich eine Kieferrückverlagerung (+Begradigung) in der Uniklinik bekommen

Nun zu meinen Fragen:

Wird der Krankenhausaufenthalt komplett von der Krankenkasse übernommen oder muss ich noch zusätzlich ein Krankenhaustagegeld zahlen?

Sofern ich Krankenhaustagegeld zahlen muss, kann ich diese Kosten über meine Zusatzversicherung laufen lassen?

Wenn ich eine Zusatzversicherung habe und diese verbesserte Bedingungen für Krankenhausaufenthalte vertraglich zusichert (z.B. 1-Bett-Zimmer), kann ich das Upgrade (sprich die Differenz zwischen Basiszahlung durch die GKV und die Gesamtkosten) von der Zusatzversicherung zahlen lassen? Oder müsste die Zusatzversicherung dann komplett für die Kosten aufkommen?

Ist das Krankenhaustagegeld der Zusatzversicherung eventuell sogar schon die Begrenzung der Höhe der Zuzahlung bei einem Krankenhausaufenthalt (sprich: Wird mit dem mir zugesicherten Krankenhaustagegeld auch der höhere Preis für ein 1, bzw. 2-Bettzimmer abgedeckt oder sind das 2 separate Positionen)?

Natürlich muss ich noch einmal genau in die Vertragsbedingungen meiner Zusatzversicherung schauen.

Aber wenn jemand das schon in der Praxis durch hätte, dann würde ich das sicherlich etwas besser verstehen.

Werde mich freuen, wenn hier jemand etwas mehr Aufschluss geben kann.

LG

Suri

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Eine verbindlichere Auskunft kann man Dir wirklich erst geben, wenn mehr über den Umfang deiner privaten Zusatzversicherung bekannt wäre.

Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass Du einen privaten Krankenversicherungsschutz für stationäre Leistungen im Rahmen einer Zusatzversicherung sowie eine Krankenhaustagegeldversicherung (KHT) hast.

Die private Zusatzversicherung übernimmt normalerweise die Kosten für stationäre Wahlleistungen.

Das sind Leistungen

a) für die bessere Unterkunft im Ein- oder Zweibettzimmer (je nachdem was Dein Vertrag vorsieht) und/oder

B) für die private Inanspruchnahme eines liquidationsberechtigten Wahlarztes (Chefarzt)

Je nach Ausgestaltung Deines Versicherungsschutzes kannst Du nur a) oder nur B) oder a) und B) wählen.

Deine Wahl musst Du mit dem Krankenhaus vertraglich und schriftlich vereinbaren - mit einer sogenannten Wahlleistungsvereinbarung.

Ist a) und B) versichert und Du entscheidest Dich für beides, passiert folgendes:

- die Uniklink rechnet direkt mit der gesetzlichen Krankenkasse die Regelleistungen ab (also die Vergleichskosten für eine Behandlung im 3 Bettzimmer).

- für die bessere Unterkunft im Ein- oder Zweibettzimmer erhältst Du eine Rechnung von der Uniklinik.

- für die wahlärztlichen stationären Leistungen erhältst Du eine Rechnung des operierenden Chefarztes.

Aufgrund der sogenannten Wahlarztkette (das heißt: alle liquidationsberechtigten Ärzte, die Dich stationär behandeln, dürfen Dir eine Rechnung stellen) erhältst Du noch eine Rechnung der Chefarztes für Anästhesie, für Pathologie und ggfs. Radiologie.

Die gesetzliche Kasse zahlt meist problemlos ihren Anteil.

Die private Zusatzversicherung zahlt ebenfalls problemlos die Kosten für die bessere Unterbringung.

Schwierigkeiten gibts manchmal mit der Liquidation des Chefarztes. Der Arzt und die private ZusatzVersicherung (PKV) sind nicht immer der gleichen Meinung, was die Auslegung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) anbelangt.

Deshalb mein Tipp: lass Dir vom Chefarzt einen Kostenvoranschlag für die KFC geben und reiche den bei der privaten Zusatzversicherung ein. Dann gibt man Dir konkret Auskunft, was die PKV bereit ist zu zahlen.

Wenn Dein Chefarzt für die Bimax nicht mehr wie 4000 EUR verlangt, macht die PKV erfahrungsgemäß keine Schwierigkeiten

Achtung: Vor jeder OP findet immer eine sogenannte Modelloperation statt. Diese wird meist ambulant durchgeführt - das heißt, dass diese Kosten (rund 500 EUR) auch von der privaten Zusatzversicherung nicht erstattet werden. Die leistet ja nur für stationäre Behandlung. Selbst wenn Sie vom Chefarzt im Rahmen der stationären Behandlung durchgeführt wird, gibts manchmal Probleme. Es gibt Zusatzversicherungen, die sehen nur Leistungen vor, die im Rahmen der GOÄ berechnet werden. Die Modelloperation wird aber fast immer nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) berechnet.

Die GKV übernimmt die Modelloperation soweit ich weiss nur im Ausnahmefall.

Zu Deiner Krankenhaustagegeldversicherung:

Hier zahlt Dir die Zusatzversicherung einen festen Betrag für jeden Tag, den Du stationär im Krankenhaus verbracht hast. Angenommen Du hast einen Tagesatz von 100 EUR versichert. Dann erhältst Du für eine 7- tägige stationäre Behandlung einen Betrag von 700 EUR.

Zu Deiner Frage:

Ist das Krankenhaustagegeld der Zusatzversicherung eventuell sogar schon die Begrenzung der Höhe der Zuzahlung bei einem Krankenhausaufenthalt (sprich: Wird mit dem mir zugesicherten Krankenhaustagegeld auch der höhere Preis für ein 1, bzw. 2-Bettzimmer abgedeckt oder sind das 2 separate Positionen)?

Hier musst Du tatsächlich in deinen Vertrag schauen, damit diese Frage beantwortet werden kann.

Normalerweise sieht eine private Zusatzversicherung kein KHT im eigentlichen Sinne sondern nur ein Ersatz-KHT vor. Des Ersatz-KHT wird Dir bezahlt wenn Du auf eine Wahlleistung also a) oder B) verzichtest.

Beispiel: Dein Vertrag sieht Wahlleistungen für die bessere Unterkunft UND privatärztliche Leistung vor. Gleichzeitig verspricht der Vertrag ein Ersatz-KHT von z.B. 30 EUR für den Verzicht einer dieser Leistungen.

Wenn Du dann nur privatärztliche Leistung des Chefarztes wählst, aber ins 3-Bettzimmer gehst, dann kriegst Du pro Tag im Krankenhaus 30 EUR - sozusagen als Zuckerl für ersparte Leistungen.

LG

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waren das nicht 10 Euro pro Krankenhaus Nacht?

Ich war 2006 5 Tage im Krankenhaus und das kostete 50 Euro Zusatz, als ich ein andermal op hatte und am selben Abend wieder entlassen wurde kostete es nichts...

Du musst unterscheiden zw. dem Betrag den ein Versicherter der GKV für einen Krankenhausaufenthalt zahlen muss (Gesetzlich festgelegt) und dem was er über eine Zusatzversicherung wie Krankenhaustagegeld (frei vertraglich vereinbar mit der Versicherung und dem Patienten) erstattet bekommt.

gruss

michael

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Hallöchen,

und herzlichen Dank für die tollen Erläuterungen!!!

Nun hatte ich die Tage auch in meine Unterlagen geschaut und war ganz schockiert, dass ich gar keine Zusatzversicherung bezüglich Krankenhausaufenthalt hier in Deutschland habe :???:

Ich habe eine Krankhaustagegeld- und Krankenversicherung für das Ausland und eine Zahnzusatzversicherung mit Erstattung von 50% der Kosten. Das war's...Ich hatte das Versicherungspaket, dass meine Mutter damals für mich abgeschlossen hatte so übernommen und war der Meinung eine normal Zusatzversicherung wäre auch dabei gewesen. Naja, also werde ich eben nehmen, was ich kriege:mrgreen:

Aber nachdem ich mich dennoch ziemlich eingehend damit befasst habe, was die Kasse eventuell erstatten würde, wenn ich sie hätte, fand ich deine lange und aufschlussreiche Antwort, Hopeforsurgery, sehr gut. Ich danke vielmals. Und bin jetzt ob der klasse Information ganz traurig, dass ich im Ernst keine PZV habe *grmpf*

Ich glaube und hoffe aber, dass dieser Thread sicher auch vielen anderen weiterhilft, die eine ähnlich umfangreiche Frage haben wie ich.

Herzliche Grüße

Suri

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Rede mit Deiner Versicherung.

Vielleicht kannst Du den Vertrag auf eine andere Leistung umstellen (gegen höheren Betrag) und so eine Karenzzeit vermeiden.

Ob Sie dann noch das Krankenhaus bezahlen sei dahin gestellt...

Aber dann hättest Du den Schutz in Zukunft. Manchmal geht halt bei Leistungswechsel das ganze einfacher, als wenn man einen neuen Vertrag sonst abschliesst.

gruss

Michael

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Lieber Michael,

eine Vertragsumstellung ist sicher denkbar und wohl für zukünftige notwendige stationäre Heilbehandlungen auch sinnvoll.

Aber bitte nicht übersehen:

die Private Krankenversicherung leistet nichts (auch keine Behandlung im Ein-Zweibettzimmer und auch keine stationären ärztlichen Leistungen) für Versicherungsfälle, die bereits vor Versicherungsbeginn eingetreten sind. Der Versicherungsfall ist hier bereits mit dem Anraten der KFC eingetreten.

Und:

verschweigt man die beabsichtigte KFC wird die Versicherung per Rücktritt beendet.

.... schnell noch für ein bereits brennendes Haus eine Feuerversicherung abschließen ...... das geht leider nicht.

LG

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