brennbaer

Bimax u. Kinnplastik am 30.09.2009 in Freiburg

Hallo zusammen,

also wie schon aus der Überschrift erkenntlich hatte ich im Sep. 09 eine Bimax OP und eine Kinnplastik in Freiburg. Bevor ich mit dem eigentlichen OP Erfahrungsbericht beginne, kurz zur Vorgeschichte bzw. zu meiner Person.

Ich bin männliche, stehe aktuell kurz vor meinem 27 Geburtstag, bin 1,90m groß, normalgewichtig aber schmales Gesicht. Über ein Praxissemester in Freiburg bin ich während meines Studiums an einen sehr sympathischen Zahnarzt geraten, der mir eine Empfehlung zur kieferchirugischen und orthopädischen Behandlung gab. Er hat mir einen Orthopäden empfohen, bei dem ich dann kurze Zeit später vorstellig wurde. Das war etwa Mitte 2005. Behandlungsplan sieht bzw. sah folgendermaßen aus: Die restlichen drei Weisheitszähne müssen raus (mussten eh demnächst entfernt werden) , dann eine GNE (OP 1), feste Spange, UK RV oder Bimax (OP2), Feinjustierung des Bisses über die Spange. Meine erste Reaktion war OhOh, Scheise, auf was lässt du dich hier ein? Dann war da noch die Sache mit der Krankenkasse, was sich zum Glück als geringstes Problem war. Kieferothopäde hat Abdrücke gemacht. Da bin ich ziemliche erschrocken, da mir die Zahnfehlstellung und die Extreme des Versatzes zwischen OK und UK zum ersten mal wirklich bewusst wurde. Der erstellte Abdruck, der Behandlungsplan usw. wurden bei der KK eingereicht. Vier Monate später hatte ich die Bestätigung zur Kostenübernahme und zwar zu 100 Prozent.

Im Okt. 2005 wurden die Weisheitszähne gezogen. Im Feb. 2007 ging es dann schließlich mit der GNE in Freiburg los (Wartezeit auf OP war 10 Monate). OP ist gut verlaufen, Gaumennahterweiterungsapperatur war drin. In der vierten Wochen nach der OP kam sie schon wieder raus und wurde durch die feste Spange ersetzt. Hatte jetzt ne Lücke von fast einem Zentimeter (vielleicht sogar etwas mehr) zwischen den Schneidezähnen. Die ersten fünf Tage mit Spange waren die Hölle und hab es nur mit viel Schmerzmittel überstanden. Während dieser Zeit bin ich für einen neuen Job an den Bodensee gezogen. Damit war die Klinik als auch mein KO rund 180 km von meinem neuen Domizil entfernt.

Nach rund 1,5 Jahren und ca. 20 Besuchen beim KO hat mich mein KO wieder zum Chirugen geschickt. Nach zwei Monaten Wartezeit (Chirug hatte Urlaub und ein Termin zur Sprechzeit dauert immer etwas länger) hat mich der Chirug nochmal zurück zum KO geschickt, da er die Frontzähne des UK gerne noch etwas nach vorne gekippt hätte. Drei Monate später war des erledigt und die Wartezeit auf eine Sprechstunde beim Chirugen hat wieder begonnen (wieder zwei Monate).

So jetzt zum eigentlichen OP Erfahrungsbericht

Für die Bimax wurde bei meiner vorletzten Sprechstunde Bilder gemacht für eine Simulation. Termin für Bimax stand jetzt fest. Eine Kinnplastik wurde mir bei meinen vorherigen Terminen angeraten. Ich konnte mir mein Gesicht aber nicht verändert vorstellen und hatte etwas Angst davor, dass zuviel von meinem Gesicht sich verändert. Nachdem ich die möglichen Preview-Bilder der Simulation gesehen hatte waren die Sorgen allerdings weg und ich stimmte der Kinnplastik zu. Zwei Wochen vor der OP musste ich noch mal in die Klinik. Es wurden frische Röntgenbilder gemacht und über eine metallische Apperatur mein aktueller Kiefer vermessen. Ich nehme mal an, dass die damit während der OP die Einstellung überprüft haben. Unterkiefer sollte jetzt ca. 5,5 mm zurück. OK jeweils 3 mm nach vorne und oben. Am Kinn wird eine Scheibe entfernt, ca. 2,5 mm.

Die Woche vor der OP Woche:

Dies war meine Schlemmerwoche. Ich habe mir jeden Tag das gemacht worauf die Lust hatte. Scheiss auf Kalorien, Gesund oder Ungesund, es kommt dass auf den Tisch was ich mit vorliebe mag.

Ein Arbeitskollege war so freundlich und hat mich mit seiner Fotoausrüstung nochmal richtig abgelichtet. Bilder aus der Frontalen, Bilder im Profil, Bilder aus der Schräge und ein Bild auf dem ich lache. Jedesmal wenn ich lachend irgendwo abgebildet wurde, vor allem im Profil, hätte ich im Boden versinken können. Es hat mir überhaupt nicht gefallen. Der UK ist noch weiter nach vorne gekommen, von den Zähnen war überhaupt nichts zu sehen, sondern nur rotes Zahnfleisch. Ein solches Bild jetzt nochmal kurz vor der OP zu sehen hat mir sowas von Mut und Motivation zur OP gegeben. Ich kann sowas nur empfehlen.

An meinem letzten Arbeitstag (Freitag) stand noch das Teamevent Canyoning an. Nach diesem Event war der Adrinalinpegel etwas höher als sonst und ich habe mein "letztes" Wochenende gut verbracht. Hatte zwar etwas Schiss vor einer Erkältung aber das musste einfach sein. Man lebt nur einmal. Mein übliches Hallenbadtraining habe sausen lassen. Man muss sein Glück ja nicht zu sehr herausfordern.

Tag -2 (Montag, 2 Tage vor OP):

Ich habe mir den Tag frei genommen und habe in Ruhe meine Sachen gepackt, bin noch in einem Buchladen vorbei und habe mir drei Bücher gekauft, habe mich noch etwas abgelenkt und bin danach zu meinen Eltern gefahren (wohnen unterhalb von Stuttgart). Bei der Fahrt habe ich nochmal alles durchgekaut. Was machst wenn was schief geht? Ist es die richtige Entscheidung? Wie wird das Feedback auf die OP sein? Etc. Die Gedanken waren allerdings weg, als ich bei meinen Eltern angekommen bin und es nochmal ein richtig gutes Abendessen gab. Geschlafen habe ich in dieser Nacht sehr gut.

Tag -1 (Dienstag, Tag vor der OP):

Ich bin um 6:45 Uhr aufgestanden. Habe mir noch mal ein gutes Frühstück gemacht und bin dann von meinem Vater in die Klinik gefahren worden. 2,5 Stunden später bin ich mit meinen Sachen auf Station eingerückt. Ich wurde vom stelv. Stationsleiter in Empfang genommen. Der hat dann erstmal Blutt abgezapft, mich ins Labor zur Gerinnungsmessung geschickt und Blutdruck gemessen, Beine vermessen für die tollen Trombosesocken. Ich habe mich dann von meinem Vater verabschiedet der dann die Heimreise angetreten hat. Dann gab es schon Mittagessen. Am Nachmittag kam dann der Chirug und zwei Stunden später der Narkosearzt zur Besprechung. Auch wurde ich noch vom Chefarzt begutachtet. Sein Kommentar: "Das wird sich lohnen". Soll mich das jetzt beruhigen, mhhhh. Bin dann noch vor dem Abendessen für eine Stunde in die Innenstadt abgehauen und hab mir noch mal was leckeres zu Essen gegönnt. Als ich wieder auf Station kam wurde gerade das Abendessen ausgeteilt. Es gab eine große Portion Wurstsalat mit rohen Karottenschnippsel. Scheisse, ich bin gegen rohe Karotte allergisch und hatte es vergessen zu sagen. Also kein Wurstsalat sondern Ersatzessen, Suppe. Toll. Habe dann mit meinem Bettnachbar einen Film auf meinem Notebook angeschaut. Die Nacht ist dann recht gut verlaufen. Bin um halb elf eingepennt und habe ohne Beruhigungstablette bis um halb sieben durchgepennt. Unglaublich. Bei der GNE war ich so aufgeregt, dass ich überhaupt nicht schlafen konnte. Diesmal kein Problem.

Tag 0 (Mittwoch, Tag der OP):

Ich bin also am Morgen noch schnell unter die Dusche gesprungen, die Zähne geputzt, rasiert und hab auch gleich das schicke OP Hemd anbekommen. Dann gab es eine Tablette von der ich bei der GNE sofort müde geworden bin und eigentlich fast alles verpennt habe. Diesmal wurde ich gleich 10 Minuten nach der Einnahme aus dem Zimmer geschoben zur OP Vorbereitung. Musst mich dann aus meinem Bett auf so ein etwas härtes Bett hieven (ich nehme mal an dass ich damit in der OP geschoben wurde). Hier wurde ich dann verkabelt und der erste Zugang wurde mit lokaler Beteubung gestochen. Man war das ein fettes Rohr was die mir da in den Arm geschoben haben. Erster Kommentar vom Nakoseteam. Mhhh, das war wohl nix, probieren wir es weiter unten nochmal. Shit. Also wurde ich nochmal aufgespiest. Mein Blutdruck war nun etwas höher als am Vortag, da ich ja schon verkabelt war konnte ich meinem Blutdruck live zuschauen wie er beim Stechen nach oben ging. Ab dann war es des in etwa mit der Erinnerung. Nach meinem Blackout bin ich wie erwartet auf der Intensivsation aufgewacht. Shit war ich platt. Wenigstens waren die Schmerzen erträglich. Eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, dass es überhaupt weh getan hat. Das einzige was ich noch recht gut weiss, ist dass mein Lippen geschmerzt haben und der Mund sehr trocken war. Habe hierfür so komische Schwammstäbchen und Wasser zum befeuchten bekommen. Da der Kiefer mit Gummis zugeschnürt war konnte ich etwas dran nuckeln und schlürfen. Ansonsten war ich sehr benebelt und bin sicher auch des des öfteren eingepennt. Dann kam der Beatmungsschlauch raus. Das ist ein komisches Gefühl. Vier Leute standen glaub ich um mich rum, zwei heben jeweils ein Bein fest, ein weiterer hebt die Hände fest und der letzte zieht einem den Schlauch aus der Nase. Ein kurzes Gefühl des Erstickens hat man da. Zwei mal mit verzerrtem Gesich gehustet und die Sache war erledigt. Habe dann noch eine Weile eine Atemmaske bekommen.

Tag 1 (Donnerstag, Tag nach der OP)

Wann die letzte Aktion statt gefunden hat kann ich um erlich zu sein, keinem vom beiden Tagen mehr zuordnen. Am Nachmittag des Folgetags jedenfalls wurde ich dann von der Intensivation mit dem Krankenwagen zum Aufwachraum der Kieferchirugie gebracht. Das ich am Vortag transportiert wurde, habe ich gar nicht mitbekommen. Auf der Aufwachstation war ich dann noch zwei Stunden. Hier hat man sich etwas komisch angestellt was Schmerzmittel betrifft. Habe dann nach einer Weile eine Flasche Paracetamol intravenös bekommen. Zwei Stunden nach meiner Ankunft bin ich schon auf Station gekommen. Dort wurde auch gleich der Harnkatheter entfernt und es gab auch bald was zu essen - durch die Magensonde, Toll - naja was habe ich auch anderes erwartet. Auch aufgelöste Schmerztabletten wurden darüber verabreicht. Man wollte mir immer Zäpfchen andrehen aber die vertrage ich nicht so gut und habe daher abgelehnt. Ab hier wurde erst angefangen zu kühlen. Das hat mich etwas verwundert, da ich hier im Forum schon gelesen habe, dass manche auch schon auf der Intensiv Kühlbeutel bekommen haben oder eine Kühlmaske getragen haben. Habe auch schon versucht vorsichtig mit der Zahnbürste zu arbeiten und mit Salbeitee und Chlorhexamed Fluid mit einer Spritze zu spülen. In der Nacht und in den folgenden Nächten bin ich grundsetzlich zwei mal aufgewacht aufgrund der Schmerzen. Habe mich dann irgendwie durchgekämpft bis das verabreichte Mittelchen wirkte.

Tag 2 (Freitag)

Dies war der Tag der Selbsterkundung, der Blick in den Spiegel, der erste Schock. Am vorherigen Tag habe ich des gar nicht wargenommen. Man sah ich fertig aus. Schlauch in der Nase, die untere Gesichtspartie angeschwollen und rot, ein haufen Gummis im Mund (konnte ich nicht zu machen), die Lippen waren im Arsch und haben sich schon gepellt. Nuscheln hat halbwegs geklappt, wenn mich auch fast niemand verstand. Habe dann immer mit Block und Stift gearbeitet um mich zu verständigen. Ich habe am Morgen auch eine Box mit Tabletten bekommen. Drei Schmerztabletten und noch irgendwas anderes. Die eine sollte ich um 8:00 Uhr, die nächste um 15:00 Uhr und die letzte um 22:00 Uhr nehmen. Mhhh. eine Tablette hebt bei mir 3,5 Stunden, nach 4 Stunden war die Wirkung komplett vorbei, mit drei Tabletten komme ich also nicht sehr weit. Habe dann fast immer 5 Tabletten am Tag von der Sorte bekommen (mehr durfte man von denen anscheinend nicht geben) und dann wurde noch experimentiert was sonst noch wirkt. Irgendwelche Tropfen jedenfalls nicht, Ibuprofen wirkte etwas, Paracetamol wirkte - also gab es dann in den folgenden Tagen noch Paracetamol.

Auf Visite am Morgen habe ich nach meinem Chirugen gefragt, da ich diese drecks Gummis los werden wollte. Es war einfach ein scheiss Gefühl und vor allem war es sehr stramm. Der Dr. war jedoch selbst krank gemeldet und ohne dessen Einverständnis und Rückfrage wollte man die Gummis nicht lockern. Ich sollte also bis Montag warten - Shit.

Tag 3 (Samstag)

Am Morgen nach dem "Essen" (per Magensonde) hatte ich ein Ziel - rasieren. Ich hasse Stoppeln. Nach dem Wechseln der Klinge habe ich mich langsam bis zum Kinn und Oberlippe vorgearbeitet, musste dann jedoch aufhöhren. Es hat nur gezupft, da ich kein großes Gefühl im Kinn hatte und alles noch gut geschwollen war.

An dem Tag wurde mein Bettnachbar entlassen und bekam am Abend einen Neuzugang. Autsch, sah net gut aus. Hatte sich beim Fußballspielen verletzt und wurde dann noch am selben Abend operiert. Ansonsten habe ich mir die Zeit mit Buch lesen, meinem Notebook und dem Wechseln von Kühlakkus vertrieben. Auch habe ich mir an diesem Tag meine erste Dusche nach der OP gegönnt.

Tag 4 (Sonntag)

Der Bettnachbar bekam Besuch, ich selbst hatte jedem bei dem ich vermutet habe er könnte den Drang spüren mich zu besuchen, den Besuch verboten. Das hört sich für manche vielleicht etwas komisch an aber ich hatte keine Lust mich mit aufgeblasenem Gesicht, praktisch nicht kommunikationsfähig von Freunden und Bekannten bedauern zu lassen, die extra zwei, drei Stunden Auto gefahren sind. Freundin wäre zwar die einzige Ausnahme gewesen aber die fehlt aktuell. Also habe ich weiterhin gekühlt, gelesen, TV geschaut, auf dem Notebook Dr. House angeschaut, bin ein paar Mal den Flur rauf und runter gedackelt etc.

Tag 5 (Montag)

Die Visite war ernüchternd. Der Chirug war immer noch krank und würde erst voraussichtlich am Mittwoch kommen. Aber die Gummis könne man etwas lockerer und die Magensonde könne entfernt werden, da ich den Mund dann schon zumindest soweit aufbekomm, dass ich Brühe und Suppe dann selbstständig schlürfen könne. Direkt nach dem Frühstück wurde ich auf den Behandlungsstuhl gebeten und man hat die Gummis raus gemacht. Juhu - Freiheit. Naja, kurze Freiheit. 10 Minuten später war der Mund wieder dicht. Hier habe ich dann auch erfahren, dass die Verhärtung unterhalb der Augen Knochenaufbaumasse ist und nicht eine besonders dicke harte Schwellung. Mir wurde gesagt, dass was der Körper benötigt wird benutzt, ein Teil davon wird vom Körper abgebaut, am Ende soll jedoch ein bisschen davon noch da bleiben, da das Gesicht sonst unharmonisch (zu Platt) wäre. Dies könne jedoch ein halbes Jahr dauern, bis man das Ergebnis entgültig sieht.

Am Mittag durfte ich noch zur Lympfhdynage gegen die Schwellung (kühlen brachte anscheinend nichts mehr und wurde eingestellt). Mit dem Begriff konnte ich jedoch nichts anfangen. Mir wurde nur gesagt, es wird nicht weh tun und sei sehr angenehm. Abschließend kann ich sagen es stimmt. Welch eine Überraschung, Gesichtsmassage tut nicht weh. Lympfdrynage hatte ich dann auch noch am Dienstag und Mittwoch. Ein Rezept für weitere Behandlungen habe ich am Tag der Entlassung gleich mitbekommen.

Richtung Abend kam dann der Schock. Was ist mit deiner Nase und dem Kinn los. Das Nasenloch wo der Schlauch von der Magensonde drin war, war dicht und das Septum war 2-3mm nach links gewandert, es war schief. Das Kinn war meines Erachtens zu weit hinten, da ich jetzt eine etwas größere Lücke zwischen Schneidezähnen und den unteren Frontzähnen hatte - zuviel operiert? Scheisse, was machst jetzt, waren meine ersten Gedanken. Bin dann auf einen der anwesenden Ärzte zugegangen. Der sagte jedoch, dass soll sich der Chirug am Mittwoch dann anschauen. OhOh, scheisse noch ne OP, keine Lust mehr, will hier weg - das waren in etwa meine Gedanken die mich dann auch die Nacht beschäftigt haben.

Zu Essen gab es an den Tag über übrigends Brühe.

Tag 6 (Dienstag)

Auf Visite habe ich nochmal die Nase angesprochen. Wurde aber wieder auf Mittwoch vertröstet. Bekam dann noch Besuch von einer Studentin die mir zugelost wurde. Sie füllte mit mir einen Fragebogen aus, machte sich Notizen und quetschte mich zu meiner gesundheitlichen Vorgeschichte aus. Aus diesen Infos macht sie ihre Abschlusspräsentation ihres Studiums für den Chefarzt. Am Nachmittag und die Nacht über haben mich die gleichen Gedanken wie am Vortag gequält. Am späten Nachmittag habe ich noch meinen Vater gebeten am nächsten Tag, sofern ich entlassen werde, einen Termin beim KO zu machen.

Zu Essen gab es jetzt zum Frühstück und Mittagessen Brühe. Zum Abendessen habe ich mich wie ein Schnitzel auf Suppe gefreut.

Tag 7 (Mittwoch, Tag der Entlassung)

Bei der Visite war mein Chirug wieder mit dabei, also bin ich gleich meine Fragen los geworden. Außerdem habe ich ihn gebeten was mit den Fäden zu machen. Die waren mir zu stramm. Lächeln hat wie sau weh getan da einfach ein zu starker Zug da war. Wurde also nochmal behandlet und einige der Fäden wurde geöffnet. Prozedur hat jedoch saumäßig weh getan, da ich an dem Morgen noch nichts gehen Schmerzen eingenommen hatte. Außerdem wurde mir meine Entlassung angekündigt. Bez. des Septums schickte er mich nochmal zum Röntgen. Meinen Eltern gab ich Bescheid, mein Vater organisierte den Termin beim KO und beide standen dann gegen zwei Uhr Mittag auf der Matte, zur Abholung bereit. So schnell ging es dann jedoch nicht. Ich solle noch auf meinen Chirugen warten, bez. seiner Auswertung der mittlerweile fertigen Röntgenbilder. Um drei Uhr war er endlich mit seiner OP fertig und hatte Zeit. Die Nasenmuschel sei anscheinend noch angeschwollen und deswegen sei das Septum schief. Falls es sich nicht bessern sollte, wovon er jedoch ausgehe, würde man das Septum beim entferenen der Platten begradigen. Den Termin beim KO hatten wir zwar verpasst aber die Praxis war immernoch offen, also sind wir dann nach der Entlassung schnell zum KO gefahren (40 km). Mit dem habe ich mich dann unterhalten und er war begeistert vom Ergebnis. Die Lücke schließt man über Gummis die ich mir in der nächsten Woche holen sollte. Dies nahm mir meine Angst. Er hat mir auch nochmal meine ersten Abdrücke zum Vergleich gezeigt, meine Güte bin ich erschrocken. Unglaublich kann ich nur sagen.

2 Woche nach Op

Die Woche verbrachte ich noch zur Hälfte bei meinen Eltern, den Rest dann schon wieder am Bodensee. Schmerzmittel habe ich nur noch die ersten 2-3 Tage nach der Entlassung benötigt. Danach waren die Schmerzen wie verfolgen. Auch Nachts hatte ich keine Probleme mehr. Mein Gesicht ist immer mehr Abgeschwollen und die ersten zwei Termine zur Lympfhdrynage hatte ich auch schon. Ansonsten war ich sehr müde und habe viel geschlafen. Jede Anstrengung, wie spazieren gehen, wurde mit einem Nickerchen belohnt. Den Termin beim KO habe ich auch gehabt und seitdem habe ich Gummis drinn, welche mittlerweile die große Lücke zu einer kleinen, normalen Lücke, schließen konnten. Vor dem KO Termin musste ich nochmal in die Klinik zur Kontrolle. Es wurden die letzten Fäden gezogen und die zwei Schienen, die man mir während der OP eingesetzt hatte, entfernt. Die Schienen waren an jedem Zahn mit Draht befestigt, was die Aktion etwas blutig und schmerzhaft trotzt lokaler Oberflächenbeteubung machte.

Habe mich jetzt auch zum ersten mal seit der OP wieder auf die Wage gestellt. Fünf Kilo hatte ich verloren. Bimax die neue Blitzdiät. Mhh, glaube nicht das die gut ankommt.

3 Woche nach OP

Am Mittwoch wäre die Krankmeldung ausgelaufen, so fit war ich jedoch noch nicht. War einfach noch zu platt und habe daher meine Krankmeldung um 8 Tage verlängert. Ansonsten haben die Schwellungen immer mehr abgenommen und die Müdigkeit und Schlaffheit ging langsam vorbei. Mittags habe ich fast gar nicht mehr geschlafen. Der Bluterguss der bis runter zur Brust ging war jetzt auch fast weg. Davor sah ich aus als ob ich Gelbsucht habe, da ab der Augenhöhle alles Gelb war.

4 Woche nach OP (aktuelle Woche)

Fühle mich wieder einigermaßen fit. War am letzten Freitag erstmal wieder arbeiten und musste ein haufen Fragen X-Mal über mich ergehen lassen, so dass ich dann am Nachmittag durch das viele Sprechen ziemlich fertig war. Morgen startet die neue Woche und mal schauen wie es läuft. Das einzige was jetzt noch ein wenig angeschwollen ist, ist das Kinn, die Oberlippe links und rechts sowie etwas die Backen, was beim lächeln noch auffällt.

Fazit:

Bis dato bin ich mit meiner Entscheidung zur Operation und zur Kinnplastik sehr zufrieden. Es hat sich, wie es der Chefarzt gesagt hat, gelohnt. Ich bestaune mein neues Erscheinungsbild jeden Tag mindestens 15 Minuten im Spiegel mit einem faszinierendem Gesichtsausdruck und freue mich auf mein erstes Foto (ohne Schwellungen, dauert noch ein wenig) auf dem ich lache.

Jetzt muss noch der Biss feinjustiert werden und die Spange muss endlich weg und die Platten dürfen noch raus. Wenn ich mich dann im Spiegel sehe werde ich vermutlich vor Stolz auf mich selbst platzen.

-------------------

So, die Story jetzt aufzuschreiben, war für mich ein schönes Gefühl und ich hoffe sie gefällt euch. Und allen die hier ihren Bericht schreiben danke ich, da sie mir die Entscheidung zur Behandlung und zu den Operationen einfacher gemacht haben.

Gruß

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Haste schön geschrieben. Ja ich denke, dass man die Nachbehandlung oft vergisst, das Gebiss muss ja noch feinjustiert werden. So direkt nach der OP ne Beurteilung ist auch eher unangebracht ;) Aber ich hätte dann in dem Moment die gleichen Gedanken.

Klar, dass in der Arbeit erstmal jeder Fragen stellt. Ich freu mich, dass Du es überstanden hast. Bald denkst Du sicher, super, ich würde es immer wieder machen. So klingt es zumindest.

Gute Erholung weiterhin!

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Haste schön geschrieben.
Danke
Bald denkst Du sicher, super, ich würde es immer wieder machen. So klingt es zumindest.
Den Gedanken habe ich jetzt schon. :-)

Gute Erholung weiterhin!

Danke.

Habe mich gerade wieder an etwas Sport rangetraut. Lief ganz gut, sofern man es nicht übertreibt. Muss man langsam angehen. Man fühlt sich zwar mittlerweile ganz fit. Wenn man dann jedoch Leistung abruft, findet man recht schnell seine aktuelle Grenze.

Gruß

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Hallo,

ich finde auch deinen Bericht sehr gut- hat mich bei einigen Sachen an meine OP erinnert. Das mit dem Sport kann ich auch nur empfehlen- zwar langsam, aber man merkt ohnehin, wie weit man gehen kann.

Das Einzige, was ich nicht so ganz aus deinem Bericht herauslesen konnte, ist, wie zufrieden du jetzt mit deinem Aussehen bist. Und stören dich die ständigen Fragen und Kommentare deiner Mitmenschen? Mir ging es nämlich ziemlich schnell auf den Keks.

Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung!

Viele Grüße

Julia

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Hallo

vielen dank für den Tollen Bericht

den hast du wirklich toll geschrieben ich kann mir alles so gut vorstellen

Wünsche dir weiterhin

Alles gute und viel GEsundheit!

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Hallo,

danke für deinen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht. Kann mich super hinein versetzen, habe so etwas ähnliches demnächst vor mir, eine Bimax OP, bei der mein UK nach vorne und oben geschoben werden soll, ca 2 mm und bei Bedarf wird dann mein Kinn verkürzt und mein OK etwas nach hinten (damit man das Zahnfleisch) danach nicht mehr so sieht.. Soll insgesamt 5 Stunden gehen. Bilder/Abdrücke wurden letztes Mal zur Simulation gemacht.

Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Die OP wird auch in Freiburg statt finden, Anfang März.. Habe sehr Angst vor den Risiken :-( aber das ist es mir dennoch Wert.

Dr. Schwarz wird die Behandlung durch führen, hat er vllt auch deine OP gemacht?

Würde mich über eine Antwort freuen.. Danke.

Viele Grüße und alles Gute für dich..

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Hallo,

danke für deinen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht. Kann mich super hinein versetzen, habe so etwas ähnliches demnächst vor mir, eine Bimax OP, bei der mein UK nach vorne und oben geschoben werden soll, ca 2 mm und bei Bedarf wird dann mein Kinn verkürzt und mein OK etwas nach hinten (damit man das Zahnfleisch) danach nicht mehr so sieht.. Soll insgesamt 5 Stunden gehen. Bilder/Abdrücke wurden letztes Mal zur Simulation gemacht.

Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Die OP wird auch in Freiburg statt finden, Anfang März.. Habe sehr Angst vor den Risiken :-( aber das ist es mir dennoch Wert.

Dr. Schwarz wird die Behandlung durch führen, hat er vllt auch deine OP gemacht?

Würde mich über eine Antwort freuen.. Danke.

Viele Grüße und alles Gute für dich..

hallo,

ich werde auch in freiburg operiert...

musst du die kinnplastik selber zahlen???

würde mich über deine antwort freuen

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Hallo...

Dein Bericht ist echt super. Ich habe am 19. Januar einen OP- Termin. Hast du Probleme mit deiner Zunge gehabt? Hast du Termine bei einem Logopäden wahrnehmen müssen?

Gruß

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Hallo zusammen,

sorry habe schon lange nicht mehr vorbei geschaut.

@Silver

Ja das war bzw. ist auch mein behandelnder Chirug. Wenn du gerne vorher / nacher Bilder hättest würde ich sie dir per Mail zukommen lassen. Möchte aktuell nocht nichts in die Bilder Sektion stellen.

@Hi-Tower

Einen Logopäden musste ich nicht in Anspruch nehmen. Probleme mit der Zunge hatte ich überhaupt nicht.

@alisha1812

Nein, bei mir wurde zum Glück alles zu 100% übernommen.

Zum aktuellen Stand:

Spange kommt im Feb. raus. Schwellungen sind komplett weg. Die Knochenaufbaumasse hat sich schon gut verteilt und fühlt sich auch nicht mehr so monströs an.

Gruß

bearbeitet von brennbaer

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Hi zusammen,

Spange kam Donnerstag raus. Interessantes Gefühl! Am gleichen Tag wurde ein Lingualretainer an den unteren sechs Frontbeisserchen eingesetzt. Habe auch noch für oben und unten eine lose Spange bekommen, damit sich nichts verschiebt. Werde nächste Woche in der Klinik anrufen für einen Termin zur Vorbesprechung zur Metallentfernung.

Gruß

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Hallo zusammen,

vor 6 Wochen wurde die Metallentfernung gemacht. Bin wieder schön aufgegangen wie ein Hefe Klos - blos nicht ganz so schlimm wie bei der Bimax. Nach 3 Wochen waren alle Schwellungen weg. Krankenhausaufenthalt war 4 Tage.

Tag 1. Aufnahme, Blutabzapfen, etc. Tag 2 war OP, habe viel Blut geschluckt und musste mich übergeben. Nasenscheidewand hat man korregieren müssen. Wurde anscheinend bei der letzten OP doch verbogen. Röntgenbilder vor der OP habens verraten. Schmerzen waren OK. An Tag drei war langeweile angesagt. Tamponaden wurden aus der Nase gezogen. Am vierten Tag wurde ich wieder vom Krankenhaus abgeholt. Am 10 Tag Post OP wurden die Fäden gezogen. Schmerzhaft wie immer. 4 Tage später war ich wieder fit zum Arbeiten und Sport treiben.

Damit sollte jetzt beinahe alles erledigt sein. KFO und KC Behandlung nahezu abgeschlossen. Ein Leben ohne warten auf eine OP beginnt. :P

Gruß

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