Foxface

Meine Bimax (Segmentosteotomie OK) im Marienhospital am 29.10.09 (Vorsicht, lang...)

70 Beiträge in diesem Thema

Meine Bimaxgeschichte begann mit einem mittleren Knall am Abend vor der stationären Aufnahme - wo mir nämlich telefonisch, kurz vor Ladenschluß, mitgeteilt wurde, daß mein Termin verschoben werden müsse, weil der OP an dem Tag anderweitig belegt sei. Da waren die meisten meiner Sachen fürs Krankenhaus schon im Koffer. Als ich eine Minute später zurückrufen wollte, ging keiner mehr dran. Fantastisch.

Nach einem größeren Wutausbruch, mehreren verzweifelten Telefongesprächen und einem längeren Spaziergang war ich wieder halbwegs von der Palme runter. Ich beschloß, am nächsten Tag am besten gleich persönlich im MH vorbeizugehen und ihnen zu erklären, daß eine mehrwöchige Terminverschiebung ein größeres Problem werden würde (die Auftragslage für den November war nicht gut, und mein Chef hatte die Planung für den Monat natürlich ohne mich gemacht, brauchte mich im Dezember aber wieder - und mein Jahresurlaub ist fast weg. Die einzige Alternative wäre unbezahlter Urlaub gewesen, was nach einer Weile aber auch dazu führt, daß man nicht mehr über den Arbeitgeber versichert ist).

Die Dame am Empfang war gerade dabei, mir verständnisvoll zu erklären, daß sie sich wegen eines neuen Termins erstmal

mit den Ärzten besprechen müsste, da standen sie schon im Raum. Der Chef sah mich da sitzen und fragte: "Wer sind Sie? Wann war Ihr Termin? Morgen? Und der ist abgesagt? Nichts ist abgesagt!!"

Und hängte sich energisch ans Telefon.

Es folgte ein längerer Disput mit dem Herrn, der den OP kurzfristig belegen wollte, den der Chefarzt nach Punkten (oder Dezibel) schließlich für sich entschied. Die übrigen Ärzte guckten betreten an mir vorbei, und vom anderen Ende des Flurs sah eine verfrühte Gruppe Patienten mit Schrecken und Mitleid zu mir rüber. Das allerkomischste war, daß die Chefsekretärin in den letzten Minuten noch versuchte, dezent die Türen und Fenster zum Vorzimmer zu schließen. 5 Minuten später hatte ich meinen Termin wieder, konnte es nicht fassen, und bedankte mich artig, und noch etwas benommen, beim Chefarzt.

Ich hoffe, der Doktor am anderen Ende hatte jetzt keinen verzweifelten Herztransplantationskandidaten neben sich sitzen. Jedenfalls lief ich eilends nach Hause, um meine Sachen zu holen, bevor sie es sich anders überlegen konnten. Tsjakka.

Aufnahmetag:

Zurück im Krankenhaus war ich der glücklichste Patient im gesamten Warteraum. Die Schwestern bei der Aufnahme waren sehr freundlich, und ich hatte eine nette Zimmernachbarin erwischt. Sie hatte eine GNE vor sich und den Expander schon drin, was ich nicht fassen konnte - ihre Aussprache war gestochen scharf. Nach der GNE sabberte ich ein paar Wochen wie ein Wasserspeier und klang, als wäre ich aus der muppet show entflohen. Leider war das auch der Monat, wo ich mich mit des Englischen kaum mächtigen japanischen Ingenieuren per Telefon und unter Zeitdruck über das Applikationsinterface unterhalten sollte. Einige Gesichter auf der Station erkannte ich noch vom letzten Jahr. Der Nachtpfleger erkannte mich sogar wieder.

Der Narkosearzt wischte, wie erwartet, die sorgfältig zusammengetragene Liste meiner Gebrechen mit einem nachsichtigen Lächeln beiseite, und verschrieb mir das übliche Schlafmittel für den Abend vor der Narkose. (Anästhesisten sind die Härtesten der Republik - nur, weil man eine sechsfache kriegsversehrte Großmutter mit Raucherbein ist, gilt man noch nicht als Risikopatientin. :] )

Aber er hat mir dann noch geholfen, mein Handy wiederzufinden, das ich in der Aufregung irgendwo im Warteraum liegenlassen hatte.

Zurück auf der Station kam Doc B. vorbei, kurze Vorbesprechung und Blutabnahme. Meinen Hinweis auf mein Implanonimplantat fand er, ebenso wie der Anästhesist, nicht so spannend. Genaugenommen guckte er schon bei dem Begriff 'Verhütung' so angeekelt, daß ich den Satz am liebsten mit '...und ich mache gerade eine Eigenurintherapie' beendet hätte.

[Für die, die sowas auch haben: der Hersteller empfiehlt, es spätestens 4 Wochen vor einer geplanten OP rauszunehmen oder mit den guten Leuten im Krankenhaus darüber zu reden. Angeblich erhöht das Ding das Thromboserisiko nicht so stark wie die Pille, aber wenn ich sowieso wenige Monate vor Ende der 'Tragzeit' gewesen wäre, hätte ich mir das sicherheitshalber rausnehmen lassen. Ich finde, man sollte bei einer größeren OP kein unnötiges Risiko eingehen.]

Auch war er nicht angetan von meinem mangelnden Enthusiasmus bei der Blutabnahme ("Gibts ein PROBLEM?!").

Ich wollte eigentlich nochmal nach Hause gehen und mein vergessenes Handtuch holen - ich wohne wirklich um die Ecke - aber er hielt das für keine gute Idee. Ist man mal aufgenommen, darf man normalerweise aus versicherungstechnischen Gründen auch nicht mehr raus. Er versprach mir aber, ich sei am nächsten morgen gleich als erste dran (au ja?), und hat mir bei den Schwestern ein Handtuch organisiert.

Also, an Handtücher und Fön denken.

Am späten Abend durften ich und mein peinlich verknicktes Infoblatt-zur-Bimax-mit-Einverständniserklärung noch zur Vorbesprechung mit dem Chirurgen. Er erklärte mir anhand eines Modells meines generalüberholten Kiefers und einer Röntgenaufnahme sehr freundlich und geduldig, was genau bei der OP geplant war.

Einiges wußte ich bereits: Der Oberkiefer sollte nach oben u. etwas zurück versetzt, dreigeteilt, dabei um 5 mm verbreitert und an den Seiten und vorne rotiert werden (oder so ungefähr), der Unterkiefer sollte nach unten rotiert werden.

Was mir neu war:

Dazu kam eine Nasenmuschelresektion, um die Nasenatmung zu verbessern - ich atme meistens durch den Mund, und kann die Lippen nur schwer schließen. Es war möglich, aber nicht sehr wahrscheinlich, daß mir für die Zusammensetzung des Oberkiefers Knochenspäne aus dem Beckenkamm entnommen werden würden. ("bei einer alten Frau ist dabei schon einmal das Becken gebrochen. Aber ich glaube nicht, daß wir das bei Ihnen machen müssen, normalerweise hat man genügend Material, weil ja bei der Versetzung nach oben ein Teil des Knochens rausgenommen wird.")

Als ich den Gedanken an meine Knochenspäne auf dem Parkett gerade verdrängt hatte, kam er auf Punkt 3:

Kinnplastik. Durch die Unterkieferrotation würde sich mein Kinn etwas nach hinten verlagern, und das sollte notwendigenfalls ausgeglichen werden, damit ich hinterher kein fliehendes Kinn habe. Ich hatte nicht damit gerechnet, weil ich ein ziemlich ausgeprägtes Kinn habe, war aber fasziniert ("man kann ein Teil vom Kinn abschneiden und woanders wieder festtackern? das geht?") Er demonstrierte den Effekt der Rotation an seinem eigenen Profil und Kinn, was seiner Meinung nach relativ weit zurück lag. Ich konnte an seinem Kinn nichts anormales entdecken, nicht einmal originellen Bartwuchs, fühlte mich aber sehr an die Layoutdiskussionen mit meinen ästhetisch ambitionierteren Studienkollegen erinnert. Ich fasste also Vertrauen zu seinen Fähigkeiten, das während der OP für mich zu entscheiden.

Beim Rausgehen deutete ich noch auf ein Einmachglas, was wie ein Bioexperiment mit Tümpelorganismen aussah. "letzte Frage, was genau ist das?" Ich erntete einen etwas verletzten Blick: "Das ist mein grüner Tee, und den wollte ich jetzt noch trinken.".

Draußen angekommen, war ich erstmal etwas nervös, denn:

Wer mein Chirurg sein würde, wußte ich erst seit heute, und ich hatte den bösen Verdacht, er hat es durch die geplante Terminverschiebung nicht viel früher erfahren. Eine Ärztin meinte bei meinem Facebowtermin, das würde wohl ein 'erfahrener Kollege machen', aber er sah nicht entscheidend älter aus als ich. Mir trauen auch nur wenige Leute mit einer Motorsäge in der Nähe ihres Gesichts.

Beschloß, daß ich gut daran tun würde, ihm zu vertrauen - immerhin war es derselbe, der meine OP auch vorbereitet hat. Mit Ausnahme von Dr. Z., der mich bei der GNE operiert und mit meinem KFO die Vorbereitung für die Segmentosteotomie abgesprochen hatte (danke, Dr. Z.!) , war er also mit großer Sicherheit derjenige, der sich mein Gebiß am gründlichsten angesehen hatte.

Ich duschte noch einmal gründlich, schluckte meine Schlaftablette und schlief ein.

OP-Tag:

Morgens ging wie immer alles ganz schnell - schon um 7 Uhr 30 war die Vorbesprechung der OPs desselben Tages angesetzt. Dazu ist immer die ganze Weißkittelparade anwesend, vom Chef bis zu den Gastärzten (diesmal einer aus Asien). Um die Uhrzeit kann man sich Anästhesie bei mir eigentlich schenken.

Mein Chirurg trug noch kurz das geplante Verfahren vor, der Chefarzt klopfte mir ermutigend auf die Schulter, und keine 30 Minuten später rollte ich in Strümpfen und Hemdchen in Richtung OP. Den Teil des Tages fand ich interessant, weil man das Krankenhaus selten im unversehrten Zustand vom Bett aus sieht, und auf den Gängen alle von oben ins Bett schauen, als wäre man bereits halb übern Jordan.

Ich hatte leider keine Sachen für den Tag auf der Zwischenintensivstation gepackt, weil mich auch niemand daran erinnert hatte. Die Schwester meinte, ich würde da aber auch nichts brauchen. Falsch: Ich vermisste meinen Haargummi (wen das betrifft), meine Spritzflasche mit Wasser, ein kleines Handtuch und einen wärmeren Pyjama.

Vom OP selbst weiß ich nur noch wenig, was ich schade fand - die Vorbereitung ist eigentlich spannend, und dank der Beruhigungsmittel war ich in der Phase bei der GNE nicht aufgeregt. Da hatte ich noch miterlebt, wie mir das eigentliche Narkosemittel in die Vene geleitet wurde, aber diesmal döste ich schon viel früher weg, vermutlich, weil ich am Tag davor kein Frühstück und nur ein halbes Mittagessen hatte - sie wußten vorm Mittagessen nicht, daß ich Vegetarier war. Man muß es wohl vor 10 in die Aufnahme schaffen, damit die Leute unten das noch weitergeben können. (Oder Essen mitbringen)

Ich robbte rüber vom Bett auf die OP-Liege, eine OP-Schwester stellte sich vor, befestigte einige Elektroden an mir und parkte mich dann erstmal im Nebenraum. Wenig später kam ein grüner Mann, den ich für den Chirurgen hielt (ich war schon ziemlich weggetreten), und schüttelte mir die Hand. Ich glaube, sie haben mich dann in den eigentlichen OP geschoben, aber danach weiß ich nichts mehr.

Ich wachte auf der Zwischenintensivstation auf. Draußen war es schon dunkel, eine nette Schwester kam und sagte mir, daß die OP gut verlaufen sei und meine Eltern sich schon nach mir erkundigt hättten. Die befürchteten Schmerzen hatte ich nicht, aber von meinem Gesicht unter der Kühlmaske fühlte ich von den Augen abwärts so gut wie nichts, nur eine Schwellung und schwammiges Gewebe. Mein restlicher Körper fühlte sich normal an - ich fühlte nach meinem Becken - kein Verband. Ich vermutete, daß mein Kinn auch noch an derselben Stelle war, war aber nicht ganz sicher.

In meiner Nase steckte ein Schlauch zum Absaugen des Blutes, den Katheter habe ich zuerst nicht mal bemerkt. Der linke Arm war in der Manschette eines automatischen Blutdruckmessgerätes, in die rechte Hand ging ein Infusionsschlauch, den ich als angenehm empfand, weil ich so dehydriert war. Verdrahtet war ich wie versprochen nicht, aber mein Oberkiefer war in einem Splint und durch Gummis mit dem Unterkiefer verbunden. Mein Mund war sehr trocken, und ich traute mich erst kaum zu sprechen.

Kurze Zeit später kam der Chirurg vorbei, und erklärte mir, die OP sei gut verlaufen, habe aber etwas länger gedauert, weil ich sehr niedrigen Blutdruck hatte (aha, daher das leicht schwebende Gefühl) und man meinen Unterkiefer mit einem Spezialgerät öffnen mußte. Die Kinnplastik sei nicht notwendig gewesen. Ich war noch sehr weit weg, freute mich aber, ihn zu sehen. Wenn man den Mann noch mit freiem Auge erkennen und zuordnen kann, ist man mit großer Wahrscheinlichkeit nicht tot. Sprechen wollte ich nicht, weil mein Mund so trocken war, daß ich mir sicher war, er würde mich nicht verstehen. Dann rückte er mir nochmal die Kühlmaske zurecht und ging. Mit dem beruhigenden Bild vor Augen schlief ich erstmal wieder ein.

Die Nacht auf der Zwischenintensivstation war nicht sehr angenehm, weil ich in meinem dünnen OP-Hemdchen fror und am Hals dank der Sabberei und der Kühlmaske ständig nass war. Zunächst wollten sie mir nichts zu trinken geben (vermutlich um Nachblutungen zu vermeiden), irgendwann bekam ich etwas Wasser in einer Schnabeltasse. Mehr als die Hälfte landete auf meinem Hemd, weil auch Schnabeltassen besser funktionieren, wenn man seine Lippen spüren kann.

Neben mir war ein Mann mit einem Leistenaneurysma, der die Schwester in einem klischeemäßigen französischen Akzent fragte, 'warum sie nischt ein Papierpflasteur fürrr die Wundeu nehmeun kann'. (!!) Auf der anderen Seite eines Vorhangs war eine alkoholkranke Frau, die ständig nach der Schwester schrie und am Bett festgeschnallt werden mußte. Die Schwestern taten mir leid, aber ich konnte nur schlecht schlafen. Ich war auch durch die Nachwirkungen der Narkose etwas verwirrt und driftete ständig in irgendwelche Wachträume ab - manchmal dachte ich, ich hätte die OP noch vor mir.

Gegen morgen kam die Schwester und wusch mich, dann wurden der Katheter und der Schlauch in der Nase gezogen. Das Absaugen des Blutes aus der Nase empfand ich als Erleichterung, die Schläuche taten auch bei der Entfernung nicht weh. Ich hatte zuerst nicht ganz kapiert, daß der Katheter ohne irgendeine Willensanstrengung seitens des Patienten funktioniert - die Blase wird einfach leergepumpt, man kann gar nichts falschmachen. Übergeben mußte ich mich nicht, ich hab wohl auch nicht mehr viel geblutet.

Vor meiner Rückkehr auf die Station tauchte dann noch ein Assistenzarzt auf und wollte mir Blut abnehmen. Da er mich aus dem Tiefschlaf geweckt hatte, war meine Blutzirkulation natürlich nicht existent, und ich konnte ihn nicht überzeugen, noch einen Moment zu warten, bis die wieder etwas in Gang gekommen war. Als er ging, hatte ich jedenfalls drei Einstiche mehr. :{

Tag 1-2

war eindeutig der Schlimmste. Zurück auf der Station wurde meine Zimmergenossin etwas bleich bei meinem Anblick - man hatte ihr am Morgen meiner OP gesagt, daß es 'bei der Bimax länger dauert, da gibt es ein paar Probleme'. Sie dauerte auch wohl eher 5-6 Stunden als die erhofften 4.

Ich war immer noch im Bett, bekam Antibiotikainfusionen über die Nadel in meiner rechten Hand, und konnte allmählich spüren, wie geschwollen mein Gesicht war. Trinken war eine Willensanstrengung und funktionierte nur mit der Spritzflasche. Die Schwestern schienen nicht zu verstehen, daß ich noch mehr Hilfe gebraucht hätte, wahrscheinlich auch, weil ich nicht mal versuchen wollte, zu sprechen.

Ich sabberte und konnte dank des fehlenden Gefühls in den Lippen weder durch eine Schnabeltasse noch durch ein Röhrchen trinken. Mir war nicht klar, daß das nicht bei allen Bimaxpatienten so ist. Sollte Euch das passieren, kriegt keine Panik, aber schreibts auf einen Zettel und erklärt es wem. Durch die Nadel in der rechten Hand hab ich nicht mal die verfluchten Schmerzmittelzäpfchen alleine aus der Packung gekriegt. Alles, was ich zu mir zu nehmen versuchte, lief mir wieder aus dem Mund und landete direkt auf meinen Klamotten. Ich hatte zuwenig Sachen zum Wechseln mit, versuchte, meinen Schlafanzug nach jedem Essen notdürftig auszuwaschen, und lag ständig mit feuchten Klamotten und frierend in meinem Bett. Genügend Wäsche zum Wechseln oder ein paar engagierte Angehörige am Ort sind also ein echter Vorteil.

Atmen ging nur durch den Mund, meine Nase war blutig und geschwollen, ich konnte keinen Schritt ohne einen Sabberlatz gehen.

Gegen Mittag, beim zweiten Versuch, irgendetwas runterzukriegen, landete wieder alles auf mir und auf dem Bett. Ich bekam einen Heulkrampf, weil ich so übermüdet, hilflos und frustriert war. Meine nette Zimmergenossin hat am Ende die Schwester geholt. Von da ab haben sie mir geholfen, vor jedem Essen eine große Einmalserviette an meiner Kleidung zu befestigen. Essen ging nur mit kleinem Löffel - kleiner Löffel Suppe, versuchen, Mund zu treffen, Kopf in den Nacken legen, schlürfen, NICHT NACH UNTEN SCHAUEN.

Ich hab mir trotzdem gegen Ende vor jedem Essen etwas angezogen, was schon fleckig war, um nicht jedesmal wieder entweder in feuchten Klamotten oder nur mit einem Handtuch bekleidet im Bett liegen zu müssen. Die Antibiotikainfusionen fingen an, im Arm zu brennen und immer schlechter durchzulaufen (das war schon nach der GNE so), und der Pfleger mußte dann auf den Schlauch drücken, um die Infusion am Laufen zu halten. Mir gings echt dreckig.

Nach der OP wird täglich von einem Assistenzarzt der Mund mit Mundspüllösung ausgespült und auf Entzündungen und Bissverschiebungen kontrolliert. Alle zwei Tage wurden die Gummis gewechselt. Wochenenddienst hatte Doc B, und er war von mir mal wieder nicht beeindruckt:

Arzt: Ich hab gehört, Sie waren mit dem Essen etwas weinerlich."

ich (sabbernd, durchfroren und wütend): "allesch läufscht rausch"

Arzt: "ach, das wird besser. Man kann das alles überstehen. Mein Opa hat viel schlimmeres durchgemacht."

ich: (entnervt) Ha'e der auch einen drei'achen Kie'erbruch?

Arzt: nee, der war im Krieg! (aha...)

ich: Ich schehe noch nicht kommen, daschich in 6 Tagen alleine schurecht komme.

Arzt: Was ist mit ihren Eltern?

ich: Schind nich in Schtuttga't.

Arzt: So werden Helden geboren.

Immerhin handelte ich raus, daß ich von da ab das Schmerzmittel als Tablette bekam. Einnahme ist ganz einfach: Vor den Spiegel gehen, auf die Zunge legen (die konnte ich fühlen) , mit Spritzflasche runterspülen, nicht ersticken, nicht nach unten schauen...

Absurderweise hat seine Hunnenrede sogar was bewirkt. Ich war noch immer ziemlich wütend, als ich da rausging, und hab mich auf meine nächste grüne Suppe gestürzt wie Rocky Balboa aufs Hanteltraining. Leider war es auch so anstrengend.

Tag 3:

Am 3. Tag trat das ein, was ich befürchtet hatte: Die Nadel in meiner Hand ließ endgültig keine Antibiotika mehr durch. Die Schwester schickte mich also zurück zum Arzt, um eine neue Nadel zu legen. Doc B sah genauso begeistert aus wie ich. Die neue Nadel lag in meiner linken Armbeuge. Hier ist eine kleine Liste der Dinge, die nicht so gut funktionieren, wenn man einen Arm nicht beugen kann und dauernd sabbert:

  • eine Klospülung betätigen, ohne auf den Boden zu sabbern
  • Kleidung aus- und anziehen
  • Haare zusammenbinden
  • Wasserflasche halten und zum Nachfüllen aufdrehen
  • Suppenlöffel UND Unterlage oder Sabberlatz halten
  • Serviette alleine an den Kragen pappen
  • ohne Hilfe des Pflegers die Kühlmaske aufsetzen
  • diensthabendem Arzt einen ordentlichen linken Haken verpassen.

Besonders das mit der Kühlmaske war sehr lustig - zum Klo und zu kurzen Spaziergängen hab ich es in dem Zustand alleine noch geschafft, aber zurück im Bett mußte ich jedesmal nach dem Pfleger klingeln und ihm über eine Sprechanlage erklären - mit WORTEN - daß ich seine Hilfe bei der Kühlmaske brauche. Gerne auch vier mal pro Nacht. Mich haben nicht mal Leute verstanden, die keinen Meter von mir weg waren.

Ich konzentrierte mich also darauf, soviel wie möglich zu schlafen, zu kühlen, zu trinken und zu essen, um möglichst bald die Antibiotika in Tablettenform einnehmen zu dürfen. Ich hatte den Eindruck, daß die Schwellung anfing, nachzulassen, sobald meine Nase wieder frei war und ich mehr dadurch atmen konnte.

Tag 4:

Die Antibiotikatabletten waren unten, und man hat mir die Nadel gezogen. Hurra! Es ging mir schlagartig um mehrere hundert Prozent besser. Das war auch der Tag, wo ich zum ersten Mal statt Suppe passierte Kost bekam, und meine Nachbarin mit der GNE durfte wieder nach Hause.

Zum Frühstück gab es sogar Weißbrot. Ich hab es angeschaut wie ein Gelähmter ein Fahrrad, aber ich war ganz scharf darauf, es irgendwie runterzukriegen - schon, weil ich wußte, daß das Suppe-Wasser-Joghurt-Antibiotikagemisch meinem Magen sonst bald den Rest geben würde. Außerdem war es das leckerste von den nicht-flüssigen Sachen. Ich habs auch runtergekriegt - fragt nicht wie.

Ich kann übrigens nicht bestätigen, daß man die Munddusche und die Kinderzahnbürste im KH nicht gebrauchen kann. Ich hatte sie beide ziemlich schnell im Einsatz, weil ich damit leichter die unteren Zähne und den Splint putzen konnte. Ich hatte nicht die Befürchtung, da was kaputt zu machen, weil ich im Mund innen und auch am Zahnfleisch und an den Zähnen (jedenfalls oben) überall Gefühl hatte.

An dem Tag wurde ich auch zum Röntgen geschickt - war noch etwas wackelig auf den Beinen, aber allmählich machten Lesen und Musikhören wieder Spaß. Mir war auch wichtig, das Ergebnis zu hören, weil ich immer noch die leise Befürchtung hatte, an dem Biss könnte sich noch irgendwas verschoben haben (manche Leute brauchen ja eine Nach-OP). Hab die Frau beim Röntgen leider mit meinem nackten Oberkörper traumatisiert, weil ich vergessen hatte, daß man mit einem Sweater mit Metallreißverschluß als Oberteil nicht geröntgt werden kann.

Außerdem: endlich wieder duschen. Mit halbwegs gutem Gefühl durchs Krankenhaus spazieren (von Toilette zu Toilette - für Papiertaschentuchersatz). In der Nähe der unteren OP-Säle schauten mir einige Leute in grün neugierig hinterher. Ich erkannte niemanden wieder, hatte aber den leisen Verdacht, sie kannten meinen Unterkiefernerv noch vom Sehen.

Spaziergänge waren übrigens sehr schnell nach der OP wieder möglich. Ich empfehle auch jedem, vor der OP das Sportprogramm etwas zu steigern. Vielleicht ist es Einbildung, aber ich hab das gemacht und hatte den Eindruck, es hätte mir sowohl für meinen mentalen Zustand vor der OP als auch bei der Regeneration was gebracht.

Nach der täglichen Kontrolle beim Arzt hatte ich Gelegenheit, einen Blick in meine Akte zu werfen. Seitdem kenne ich meine Blutgruppe, und ich fand raus, daß Doc B bei meiner GNE assistiert hat (hatte ich wohl verdrängt).

[Damit kein falscher Eindruck entsteht, er war zwischendurch ganz menschlich, und ich bin alles andere als charmant, wenn ich krank bin. Ich habe nur das Best-of zusammeneditiert. Außerdem bin ich immer motivierter, wenn ich ein Feindbild habe, auch wenn er natürlich nicht gegen mich gearbeitet hat. Ich hatte bei den Ärzten im MKH allgemein das Gefühl, daß sie wissen, was sie da machen. ]

Tag 5:

Visite. Ich wußte schon, daß die heute steigen würde, und bemühte mich deshalb, rechtzeitig mit Essen und Zähneputzen fertigzuwerden. Ich fand den Gedanken nicht schlecht, nochmal von der ganzen Meute bestätigt zu bekommen, daß meinen Zähnen nicht über Nacht Hörner gewachsen waren oder so. Ich hatte allerdings unterschätzt, daß man sich als Hamster im fleckigen Schlafrock von 7 sauberen und hochgewachsenen Menschen in weiß etwas eingeschüchtert fühlt, insbesondere, wenn man sich nur durch Grunzlaute verständigen kann. Der Chefarzt lobte mit großer Freundlichkeit sowohl die Aussicht als meinen neuerworbenen Biß (ich sah den KC aufatmen), aber ich war nmicchch gesch'ääää'iccchh.

Ich wundere mich immer, wieviel hierarchischer das Arbeitsverhältnis in einem Krankenhaus aufgebaut ist. Wenn ein dienstälterer Arzt im Raum ist, benehmen die Studenten und die jüngeren sich oft so, als wären sie unsichtbar (mit einem weißen Kittel in der Nähe der Wand hat man da gute Karten). Bei uns hat zwar auch der Chef das letzte Wort, aber im Vergleich dazu sind wir ein Waldorfkindergarten. Vor den meisten Entscheidungen bilden wir quasi erstmal einen Stuhlkreis.

Der Chefarzt bot mir auch an, ich könnte schon am nächsten Tag entlassen werden. Ein paar Tage zuvor war ich noch sehr skeptisch, ob ich das schon wollte, aber da hab ich mich gefreut.

War auch gutes timing. Meine nächste Zimmergenossin war etwas anstrengend, und ich hatte das dringende Bedürfnis, in den nächsten Tagen in der Privatssphäre meiner eigenen Wohnung essen zu können (essen dauert noch immer TAGE und sieht hinterher aus, als wäre ein Joghurt auf mir explodiert). Sie ist übrigens am Tag vor ihrer ME-OP doch noch mal aus dem KH weggegangen, was die Schwestern in große Aufregung versetzt hat. Der Assistenzarzt stand mehrmals mit seinen leeren Blutröhrchen in der Tür und guckte wie ein enttäuschter Vampir.

Tag 6:

Meine Sachen waren gepackt, blieb nur noch die Untersuchung vor der Entlassung. Der KC sah mich und wirkte sehr erfreut, mich aufrecht, in Zivilkleidung und mit halbwegs normalem Kopfumfang zu erblicken. Ich fühlte mich auch um Längen besser. Drinnen beobachtete ich mit großem Vergnügen, wie die Hände, die meinen Oberkiefer erfolgreich in diverse Einzelteile zerlegt hatten, einen erbitterten Kampf mit dem Lesegerät für die Röntgenbilder ausfochten.

Mein Biß wurde nochmal vom Chef persönlich inspiziert und für gut befunden (Blick auf das Röntgenbild) - "da links vielleicht nicht ganz ideal, warum..."

KC (attacca): DasWarAberAuchEineOberkieferdreiteilungMitFünfMillimeternVerbreiterungUndRotationBeidseitig....

Das fand ich auch.

Dann bekam ich noch meine Schmerzmittel, Kontrolltermine und Gummis zum Wechseln mit - davor graut es mir ein bißchen, aber ich durfte mir eine Pinzette zum Draufbasteln leihen. Werd mich bestimmt damit selbst verstümmeln, ich bin ziemlich ungeschickt.

Fazit:

Von den Nachkontrolluntersuchungen ist noch keine gelaufen, aber bis jetzt bin ich zufrieden. Mein Gesicht hat sich nicht extrem verändert, aber dort, wo es muß, und ich denke, es wird mir deutlich besser gefallen als das alte, wenn alles abgeschwollen ist. Ich glaube, soweit ich das jetzt schon beurteilen kann, daß mein Kinn ganz gut dort bleiben kann, wo es ist. Von der Taubheit ist noch sehr viel da (zwischen Nase und Kinn ist das meiste gefühllos), aber ich denke, das kommt zurück. Ich konnte es schon relativ früh in meiner Unterlippe kribbeln fühlen, und jetzt fühle ich rechts unten schon, wenn ich die Hand drauflege. Oben sind in erster Linie die Mundwinkel und der Bereich unter der Nase wieder lebendig. Bewegen kann ich die Oberlippe, und ich hab langsam auch Temperaturempfinden darin, deswegen bin ich optimistisch, daß keine Nerven dauerhaft verletzt wurden und das allermeiste vom alten Gefühl in ein paar Monaten wieder habe. Es kribbelt ständig in meinem Gesicht und ich hab leichte Zahnschmerzen, aber ich brauche keine Schmerzmittel.

Mein Lippenschluß ist nicht gut - besonders die Oberlippe ist aber auch noch stark geschwollen, und auch überall sonst, wo ich Platten oder Schrauben vermute. Ich denke, daß ich den Mund spätestens nach Abschluß der Behandlung durch die Logopädin wirklich entspannt schließen kann, auch, weil der OK nach oben versetzt worden ist. Ich hoffe, daß meine Zähne weiterhin zusammenpassen, es ist ein total seltsames Gefühl, zum ersten Mal mit den Vorderzähnen Kontakt mit den unteren zu haben.

Es können natürlich noch immer Zähne absterben oder so, aber erstmal denke ich, ich kann mit dem erreichten Ergebnis wirklich zufrieden sein. Ich würde das MKH auf jeden Fall weiterempfehlen. Auch wenn sie mir den Termin nicht wiedergegeben hätten.

bearbeitet von Foxface

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Erstmal herzliche Glückwünsche zur überstandenen OP.

Ich kann mich gut erinnern, dass es mir mit dem Essen (und dem Sabbern) genauso ging, am Anfang ist es echt eine Qual...Ich denke, die Ärzte unterschätzen das gelegentlich.

Und danke für den OP-Bericht. Du schreibst so genial lustig, hast du schon mal überlegt, ein Buch zu schreiben ;0) ?

Bist du von Dr. Sch. operiert worden?

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Hallo Foxface

Auch von mir herzliche Glückwünsche zur überstandenen OP - So was ähnliches habe ich ja auch bald (sofern der Oberarzt der Meinung seines Kollegen zustimmt und Grünes Licht gibt) vor mir. OK-Hoch-, -Seitlich-kippen- & -kippen-nach-vorne-Verlagerung !!

Auch ich habe deinen Bericht mit ebensogleicher Belustigung wie Annawake empfunden, wirklich toll geschrieben .... *all-thumbs-up*

Alles Gute weiterhin und "fröhliches" Abschwellen !!!

VG

Thomas

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Gratuliere dir zur überstandenen OP.

Weil das grad so eine Qual ist mit dem Essen danach verstehe ich nicht warum man das nicht einfach dann durch eine Magensonde macht.

Klar stört die ein wenig aber wenn ich lese wie schwer es ist danach zu essen bin ich echt froh das ich bei meiner GNE-OP eine Magensonde hatte und ich geh mal davon aus, dass ich bei meiner BIMAX-OP auch eine haben werde. Darüber bin ich sehr froh.

Ich wünsche dir noch eine gute Besserung.

Gruß Miro

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Halli hallo =)

Herzlichen Glückwunsch zur egal-wie-hauptsach, dass- überstandenen OP ;)

Ich musste mich zwischendrin so wegschmeißen vor lachen...echt super genial geschriebener Bericht!!

LG und gute besserung =)

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Hii! Vielen Dank Euch allen - ich fand meine Vorgängererfahrungsberichte auch sehr hilfreich und unterhaltsam. Ungefähr zu wissen, was auf mich zukommt, hat mir echt am meisten geholfen. Einige sagen ja, sie fänden es eher abschreckend, ich finde es besser, weil ich dann wenigstens nicht denke, es wäre irgendwas grauenvoll schiefgelaufen.

Konnte immer besser schreiben als reden, das ist im Moment allerdings auch kein Wunder. :)

Anna, Deiner kam mir sehr sehr bekannt vor (sogar mit der Röntgenaufnahme!! Und vor allem der Visite). :D Gratulation, daß Du das so gut überstanden hast, Du hattest es ja noch viel schlimmer. Wenn bei mir im angeschwollenen Zustand nochmal richtig was danebengegangen wäre, wäre ich total verzweifelt gewesen.

Mein Chirurg war *einer* von den drei Doktoren Sch., der ohne Brille <g>.

Die Ärzte waren jetzt nicht immer so taktvoll, aber ich hab das schon verstanden. Einmal haben sie einen ewig langen und stressigen Arbeitstag, eine Verantwortung, um die ich sie nicht beneide,und außerdem sehen sie ja auch noch viele Leute, die im Vergleich zu mir noch viel schlimmer dran waren. Als ich da war, gabs zum Beispiel ein Mädchen, bei der nach einer Weisheitszahnentfernung der Kiefer abstirbt - sie war schon mehrmals operiert worden, und die Versicherung wollte die Behandlung schon gar nicht mehr bezahlen. Die war total nett und ausgeglichen! Eine andere hatte eine Kiefergelenksentzündung, bei der kamen die Drainageschläuche direkt aus den Schläfen. Und was sie bei ihren Projekten in der dritten Welt alles so sehen, möchte ich lieber gar nicht wissen.

Ich war zu den Ärzten schon im Vorfeld gelegentlich etwas pampig, weil total verunsichert, nachdem die GNE nicht ausgereicht hatte, um meinen OK ausreichend zu verbreitern - weder der KFO (mein KFO ist ein Problem) noch die Ärzte im KH wollten mir zuerst so richtig erklären, was jetzt als nächstes passiert, und was für Schritte in der zweiten OP gemacht werden sollten. (Sie waren trotzdem meistens erstaunlich nett zu mir, was ich ihnen hoch anrechne) Ich habs erst 3 Wochen vor der OP zum ersten Mal richtig erklärt bekommen - nachdem ich Dr. K. davon überzeugen konnte, daß es wirklich nur noch drei Wochen bis zur OP sind... - und war dann etwas beruhigter. Ich hatte einfach Angst, es geht GAR NICHT, weil ich von den in der Breite gewonnenen Millimetern womöglich wieder was verloren hatte, oder sie müssten nochmal alles umplanen und die Vorbereitung zieht sich noch 2 Jahre.

Thomas, viel Glück - wie Du siehst, kann man es auch ohne Tapferkeit überstehen. Ich hab mir Deinen GNE-Bericht angeguckt, bei Dir waren die Vor und -Nachwirkungen von der Narkose ja richtig übel! Wann bist Du jetzt dran mit Teil 2?

Miro, eine Magensonde hätte ich auch nicht lieber gehabt, glaube ich. Ich war nur etwas verzweifelt, daß am Anfang gar nichts ging, das hat mich total frustriert.

Chris, ich wollte eigentlich keinen Besuch - nur die Ärzte, mein Bett und die Kühlmaske. Hab meinen Kollegen extra gesagt, daß ich lieber niemanden sehen will, wenn ich nicht sprechen kann. Ich bin ein ziemlich schlimmer Patient, weil ich ungeduldig bin und mir nicht gerne helfen lasse. Wenn meine Eltern oder mein Freund am Ort gewesen wären, hätte ichs gut gefunden, wenn sie alle zwei Tage mal vorbeigekommen wären. Extra anreisen lassen wollte ich sie aber nicht, weil meine Mutter sich garantiert über meinen Zustand in den ersten 2 Tagen noch mehr aufgeregt hätte als ich (hat sie noch im Nachhinein, sie hatte Albträume, als sie das hier gelesen hat) und bestimmt lautstark damit gehadert hätte, daß ich die Operation überhaupt machen lassen habe.

Mein Freund ist in Jordanien (bei der GNE noch im Sudan, er ist beim roten Kreuz) und stand von dort aus immer per SMS und Telefon mit mir in Verbindung, er war auch etwas unglücklich, daß er mir nicht helfen konnte.

Und sich füttern lassen wäre noch viel schlimmer gewesen. :) Dann hilft es mehr, jemand in der Nähe zu haben, der einem sagt, man soll den Kopf aus dem A.. nehmen und seine Suppe löffeln. :D

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Ich vermute du hast eine Magensonde gehabt. Das war der Schlauch in deiner Nase, mit dem sie während der OP das Blut absaugen. Wenn kein Blut mehr aus dem Magen kommt, kann man ganz einfach Sondennahrung dran anschließen.

Nach meiner OP war ein bisschen Blut in dem Schlauch zu sehen, ist zum Glück nicht viel in den Magen gekommen.

Nach euren Berichten finde ich, dass die Vorteile einer Magensonde gegenüber den Nachteilen überwiegen. Es ist zwar etwas Nervig mit dem Schlauch in der Nase aber man muss nicht hungern ;).

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Hallo Foxface

Stimmt, zuerst wirkt die LMAA-Tablette nicht, und dann die Nachwirkungen der Narkose ... Ja, das war nen Spaaaaß, die arme Nachtschwester damals - die mir das aber auch nicht krumm genommen hatte !!!

Ich soll das bei meinem nächsten Narkose-Gespäch erwähnen, dann bekomme ich wohl eine andere Medikation in der OP bekommen.

Wann ich dran bin? Ich hoffe mal noch dieses Jahr und ob überhaupt operiert werden kann. Doc B. meinte es wäre hinten an den Molaren was knapp. Er will das seinem Oberarzt (Doc M. - der gleiche, der mich auch operiert hat) zeigen und dann entscheidet es sich, ob OP ja oder nein ...

Und eine gute Portion Sarkasmus hat noch nie jemandem geschadet ....

Weiterhin alles Gute und gute Besserung !!

VG

Thomas

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Hallo Foxface. Haben bei Dir die 5mm Verbreiterung im OK auch einen ästhetischen Effekt bewirkt? Zeigst Du jetzt mehr Zähne beim Lachen (Vorteil)? Ist Dein Gesicht aber gleichzeitig auch breiter, eckiger geworden (Nachteil)? Mir steht dasselbe bevor.

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Hmm, cherryblossom... im Moment ist das alles noch schwer zu beurteilen, weil ich um Nase und Kinn noch sehr angeschwollen bin und der Splint auch noch drin ist, für ne ganze Weile. Ich werde bestimmt mehr Zähne zeigen (von der Seite sah mein offener Biß immer ganz entsetzlich aus, das ist auch vorbei) , aber bei mir war die enstandene leichte Verbreiterung auch eher ein Vorteil. Ich hab dann immer noch kein rundes Gesicht, weil mein Gesicht davor lang und irgendwie überall spitz (hatte immer eingefallene Wangen, auch wenn ich normal gegessen habe) und unten um den Mund etwas schief war. Insofern denke ich, daß die Veränderung positiv sein wird, wenn ich halbwegs abgeheilt bin.

bearbeitet von Foxface

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Hmm, cherryblossom... im Moment ist das alles noch schwer zu beurteilen, weil ich um Nase und Kinn noch sehr angeschwollen bin und der Splint auch noch drin ist, für ne ganze Weile. Ich werde bestimmt mehr Zähne zeigen (von der Seite sah mein offener Biß immer ganz entsetzlich aus, das ist auch vorbei) , aber bei mir war die enstandene leichte Verbreiterung auch eher ein Vorteil. Ich hab dann immer noch kein rundes Gesicht, weil mein Gesicht davor lang und irgendwie überall spitz (hatte immer eingefallene Wangen, auch wenn ich normal gegesen habe) und unten um den Mund etwas schief war. Insofern denke ich, daß die Veränderung positiv sein wird, wenn ich halbwegs abgeheilt bin.

Hi Foxface, danke für die recht informative Antwort. Ich möchte zwar kein breiteres Gesicht als ich es jetzt schon habe bekommen (bin ein slawischer Gesichtstyp mit ausgeprägten Wangenknochen), würde mir aber im Bereich der Mundwinkel bzw. der 3er u. 4er eine Verbreiterung u. Augmentation wünschen (allein schon, weil ich mir durch meine schmalen Zahnbögen permanent auf die Mundwinkel beisse (beim Reden, Essen) und weil ich hoffe, dass mein Mund dann nicht mehr so klein wirkt.

Halte mich/ uns bitte auf dem Laufenden, was die Stabiliät der Dehnung angeht. Mein Kfo meint nämlich, dass eine Dehnung im OK zu mind. 50 % wieder rezidiviert und eine Dehnung im UK sogar zu 90 % !

VG

bearbeitet von cherryblossomgirl

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90%? Wow, dann bin ich echt froh, daß wenigstens mein Unterkiefer nicht gedehnt wurde. Werde die Ärzte vermutlich echt mal fragen, ob es nicht besser wäre, den Splint 8 statt 6 Wochen drinzulassen, oder was da die Vor-und Nachteile sind. Mit dem Putzen und Sprechen ist es natürlich etwas sch..., aber bis Neujahr würde ich das aushalten.

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90%? Wow, dann bin ich echt froh, daß wenigstens mein Unterkiefer nicht gedehnt wurde. Werde die Ärzte vermutlich echt mal fragen, ob es nicht besser wäre, den Splint 8 statt 6 Wochen drinzulassen, oder was da die Vor-und Nachteile sind. Mit dem Putzen und Sprechen ist es natürlich etwas sch..., aber bis Neujahr würde ich das aushalten.

Werde meinen KC auf eine Überkorrektur ansprechen. Ursprünglich wollte er bei mir 8 mm pro Seite dehnen (a dream comes true) und jetzt nur 5 mm insgesamt :cry:

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Ich hatte heute meine erste Nachuntersuchung im KH, zwei Wochen nach der OP.

Alles soweit in Ordnung, fand der KC. Ich brauche wohl noch Geduld, bis das Gefühl in der Oberlippe wiederkommt.

Ich war nicht überrascht, das zu hören, überlege aber, ob ich Akupunktur eine Chance geben sollte. Aller Wahrscheinlichkeit nach regeneriert sich das meiste von selbst, aber angeblich sollte man, wenn überhaupt, im ersten Monat nach der OP mit Akupunktur anfangen. Einziger Nachteil - ich müsste es selber bezahlen. Weiß noch nicht, ob der Geiz oder die Hypochondrie siegen wird.

Nach dem Splint hab ich übrigens auch gefragt. KC meinte, sie stellen zwar gerade das Konzept um, hätten sich aber bei mir entschieden, den Splint wie bislang 5 Wochen drinzulassen. Ich hätte jetzt bestimmt nachhaken können (ob sie neue Erkenntnisse zu Rezidivquoten gewonnen haben, oder so...), aber so langsam habe ich meinen Entfernungstermin Anfang Dezember liebgewonnen, denn:

a) Im Dezember gehe ich wieder arbeiten. Ich kann dann noch problemlos von Joghurt leben und etwas nuscheln, aber meine Munddusche würde ich ungern ins Büro schleppen.

B) In der Woche kommt mein Freund zu Besuch. Einen halben Tag von den geplanten 5 richtig sprechen zu können, wäre nicht schlecht.

c) 8 Wochen hieße, der Splint bleibt drin bis nach Weihnachten. Ich denke, es wird schon schwierig genug, ihn 5 Wochen halbwegs sauber zu halten. Ich

verbringe täglich eine gute Stunde damit, hartnäckige Essensreste aus dem Rand von meinem Splint rauszuspülen - und dann eine weitere, um die

Spuren der Wasserschlacht zu entfernen. Nieder mit dem Ffffplint.

Die wichtigste Maßnahme, um zu vermeiden, daß sich alles wieder verschiebt, ist bei mir vermutlich ohnehin die Logopädie. Also werde ich meine Zungenübungen von der Logopädin machen, soweit das zur Zeit geht, und auf das beste hoffen.

Noch ein Tip aus dem KH: Nicht mehr mit Chlorhexamed spülen - meine Zunge ist bereits braun. Böses Chlorhexamed. Ich hab meine Flasche bereits im Krankenhaus geleert und spüle seitdem wieder mit Meridol. Es hatte definitiv nichts mit der Cola light von gestern abend und den tiefgefrorenen Früchten zu tun, mit denen ich in der ersten Woche post-KH einen wesentlichen Teil meines Kalorienbedarfs bestritten habe.

Blaubeer-Waldbeer-Smoothies, Waldbeer-Blaubeer- Eis, Blaubeer-Waldbeer-Kompott....

Da ich mich im Moment selbst versorge, bin ich seit der Krankenhausentlassung schon viel draußen gewesen. Die Reaktionen meiner Umwelt sind gemischt. Am ersten Tag nach dem Krankenhaus reichte mir die freundliche Apothekerin mit breitem Grinsen und ohne Rückfragen einen neuen Stapel Kühlpacks. Eine Studentin sah mich im Supermarkt und fragte besorgt, 'ob alles in Ordnung ist'. (allschokay, ha'e ne Kie-chcheropee...)

Andere sehen das Hamsterproblem anscheinend nicht auf den ersten Blick. Die Apothekerin, bei der ich Arnica kaufen wollte, begann ihre Erklärungen

hartnäckig mit 'und vor der OP nehmen sie dann...'. Kann nicht so offensichtlich gewesen sein. Mein Gesicht hatte noch locker das doppelte der üblichen Breite, und ich habe ihr auf den Tisch gesabbert.

Ansonsten geht es bei mir weiterhin langsam aufwärts. In erster Linie merke ich, daß mich nicht jeder kleine Spaziergang für den Rest des Tages zurück auf die Couch wirft. Die Sabberei wird weniger (was heißt, daß ich die Anzahl der präventiven Taschentücher reduzieren konnte), und ich habe mich mit meinem eingeschränkten Sprechvermögen arrangiert. Wenn ich weiß, daß ich gleich wem eine komplizierte Frage stellen muß, schreibe ich die immer schon vorher auf und halte ihnen wortlos einen Zettel unter die Nase. Ich bekam viele irritierte Blicke, aber auch einen ersten Termin für eine Lymphdrainage.

Einige verstehen mich gar nicht (mein nerviger Mitbewohner), andere ignorieren hartnäckig meine merkwürdige Aussprache und mein finsteres Sprichmichbloßnichtangesicht (mein anderer nerviger Mitbewohner). Noch schlimmer: Vorgestern in der Innenstadt hielt mir ein Mädchen von einem lokalen Radiosender unverhofft ein Mikrophon unter die Nase - panisches Kopfschütteln. Seit der OP haben mich auch schon zweimal Leute nach dem Weg gefragt und scheinbar sogar die Antwort verstanden. Meine Theorie ist,

daß Leute mit kleinen Kindern deutlich besser abschneiden.

Hoffe, daß die Schwellung weiter abklingt. Ab nächster Woche fahre ich erstmal zu meinen Eltern, private Rehamaßnahme.

bearbeitet von Foxface

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Ich war nicht überrascht, das zu hören, überlege aber, ob ich Akupunktur eine Chance geben sollte. Aller Wahrscheinlichkeit nach regeneriert sich das meiste von selbst, aber angeblich sollte man, wenn überhaupt, im ersten Monat nach der OP mit Akupunktur anfangen. Einziger Nachteil - ich müsste es selber bezahlen. Weiß noch nicht, ob der Geiz oder die Hypochondrie siegen wird.

ich habe auch akupunktur gemacht, hatte 1,5 jahre nach der op an der unterlippe noch eine kleine taube stelle...und ich kann dir nur sagen, nach 3 terminen, ist sie nun weg! also versuchs mal...und was die kosten angehen...hast dich da schon genau informiert weil ich dachte das nämlich auch immer (geh schon seit jahren zur naturheilpraktikerin) bis meine mum jetzt iwie rausgefunden hat das man das auch bei der krankenkasse einreichen kann und zumindest nen teil erstattet bekommt!

liebe grüße

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ich habe auch akupunktur gemacht, hatte 1,5 jahre nach der op an der unterlippe noch eine kleine taube stelle...und ich kann dir nur sagen, nach 3 terminen, ist sie nun weg! also versuchs mal...und was die kosten angehen...hast dich da schon genau informiert weil ich dachte das nämlich auch immer (geh schon seit jahren zur naturheilpraktikerin) bis meine mum jetzt iwie rausgefunden hat das man das auch bei der krankenkasse einreichen kann und zumindest nen teil erstattet bekommt!

liebe grüße

Danke für den Tip! Ich bin nicht so optimistisch, weil ich gesetzlich versichert bin (ich denke immer, ich hätte das hier durchziehen sollen, solange ich noch über meine Eltern privatversichert war...), aber ich werde auf jeden Fall mal die Praxis anschreiben und um einen Termin bitten.

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Vielleicht kann ich dir noch ein bisschen hoffnung machen...ich bin auch nicht privat versichert!;) aber mir nicht ganz sicher ob meine eltern nicht noch irgend was besonderes abgeschlossen haben...naja fragen kostet ja bekanntlich nichts!

Also dann, drück dir die daumen das es klappt!

Liebe grüße

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FFffplint...:D

Foxface ich schmeiß mich jedes mal so weg vor lachen wenn ich was von dir les :D :D bitte mehr davon!!! du könntest glatt ein buch drüber schreiben...ich würd eins kaufen ;)

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SO ne geniale Schreibe haben nicht viele. Ausserdem erinnert mich das an meine eigene Art, jede Situation mit so viel Humor wie möglich zu nehmen. Den einen Ausschnit las ich ja bereits mit Vergnügen "SätzeDieManVonSeinemArztNichtHörenMöchte".

Ausserdem immer wieder gut, verschiedene OP Berichte mit ja auch verschiedenen Indikationen zu lesen. Denke schon, dass es mal mehr oder weniger Sabberlatz-Pflichtsymbiosen gibt, je nachdem WAS gemacht wird.

Gute Genesung weiterhin!

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Daaaaaaaanke, Janaxx und Straciatella ! :-D Das baut auf. War heute auch nötig, ich hab mich ziemlich mühsam durch den Tag gesabbert. Mein Kieferorthopäde war etwas genervt von den Vorgaben vom Krankenhaus bezüglich der Retention nach Splint und der Logopädie. Ich war etwas genervt von meinem Kieferorthopäden.

Auf der positiven Seite: Ich hatte heute meine erste Lymphdrainage. Verstehe jetzt, warum ihr da alle sofort wieder hinwolltet. Mein Physiotherapeut ist steinalt und hat eine angenehm einschläfernde Stimme. Ich hätte am liebsten gleich da weitergeschlafen.

Morgen fahre ich für eine Woche nach Hause. Wegen der Akupunktur hab ich auch mal eine Ärztin angeschrieben. Sie klang, als würde sie in einem chinesischen Tarotwagen wohnen. Bin sehr gespannt auf den nächsten Termin. Bis nächste Woche!

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Sie klang, als würde sie in einem chinesischen Tarotwagen wohnen. Bin sehr gespannt auf den nächsten Termin. Bis nächste Woche!

Mehr von diesen bildlichen Vorstellungen!

Na dann dürstet mich aber auch nach diesen hochgelobten Lymphdrainagen-Erfahrungen. Wobei mir ja erst die Spangenzeit inklusive aller erheiternden und niederschmetternden Erlebnisse bevorsteht.

Ich hoffe Dir gehts bald besser und das Sabberleiden hält sich in Grenzen. Lass Zuhause mal die Angehörigen tüddeln! Alles Liebe

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Hallo Foxface,

ich habe gerade Deinen ausführlichen Op-Bericht gelesen und bin mir ehrlich gestanden nicht sicher, ob so viele Op-Einzelheiten/ Details wirklich hilfreich sind.

Das hat nichts mit Deinem Bereicht zu tun, der ist wirklich toll.

Da aber meine Op quasi vor der Tüt steht, wird mir langsam etwas

"mulmig"... und ich frage mich,wie man die ersten Tage nach der Op am besten übersteht. Denn ehrlich gestanden bin ich auch kein sehr geduldiger Patient. Mir sind die Krankheiten die liebsten, die schnell kommen und noch schneller wieder vergangen sind.

Ich hoffe Dir geht es besser?

Lieben Gruss Mona

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Hey Herzlich Glückwunsch zur Überstandenen Op

wünsche dir weiterhin alles alles Gute für deine Behandlung!

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Komme gerade zurück von 7 Tagen Familienreha und wollte noch kurz ins Forum schauen. Danke Straciatella und Bibi! Bin wirklich ZIEMLICH verwöhnt worden. :D Meine Eltern hatten so ein schlechtes Gewissen, weil sie mich nicht so richtig bekochen konnten, daß sie dafür meine Steuererklärung gemacht haben. Noch eine weitere unerwartete Nebenwirkung dieser OP.

Mona: wann bist Du denn genau dran, und was wird bei Dir gemacht? Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß Du kurz vor der OP lieber gar nicht soviel Einzelheiten wissen willst... Andererseits gehöre ich zu den Kontrollfreaks, die vor einer OP lieber ganz viele verschiedene Berichte lesen wollen - auch die richtig Schlimmen - um auf alles vorbereitet zu sein. Wenn ich hinterher mit fünf seltsamen Schläuchen im Körper aufwache, weiß ich dann wenigstens, daß die normal sind.... ich will am liebsten gar keine medizinischen Überraschungen.

Mach Dir nicht zuviele Sorgen um die ersten Tage nach der OP. Am besten übersteht man sie wohl mit viel Wechselwäsche, ein paar Büchern oder CDs oder Filmen zum Ablenken, und vor allem etwas Geduld. Man darf sich nicht darauf konzentrieren, was man gerade nicht machen kann, und muß Vertrauen haben, daß das mit der Heilung schon funktionieren wird. Viele Leute haben die ersten zwei drei Tage sicherlich auch weniger schlimm empfunden als ich - ich hab schon damit gerechnet, daß ich mit Sprechen und Essen mehr Probleme kriegen werde als die, bei denen 'nur' ein Kiefer verschoben wurde, oder wo wenigstens nicht auch noch der Oberkiefer in mehrere Teile geteilt wurde. Es empfindet auch jeder andere Sachen als schlimm. Einige fanden die Magensonde ja sehr störend, die ich kaum gemerkt habe, dafür graute es mir vor den Antibiotikainfusionen , weil ich auf das Konzept Nadel-in-Vene etwas neurotisch reagiere, auch dann, wenn die Infusionen nicht unangenehm sind.

Und die ersten besonders anstrengenden Tage gehen auch relativ schnell vorbei, man ist mit Schlafen - Trinken - Medikamente nehmen so kurz danach auch noch sehr ausgelastet. Viel Glück!

bearbeitet von Foxface

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