boeder

Abzocke? Richtige Gebührennummer?

Hallo allerseits!

Ich habe eine kurze Frage, nachdem ich beim Öffnen einer Zahnarztrechnung fast vom Stuhl gekippt wäre.

Ich habe im UK und OK jeweils zwei so genannte Lacebacks (dünne Drähte, mit denen die Eckzähne nach hinten gezogen werden sollen, keine richtigen Bögen). Zwei davon haben sich gelockert. Und da meine KFO nicht erreichbar war, bin ich in eine (mir unbekannte) Zahnarztpraxis gegangen. Eigentlich hatte ich den Termin bei einer KFO, aber da diese nicht mehr im Haus war, behandelte mich ein "normaler" Zahnarzt.

Er musste erst einmal ziemlich lange nachschauen und überlegen, weil er sich mit KFO nicht auskannte, dann hat er die beiden lockeren Lacebacks irgendwie wieder befestigt.

Heute kam die Rechnung:

Geb.Nr. 3 (eingehende, das gewöhnliche Maß übersteigende Beratung)

Geb.Nr. 2697 (Anlegen von Drahtligaturen, Drahthäkchen oder dergleichen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich, als selbständige Leistung Alastics erneuert)

Schön mit Multiplikator 2,3 kam dann ein Honorar von 113,94 Euro zustande. Dabei hab ich keine neuen Alastics bekommen. Und genaugenommen hat er auch keine Ligaturen angelegt, sondern nur an einer Seite wieder befestigt.

Meine Frage: Ist diese Art der Abrechnung in meinem Fall okay? Ich halte das für drastisch übertrieben, aber vielleicht liege ich ja auch falsch.

Vielen Dank für eure Antworten und viele Grüße

Mario

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Guten Morgen,

zahnärztliche Leistungen sollten nach der Gebührenordnung für Zahnärzte oder Ärzte berechnet werden. Das geht nur oft nicht, weil die entsprechende Leistung darin nicht enthalten ist.

Die zahnärztliche Gebührenordnung ist aus dem Jahr 1967. Da gab es keine Lacebacks, und damit auch keine Berechnungsmöglichkeit.

Also hat man nur die Möglichkeit das mit einer ähnlichen Leistung zu berechnen. Von daher ist die Ä2697 gar nicht schlecht gewählt.

Eine Zahnarztstunde kostet zwischen 200 und 400 Euro betriebswirtschaftlich gesehen. Dann kannst du dir selbst ausrechnen, ob das zeitlich in Ordnung war, oder nicht.

Gruß Steve

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Darf ich mal ganz dumm fragen wieso eine Zahnarztstunde so viel Geld kostet? Einfach nur aus ihrer Qualifikation heraus?

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Ich denke mal ganz naiv, dass das mit - wie Steve sagte - dem BETRIEBswirtschaftlichen zusammhängt, sprich: Die Miete der Praxis, Die Gehälter der Angestellten, Gehalt des Doc an sich.

War damals bei der Griffelbein OP meines Pferdes anwesend, und staunte nicht schlecht, wer da alles rumgewuselt ist. Die OP hat 2 Mille gekostet. Aber es operierten beide Tierärzte, ein Anästhesist war natürlich dabei, eine Helferin, die Puls & Co kontrollierte, und noch 2 Tierarzthelferinnen, die Krams anreichten und wegräumten. Die Nummer dauerte mit Ablegen des Pferdes und den ganzen Gaul an einem Kran übern OP Tisch ziehen/hängen ca 2,5 Stunden.

Da weiss man dann wo die Kohle hingeht, auch wenns wehtut ;)

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Darf ich mal ganz dumm fragen wieso eine Zahnarztstunde so viel Geld kostet? Einfach nur aus ihrer Qualifikation heraus?

Darfst du.

Die Einrichtung einer neuen Zahnarztpraxis kostet nach der Statistik derzeit etwa 380 000 Euro. Dazu kommen Einbau und Umbaukosten für die ganze Technik. Das liegt auch nochmal bei ca. 100 000 Euro.

Je nach Größe der Praxis und Lage kommt die Miete dazu (ich kenne Praxen die zahlen 9000 Euro im Monat nur Miete), Personalkosten usw.

Man darf nicht vergessen, dass der Behandler der einzige ist, der in der Praxis wirklich Umsatz macht. Der muß alle Angestellten mitfinanzieren.

Und bei all dem wirtschaftlichen Risiko und der langen Ausbildung möchte man am Ende auch etwas verdienen.

Eine Praxisinhaber hat am Ende zwischen 20 und 28 % Gewinn vom Umsatz.

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Hallo Boeder,

überzogen finde ich die Rechnung schon. Meiner Meinung nach wäre Nr. 614 (Eingliederung eines Teilbogens) angemessen. Es handelt sich nicht um einer kieferchirurgische Leistung, sondern eine kieferorthopädische. Knapp 30,-- € und fast 50,-- € bzw. 60,-- und 100,-- ist schon ein Unterschied. Und der Steigerungssatz scheint mir auch etwas hoch, schließlich wurde nichts neu eingesetzt, sondern nur wieder befestigt. Umfassendere Beratung oder einfache Beratung und Untersuchung bleibt sich im Ergebnis fast gleich.

@ Steve

Zahnärztliche Leistungen müssen nach der GOZ abgerechnet werden, ggfs. analog. Sie werden nicht auf Zeitbasis abgerechnet, um- oder hochgerechnet. Patienten sind nicht dazu da, Zahnärzten ihre Praxis zu finanzieren.

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Zahnärztliche Leistungen müssen nach der GOZ abgerechnet werden, ggfs. analog. Sie werden nicht auf Zeitbasis abgerechnet, um- oder hochgerechnet.

Danke für die Belehrung.

Da die GOZ nicht gewürfelt wurde, sondern auf betriebswirtschaftlichen Grundlagen beruht (wenn auch die der 60iger Jahre) ist deine Aussage daneben. Die Steigerungsfaktoren werden durch den Zeitaufwand definiert, der durch schwierige Situationen ansteigen oder durch leichte Situationen sinken kann.

Patienten sind nicht dazu da, Zahnärzten ihre Praxis zu finanzieren.

Natürlich nicht. Die Praxis bekommt man nach dem Examen vom Roten Kreuz und den Krankenkassen geschenkt.

In welch verdrehter Welt lebst du ?

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Die Einrichtung einer neuen Zahnarztpraxis kostet nach der Statistik derzeit etwa 380 000 Euro

Was ist denn daran das teuerste? Das Röntgengerät oder die Stühle und Ausstattung?

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Was ist denn daran das teuerste? Das Röntgengerät oder die Stühle und Ausstattung?

Ein Großröntgengerät für Panoramaschichtaufnahmen und Fernröntgenaufnahmen kann bis zu 70 000 Euro kosten. Eine Behandlungseinheit= Stuhl ebenso. Aber auch die Technik im Hintergrund ist nicht preiswert. Kompressor, Sauganlage, Amalgamabscheider, Sterilisation, Desinfektionsgerät usw. Das summiert sich schnell. Den Kleinkram wie Instrumente, Bohrer und Zubehör unterschätzt man schnell.

Aber auch ein Wartezimmer will eingerichtet sein, die Behandlungszimmer brauchen Möbel, Leuchten, Sozialraum, Umkleide usw.

Und die Zeiten, wo das schnell wieder reingeholt ist sind vorbei. Die meisten Kredite in dem Bereich sind auf 20 Jahre ausgelegt. Deutlich länger als die Technik Lebenszyklus hat.

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@ Steve

stimmt es, dass angehende Zahnaerzte schon waehrend dem Studium diverse Bohrer etc aus eigener Tasche finanzieren muessen?? Habe das schon einpaarmal gehoert...:?:

Das ist richtig. Es wird nur der "Arbeitsplatz" zur Verfügung gestellt. Verbrauchsmaterial und Arbeitswerkzeug muß man selbst kaufen.

Das waren zu meiner Zeit pro Kurssemester etwa 2000 DM.

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@ Steve,

wenn das Rote Kreuz und KK nach dem Examen den Zahnmedizinern finanziell unter die Arme greifen, vllt helfen die Malteser und das TH den angehenden?

Verdrehte Grüße

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