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Suri

GNE + 4 Weisheitszähne

Hallo,

(hier zur Vorgeschichte: http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=6021 )

nun mein Erfahrungsbericht zur GNE und Entfernung meiner 4 Weisheitszähne an der Uniklinik Frankfurt:

Am Donnerstag, den 10.09.09 hatte ich Termin um 8Uhr. Einchecken war um 6:30Uhr. Eine weitere Patientin checkte mit mir zeitgleich ein. Uns wurde unser Zimmer zugewiesen und dort lag schon jemand, die, wie sich herausstellte, schon seit 2 Tagen auf ihre OP wartete. Zimmer bezogen und gewartet. Um 8Uhr sollte ja Termin sein. Naja, wie das so ist, wurde ich erst gegen 11Uhr zur OP benachrichtigt. Das Mädel, dass mit mir eingecheckt hatte, musste nach Hause gehen. Offenbar sind die Kapazitäten für die Mund-, Kiefer und plastische Gesichtschirurgie in der Uniklinik sehr gering (mit nur 2 Op-Räumen), so dass das wohl häufiger vorkommt, dass jemand wieder heimgeschickt wird. Ich bin so froh, dass es nicht mich getroffen hat! Ist ja furchtbar, wenn man mental schon drauf vorbereitet ist und dann musst du nochmal wiederkommen mit Sack und Pack...

Vor der OP durfte ich mir dann die Thrombosestrümpfe anziehen, das berühmte Oberteil mit Hinternfreiheit, einen übergroßen Schlüpfer und eine OP-Haube über die Haare. Ich legte mich im OP-Raum auf die Liege, der Anästhesist stellte sich vor, stellte mir noch ein paar Fragen und erklärte mir jeden einzelnen Schritt, den er unternahm. Es war inzwischen 13:05Uhr, wie ich der Uhr an der Wand gegenüber entnehmen konnte.

Der Anästhesist brachte eine Kanüle an meinem Handrücken an und ließ mich durch ein Atemgerät atmen. Mir sollte schlummrig werden. Wurde mir aber nicht. Dann haben sie losgelegt und in dem Moment, als ich dachte, meine Hand würde vor Schmerzen gleich explodieren (das war wohl das Schlafmittel durch die Kanüle), war ich auch schon weg.

Dann hörte ich meinen Namen und war schlagartig wieder da. Ich wurde durch irgendwelche Räume und Gänge in den sogenannten Aufwachraum gefahren. Ich spürte, dass mein Gesicht dick war, der Mund offen, kaum Gefühl in den Lippen oder angrenzenden Bereichen und dann hatte ich Schmerzen. Mein Zunge tat weh, mein Hals, meine Lippen. Nach und nach spürte ich ein Gefühl in meiner Zunge und die Schmerzen gingen dort, je mehr das Gefühl wiederkam, weg. Und dann die Lippen. Das schien nicht aufhören zu wollen. Aber ich glaubte, dass das wohl das Gefühl ist, wenn die Betäubung dort weggeht. Und da ich eh nichts anderes machen konnte, lag ich also im Aufwachraum an einem Tropf und harrte der Dinge und schluckte das Blut aus Nase und Mund.

Von dem blöden Tropf musste ich dann auch mehrmals auf den Schieber. Das Verständlichmachen fiel mir schwer und da mitten im Raum, auf einem Schieber zu hocken und halbwegs hilflos die Notdurft zu verrichten auch. Da die Transporter des Krankenhauses, die mich zu meiner Station bringen sollten, mehr als ausgelastet waren, wurde schon extra ein externer Transporter bestellt. Es war ein gefühltes unendlich langes Warten, bis endlich ein Transporter kam. Ich war dann um 19:55Uhr (!) erst wieder auf meiner Station. Endlich. Ich bin auch direkt auf Toilette. Wie schön, wieder selber gehen zu können!!! Ich sah in den Spiegel und war ziemlich schockiert. Ich sah aus wie ein Hamster mit total dicken Wangen, einer übergroßen (wie mir schien) Nase, dicken Lippen und einem Mund, den ich nicht schließen konnte. Ich fragte eine Schwester, ob ich schnauben darf und sie meinte, ich dürfe ein wenig. Ich also geschnaubt (und wenn man schon dabei ist, wieso nur ein wenig?) und bumms, schwoll meine rechte Wange und die Lippe extrem an, wie Luft reingeblasen. Na toll!

Leute, versucht es einfach nicht!!!

Zum Glück war die Wange am Tag drauf zumindest, was das Aufgeblasene betrifft wieder 'normal' ansonsten war alles noch dick geschwollen. Ich habe am OP-Tag nichts gegessen. Und am folgenden Frühstück auch nicht, aus Angst, es würde weh tun oder ich würde die Heilung behindern.

Die Nacht war alles andere als angenehm. Trotz Schmerzmittel war mir unwohl. Die Nase war dicht, ich habe kaum Luft gekriegt und hatte mir dann Nasentropfen geben lassen. Immer wieder bin ich von meinem eigenen Schnarchen erwacht, immer wieder musste ich auf Toilette...als es hell wurde, war ich sehr froh, daß die Nacht vorbei war.

Außerdem bin ich ein Seitenschläfer und musste ja die ganze Nacht, den Kopf erhöht, auf dem Rücken schlafen.

Der nächste Tag war geprägt von meinem Schreibblock und Schreibgerät, dicken Wangen, aber endlich einer Dusche! Das war irgendwie toll :mrgreen:

Ich sollte nochmal zum Röntgen und habe auf den Transporter verzichtet und bin mit dem krankenhauseigenen Bus gefahren. Das geht nach meiner Erfahrung vom Vortag dann doch bißchen schneller. Mein Mittag habe ich dann trotz unangenehmen Druck im Mund runtergeschlürft. Ich hatte ja so einen Hunger inzwischen! Da kam mir das Pürierte ganz recht. Da man ja keine Zähne putzen kann, habe ich den Mund nach jeder Mahlzeit mit der Mundspülung (Wasserstoffperoxid) gespült.

Zum Röntgen ging es ins Haupthaus 23. Das ging auch erstaunlich schnell. Ich war so froh, als ich wieder auf Station war. Bei jedem Schritt wogten die angeschwollenen Wangen hin und her und das tat echt weh! Ich konnte folglich nur ziemlich langsam gehen. Auch war ich froh, wieder liegen zu können, weil man einfach einen 'dicken' Kopf hat. Ich war die Tage über auch eher etwas fiebrig.

Mein betreuender Arzt kam am Freitag und meinte, dass die OP gut verlaufen sei und dass der Heilungsvorgang soweit super sei. Er war etwas verwundert, dass ich so stark angeschwollen war. Aber naja, man muss halt auch bedenken, dass mir immerhin auch 4 Weisheitszähne gezogen wurden.

Gestern (Sonntag) ging es mir dann soweit auch schon etwas besser. Die Temperatur ist fast wieder im Normalbereich, Schmerzmittel verlangte ich nur noch Nachts und die Schwellung geht auch langsam wieder zurück (Mein Freund: Oh, langsam erkennt man ja wieder ein Gesicht). Seit gestern bin ich dann auch entlassen worden. Ich habe mich so gefreut:-D

Anderersteits hätte ich vorher auch nicht raus gewollt. Im Krankenhaus fühlt man sich dann doch sicherer und gut betreut und versorgt und gerade Nachts wäre ich meinem Partner keine gute Partie gewesen mit meinem Unruhigsein, etc. Außerdem habe ich nach seinem Besuch im Krankenhaus auch immer wieder Ruhe und Erholung gebraucht. Das war dann doch alles irgendwie sehr anstrengend.

Sprechen fällt mir immernoch sehr schwer. Ich habe auch noch diesen Druck im Kopf. Nach und nach schwillt mein Gesicht hab. Ich bin so froh, wenn es endlich wieder normal ist, ich normal reden kann, keine Kopfschmerzen mehr habe und ich vorallem wieder normal schlürfen kann und nicht so rumsabber wie im Moment noch.

Seit gestern sind meine Wangen richtig gelb. Das müsste ja bedeuten, dass es nun weg geht:-D

Lachen ist furchtbar unangenehm und tut an den Nähten weh und an den geschwollenen Bereichen, die sich dann verziehen. Ich versuche es zu vermeiden, aber leider geht das nicht immer.

In dem Brief an meinen Hausarzt steht, dass ich 6 Wochen nicht ausschnauben darf. :shock: Ich hatte ja so an einer Woche gedacht, aber 6!!!

War das bei euch auch so?

Bis Freitag bin ich krank geschrieben. Am Mittwoch habe ich einen Termin bei meinem betreuenden Arzt/Chirurgen. Ab da (6.Tag nach OP) soll ich nämlich die GNE-Spange drehen, das will er mir zeigen und außerdem überprüfen, ob alles soweit in Ordnung ist.

Noch ein Tipp an alle, die die GNE noch vor sich haben (ich meine, der kam hier im Forum auch schon): Nehmt euch eine Creme, z.B. Melkfett mit und cremt regelmäßig die Lippen damit ein, damit die nicht spröde werden und einreißen.

Ich habe eine Naht an der Gaumennaht durch die Schneidezähne hindurch bis zur Oberlippe. Ich schätze, die Fäden werden dann irgendwann noch gezogen. Vielleicht schon am Mittwoch. In meinen vorderen Zähnen im Oberkiefer habe ich noch immer kein Gefühl. Aber meine Lippen und meine Gesichtshaut fühlt sich weitgehend normal an.

Soviel zu meiner GNE-OP

Liebe Grüße

Suri

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von mir auch Herzlichen Glückwunsch zur Überstandenen GNE Op und gute Besserung hoffe das es dir schnell besser geht und danke für dein Bericht da kann man sich es richtig gut vorstellen wie es war für dich

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Huhuu,

vielen Dank an euch, für die lieben Worte!!

Heute sehen mein Kinn und mein Hals noch gelber aus. Ich finde, das schaut schon etwas unheimlich aus:293:

Die Wangen sind weitestgehend abgeschwollen, aber die Bereiche neben der Nase (da, wo die Kieferhöhlen drunter liegen) sind noch ziemlich geschwollen sowie die Oberlippe.

Der Chirurg heute meinte, das läge noch im Rahmen und der Eingriff war ja schon ganz ordentlich. Es kann sein, dass dort ein wenig Blut reingelaufen ist, etc, das aber nach und nach rauskommt. Ich soll noch die abschwellenden Nasentropfen zur Unterstützung verwenden.

Lachen tut noch immer weh (wegen der Nähte unter der Oberlippe und den geschwollen Bereichen, die sich beim Lachen anfühlen, als würden die über meine Wangenknochen schubbern). Ich muss dann immer mein 'Gesicht festhalten':mrgreen:

Heute habe ich dann auch zum ersten Mal selbst gedreht. Ich hatte zugegeben etwas Angst davor, aber es tut gar nicht weh. Ich merke es sogar kaum. Ich spüre nur, dass die Zähne vorne minimal auseinandergerückt sind.

Der Chirurg erklärte mir die Vorgehensweise und ich fand das eigentlich recht einfach. Ich denke, ich bekomme das hin.

Ich fühle mich noch sehr schwach, weil ich ein paar Kilo abgenommen habe und fürchte, dass es im Wesentlichen Muskelmasse war. Den Kopf nach unten halten, um was zu machen, z.B. Schuhe anziehen, ist noch keine gute Idee. Das zieht ganz schön im Kopf.

Das Essen von Brei und Pudding ist irgendwie machbar, aber nicht gerade hilfreich, wenn man wieder zu Kräften kommen will ;-)

Ich bin auch nach kleinen Portionen schon sehr satt.

Na dann hoffe ich mal, dass die Schwellungen wirklich bald ganz weg gehen und sich die Fäden im Gaumen bald auflösen (da der eine Knoten ziemlich reibt).

Viele Grüße

Suri

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Jaja, das mit den gelben Flecken kenne ich auch, aber des vergeht schnell wieder. Ich bin auch noch ein wenig angeschwollen aber es wird immer besser auch wenn man selbst nicht immer nen Unterschied sieht.

Ja das mit dem Lachen fand ich am Anfang auch ein wenig unangenehm aber auch das vergeht schnell… frag doch, ob man dir die Fäden ziehen kann, also zumindest die, die dich stören. So hab ich’s auch gemacht. Die störenden ziehen lassen un die anderen einfach sich in Ruhe Auflösen lasen :D

Wenn du schnell wieder zu Kräften kommen willst, dann kann ich dir ne Kürbissuppe empfehlen. Schmeckt gut, macht satt un is gesund!!! Oder Kartoffelpüree usw.

Ich wünsch dir weiterhin ne Gute Besserung un nen schnellen Heilungsprozess

LG

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Hallöchen,

@rockandmetal: Joar, Kartoffelpü war ganz gut.

Inzwischen sind die Schwellungen und die Verfärbungen wirklich weg.

Die Naht unter der Oberlippe löst sich nun nach und nach auf. Aber das dauert wohl noch eine ganze Weile, bis ich die Strippen los bin.

Meine Zähne von Eckzahn zu Eckzahn im Oberkiefer sind noch immer taub, aber ich bilde mir ein, dass ein ganz ganz leichtes Gefühl wieder da ist.

Am 23.09. habe ich das letzte Mal gedreht. Insgesamt waren das dann 4mm, auch wenn das nach viel weniger aussah. Ich hatte vom 16.09. bis zum 23.09. jeweils 2mal täglich 1/4mm gedreht Die entstandene Lücke zwischen den Schneidezähnen hat sich aber derweil wieder geschlossen, da meine Zähne zusammengewandert sind.

Ich fühle mich nun auch wieder kräftig und kann auch schon wesentlich mehr Sachen als nur Brei und Suppe essen.

Ende nächste Woche darf ich dann auch endlich mein Rad wieder aus dem Keller holen. Das hatte ich am meisten vermisst.

Von der GNE-Spange ist meine Zunge ganz aufgerieben. Habe inzwischen einen richtigen Abdruck drauf und bin empfindlich bei scharfen und heißen Sachen.

Bin echt froh, wenn ich die Spange wieder los werde.

Am 17.11. wird die GNE wieder herausgenommen.

Abbeißen kann ich nur mit den Backenzähnen. Vorne muss ich noch sehr aufpassen. Auch der Chirurg erlaubt noch keine harten Sachen. "Sie beißen sich den Oberkiefer ab!"

Weiter geht es ab hier dann in meinem Ursprungsthread http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=6021

Grüße

Suri

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