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Marc87

Herbstapparatur oder OP?

...bei Unterkieferfehlstellung

Grüß euch,

da sich die Kieferorthopäden mit denen ich gesprochen haben nicht wirklich einig werden können, versuch ich es hier im Forum einmal in der Hoffnung, dass ihr mir weiterhelfen könnt.

Zu meinem Problem:

Ich war in meiner Jugendzeit in kieferorthopädischer Behandlung. Blöderweise scheint der Kieferorthopäde sich damals nur um die Zähne an sich und nicht um die Kieferstellung gekümmert zu haben. Irgendwann fällt einem dann aber ja selber auf, dass ästetisch nicht alles so ist, wie es sein sollte und spätestens mit ein bißchen googeln kommt man dann irgendwie auf nen zurückliegenden Unterkiefer mit Überbiss.

Ich will nicht bestreiten, dass ich mir alleine eine Korrektur wünschen würde um mein Äußeres zu verbessern. Ich dürfte hier im Forum wohl nicht der einzige sein, der mit einer Fehlstellung schon im Leben negative Erfahrungen gemacht hat...

Allerdings haben mich die Risiken der Operation doch immer abgeschreckt. Lieber auf Schönheit verzichten, als das da sonstwas passieren kann.

Leider ist inzwischen nicht nur im Kiefer alles am knacken, wenn ich ihn auch nur ein Stück zu weit öffne, sondern obendrein haben sich meine Kopfschmerzatacken weiter verschlimmert und vor knapp 1,5 Jahren hat Tinitus eingesetzt, der mit der Zeit immer schlimmer wird.

Das alles hat meine Haltung zur Operation dann doch geändert und ich hab den Gang zu einem Kieferorthopäden gewagt. Der hat dann direkt auch meine Google-Selbstanalyse bestätigt und mit mir darüber geredet, was man machen könnte um es Problem zu beheben. Und damit komm ich nun zu meinem momentanen Dilema...

Der KO erklärte mir, dass mir in dem Fall eine Operation nur bedingt etwas bringen würde. Da der Kiefer nach vorne hin verlängert würde, würde sich an meinen Spannungen nichts ändern. Im Gegenteil sogar könnte sich dadurch der Tinitus noch weiter verschlimmern, da der Unterkiefer wieder in die alte Lage zurückdrängen könnte. Die OP wäre also nur eine Schönheits-Op, sogar mit der Gefahr verbunden, dass sich das gesundheitliche Problem verschlimmern könnte.

Er empfahl mir stattdessen die Behandlung mit einer Herbstapparatur, als einzige effektive Möglichkeit. DAs stellte er dann als das Wundermittel dar: Gesundheitliche Probleme behebn, Äußeres verbessern und das alles ohne großes Risiko. Problem an der Sache: Da ich 22 Jahre alt bin, wird die Krankenkasse nichts übernehmen. Als Student sind 6000-8000 € nun aber natürlich einiges an Geld.

Nun kommen wir zu der Meinung eines anderen KOs. Da ich 22 Jahre alt bin, wäre der Kiefer schon so weit ausgewachsen, dass die Herbstapparatur wahrscheinlich nichts mehr bringen würde. Daher empfahl er mir nun die OP.

Nun steh ich also etwas auf den Schlauch. Eine billigere riskantere Möglichkeit. Eine teure sicherere Möglichkeit. Und ich weiß noch nicht mal, was denn nun zur Behebung meiner Probleme überhaupt effektiv wäre.

Bevor ich also nun den Rest meines Lebens von einem Ko zum nächsten renne, hab ich gehofft, dass ihr mir hier weiterhelfen könnt. Insbeondere erhoff ich mir eine Antwort auf die fragen, ob eine Herbstapparatur bei mir etwas bringen würde und ob eine OP wirklich nur eine Schönheitsop wäre.

Schonmal im vorab Danke für eure Hilfe

Marc

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Hallo, Marc

mir kommt es so vor, als wolle der erste KFO tüchtig Geld an dir verdienen...

Würdest du dich für die reine kfo-Behandlung entscheiden, wärst du komplett Privatpatient - und ein sehr lukrativer dazu. Außerdem hat er dir verschwiegen, dass die Herbst Apparatur keineswegs eine sichere Methode ist...

Ich kann aber versstehen, dass du zögerst, was die OP betrifft, immerhin schon ein Schritt den man sich überlegen sollte.

Was den Tinnitus betrifft, könntest du vielleicht auch mal die Meinung eines anderen Facharztes (HNO? Neurologe?) einholen, wie dort die Einschätzung betreff der Unterkieferrücklage ist.

Ich hatte vor der Spangenzeit auch ein Knacken im Kiefer bei bestimmten Bewegungen und ein paar Wochen nach Einsetzen der Spange hat es aufgehört. Habe jetzt vor mehr als einem halben Jahr UK operieren lassen und bisher ist das Knacken nicht zurück gekommen. Weiß natürlich nicht, ob das so bleibt.

Wünsche dir alles Gute und die richtige Entscheidung!

lg

PS: Und eine SchönheitsOP wäre das Ganze bei dir auf keinen Fall!!! Ich finde es wirklich unglaublich, was dieser Arzt versucht, dir einzureden...

bearbeitet von lulu77

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Hi Marc

Also das Herbstscharnier ist auf keinen Fall eine sichere Alternative zur Operation. Es kann funktionieren, aber bei ausgewachsenem Kiefer ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rezidiv ziemlich hoch. Auch bei einer OP kann es einen Rezidiv geben, allerdings ist die Rezidivrate bei der UK-Rückverlagerung am grössten.

Das du durch eine UK-VV noch mehr Probleme bekommen könntest glaube ich nicht. Denn dann dürfte bei gar niemandem der UK operiert werden. Das Risiko für einen Rezidiv haben ja alle und dann müssten doch einige bei denen der UK wieder zurückgerutscht ist mehr oder neue Beschwerden bekommen. Vielleicht gibt's ja so Rezidivfälle hier im Forum die dir darüber berichten können. Der Effekt beim Herbstscharnier beim Erwachsenen erfolgt über einen Umbau des Kiefergelenks und durch Zahnverschiebung (Distalisierung der Zähne im OK, Mesialisierung der Zähne im UK). Diese Verschiebung der Zähne kann auch negative Folgen aufs Aussehen haben.

Im Übrigen gibt es bei einer UK-VV meist einen Rezidiv wenn das Kiefergelenk schon arthrotisch und kaputt ist. Dann kann sich das Gelenk verschieben, bzw. das Gelenkköpfchen rutscht in der Gelenkpfanne an eine andere Stelle, was dann natürlich zu einer anderen Position des UK führt.

Generell kann man sagen dass je perfekter der Biss nach der OP um so kleiner ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rezidiv.

Ich würde mich für eine OP entscheiden. Ich sage das, weil ich mit 15 einen Jasper Jumper hatte, welcher das gleiche Wirkprinzip hat wie das Herbsscharnier, und es rein gar nichts gebracht hat. Mein UK ging ziemlich schnell wieder in die ursprüngliche Position zurück. Das einzige Resultat ist eine extreme Protrusion der UK Front, weshalb ich jetzt vor der Bimax eine 2. Operation machen muss.

Wenn du nach den KIG ein OP Fall bist, dann wird dir die OP und die KFO bezahlt, was natürlich auch für dich viel billiger ist, als wenn du mit dem Herbstscharnier behandelst.

Wünsch dir alles Gute!

bearbeitet von berlino

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Ich bin 25 und meine KFO meinte, dass die Herbstapparatur bei mir nichts bringen würde.

Ich würde, wie lulu77 schon sagte, mal einen Facharzt für deine anderen Beschwerden hinzuziehen. Der kann sicher genauer sagen, ob sich deine Beschwerden durch eine OP verbessern würden oder nicht.

LG :)

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HI Marc,

wie groß ist denn Deine Stufe?

Es gibt hier im Forum auch Fälle bei Erwachsenen, wo die Herbst-Apparatur funktioniert hat. Frag doch mal Bibsi. Eine UK-VV birgt immer das Risiko einer Nervschädigung. Ist zwar selten, aber kommt vor. Das kann minimiert werden durch besondere OP-TEchniken, frag mal Dr. K. in Bad Homburg. Wenn UK-VV, würde ich wahrscheinlich die Variante nehmen. Ob Dein KFO an Dir nur verdienen wollte, kann Dir glaube ich nur der liebe Gott beantworten. Ich hatte eine kleinere Stufe von 1 bzw. 3 mm, die mit Gummis reguliert wird. Ob es erfolgreich ist, kann ich Dir leider noch nicht sagen. Allerdings sind meine Kiefergelenksbeschwerden mit den Gummis schon zurückgegangen.

Ob Deine Probleme überhaupt weggegehen, kann Dir leider keiner garantieren.

LG, Nina

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Hallo!

Bezüglich der Überbissregulierung gibt es, denke ich, ganz unterschiedliche Meinungen.

Mein KFO ist grundsätzlich gegen Herbstscharnier bzw. Jasper Jumper. Er meint, dass der Umbau des Kiefergelenks nach Ende des Wachstums in der Regel nicht mehr funkioniert. ("Das ist, als würde man eine Tür aus den Angeln heben." - im Wortlaut) Im Kindesalter empfiehlt er da eine Korrektur mit herausnehmbaren Spangen, weil Jasper Jumper und Co. zu einer falschen Neigung der UK-Frontzähne führen (wie bei berlino).

Ich hatte selbst einen Jasper Jumper, als ich ca. 13 war - hat aber nicht wirklich viel gebracht. Ich hab gelernt, den UK nach vor zu schieben, aber das Gelenk hat sich nicht darauf eingestellt und eine natürliche Position ist das nie geworden. Herbscharnier ist also auf keinen Fall die "sichere" Methode.

Allerdings gibt es hier im Forum tatsächlich Fälle von (jungen) Erwachsenen, bei denen das Herbstscharnier funktioniert hat. Es kann also auch klappen - obwohl ich wirklich Abstand davon nehmen würde, das Herbstscharnier als Wundermittel zu bezeichnen.

Wie das mit der OP fürs Kiefergelenk ist, weiß ich nicht.

Ist schwer abzuschätzen. Vielleicht hilft trotzdem noch die Meinung eines anderen KFO oder eines Kieferchirurgen.

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hallo,

jetzt melde ich mich auch mal zu wort ;-)!

also ich trage seit 6 monaten ein herbstscharnier (obwohl ich schon 30 jahre alt bin) und bis jetzt hat alles soweit geklappt. mein uk ist weiter vorgekommen, mein kiefergelenk knackt überhaupt nicht mehr und meine mundöffnung ist nun gerade und schwenkt nicht mehr zur seite weg.

sicherlich habe ich keine 100tige garantie, dass das alles so bleibt. sogar mein kfo konnte mir keine 100%tige sicherheit geben, aber nach einer op kann ebenfalls ein rezidiv auftreten oder viel schlimmer, die nerven geschädigt werden.

meine persönliche meinung: das herbstscharnier wird hier im forum oftmals schlechter dargestellt als es überhaupt ist.

lg und ein schönes wochenende!

bibsi

bearbeitet von bibsi

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hey maxmay,

hast echt einen superinteressanten blog ;-)!

genau so etwas habe ich damals überall gesucht....nun bin ich in knapp 6 tagen mit dem thema herbstscharnier durch.

lg, bibsi

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