Danny

Bin Zurück - Mein OP-Bericht

Hallo Leute!

Ich bin seit heute wieder unter der Zivilbevölkerung und bin sauglücklich! Meine OP ist 1a gelaufen und ich hab mal einen etwas ausführlicheren Bericht in Tagebuchform verfasst. Ich hoffe es gefällt euch? Bilder werde ich auch gleich noch online stellen.

Meine Bimax-OP 1.3.06 – 11.3.06

1. Tag, Mittwoch 1.3.06

Pünktlich 9 Uhr melde ich mich auf der MKG Station und werde nach kurzer Wartezeit auch offiziell aufgenommen. Nach dem bürokratischem Kram wartet ein kleiner Dauerlauf zu den verschiedenen Voruntersuchungen etc. auf mich. Als erstes werde ich zum Fotografieren, dann zum Röntgen und anschließend zum KFO zwecks Anpassung des Splints geschickt.

Als ich dann wieder auf Station ankomme, wird mir Blut abgenommen und eine Ärztin macht die Aufnahmeuntersuchung und geht mit mir den Fragenbogen durch.

Danach darf ich dann auf das Zimmer wo schon ein „Altkranker“ und ein ebenfalls „frisch aufgenommener“ herumliegen.

Danach ist dann erst mal gammeln angesagt. Gegen 14 Uhr kommt ein Anästhesist und spult Schallplattenmäßig mit mir den Fragenbogen durch… Später kommt dann noch ein anderer Chirurg und macht mit uns „neuen“ mit einem 3D-Scanner Fotos zur späteren Analyse der Weichteilveränderung. Nebenbei erfahre ich, das mich der Klinikdirektor Prof. Dr. Dr. A. Hemprich persönlich wegen der komplexen Situation meines OK (2x segmentiert + Osteoplastik) operieren wird. Mich überkommt dabei eine seltsame Gefühlsmischung aus Stolz und Angst…

Gegen Abend beschließen wir „neuen“ (meinem Leidensgenossen steht übrigens eine UK-Distraktion bevor) uns noch mal so richtig den Magen vollzuschlagen und bestellen uns Pizza! Danach wird dann noch schön im TV die Blamage Deutschlands in Italien verfolgt und dann ist Schlafenszeit. Die LMAA-Tablette hat bei mir allerdings keine Chance weil die Zimmergenossen ganze Wälder versägen…

2. Tag, Donnerstag 2.3.06

Nach einer für mich sehr kurzen Nacht werde ich um 7 Uhr geweckt und werde von der Schwester mit all meinen Sachen in den Stationseigenen Wachraum verlegt. Dort liege ich dann mehr oder weniger ruhig rum bis mir gegen 10 Uhr der OP-Kittel und die tollen Strümpfe gebracht werden. Ich entschließe mich erst noch mal zu duschen (mal will ja auf dem OP-Tisch nicht stinken), ziehe mich dann um und schlucke die obligatorische LMAA-Tablette. Ich döse ein wenig weg und werde dann so gegen 11 Uhr in den OP gebracht. Dann wird es schon etwas lückenhaft… Ich bekomme noch mit wie ich auf die OP-Liege gehievt werde, wie mir die Anästhesistin die Flexüle legt, dann kommt die Maske – und tschüss!

Plötzlich höre ich wie mein Name laut gerufen wird, und schwupps - bin ich wach im Aufwachraum und liege in meinem Bett. Ich bekomme gleich eine Infusion mit Antibiotika und werde dann schon sofort wieder auf Station in den Wachraum gebracht. Ich bin sehr überrascht wie fit ich bin und das ich keinerlei Schmerzen verspüre. Moment! Das Schlucken tut mir weh weil noch der Tubus im linken Nasenloch steckt, aber sonst….

Kaum bin ich im Wachraum kommt auch schon der erste Besuch. Durch die Verdrahtung fällt mir aber das Sprechen und den anderen das verstehen sehr schwer, so das wir uns auf Schreibkommunikation einigen…

Alles im allen habe ich aber jetzt nur noch bruchteilhafte Erinnerung an die Zeit nach der OP. Ich weiß nur noch wie später noch Prof. Hemprich in „zivil“ vorbeischaute und meinte alles wäre super gelaufen und sie hätten links den Nerv überhaupt nicht und rechts nur minimal beschädigt. Und das sie ganz schön viel Knochen gebraucht hätten im OK. Da fällt mir erst der stechende Schmerz auf meiner rechten Hüfte auf und ich erblicke ein riesiges Pflaster. Dann ist mir noch der nervende Sensor am Finger im Gedächtnis, welcher bei verrutschen o.ä. immer sofort Alarm machte….

3. Tag, Freitag 3.3.06

Ich merke wie sich so langsam die Schwellung ausbreitet. Überall spannt es im Gesicht und meine Backen sehen aus als würde ich 2 Mandarinen drunter haben. Leider sind hier die Kühlmaßnahmen im Gegensatz zu anderen Kliniken ein Witz! Man bekommt 2 Waschlappen die man in Eiswasser taucht und sich dann mittels einer Schlauchbinde befestigt. Naja, besser als nix! Von allen Ärzten und Schwestern bekomme ich den selben Spruch zu hören: „Eine Schwellung kommt 3 Tage, bleibt 3 Tage, geht 3 Tage). So recht mag ich das gar nicht glauben…

Am Mittag mache ich meine ersten Gehversuch mit den Krücken, doch nach 3 Schritten verabschiedet sich mein Kreislauf und 3 Schwestern müssen mich zurück ins Bett tragen – wow! Aber nach 1 min Füße hoch ist alles wieder in Ordnung.

Gegen Nachmittag werde ich dann in ein neues Zweibettzimmer verlegt und dann vom Zivi per Rollstuhl zum Röntgen gebracht – cool!

4. Tag, Samstag 4.3.06

Dieser Tag ist irgendwie voll zum vergessen. Ich bin den ganzen Tag schläfrig und nicke immer wieder ein. Die Schwestern nötigen mich viel Tee zu trinken was ich auch Dank Schnabeltasse mache. Die angedrohte Infusion kann trotzdem nicht vermeiden und hänge die ganze Nacht am Tropf. Das ist vielleicht mal nervig…

5. Tag, Sonntag 5.3.06

Heute verlasse ich das erste Mal mit Freizeitkleidung für längere Zeit mein Bett. Schließlich soll Bewegung ja auch abschwellend wirken. Das Laufen macht mich auch wesentlich munterer.

Am Nachmittag bekomme ich viel Besuch und bin dadurch wie aufgedreht.

Gegessen habe ich übrigens die ganze Zeit noch nix weil die mir angebotene Brühe echt nicht zu genießen ist. Da bleibe ich lieber beim Tee.

6. Tag Montag 6.3.06

Es geht steil aufwärts! Zum ersten Mal konnte ich richtig gut durchschlafen und dementsprechend fit bin ich am Morgen. Die Schwellung ist zu meiner Verwunderung schon ganz ordentlich zurückgegangen und ich darf die Pflaster entfernen und kann mich erstmals gründlich im Gesicht waschen und die Blutreste entfernen. Körperlich fühle ich mich schon fast wieder bei 100% nur mein Beckenkamm schmerzt noch fies. Nach der Visite muss ich zur Behandlung weil mein Verdrahtung festgezogen werden muss. Nebenbei wird auch noch der Mund gespült – ein sehr angenehmes Gefühl.

Heute ist auch der erste Tag wo ich Suppe durch die Schnabeltasse zu mir nehmen darf. Die ist zwar auch keine kulinarische Offenbahrung, aber gegen den schlimmsten Hunger hilft sie.

Nachmittags ist Chefvisite und Prof. Hemprich erklärt mir noch mal die Feinheiten meiner OP. Da wird mir allerdings etwas unwohl als er mir erklärt, dass gegen Ende der OP ein Segment des OK wohl ziemlich „blau“ geworden wäre und drohte abzusterben… Nach seiner Begutachtung sieht aber alles wieder schön rosig und gelungen aus, allerdings muss ich aufgrund der komplizierten Situation insgesamt 10 Tage verdrahtet bleiben und 5 Wochen mit dem Splint leben.

Auffällig ist auch das ich von allen Seiten (Schwestern und Plattenentfernungspatienten) Komplimente für mein Aussehen so kurz nach der OP erhalte. Und in der Tat ist die Schwellung nicht größer als bei einer Plattenentfernung und Hämatome habe ich auch keine. Nur eine ganz leichte Gelbfärbung auf den Wangen und auf dem Schlüsselbein ist erkennbar. Ich sehe wirklich gut aus im Gegensatz zu anderen Kandidaten, wo man eher eine Kneipenschlägerei vermutet…

7.- 10. Tag, Dienstag- Freitag 7.-10.3.06

An diesen Tagen gibt es nicht viel zu berichten, außer das eine schiefe Nasenscheidewand (aus der OP resultierend) diagnostiziert wird und mir zur Korrektur ein 15x2 cm langer Fingerling ins rechte Nasenloch geschoben wird. Das ist vielleicht ne Qual! Ich bekomme sofort Kopfschmerzen und mein rechtes Auge tränt – na klasse!

Ansonsten nimmt die Langweile überhand und ich sehne mich nach Hause zurück. Auch bekomme ich vom Stationsarzt einen Anschiss weil ich nicht ständig meine Drahtschere mit mir rumschleppe. Am Freitag keimt schon kurz Hoffnung auf weil der Stationsarzt mich heim schicken würde aber der Professor legt sein Veto ein. Stattdessen schickt man mich zum Fernröntgen und der Prof. zeigt mir am Bild noch mal alle Platten und Korrekturen.

11. Tag, Samstag 11.3.06

Juhu! Ich darf nach hause! Der Diensthabende Arzt zieht mir noch schnell alle Fäden im Mund und macht meine Papiere fertig. Dann darf ich noch 30,- Kaution für die Drahtschere abdrücken und kann endlich die Station verlassen.

Ein herrliches Gefühl wieder zu Hause zu sein!

Am Montag darf ich dann in die Ambulanz der MKG-Klinik und die Verdrahtung entfernen lassen.

So zum Schluss noch mal meine Pro und Cons:

Pro:

-Operateur einer der führenden MKG-Chirurgen in Deutschland

-Absolut Null!! Schmerzen im Gesicht

-Im Vergleich sehr wenig Schwellung

-Keine Magensonde, keine Drainage!

-Absolut schonende Narkose - schon 10 min nach dem Aufwachen voll da, keine Übelkeit!

Contra

-etwas mittelalterliche Kühlmethode

-ziemliche starke Schmerzen in der Hüfte durch die Knochenentnahme

Wenn ihr noch Fragen habt, würde ich sie euch gerne Beantworten!

Gruß Danny

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Hallo Danny!

So cool wie du das rüberbringst, scheint es ja echt "überstehbar" zu sein :razz:

Nimmt ein bisschen die Angst!

Aber dass dein OK blau geworden ist....:shock:

Warum musstest du aber so lange im Krankenhaus bleiben?

Wünsch dir guten Heilungsverlauf!

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Hallo Danny ,

dein Bericht ist klasse !!! Ich wünschte ich wäre in der Lage gewesen über diese ach so netten Tage Buch zu führen.

Freue mich das es dir gut geht und wünsche dir gute Besserung!

Bekommen wir Bilder von dir zu sehen?;)

lieben Gruß

Tanja

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Hallo Mayi!

Die Aufenthaltsdauer ist in der Uni-MKG Klinik Leipzig wohl normal. In meinem speziellen Fall liegt es wohl auch an der totalen Verdrahtung. Ich bin auch jetzt noch komplett verschlossen und werde erst am Montag erlöst...

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Hallo Danny!

Herzlichen Glückwunsch! Jetzt hast dus auch überstanden!

Die Kühlmethode war bei mir übrigens die gleiche. Voll bescheuert, nach 5 min sind die Waschlappen wieder warm und man ist den ganzen Tag nur am Wechseln (wahrscheinlich ist das in Unikliniken so ;) ).

Viele Grüße!

Anna

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Hallo ,

die Kühlmethode finde ich auch etwas mittelalterlich , nen kühler Waschlappen bringt vieleicht bei Fieber etwas aber nach einer OP ?

Man sollte doch meinen das man da zu besseren Methoden greifen könnte.Wie wäre es mit einem Verbesserungsvorschlag in eben dieser Klinik?

Ich war auch in einer Uni-Klinik ( Knappschaftskrankenhaus Bochum Langendreer) da bekamen wir Kühlakkus , die wurden regelmäßig ausgetauscht . Sobald ich in der Lage war selber zu laufen , konnte ich mich auf dem KH-Flur selber mit den Kühlakkus versorgen ( da stand eine Kühlbox mit gereinigten Kühlakkus). Es wurde immer dafür gesorgt das die K.Akkus in ausreichender Menge vorhanden waren.

lieben Gruß

Tanja

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Hallo ,

schön das Du Deine Op so gut überstanden hast.

Zu den Kühlmethoden kann ich Dir sagen: man hat mir in der Klinik gesagt,dass man nicht mit Kühlakkus kühlen soll. Man soll nur "Nasskühlen". Ich persönlich hatte im Krankenhaus eine Kühlmaske, die man z.B. auch bekommt,wenn man das Gesicht liften lässt. Die füllt sich mit kaltem Wasser. War auf jeden Fall angenehm. Nur ein bißchen laut....Wenn man allerdings nicht gerade so ein Teil hat ist es laut der Schwestern super mit nassen Tüchern zu kühlen. Muss man halt immer wieder nass machen.

Viele Grüße und weiterhin gute Besserung.

Sabrina

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Ja klar, in die Wasserschüssel wurde bei mir auch immer ein frischer Kühlakku gelegt bzw. hab ich ihn mir später selber geholt. Ich fand aber das das nix bringt und das Wasser so auch nicht viel kälter als aus dem Wasserhahn wurde.

Aber wie schon gesagt, ich gehöre glücklicherweise zu den Typen die nicht so extrem ansschwellen und deshalb habe ich auch dann das kühlen nach 5 Tagen bleiben lassen weil es nix mehr brachte.

Danny

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Genau, diese Wasserschüssel mit Kühlakkus drin hatte ich auch. Mein KC hat mir allerdings nach dem 3. Tag verboten (!) zu kühlen. Er sagte, das bringt nur in den ersten 3 Tagen etwas um das Anschwellen zu verhindern. Da die Schwellung nach 3 Tagen nicht mehr wächst und Kühlung beim Rückgang der Schwellung nicht hinderlich ist durfte ich nicht mehr weiterkühlen. Eigentlich schade, da es ja doch recht angenehm war...:sad:

LG!

Anna

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hi danny,

danke für deinen ausführlichen bericht - bist jetzt die drähte los (war dieser montag gemeint?), ist wahrscheinlich schon mal eine riesenerleichterung, oder?

gratuliere auf jeden fall zur überstandenen op und wünsche dir alles gute für den weiteren gang der dinge.

lg janet

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Hallo Danny,

das ist wirklich ein sehr guter Bericht und sehr ausführlich. Finde diese Taebuchform echt super. Herzlichen Glückwunsch dass du alles gut überstanden hast und weiterhin gute Besserung und eine schöne Wundheilung.

l.g sabine

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hallo danny, freut mich sehr das deine op gut gelaufen ist.

ich hätte da eine frage zur osteoplastik. zu meiner geschichte, ich hatte im august 2005 eine oberkieferversetzung, alles war gut verlaufen, im nov. 2006 kamen die platten raus. habe seit wochen schmerzen im rechten oberkieferbereich und bin zum arzt. er klopfte und fummelte rum, bis ich schrie. anscheinend ist die seite nicht richtig zusammen gewachsen. es hörte sich hohl an....daher wird wohl eine knochentransplanatation von nöten sein. mache seit einer woche wieder diät, d.h wieder weichkost...seit dem passiert wieder was als ob meine rechte kieferseite verrückt spielt oder irgendwas wächst...ich weiß auch nicht...der arzt will noch einen monat warten... meine frage lautet , ob die knochentransplantation vom beckenknochen, sofort wirkung zeigt und wie lange ich out of order sein werde. und das wichtigste tut es sehr weh und bleibt eine narbe? ach ja, und wird wieder eine platte befestigt? ich würde mich sehr freuen wenn du mir weiterhelfen könntest.

alles gute nanny

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Hallo Danny!

Dein Bericht ist wirklich interessant und eine super Idee! Bist du böse, wenn man sie dir klaut? 8) ->Habe im Sommer meine Unterkieferrückverlagerung.

Wünsche dir, dass weiterhin auch alles so 1a verläuft! =) Viele Grüße!

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