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Danny007

UK-VV am 19.01.10 in der LMU München bei Dr. Dr. Mast

Da ich ein ziemlicher Angsthase bin, kamen mir berufliche und private Gründe nur recht, um meine OP immer weiter nach hinten zu verschieben. Nur, eines Tages ist er da, der OP-Termin.

Obwohl hier im Süden nur der Name Prof. Dr. Dr. Dr. P*** auftaucht, wenn es um die Kieferchirurgie geht, gibt es trotzdem eine sehr gute Alternative und die ist Dr. Dr. M** von der LMU in München.

Aufnahmetag am 18.01.2010 in der LMU München

Nach mehreren Vorgesprächen und Splintanfertigung in der Klinik, fand ich mich schließlich um 10 Uhr zur Aufnahme in der Klinik ein. Begleitet von meiner Freundin, kamen wir auf der Station an und nachdem mir mein Zimmer gezeigt wurde und der Blutdruck gemessen war, passierte erst einmal nichts mehr. Ziemlich schrecklich auszuhalten für mich, da ich brutal ruhelos und aufgeregt war.

An dieser Stelle möchte ich gleich meine subjektiven Negativpunkte anführen, wenn man sich für eine OP in der Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie in der Uniklinik in München entscheidet: Das Gebäude ist uralt, nur wenig renoviert und klein. Wenn man normaler Kassenpatient ist, muss man damit leben, dass hier die schon weitgehend üblichen Standards, noch nicht gelten. Waschbecken befinden sich im Zimmer, aber die 2 Toiletten sind auf der gegenüberliegenden Gangseite und mehrere Zimmer teilen sie sich. Es gibt auch ein Bad, aber hier gilt der gleiche 'Luxus'. Das Essen ist eine absolute Katastrophe (hier gingen die Meinungen auch nicht auseinander)! Zum Glück befindet sich auf der Station ein Patientenkühlschrank und den habe ich erst einmal mit Joghurts befüllt. Einen gemütlichen Aufenthaltsraum oder eine Cafeteria sucht man auch vergebens.

Das Schwesternteam ist in jeder Schulnote vertreten (besonders was Hilfestellung und Engagement angeht). Doch ich bin der absoluten Meinung, die Ärzte sind engagiert, motiviert und sehr gut ausgebildet. Ich habe mich hier jederzeit sicher und gut aufgehoben gefühlt.

Es folten am Nachmittag meines Aufnahmetages noch ein Termin beim Fotographen für die Voherbilder, ein Gespräch mit dem Stationsarzt samt Blutabnahme und das berühmte Aufklärungsgespräch mit dem Anästhesisten. Danach bin ich noch schnell zu dem 2 Minuten entfernten MC Donalds getigert, um noch einmal Abschied von der festen Nahrung zu nehmen. Bereits am Vortag waren wir beim Chinesen und da kamen mir fast die Tränen bei dem Gedanken, die leckeren Dinge erst einmal nicht mehr essen zu können.

Dummerweise hatte ich nicht im Vorfeld auf eine Schlaftablette bestanden, denn als ich die Schlafprobleme in der Nacht auftauchten, halfen mir die gutgemeinten Baldriantropfen der Nachtschwester auch nicht weiter und der Arzt im Bereitschaftsdient meinte auf Nachfrage nur, es sei schon zu spät für eine Medikamentation. So schlief ich fast überhaupt nicht und rannte die ganze Nacht über den Flur.

19.01.2010, der OP-Tag

In der Morgenvisite teilte man mir dann noch einmal mit, ich sei erst an dritter Stelle auf dem OP-Plan und wenn ich Pech habe, verschiebe sich die OP sogar. Oh wie nett. Ich war stinksauer, denn ich hatte seit 22 Uhr nichts mehr gegessen, getrunken und meine Nerven lagen blank. Ich regte mich sogar ziemlich auf und habe gleich beim Stationsarzt und dem Operateur meinen Unmut bekundet.

Okay, lange Rede kurzer Sinn, die Zimmertür ging gegen 12.30 Uhr auf und die Schwester brachte mir die Beruhigungstablette und teilte mir mit, ich solle mich fix ins OP-Kleidchen schwingen und es ginge gleich los.

Schwups lag ich schon auf dem OP-Tisch und dann spielte der Anästhesist das Sandmännchen.

Gegen 17.00 Uhr nahm ich meine Umwelt wieder war. Ich war schon wohl über den Aufwachraum hinweg und befand mich in meinem Zimmer. Ich war komischerweise sehr fit und ich sagte der Schwester, ich gehe jetzt zur Toilette und wolle mein OP-Kleidchen gegen ein Schlafanzug tauschen. Habe ich alles gemacht und gut geschafft. Ich hatte nur wahnsinnig mit Blut zu kämpfen, welches ich teilweise selbst ausspucken wollte und der Rest lief mir wie bei einem Wasserfall, über die taube Unterlippe.

Schläuche hingen nicht aus mir raus und zugeschnürt war ich auch nicht.

Den Rest des Tages verbrachte ich unter der Kühlmaske und schrieb am Abend meine ersten E-Mails.

Schmerzen hatte ich kaum.

20.01.2010, 1. Tag Post-OP

Am nächsten Morgen erfuhr ich, dass die OP gut verlaufen sei, aber viel länger als üblich gedauert hat. Meine Unterkiefernerven sind nämlich nicht normal aufliegend, sondern sie liegen in einem Kanal und somit mussten sie sorgsam ausgehoben, gehalten und danach wieder schön gebettet werden. Das braucht halt Zeit und erklärt wohl auch ein wenig mein dickes Gesicht. Beim Blick in den Spiegel hatte ich schon Schwierigkeiten mich zu erkennen. Wow, so muss ich wohl ausschauen, wenn ich 30 Kilo zunehme.

Auf meinem Programm standen weiterhin Arnica und kühlen. Der Arzt meinte auch noch, es könne sein, dass ich am nächsten Tag noch mehr geschwollen bin. Hups, das erschien mir ja schon fast bedenklich, was Dehnungsstreifen betrifft;).

Ansonsten hielten sich meine Schmerzen weiterhin gut zurück und waren erträglich.

21.01.2010, 2.Tag Post-OP

Der übliche Blick in den Spiegel schaffte Erleichterung. Die Schwellung hatte nicht weiter zugenommen, aber dafür mehr im Gesicht verteilt. Ich erkannte eine Ähnlichkeit zu Helmut Kohl! Trotzdem hielt mich nichts mehr im Bett und als am Nachmittag mein Freund auftauchte, bin ich mit ihm auf die Strasse gegangen und ich habe sogar etwas in der Stadt gegessen. Es gab einen Kartoffelsalat, den ich zwar noch weiter mit der Gabel bearbeiten musste, aber es ging schon ganz gut. Meine Freundin rief an und dachte zuerst, sie habe sich verwählt, weil sie so überrascht war, wie deutlich sie mich verstand.

Gegen 17 Uhr dann aber der Horror! Der Stationsarzt kam und meinte, nun sei es Zeit, mich komplett zu verschnüren. Okay, reden ging gar nicht mehr und der Mund keinen Milimeter auf. Ich bekam dann noch eine schicke Notfallschere und war mir und dem Schicksal selbst überlassen. Ich ging später über den Flur und bekam einen Hustenanfall mit Schleimauswurf. Oh je, was nun, ich geriet in Panik und rannte ins Schwesternzimmer. Dort war niemand und so stellte ich mich vor den Spiegel und setzte die Notfallschere ein. Vorne konnte ich mich befreien, aber an die Seiten kam ich gar nicht dran. Zum Glück konnte ich mich selbst wieder beruhigen. Als jedoch eine Stunde später wieder ein Hustenanfall kam und auch hier keine rettende Hilfe in der Nähe war, reichte es mir. Der Bereitschaftsarzt entfernte die Gummies und auch am nächsten Tag erfuhr ich keine weitere Zuschnürung. Ich habe jedoch aus das Glück, selbständig in den Splint zu passen und rutsche da auch nicht wieder raus.

22.01.2010, 3. Tag Post-OP

Das Spieglein verriet mir zwar immer noch Ähnlichkeit mit Kohl zu haben, aber ich konnte auch schon ein zaghaftes Abschwellen erkennen. Ich fühlte mich immer noch fit und hielt es nicht im Bett aus. Somit machte ich mich auf die Suche nach einem Suppenrestaurant in München und bin übers Internet promt fündig geworden. In der Frauenstr. besuchte ich soupmama (ein kleiner Bio-Suppenimbiss) und der Tag war gerettet. Satt und glücklich machte ich mich wieder auf den Rückweg zur Klinik.

23.01.2010, 4. Tag Post-OP

Heute wurde ich schon entlassen und anstatt nach Hause zu fahren, haben mein bester Freund und ich, gleich noch einen 2 stündigen Stadtbummel unternommen. Ich muss wohl weiter abgeschwollen sein, denn die meisten Leute haben mich nicht mehr angeglotzt, als käme ich aus dem All.

Werde nun noch Highlights im weiteren Genesungsprozess hinzufügen. Ich habe heute meinen 6. Tag Post-OP und mir geht es richtig gut. AUch mit dem Essen arrangiere ich mich, aber erstaunlich viel ist doch möglich. Gestern gab es z.B. Gehacktes mit Spinat und Kartoffelbrei. Heute habe ich schon Eier gegessen und für den Abend ist ein leckerer Eintopf geplant.

Eine UK-VV ist sicherlich keine Sache auf die man sich freut, aber für mich war es echt nicht so schlimm und Schmerzen hatte ich kaum. Ich bin mal gespannt, ob sich auch das Ergebnis optisch sehen lassen kann.

Danny

bearbeitet von Danny007

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danke Dir und schöne Grüße nach Oberösterreich vom Tegernsee. Bin natürlich noch im Krankenstand, aber mir geht es doch schon wieder erstaunlich gut, wenn man bedenkt, dass ich heute vor einer Woche erst operiert wurde. Am Abend kriege ich immer noch leichte Muskelschmerzen und mein noch taubes Kinn pieckst.

LG,

Danny

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also der tegernsee ist ja der perfekte ort um wieder richtig fit zu werden!!

wielang wirst du zuhause bleiben müssen / dürfen??

bei mir steht (noch keinen termin) eine bimax an (ok vor - uk zurück)

und hab auch schon bammel!!

und wie schauts mit deinern schwellung aus?

lg

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Hallo! Vielen Dank für die Genesungswünsche. Für den 7. Tag nach der OP fühle ich mich recht fit. Gegen Abend merke ich dann meinen UK, bzw. wohl eher die Muskeln, da sich die noch ganz schön anstrengen müssen, um den ganzen Tag schön im Splint zu bleiben. Ist für die armen Muskeln ja auch Neuland.

Ich werde mich wohl langsam von meinem Prominentenstatus verabschieden müssen, denn meine Ähnlichkeit zu Helmut Kohl nimmt ab.

LG,

Danny

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Danke Bibi,

leider gehört das Abschwellen wohl eher zu dem passiven Teil meiner Genesung, denn außer viel Bewegung und Arnica kann ich den Prozess wohl kaum beschleunigen. Dabei bin ich doch sooo ungeduldig...

LG,

Danny

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Hallo Danny,

Deine Schilderung der OP macht mir echt ein bisschen Mut, eigentlich weiß ich noch gar nicht so genau, was mir da blüht, stehe erst am Anfang. Mein KFO in Rottach meinte aber, dass sein keine große Sache und Prof.P..... (evtl. meinen wir den gleichen) wurde mir empfohlen. Aber es wird wohl "nur" eine Unterkiefervorverlagerung sein. Aber wie gesagt, stehe noch am Anfang, mache mir aber jetzt schon in die Hosen....

Trotzdem hört sich das bei Dir alles recht gut an und ich muss das dann auch irgendwann überstehen.

Danke für Deinen Bericht,

bykalp

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Hallo bykalp,

habe Dir eine PN geschrieben.

:-D

Meine OP ist nun über 5 Wochen her, ich sehe wieder normal aus, die taube Unterlippe ist weg und auch das Gefühl im Kinn kommt täglich mehr zurück. Hoffe auf einen weiteren komplikationslosen Verlauf und freue mich schon auf das BEISSEN. In der nächsten Woche sind nämlich meine 6 Wochen um...

LG,

Danny

bearbeitet von Danny007

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Hallo Danny!

Schön zu hören, das bei dir weiterhin alles i.O. ist.

Meine Metallentfernung ist nun auch schon wieder 4 Wochen her und

ich hatte heute den letzten Kontrolltermin.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und einen guten Appetit!

MfG

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