zab

Ein etwas anderer Bimax-Op-Bericht...

Meine Bimax-Op liegt nun 9 Wochen zurück. Hab mich endlich mal dazu durchringen können einen Bericht zu schreiben.

Ich möchte das auch unbedingt machen, weil es mir ein bisschen unter den Nägeln brennt. Ich habe mich auch kurz vor meiner Op an dieses Forum gewandt und es hat mir wirklich Mut gemacht. Aber in all den Op Berichten kann ich mich nicht wieder finden. Oder ich hab die weniger schönen überlesen….Vielleicht bin ich aber auch nur eine Memme...

Ich hab mich in der Uni-Klinik Köln von Dr. Mischkowski (computergeplant) operieren lassen. Mit dieser Entscheidung bin ich auch heute noch sehr zufrieden.

Sehr nette Schwestern und ein sehr kompetenter Chirurg. Leider ist die Organisation nicht ganz so gut.

Das es verschiedene Möglichkeiten der Nachbehandlung gibt ist sicher vielen bekannt. Verschnüren oder nicht oder wie lange……Drenagen oder nicht etc.

In der Uni-Klinik wird man ca. 14 Tage mit Gummis verschnürt. Klingt erstmal hart, ist es auch. Aber wie ich finde doch sehr logisch. Außerdem wird man 24 Stunden ins Schlafkoma versetzt und auf der Intensivstation beobachtet. Nur zur Sicherheit. War auf jeden Fall froh die ersten Stunden nix mitzukriegen!!

Einen Abend vor meiner Op bin ich in die Uni-Klinik. Das erste Hindernis: Meine Zimmernachbarin war geistig verwirrt. :shock: War erstmal ganz schön runter mit den Nerven. Klar so kurz davor. Ein Arzt hat das eher zufällig mitbekommen und mich erstmal allein auf ein anderes Zimmer verlegt. Puhh.. Da ist mir schon ein Stein vom Herzen gepurzelt.

Die Op hat 5 Stunden gedauert. Die eigentliche Bewegung der Kiefer nur ca.:2mm. Aufgewacht bin ich mit kalten Tüchern im Gesicht. War sehr benommen. War erstmal OK.

Das erste was ich dann allerdings meiner Mutter auf den Block geschrieben habe als das Möglich war: NIE WIEDER!

Das größte Problem war mein eigentlich kleiner Schnupfen. Ich hab die ersten Tage sogut wie keine Luft bekommen. Furchtbar! Ich glaube ……am 2 oder dritten Tag haben sie mir dann die Magensonde entfernt. Eigentlich viel zu früh. Egal……abnehmen wollte ich sowieso. Das waren dann auch in den 10 Tagen Krankenhaus ca..: 7 Kg. Nach dem Entfernen war es dann erstmal etwas besser. Leider nicht solange. Es wurde alles versucht: Nasenspray (verschiedene), Luftbefeuchter……. Dann wollten die Ärzte mir für eine Nacht den Mund öffnen. :-( Das wollte ich aber dann doch nicht. Hatte zu viel schiß davor.

Es wurd dann langsam besser….

Die Drenagen habe ich am 3 Tag entfernt bekommen. HÖLLE!! Damit hatte ich nicht gerechnet! Die wurden mir quasi rausgerissen. Leider hingt die eine Seite unbemerkt fest!! Nur sprechen konnte ich ja nicht. Grausam! Dieser Tag war der Schlimmste.

Leider musste ich mich auch noch übergeben. Aber so schlimm wie sich das anhört war es dann gar nicht. Eigentlich hatte ich davor doch soviel Angst.

Die Schmerzen waren bis auf ein paar mal relativ erträglich. Ca. 5-6 mal am Tag habe ich Tramal und Novalgin bekommen.

Schlafen konnte ich die ersten Wochen nur fast im Sitzen. Hab jeden Abend Schlafmittel bekommen und dann ca. 3 bis vier stunden geschlafen, um dann neues Schmerzmittel zu nehmen. Dannach konnte ich dann wieder einschlafen.

Essen/ Trinken stellte sich auch als schwierig heraus. Strohhalm ging nicht, weil mein Gesicht bzw. meine Lippen so angeschwollen waren das ich sie nicht schließen konnte. Also hab ich mit einer größeren Spritze versucht die Flüssigkeit durch die Zähne zu ziehen. Bei Brühe und Wasser ging das irgendwann echt gut. Aber bei den Krankenhaussuppen nicht. Ich konnte fast nix von denen Essen.

Mein Kreislauf war völlig runter. Stehen bzw auf Klo gehen konnte ich erst am dritten Tag. Erst nach einer Woche konnte ich ein paar Minuten am Stück gehen. Wahrscheinlich auch deswegen, weil ich schlecht Luft bekommen habe. Daher auch mein morgentliches Herzrasen, was ich die letzten Tage im Krankenhaus hatte, als ich mich dann allleine Gewaschen und gefrühstückt habe.

Hab dann von der Klima in der Klinik auch noch nen Husten bekommen. Husten mit geschlossenem Mund….nicht so gut.

Außerdem haben sich meine Zugänge in die Venen dauernd entzündet . 3 Stück insgesamt. Die Behandlung mit dem Antibiotikum musste dann vorzeitig abgebrochen werden, weil ich es oral nicht rein bekommen habe. (Musste mich übergeben)

Am 5-6 Tag war das gröbste geschafft. An diesem Tag war auch meine beste Freundin da . Vorher waren nur meine Mutter und mein Freund da. Mein Süßer war teilweise bis zu zehn Stundenda, als es mir so schlecht ging. Die beiden haben sich dann abgewechelt. Mit beistehen, Essen vorbereiten, Waschen, Duschen, Kommunizieren (nur schriftlich natürlich),spazieren fahren und einfach nur da sein! . Hut ab! Und Vielen Dank dafür! Das war wirklich nicht selbstverständlich und extrem anstrengend für die Beiden .

Die ersten Tage waren schlimm, aber jeden Tag wurde es viel besser. Als ich dann entlassen wurde gings mir schon relativ gut. Zuhause dann plagten mich allerdings ein paar Tage lang fast unerträgliche Zahnschmerzen von den neuen Gummis. Novalgin hat nicht geholfen. Ibuprofen 800 auch nicht . Meine Hausärztin hat mir dann Tramal verschrieben. Die hat dann auch noch festgestellt, dass ich eine spastische Bronchitis habe…..

Insgesamt war ich 4 Wochen krankgeschrieben. Mir war zu langweilig! Und erst seit ca. 1 Woche würd ich alles als überstanden betrachten. Was mich sehr freut ist das ich überhaupt gar kein Taubheitsgefühl mehr habe. Auch sonst…..Ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Ergebnis aber ich wüsste nicht, ob ich die Op noch mal machen lassen würde.

Ich möchte hier niemanden den Mut nehmen und ich würde jedem zu der Op raten. Ich finde nur auch so ein Bericht sollte hier eine Platz finden. Mich hat es nämlich ziemlich überrascht das es dann so gekommen ist.

Alles Gute für Euch.

Sabrina

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oh mein gott, das ist ja schrecklich. :-(

bewundere hier jeden, der sich die op gibt, brauche zum glück keine.

wahnsinn. da ist mir beim lesen regelrecht schlecht geworden....

gut, dass du das jetzt überstanden hast ;-)

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hi sabrina,

ist ja echt horror, was du so schreibst. am besten frag ich meinen chirurgen gar net so genau, was der machen will ;-)

nachdem ich die gne schon hab machen lassen, gibts sowieso kein zurück für mich ...

ich gratuliere auf jeden fall zur überstandenen op und hoffe für dich, daß jetzt alles schön problemlos und vor allem schmerzlos weitergeht.

lg janet

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Hallo Sabrina,

ich hab mich ja ganz in der Nähe (Bonn) operieren lassen. Vielleicht liegts am Rheinland:???:aber mein OP Bericht ist auch ehr abschreckend als mutmachend.

Es ist schön zu sehen, daß diese negativen Erfahrungen selten sind, aber die gibts halt auch! Man will zwar keinem Angst machen, aber es ist auch eine Erfahrung, zwar nicht so schön aber es ist eine!

Warst du bei einem KFO in Köln?

LG

Vreni

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Hallo Vreni,

ich hab direkt alles in der Uni-Klinik Köln machen lassen.(KFO: Frau Dr. Mazloumi, Chirurg: Herr Dr. Mischkowski) Mir erschien das ganz sinnvoll, weil die KFO`s und die Chirugen dort ja öfter zusammen arbeiten. Mit dieser Wahl bin ich auch echt zufrieden. Ihre Arbeit haben die wirklich gut gemacht das kann ich nicht anders sagen.

Ich möchte hier auch noch mal betonen, dass ich froh bin die Op gemacht zu haben und ich jedem dazu raten würde. Allerdings sollte man sich schon darauf gefasst machen das es auch echt schlimm werden könnte.

Bitte lasst euch den Mut nicht nehmen!!

Viele Grüße

Sabrina

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