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Gast Druckertoeterin

Bimax am 15.10.09 im Klinikum Chemnitz

So, nun möchte ich doch nach 3 Wochen endlich mal meinen Bericht zu meiner OP (BIMAX - OKVV 3 mm und kippen, UKRV 7 mm)schreiben. Wurde am Klinikum Chemnitz operiert und bin dem Ergebnis an sich sehr zufrieden. (Siehe Bilderforum.)

Als Einleitung möchte ich dazu sagen, dass ich zu denen gehöre, die vor der OP keine Angst hatten. Ich habe mich seit 3 jahren intensiv mit dem Thema OP beschäftigt und konnte es seit ca. einem halben Jahr nicht erwarten. Ich denke, dass die Einstellung gegenüber eines solchen Eingriffes auch eine entscheidende Rolle spielt,inwiefern man letztendlich mit der ganzen Situation umgeht.

Mi,14.10. Aufnahmetag

10:15 Uhr im Klinikum angekommen. Da alle Betten belegt waren, mussten wir etwas warten, bis mein Zimmer frei wurde. Aufregung war sehr groß. Besonders auf der Fahrt da hin (ca. ne Stunde) war mir richtig schlecht, denn ich wusste - es würde ernst werden. Da ich am Montag bereits zur Splintanprobe da war, und am selben Tag schon das Anästhesiegespräch gehabt habe, musste ich das am Mittwoch nicht noch einmal erledigen.

Inzwischen wurde ich dann gegen 11 Uhr zur Blutentnahme geschickt, danach die Aufnahme für die Station (bin ich ein Pflegefall? - noch nicht!),welche Kost, welcher Blutdruck. Das Übliche. Dann war auch mein Zimmer frei und ich konnte es gegen 12 beziehen. Meine Zimmermitbewohnerin ist auch gleichzeitig eingezogen. (Die Zimmer waren übrigens sehr toll, weil Krankenhaus ganz neu gebaut.)

Gleichzeitig kam dann auch der Stationsarzt,der mich dann zum Gespräch mitgenommen hat. Hat mich nochmal aufgeklärt, und mir vom Ablauf der OP erzählt und auch gesagt, dass ich eine Magensonde bekommen würde da ich nur 54 kg wiege. Zusätzlich hat er mich nochmal abgehört, da ich ja das Problem mit dem Husten und der Erkältung eine Woche vor OP hatte. Die war zwar weg, aber der Hustenreiz noch leicht vorhanden. Der Arzt konnte aber nichts feststellen und hat sein Go für die OP gegeben. (Gott sei Dank!).

Dann gabs Mittagessen. Ich muss dazu sagen: Ich habe eine Laktoseintoleranz, habe also eine Milchzuckerunverträglichkeit und muss alle Milchprodukte und ähnliches meiden. Das wird im Laufe des Krankenhausaufenthaltes auch noch ein Problem werden, dazu später mehr.

Dann wurde ich noch der OÄ - die mich operieren würde - vorgestellt. Sie hat noch einige kleine Details geklärt, u.a. dass ich gegen 10 Uhr operiert werden würde (bis 13:30). Mir wurde auch gesagt, dass je nachdem, wie sehr ich post OP geschwollen sein würde, würde die Anästhesie entscheiden ob ich für eine gewisse Zeit Post OP auf Intensivstation landen würde, um meine Atmung zu überwachen. Dann musste ich nochmal zur Blutentnahme, damit die EK's gekreuzt werden konnten - also falls ich eine Bluttransfusion bekommen würde.

Abends habe ich dann noch allen wichtigen Menschen telefoniert und um 22 Uhr meine Schlaftablette genommen, um ab da an nüchtern zu bleiben und schlafen zu könne. Das lustige war, dass meine Zimmermitbewohnerin eine Tablette bekam und ich die selbe zweimal. Kommentar der Schwester: "Naja, vielleicht hat der Anästhesist gedacht, Sie sind so aufgedreht, sie brauchen mehr Drogen." Ich gebe zu, so kann es gewesen sein. ;)

Do, 15.10. OP Tag

6:45 Uhr wurde ich ausm Bett geschmissen, damit das Bett gemacht werden konnte. (Leute...ich lieg erst eine Nacht da drin!) Dann hab ich Tasche gepackt, für den Fall, dass ich auf ITS liegen würde und ich das Zimmer wechseln würde. Um 7:15 Uhr kam Visite, danach hab ich schon OP-Hemd und Anti-Thrombose-Strümpfe angezogen und meine Arnica D30 Globuli genommen (hatte ich extra mit Anästhesisten abgeklärt, dass ich darf. Typisch Arzt wusste er nicht mal was Globuli sind. Haha.) Eine Arnica D30 Gabe sollte also die Schmerzen nach OP gering halten und die Schwellung minimieren. um 7:45 dann LMAA Tablette (Dormicum) und ab da war ich dann auch eher ab vom Schuss. um 9 Uhr wurde ich dann in den OP gefahren. Ich dachte ehrlich gesagt, dass ich in dem Moment heulen würde,vor Freude. Aber es ging nichts. Ich war echt wie besoffen.

Wurde von einem netten Zivi für den OP vorbereitet und dann in den OP Saal gefahren. So richtig hab ich alles nicht mehr vollwahrgenommen. Die Änästhesiepflege fand ich äußerst nervig. Ich bin selbst Schülerin in einem Krankenhaus und weiß wie es läuft und da waren offensichtlich paar Schüler anwesend, denn die wurden von der einen Änästhesiepflegerin, die mir die Venenverweilkanüle ("Nadel") sehr unfreundlich und nicht schmerzfrei legte, ständig angeblafft. Dann habich gemerkt,wie das Narkosemittel in meinem kompletten Arm wehtat und weg war ich.

Post OP bin ich regelmäßig unter Schmerzen aufgewacht und hab bisschen rumgeweht "aaah". Mehr hab ich nicht hinbekommen. Auch meine Augen wollten noch nicht so richtig aufgehen. Ständig wurde mir mein Blutdruck gemessen und zwischendrin hat mich der Stationsarzt zugetextet. War mir natürlich egal. hab aber mitbekommen, dass alles komplikationslos verlaufen ist, Schwellung sehr gering war, und keine Bluttransfusionen nötig waren.

So richtig bewusst wach, war ich dann erst spät am Abend und da hab ich dann auch mitbekommen, dass ich nicht auf Intensivstation gelandet war. JUHU!

Allerdings war mir schlecht. Richtig schlecht. Als ich dass jemandem mitgeteilt habe, bin ich aber auch wieder eingeschlafen, weil ich von der OP einfach völlig am Ende war. Ich würde ja nicht brechen müssen, ich hätte ja ne Magensonde. (Achja.) Bis ca. 21:45 Uhr ging auch alles gut.Dann kam der Brechreiz. Ich klingelte für die Nierenschale, aber bis die da war, war mein Bett schon komplett voll mit altem Blut. Mir war während der OP viel Blut in den Magen gelaufen und das wollte jetzt natürlich wieder raus, da man es ja nicht verdauen kann. Leider gibt mein Magen nicht ruhe bis alles raus ist undich denke die blöde Magensonde,die ich nicht optimal vertragen habe, hat das ganze auch nicht besser gemacht. Ende vom Lied war: Stündlich habe ich gebrochen und gespuckt, bis mir eine Schwester dann was gegen die Übelkeit gegeben hat (vorher war ich dagegen!). Ab dann ging es, wobei ich trotzdem nicht wirklich geschlafen habe. Da durch das alte Blut mein ganzer Mund auch verschleimt war, und das dann immer wieder in den Magen gelaufen ist befand ich mich in einem Teufelskreis und da hat mich dann die Nachtschwester mobilisiert und im Untersuchungszimmer im Mund abgesaugt. Ich hab sie sehr auf Trab gehalten. Erste Nacht war also mein Horror, aber ich dachte mir so "Zurück kannste jetzt schlecht." Habe also auf den nächsten Morgen gewartet und der kam dann auch irgendwann.

Fr, 16.10.09 1. T Post OP

Um 6:45 kam dann wieder die tägliche Betten-Mach-Aktion, wo ich mich dann ins bad hiefte. War alles noch ein bisschen schwach, aber danauch der erste Blick in den Spiegel. Ich hielt ihn sehr kurz, denn so sehr ich mich auf die OP gefreut hatte, wollte ich mich nochnicht sehen. Ich wusste,dass ich furchtbar aussehen müsste und dass wenn ich mir jetzt nicht gefallen würde, was mach ich dann? Also versuchte ich gekonnt mich nicht auf mein Spiegelbild zu konzentrieren. Die Visite entschied dann nach der Horrornacht: Magensonde, Tamponaden aus Nase und Dauerkatheter raus! Splint und Gummis erst einen Tag später rein, da ich mich noch ausruhen sollte.

Gespürt habe ich Post OP übrigens alles bis auf meine rechte Oberlippe und den Bereich zwischen Oberlippe und Unterlid (rechts), sowie Teile des rechten Nasenflügels. Hat aber alles schon gekribbelt.

Als dann alles rauskam (Magensonde ziehen ist ja widerlich.) kam ich auch besser klar und fühlte mich wohler. Durfte dann auch wieder essen und trinken. DAS muss aber auch erstmal gelernt sein ;)

Gekühlt habe ich immer über diese Kühlmaske, da ich bei meiner GNE schon schlechte Erfahrung mit den Eisakkus hatte. Nachts konnte ich besser schlafen als die 1. Nacht Post OP, aber bin trotzdem stündlich aufgewacht. Das sollte dann aber jede Nacht besser werden.

Sa, 17.10.09 2. T Post OP

Heute kamen die Gummis und der Splint rein. Erst nach dem Mittagessen. An sich war daran nichts schlimm, nur dass ich vor OP kaum Luft durch die Nase bekommen habe und dadurch Schiss hatte, zu wenig Luft zu bekommen. Da sich mein Biss aber wunderbar von allein getroffen hat, wurden nur zwei vertikale Gummis je links und rechts eingehängt. Hat nicht weh getan und war ok. Ans Atmen musste ich mich gewöhnen und hab extra Nasentropfen bekommen.

Das Problem kam dann erst abends. Ich hatte richtig Hunger und dann bin ich immer sehr schwach. Sowieso war ich durch die OP noch nicht ganz auf der Höhe und musst etwas essen. Da ich eine Laktosintoleranz habe,habe ich nur so Grübchensuppe bekommen. Wirklich JEDE Suppe war zu dick und ich konnte sie nicht durch meine Zähne saugen. Das einzige was ging, war Wackelpudding und das war sehr anstrengend. Mich hat das an dem Abend sehr überfordert und ich war fertig mit den Nerven. Die Nacht davor hat noch ihre Spuren hinterlassen und so habe ich aus Verzweiflung angefangen zu weinen, habe dann keine Luft mehr durch die Nase bekommen und musste meine Gummis rausschneiden. Die Schwester meinte, die machen wir erst morgen wieder rein, wodurch ich zwar was Essen konnte, aber der verlorene Tag brachte mir ja nicht viel. Ich wusste irgendwann musste ich durchhalten, da das alles 7 Tage drin bleiben musste. Ich bin ganz ehrlich, ich kann es nicht nachvollziehen wie ihr es schafft, teilweise 6 Wochen den Splint und GUmmis zu tragen, wo man Kiefer nicht auseinander bekommt und nichts essen kann.

So, 16.10. 3. T Post OP

Bin neu motiviert gewesen und habe beimFrühstück verschiedene Essvarianten getestet, um nachher nicht wieder die böse Überraschung erleben zu müssen. Dann kamen Gummis wieder rein und es war erstmal wieder alles ok. Beim Mittagessen hab ich trotz Motivation nur Wackelpudding durchbekommen. Die Schwestern wollten sich drum kümmern, ich kann schließlich keine 7 Tage nur Wackelpudding essen. Ich brauch doch auch Energie. Zur Not solle ich Brühe essen.

Dies war dann die erste Nacht, wo ich mit Splint und Gummis also geschlossenem Mund schlafen musste. Wie bereits erwähnt machte mir das große Sorge und ich konnte nicht einschlafen. Die Nachtschwester musste mich stark beruhigen und hat mich motiviert diese Gummis drin zu lassen, und dass es einfach nötig wäre. ZUsätzlich machte mich die Angst fertig durch mein Essproblem keine Energie zumir nehmen zu können. Daraufhin bot mir die Schwester vielerlei Kalorienbombendrinks an, die ich alle nicht trinken konnte, da ich eine Laktoseintoleranz habe. Sie versprach mir, dass sie laktosefreie bei der Apotheke bestellen würde und am nächsten Nachmittag welche da sein würden. Zwar hab ich nicht durch geschlafen, aber ich konnte letztendlich doch schlafen und ich wurde am nächsten Morgen sogar geweckt.

Mo - 19.10.09 4. T Post OP

Bis zum Mittagessen musste ich mich von Götterspeise und Brühe ernähren. Ich hatte einen Scheiß Hunger sag ich euch. Irgendwann nachmittags um 17 Uhr kamen dan die Kaloriendrinks. Eklig süß, aber ich dachte mir - hauptsache es ist was drin, was du zum Leben brauchst.

Heute hab ich auch das erste mal geduscht,weil ich mich vorher nich getraut habe, da ich mich zu schwach gefühlt habe. Hab ja keine Energie zu mir genommen... Also hab ich meine Mutter beauftragt mich im Notfall aufzufangen. ;) Ging aber alles gut und ich fühlte mich prächtig.Frisch geduscht und mit Kalorien im Magen. Der hat sich echt gefreut.

Von da an, habe ich mich also von Brühe, laktosefreier Puddingsupper (haben mir meine Eltern extra immer gemacht und mitgebracht) und Kalorienbombendrinks ernährt. Sehr ausgewogen - haha. Aber die 7 Tage sollte es wohl gehen.

Nacht schlief ich immer besser und so erging es mir auch von Tag zu Tag besser. Prinzipiell fand ich aber alles anstrengend und schlief auch tagsüber entsprechend viel.

Noch ein Hinweis: Ich hatte keine Schmerzen, (bekam aber Schmerzmittel) höchstens Muskelkater, der sich aber auch nach ein paar Tagen legte.)

Fr, 23.10.09 8.Post OP

Die Visite erklärte mir, die Gummis und Splint würden heute rauskommen, und ich dürfte nach Hause. (WAS?) Ja,ich durfte gehen. Nach meinen Rechnungen waren das keine 7 Tage, und ich wies die auch darauf hin, aber die Ärzte meinten, dass wär schon ok.

Montag sollte ich dann noch zum Fädenziehen und Schrauben entfernen in die Ambulanz kommen, vor allem aber sollte ich meinen Biss selbst beobachten, denn wenn er sich verändern sollte, sollte ich sofort zurück kommen und mir Gummis einhängen lassen. 2 Wochen lang nicht Ausschnäutzen, noch 4-5 Wochen nichts kauen und bis Montag oral Antibiotika.

Seitdem geht es mir natürlich um Einiges besser. Ich kann richtige Suppe essen, und es steigert sich alles von Tag zu Tag.

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Schöner Bericht,

ich wünsche Dir weiter gute Besserung.Wie geht es Dir denn jetzt, bist du schon wieder arbeiten? Du schreibst, du bist selber im med. Bereich tätig, schaut man da genauer hin oder fragt genauer nach? Würde mich interessieren, da ich selbst auch KS bin und eine Bimax mir auch noch bevorsteht. Habe damals im Bezirkskrh.Chemnitz gelernt, war aber nie auf der MKG Station.lg smile32

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Gratuliere, dass Du es hinter Dir hast.

Das mit der Intoleranz war dann natürlich ein zynischer Schlag. Zum Glück hat die Schwester Wort gehalten. Freu mich für Dich, dass es nun nur noch aufwärts geht. Ich kann es so gut nachvollziehen - ich werde eh schon unwirsch, wenn ich nix zu essen kriege ;) Und das dann nach der OP. Oh weia!

Gutes Vorankommen weiterhin!

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