Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
jason007

Fragen zu KFO-Behandlung und "Einschleifen"

Moin moin liebe Forenmitglieder,

Zu erst einmal möchte ich mich kurz vorstellen: Ich heiße Jason, bin 20 Jahre alt und komme aus NRW. Ich habe mich hier angemeldet, nachdem ich bereits mehrere Kieferorthopäden und MKGs abgeklappert und ebenso viele unterschiedliche Meinungen gehört habe. Ich weiß, dass man keine genauen "Ferndiagnosen" stellen kann, hoffe aber dennoch auf ein paar Tipps und Hinweise.

Vorgeschichte:

- Sehr langes Daumenlutschen (bis zum 18. Lebensjahr)

- 5- oder 6-jährige Behandlung mit Brackets und zeitweise auch Jasper Jumper wegen "Überbiss", sprich die oberen Schneidezähne waren zu weit vorn, der Unterkiefer lag zu weit zurück.

- Kieferorthopädische Behandlung wurde im pubertären Leichtsinn (bzw. in kindlicher Dämlichkeit) abgebrochen

Nach der abgebrochenen kieferorthopädischen Behandlung war die Okklusion nicht optimal. Das ästhetische Ergebnis war jedoch geradezu perfekt.

Nun - ca. 3 Jahre später - haben sich, bedingt durch abgebrochene Behandlung, anhaltendes Daumenlutschen bis zum 18. Lebensjahr und Durchbruch der Weisheitszähne wieder einige Zähne verschoben. Es ist zwar nicht so schlimm wie vor der kieferorthopädischen Behandlung aber der Überbiss kommt langsam aber sicher wieder und es wird auch jetzt, nach 2 Jahren "Daumenlutschfreier" Zeit immer schlimmer.

Da man mit 20 ein anderes ästhetisches Bewusstsein hat als ein 15jähriger, wollte ich das Ganze nun noch einmal behandeln lassen. Auch weil ich den Unterkiefer permanent nach vorne schiebe (und das wahrscheinlich viel zu weit durch die zu weit vorn stehenden oberen Schneidezähne), was Nackenverspannungen und auch immer mehr leichtere Schwierigkeiten beim Sprechen (minimal, wird von Anderen nicht wahrgenommen) hervorruft.

Ich suchte also ein paar Fachärzte und Fachzahnärzte auf.

1. Arzt (Zahnarzt, der auch kieferorthopädische Behandlungen vornimmt, jedoch kein Fachzahnarzt für Kieferorthopädie): "Kann mit herausnehmbarer Spange (kein Invisalign, sondern herkömmliche herausnehmbare Zahnspange, wie sie viele Kinder haben) zwar nicht zu 100%, jedoch ästhetisch recht ansprechend behoben werden. Sie haben ein schönes Profil"

2. Arzt (MKG): "Kann operiert werden (Unterkiefervorverlagerung), muss aber nicht. Kann evtl. auch rein kieferorthopädisch behoben werden, da gering ausgeprägt und noch junges Alter (20)"

3. Arzt (Kieferorthopäde): "Ist ohne OP lösbar - jedoch nur mit fester Spange"

Da es mir in erster Linie um die Ästhetik geht (und ich gerade deshalb auch keine feste Spange mehr tragen möchte), ging ich noch einmal zu einem 4. Arzt (MKG) um zu fragen, ob eine reine Genioplastik (knöcherne Vorverlagerung des Kinns) ausreichen würde, um das Profil erheblich zu verbessern. Er lehnte jeden operativen Eingriff ab, da die Zahn- und Kieferfehlstellung seiner Ansicht nach zu gering und das Profil in Ordnung sei.

Er will mir aber dennoch ein wenig helfen, indem er mir nach Ziehen der Weisheitszähne etwas "einschleift" um eine bessere Okklusion zu erreichen und den Unterkiefer nach vorne zu bringen.

Wirklich verstanden habe ich das allerdings nicht. Wie will er mit "Einschleifen" (ich weiß auch nicht wo er schleifen will...ob am Kiefergelenk oder an den Zähnen? ich weiß es nicht) den Unterkiefer nach vorne bringen? Das kommt mir viel zu einfach vor. Er meinte, dass der Unterkiefer dann nicht mehr nach hinten fallen würde und ich ihn somit auch nicht mehr nach vorne schieben müsste. Das wäre natürlich eine super Sache - aber es kommt mir dennoch spanisch vor.

Kommen wir zu meinen konkreten Fragen:

1. Was meint der Mund- Kiefer- Gesichtschirurg mit "Einschleifen, um den Unterkiefer nach vorne zu bringen und eine bessere Okklusion zu erreichen"? Ist das sinnvoll und empfehlenswert?

2. Ist es grundsätzlich möglich, den "Überbiss" mit minimaler Unterkieferrücklage bei einem 20jährigen mit einfachen herausnehmbaren Zahnspangen zu behandeln (wie es Arzt 1 vorschlägt)?

3. Für den Fall einer kieferchirurgischen Unterkiefervorverlagerung oder sogar Bimax: Ist eine prä- und postoperative kieferorthopädische Behandlung auch mit herausnehmbaren Spangen möglich?

Natürlich kann niemand hier die Fragen bezogen auf meinen persönlichen Fall genau beantworten. Ich würde mich aber über ein paar grundsätzliche Antworten und Meinungen sehr freuen.

Vielen Dank und liebe Grüße

Jason

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo!

Ich bin nicht sicher, ob ich dir helfen kann, bin ja keine Kieferorthopädin ;-) Aber ich war heute beim KFO zur Diagnostik und ich glaube, dass ich teilweise ähnliche Probleme habe.

Ich habe auch eine Unterkieferrücklage und dadurch bedingten offenen Biss und hatte ursprünglich einen sehr starken Engstand. Ich hatte als Kind (zwischen 9 und 13) zuerst einen Headgear und dann eine feste Spange mit Jasper Jumper und dann Elastics. Das Ergebnis wurde ganz gut. Dann hat sich aber alles wieder verschoben - obwohl ich im UK einen Lingualretainer habe und im OK eine Nachtzahnspange, die ich über vier Jahre lang getragen habe. Mit 20 bin ich das Problem dann wieder angegangen, nachdem die Weisheitszähne herausoperiert wurden, habe aber die Behandlung abgebrochen, nachdem mir Spikes eingesetzt wurden (gegen Zungendrücken, das ich dann beim Logopäden weggtrainiert habe). Das Ergebnis war im OK optisch ansprechend, aber der Biss war immer noch offen und obwohl ich durchgehend die Nachtspange getragen habe, hat sich alles wieder tlw. verschoben.

Jetzt habe ich wieder Mut gefasst (mit 24) und einen KFO aufgesucht, den mir meine Zahnärztin empfohlen hat. Ich wurde erstmals richtig beraten! :-)

Sein Fazit:

- Unregelmäßigkeiten in den Zahnbögen wären mit fester Zahnspange zu beheben.

- Unterkieferrücklage wäre seiner Ansicht nach nur mit OP zu beheben, wovon er mir aber abrät. Er sagt, dass das zwar theoretisch nicht optimal ist, in Wirklichkeit aber nicht die Zähne schädigt und somit eher eine kosmetische Frage ist. (Das ist eine andere Ansicht, als wahrscheinlich in der Regel vertreten wird. Und er ist auch gegen Jasper Jumper und meint, dass skelettale Veränderungen nur bei Kindern im Wachstum und dann mit herausnehmbarer Zahnspange zu bewirken sind - Jasper Jumper sieht er als Missbrauch einer festen Zahnspange, die außerdem bewirkt, dass die untere Front in eine falsche Neigung gebracht wird. Sobald das Wachstum abgeschlossen ist, meint er, dass alles was den UK nach vorne bringen würde - außer OP-, so wäre, "als würde man eine Tür aus den Angeln heben" und somit zu Verspannungen und Fehlbelastungen führt.)

- "Einschleifen" hat er auch vorgeschlagen, allerdings weiß ich nicht genau, ob er nicht etwas anderes damit meint als dein KFO (bzw. will er womöglich etwas anderes damit bewirken). Er will mir zuerst eine Muskelentspannungsschiene geben, die dazu führt, dass der UK wieder seine "echte" Position findet (ich merke auch beim Zubeißen, dass ich immer zwischen verschiedenen Positionen schwanke) und dann einzelne Punkte der Backenzahnoberfläche abschleifen, damit die Zähne richtig aufeinander beißen. Im Moment ist es so, dass ich zwischen dem ersten Zahnkontakt und dem festen Zubeißen mit dem UK "rutsche". Und das soll medizinisch ein größeres Problem sein als die Unterkieferrücklage.

Das lässt sich natürlich nicht verallgemeinern und ist vielleicht eine andere "Linie" als die anderer Kiederorthopäden, aber vielleicht hilft's so ein bisschen als Einzelmeinung. Ich wünsche Dir auf jeden Fall alles Gute und finde es toll, dass du's nochmal angehen willst ;-)

Lg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo Betti,

vielen Dank erstmal für deine ausführliche Antwort. Unsere Fälle scheinen wirklich recht ähnlich zu sein. Ich hatte es zwar nicht erwähnt, aber auch mein MKG-Chirurg will mir vor dem Einschleifen eine Schiene verpassen um das Kiefergelenk zu entlasten und die "echte" Unterkieferposition herauszufinden. Danach will er dann wie gesagt "Einschleifen". Wie er allerdings durch das Schleifen von Zähnen den Unterkiefer nach vorne bringen will, ist mir schleierhaft. Auch mit dieser Schiene habe ich so meine Probleme. Schließlich schiebe ich den Unterkiefer extra nach vorne um die Kieferrücklage "unsichtbar" zu machen und nicht mit einem fliehenden Kinn rumrennen zu müssen...die "richtige" Position des UK interessiert mich reichlich wenig und mit der will ich auch eigentlich nicht rumrennen...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo!

Ah ja, das kling ja wirklich ähnlich ;-)

Ja, die Frage mit der UK-Position habe ich mir auch gestellt. Ich habe mich auch jahrelang bemüht, den UK nach vorne zu schieben, weil ich auch dachte, dass das ja so sein muss. (Das wurde ja vorher schließlich mit ziemlich aufwendigem Gerät versucht.) Und jetzt habe ich mich optisch an diese Position gewöhnt und möchte auch nicht unbedingt, dass das Kinn dann wieder weiter hinten ist. Allerdings merke ich, dass ich mich mit diesem unsicheren Biss unwohl fühle. Und ich bin mittlerweile der Meinung, dass es besser ist, wenn rund herum alles gesund ist ;-) Mir schien die Erklärung meines Kieferorthopäden zumindest sehr einleuchtend - auch wenn's nicht genau das ist, was ich mir gewünscht hätte.

Aber ich fände es auf jeden Fall interessant, was andere dazu sagen.

In deinem Fall weiß ich auch nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass man durch Einschleifen mehr oder weniger die Position bestimmen kann, in der die Zähne zusammenbeißen, bzw. dafür sorgen kann, dass beim Zubeißen nichts mehr verrutscht. Aber das mit der Schiene finde ich dann ziemlich eigenartig. Das beste ist vielleicht wirklich, wenn du dort nochmal nachfragst, wie das gemeint war ;-)

Glg

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0