aquilegia

OP-Bericht von aquilegia

Diagnose: Ober- und Unterkieferasymmetrie und long face

Operationsdatum: 1. 3. 2006

Chirurg: Univ. Prof. Dr. Ingeborg M. Watzke

Klinik: SMZ-Ost, Wien

Operation: Le Fort I Osteotomie, BSSO (nur einseitig) und Genioplastik (OP-Dauer: 2 Stunden); der OK wurde bei mir nur um ca. 2 mm versetzt

Am 28. 2. wurde ich um 11h Vormittag im Krankenhaus aufgenommen. Zuerst musste ich natürlich wieder einmal unzählige Formulare ausfüllen und dann wurde mir noch die Schiene genau angepasst und mir das Einhängen gezeigt.

Dann ging's auf die dermatologische Station, auf der bereits ein Bettchen für mich bereit stand.

Den Rest des Tages hab ich dann mit dem Warten auf die Anästhesistin verbracht. Auch wurde mir nochmals Blut abgenommen um sicherheitshalber nochmals die Blutgruppe festzustellen.

Vor dem Schlafen hab ich dann noch eine Schlaftablette bekommen und ich konnte dann auch einigermaßen gut schlafen.

Am OP-Tag wurde ich um 6h von der Schwester geweckt, bekam die komische Tablette und die beschissenen Thrombosestrümpfe verpasst. Außerdem musste ich das OP-Hemd anziehen, das ich schon am Vortag bekommen habe. Um 7.30h wurde ich dann abgeholt. Leider hat diese Tablette, von der ich dann eigentlich nichts mehr mitbekommen sollte, bei mir überhaupt nicht gewirkt. Ich hab bis zur Narkose alles mitbekommen, das war nicht schön… Mir wurde dann noch die Infusionsnadel gesetzt und leider hat sich da die Anästhesistin verstochen, was sehr weh tat… Aber ich durfte dafür die Hand von irgendeinem "OP-Menschen" ganz fest drücken. Dann hat sie's noch mal versucht und dann war ich auch schon weg.

Wach geworden bin ich dann im Aufwachzimmer. Davon weiß ich aber nur mehr, dass sie mir den Blasenkatheter entfernt haben, was überhaupt nicht wehgetan hat und dass mir irgendwer gesagt hat, dass die OP ohne irgendwelche Probleme abgelaufen ist. Richtig zu mir gekommen bin ich dann erst auf meinem Zimmer. Da waren dann auch schon meine Eltern bei mir. Schmerzen hatte ich schon leichte und ich konnte nicht sprechen. Ich habe dann via Zettel und Stift Schmerzmittel verlangt und die haben auch wunderbar geholfen. Anfangs habe ich viel Blut gespuckt und kaum Luft bekommen, aber mir war überhaupt nicht schlecht (ich hatte KEINE Magensonde). Aber ich hatte 4 oder 5 Infusionsnadeln im Arm von denen mir dann alle bis auf eine entfernt wurden. Das Atmen wurde mir dann mittels eines Wasserdampfgerätes erleichtert und ich hab dann auch bald mit verdünntem Wasserstoff gegurgelt, um die Wunden zu desinfizieren. Den Rest des Tages bin ich dann eigentlich nur im Bett gelegen. Einmal wurde mir dann noch routinemäßig Blut abgenommen.

Am Abend kam dann das schlimmste: die Thrombosespritze in den Bauch! Die hat wirklich von allem am meisten weh getan. Mir sind die Tränen gekommen, so gebrannt hat es… Auch die nächsten zwei Male war es nicht anders! Außerdem bekam ich dann noch eine Cortison- und eine Antibiotika-Infusion. Am Nachmittag hatte ich übrigens eine Kochsalz-Infusion bekommen.

Geschlafen habe ich die erste Nacht nach der OP nicht einmal 5 min. Das lag zum ersten daran, dass ich eine schnarchende Zimmerkollegin hatte und zum zweiten daran, dass ich mich nicht hinlegen wollte, weil dann der Druck im Kopf zu groß wurde.

Am nächsten Morgen um halb acht ging ich dann schon selbstständig auf die Kiefer-Ambulanz zur Kontrolle. Dort musste ich erstmal meine Schiene rausnehmen und Zähne putzen. Außerdem haben sie mir auch die Nase abgesaugt, weil die ganz zu mit Blut war und ich deshalb so schlecht Luft bekam. Als mich die Chirurgen sahen, waren sie ziemlich erstaunt, dass ich kaum geschwollen war und konnten kaum fassen, dass ich erst am Vortag operiert wurde. Es ist auch so, dass ich kaum Sensibilitätsstörungen habe, nur am Kinn und auf der linken Wange hab ich kaum ein Gefühl und auch der Gaumen war taub. Aber das wird jetzt schon immer besser. Der Nerv ist bei mir übrigens völlig heil geblieben. Anschließend wurden auch noch Röntgenbilder gemacht.

Als ich dann wieder aufs Zimmer kam, war auch schon meine Mutter da und hatte mir Pudding mitgebracht. Gegessen hab ich dann auch einen, das war aber nicht leicht. Am Nachmittag war ich dann noch mal Nase absaugen. Was das Reden betrifft: Am ersten Tag konnte ich nicht reden, aber nur deshalb, weil ich Gummis im Mund hatte. Als die dann draußen waren, ging's so halbwegs. Nur Buchstaben, bei denen ich die Lippen schließen muss, kann ich immer noch nicht aussprechen. Und Schmerzen hatte ich eigentlich nur, wenn ich den Kopf gehoben habe. Ich hab dann auch laufend Cool-Packs verlangt, die sind ganz angenehm.

Gegessen hab ich jeden Tag brav, allerdings nur Suppe und Pudding und das war auch nicht ganz leicht. Und auch beim Trinken ist mind. die Hälfte daneben geronnen. Das Zähne putzen ist so eine Sache… Ich hab mich nie so richtig getraut, weil ich zu großen Respekt vor den Nähten hatte/habe (Tipp: Baby-Zahnbürste besorgen, mit einer normalen kommt man kaum in den Mund). Aber ich habe immer brav mit Wasserstoff gegurgelt. Geschlafen hab ich keine einzige Nacht, aber jetzt wo ich wieder zuhause bin, schlaf ich wieder gut. Da schnarcht auch höchstens meine Katze und das in einer erträglichen Lautstärke…

Entlassen wurde ich übrigens am 4. Tag post-OP – an meinem Geburtstag! Ich bekam dann noch ein Rezept für Antibiotika und mir wurde gesagt, dass ich 10 Tage Schnäuz-Verbot habe und in 9 Tagen Nähte ziehen kommen solle. Auf diesen Tag freue ich mich schon heute, weil die Nähte sind schon sehr unangenehm (brennen und zwicken) und ich hab immer Angst, dass sie sich entzünden. Und die Schiene darf ich übrigens stundenweise herausnehmen, weil ich eh so schön "hineinfinde". Die nervt ohnehin ohne Ende…

Resümee: Auch wenn die ersten Tage schon sehr hart sind und man am liebsten heulen würde, ist es doch nur halb so schlimm. Man darf sich halt nicht gleich am ersten Tag fragen, ob man es wieder machen würde. Ich denke, das darf man sich erst dann fragen, wenn die Schwellung weg ist und man das Endergebnis sieht. Ich hoffe, ich bereue es dann nicht!

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hallo aquielegia,

super, daß es dir schon wieder so weit gut geht, daß du einen so tollen und ausführlichen op-bericht schreiben kannst. alles gute - nachträglich - noch zum geburtstag und ich wünsche dir, daß alles schön heilt.

lg janet

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Hallo aquilegia!

Auch Dir wünsche ich gute Besserung,und ich warte auf vorher/nachher Bilder!

Ciao toni

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Danke euch allen!

Bilder kommen dann, wenn ich alle beieinander habe, also auch post-OP Fotos ohne Schwellung. Dann ist der Aha-Effekt vielleicht größer... :wink:

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