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tinchen84

Bimax mit UK RV in Rostock am 26.10.2009

So, ich dachte ich lasse euch jetzt auch mal an meiner Bimax teilhaben.

Vorgeschichte:

Erst seit Februar diesen Jahres habe ich meine feste Zahnspange. Bei der OP ging es sowohl um meinen offenen Biss als auch um meinen UK und mein Kinn. Dieses war sehr rechts lastig. Deswegen hatten nur meine linken Backenzähne Kontakt. Bei der OP wurde also mein OK hinten um 3 mm nach unten gesetzt. Mein UK wurde sowohl 5mm geschwenkt als auch 5mm nach oben versetzt.

Meinen Anästhesie Termin hatte ich 10 Tage vor der OP. Wirklich aufschlussreich war es nicht da mich mein KFO bereits über alle Risiken aufgeklärt hatte. Die Blutentnahme für die OP war an einem Freitag. Sonntag bin ich dann gegen 19Uhr in Krankenhaus und am nächsten Tag wurde ich operiert.

OP Tag (26.10.2009):

Um 6 Uhr kam eine Schwester um meine Temperatur zu messen und mich mit der sexy OP Kleidung auszustatten. Mit dem Wissen das ich die Zweite an diesem Tag sein werde (das sollte so gegen 11 sein) habe ich mir mit dem Duschen und Haare waschen extrem viel Zeit gelassen. Als dann gegen 9 Uhr die Schwester in mein Zimmer kam und mir erklärte das ich in der OP-Liste nach oben gerutscht bin lag ich gerade mit nassen Haare im Bett und habe mir eine Folge von Doctor’s Diary auf meinem I-pod angeschaut. In weniger als 5 Minuten lag ich also in schicker OP-Kleidung und mit der LMAA-Tablette intus im Bett. Ich kann nur sagen das diese Tablette mich bereits so ausgeschaltet hat, dass alles woran ich mich danach erinnern kann nur der Anästhesist ist der mich anlügt. Er sagte, das aus der Maske die sie mir gleich aufsetzen nur Sauerstoff kommt und das ich danach das Narkosemittel für die schönen Träume bekomme. Zwei Sekunden später war ich weg. Als nächstes erinner ich mich erst an die Intensivstation und jemanden der mir sagte alles sei gut gelaufen. Außerdem weiß ich noch das ich immer versucht habe die Magensonde aus meiner Nase zu ziehen.

1. Tag Post-Op

Ich gestehe das sie mich so mit Schmerzmitteln zugedröhnt haben das ich mich an nichts vom Dienstag erinnern kann. Ich weiß aus den Akten das ich an diesem Tag wieder auf die normale Station verlegt wurde und das sie mit der Kühlung begonnen haben.

2. Tag Post-OP

Das erste an das ich mich an diesem Tag erinnere ist das meine Eltern mit meiner Schwester zu Besuch kamen. Ich war allerdings immer noch sehr benebelt. Zudem sah ich wohl nicht gerade gut aus, denn meine Schwester sagte immer nur das die Schwellung schon wieder weg geht und das ich keine Angst haben muss. Ich selbst hatte mich bis dahin noch nicht gesehen. Als sie gerade gehen wollten kam ein Physiotherapeut der mich quasi aus dem Bett nervte. Ich musste ihm zeigen das ich alleine und ohne Hilfe aufstehen kann und das obwohl sich immer alles gedreht hat wenn ich die Augen öffnete. Erst als ich es nach drei Versuchen schaffte ließ er mich in Ruhe und ward von da an nie mehr von mir gesehen. Dennoch habe ich es vorgezogen zu schlafen. Leider haben sich meine Träume immer um das gleiche Thema gedreht – Doctor’s Diary. Ich habe die Sendung quasi weiter geträumt – echt blöd. So blöd das ich die Serie jetzt nicht mehr sehen kann. Wozu auch, hab mir eh meine eigene Fortsetzung erträumt, alles andere würde da eh nicht rankommen. :-D

3. Tag Post-OP

Der erste Tag an dem ich bewusst selbst und ohne Hilfe aus dem Bett kam. Somit habe ich gleich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt und das Bad blockiert. Als ich in den Spiegel sah, sah ich mich in XXL mit verdrahtetem Kiefer, einem Schlauch in der Nase und meinem Kinn an einer anderen Stelle. Kein schöner Anblick aber es fühlte sich irgendwie gut an. Dennoch hatte ich gerade andere Prioritäten – Duschen und Haare waschen. Danach habe ich mir erst mal einen eigenen Pyjama geschnappt und dann ging es auch schon wieder ins Bett. Zur Visite kam der Stationsarzt der mir gleich mal offenbarte das ich bereits einen Spitznamen auf der Station hatte – ich sei der Hamster aus dem G-Force Film (den Namen den er sagte hab ich vergessen). Da die Schwester hinter ihm allerdings genauso überrascht geschaut hat wie ich, nehme ich an das ich den Spitznamen nur in seinem Kopf hatte. Dennoch musste ich lachen. Gegen Mittag kam mein KC mit Assistent vorbei und erklärte mir das ich bei der OP sehr sehr stark geblutet habe. Sie haben ein Weilchen suchen müssen um die Quelle zu finden. Da mein Blutdruck ohnehin sehr niedrig ist und ich zudem an Annemie leide, war mir nun auch klar warum mein Kreislauf mich in den letzten Tagen im Stich ließ. Weiterhin bat ich ihn, mit Zeichensprache da ich ja nicht Sprechen konnte, mich von der Magensonde zu befreien. Das tat er auch. Ganz ohne Vorwarnung und mitten in einem Satz zog er sie raus und nach dem Ersten Schock konnte ich endlich atmen. Von da an durfte ich Nahrung aus einer Schnabeltasse zu mir nehmen.

4. Tag Post-OP

Es ging mir zunehmend besser. Ich konnte schon wieder alleine meine Runden auf dem Krankenhausflur drehen und mit meiner Familie Kaffee im Café trinken. Auch durfte ich das Krankenhaus verlassen um einen Spaziergang zu machen, den ich von da an täglich machte. Jedoch nur mit einer Drahtschere in der Tasche. Bis zu diesem Tag habe ich auch Schmerzmittel, Antibiotika und etwas gegen die Schwellung via Infusion bekommen.

5. Tag Post-OP

Der Zugang wurde gezogen und ich bekam regelmäßig Schmerztropfen. Allerdings muss ich sagen das ich bis dahin zu keinem Zeitpunkt Schmerzen hatte.

6. Tag Post-OP

Mein Mund wurde ent-drahtet und ich bekam links und rechts jeweils ein Gummi. Endlich konnte ich wieder ein wenig sprechen.

7.Tag Post-OP

Ich wurde entlassen und durfte endlich heim. Schmerzmittel hab ich keine bekommen, brauchte ich auch nicht.

Fazit:

Heute, ein wenig mehr als drei Wochen Post-OP muss ich sagen das ich zwar ziemlich blauäugig an die Sache rangegangen bin, es jedoch nicht bereue. Die Schwellung ist bis dato sehr gut zurückgegangen. Habe noch kleine Hamsterbacken (Schwellung rundum die Naht) aber das wars. Mein Gesicht hat am Anfang zudem in den schönsten Farben geleuchtet. Ich hatte zwei blaue Augen die jedoch sowohl in Blau als auch in Gelb und Grün leuchteten (hat übrigens zu schönen Witzen geführt – Halloween ist doch vorbei etc.). Der Rest meines Gesichts war einheitlich Gelb. Das Taubheitsgefühl am Anfang war überwältigend. Es war so ziemlich alles bis zu den Augen ohne Gefühl. Dies kam nach kurzer Zeit bereits wieder. Heute ist nur noch die rechte Hälfte meiner Unterlippe sowie ein kleiner Teil der rechten Seite meines Kinns taub. Allerdings kribbelt es da ständig, was mich noch ganz wahnsinnig macht. Zwei Wochen nach der OP wurde mir erlaubt den Splint für ein paar Stunden am Tag und zum Essen raus zu nehmen. Seitdem ernähre ich mich wieder von fast fester Nahrung (mansche alles noch sehr klein). Meine Mundöffnung vergrößert sich von Tag zu Tag. Am Anfang hab ich nicht mal einen Teelöffel in den Mund bekommen und heute hab ich meine Suppe bereits mit einem Esslöffel gegessen. Es dürften so 1,7cm sein. Schmerzen hatte ich bisher nur einmal. Am Wochenende haben mich Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Kieferschmerzen und Kinnschmerzen heimgesucht. Nachdem ich dies am Montag meinem KC beim Kontrolltermin mitteilte, veränderte er die Anordnung meiner Gummis. Aus drei (mein KFO hat die Anordnung der Gummis beim ersten Termin verändert und eins hinzugefügt) wurden zwei und die beiden wurden weiter hinten angeordnet. Am Montag hatte ich noch leichte Ohrenschmerzen aber seit Dienstag bin ich schmerzfrei. Für nächsten Montag hat mein KFO bereits einen Bogenwechsel im OK angekündigt. Dies erscheint mir jedoch noch ein wenig fragwürdig weil ich den Splint danach eigentlich noch 2 Wochen nachts tragen soll. Wie das geht wenn sich die Zahnstellung verändert ist mir noch nicht ganz klar, aber er wird schon wissen was er macht.

Ich kann sagen das es sich bis dato auf jeden Fall gelohnt hat. Ich kann mit meiner neuen Zahnstellung (offener Biss ist komplett weg und zum Ersten Mal in meinem Leben kann ich mit den Frontzähnen beißen) noch nicht wirklich viel anfangen da ich nicht viel beißen darf, aber ich genieße es bereits aus vollen Zügen.

Hier noch ein paar Tipps fürs Krankenhaus für alle Pre-OPler:

- Kinderzahnbürste (ja man darf bereits im Krankenhaus Zähne putzen, tut auch gar nicht weh)

- Munddusche (hat sich bei mir als äußerst hilfreich erwiesen)

- Musik (mir ging es am Tag vor der Entlassung so gut das ich mit meinem MP3 Player im Ohr durch mein Zimmer getanzt bin)

- Laptop (Filme oder Computerspiele verkürzen die Zeit)

- natürlich Kopfhörer (wenn nicht für den MP3 Player oder Laptop dann für den Fernseher im KH)

- Strohhalme (auf unserer Station herrschte immer eine Knappheit)

- Bücher

- viele Wechselsachen (ich musste meine Sachen mehrmals täglich wechseln da ich durch fehlendes Gefühl in den Lippen sabberte, beim Essen -eigentlich mehr trinken- kleckerte und beim Mundspülen zum Springbrunnen mutierte)

- Lätzchen (hab mir Baumwolltücher besorgt die durchaus hilfreich waren)

- Trinkpäckchen (ob Milch oder Fruchtsaft ist egal, aber nach drei Tagen mochte ich kein stilles Wasser mehr)

- Falls nötig: Kissen (die Klinik in der ich war ist toll. Sie ist neu und hochmodern. Aber die Kissen wurden logischerweise ständig gewaschen und waren dementsprechend ein Alptraum – so zerfallen und klumpig das es lediglich die Hälfte vom Kissenbezug ausfüllte)

LG

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Hallo Tinchen,

alles Gute erstmal zur überstandenen OP. Dein Bericht ist sehr informativ. Danke für die Tipps fürs Krankenhaus, das ist echt praktisch.

Mich wundert, dass du erst nach 3 Tagen wieder allein gehen konntest. Ist das von der Narkose, dass man da so schlapp ist? Ich wurde noch nie operiert und kann mir das noch gar nicht so richtig vorstellen.

Ich hoffe, es geht dir den Umständen entsprechend gut.

Ich finde es immer sehr ermutigend, wenn am Ende so eines Berichtes steht, dass derjenige es nicht bereut hat. Denn die Angst habe wir wahrscheinlich alle, zumindest ich. Dir weiter alles Gute

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Hallo Anjadiegute,

ich konnte erst nach drei Tagen wieder alleine gehen weil ich sehr starke Schmerzmittel bekommen habe. Da ich allerdings sonst nie Tabletten nehme wirkten sie bei mir sehr stark und haben mich komplett außer Kraft gesetzt. ;)

So geht es mir bereits richtig gut, danke der Nachfrage ;) Ich kann jeden Tag mehr Dinge essen und meinen Mund ein kleinen wenig weiter öffnen. Logopädie und Physiotherapie bekomme ich jetzt auch. Schmerzen hatte ich bisher auch keine, außer Ohrenschmerzen die allerdings von meiner verkrampften Haltung kommen.

Wann ist denn deine OP? Wird es auch eine Bimax sein?

Liebe Grüße und alles Gute

Tinchen

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Meine OP ist wahrscheinlich Ende 2010 oder Anfang 2011. Ich hab erst seit 4 Wochen die feste Spange. Ob es bei mir eine Bimax wird oder nur der Unterkiefer zurückgesetzt wird, weiss man erst vor der OP. Ich hoffe sehr, dass ich mit UK davonkomme. ;-)

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