Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Changer

meine Bimax am 18.01.2010 in KR-Uerdingen

Hallo Zusammen,

da mein Mann und ich, bedingt durch privaten Umzug Anfang November unseren Internetprovider 1&1 verwirrt haben (wie konnten wir auch nur umziehen, so was macht man nicht! Die ganzen Daten, die so mühsam hinterlegt wurden, alle falsch, falsch, falsch. Tztztz….), komme ich leider jetzt erst dazu, meinen OP Bericht ins Netz zu stellen.

Dafür habt Ihr jetzt auch viel auf einmal zu lesen :-)

gemacht wurde folgendes:

Oberkiefer wurde vorne ca. 1mm und hinten etwas mehr hochgesetzt.

Unterkiefer wurde ca. 7-8mm nach vorne geholt.

100%ig genau kann ich es leider nicht sagen, aber ich denke, diese Angaben reichen schon mal.

17.01.2010 – Aufnahmetag

war den ganzen Tag ziemlich nervös und bin zuhause eigentlich nur hin und her gerannt.

Hier noch was für den Koffer gefunden und da noch was zum Lesen.

Kam dann auf zwei Reisetaschen Kram und ein Stoffbeutel mit Büchern, Rätselheften und Co.

Manche Leute hätten mit der Menge Gepäck 4 Wochen walk about down under gemacht. Ich brauchte das alles für eine Woche Krankenhausaufenthalt. Mädchen halt 

Um 18:00Uhr musste ich im Krankenhaus sein.

Kurz die Aufnahme, eine Schwester erklärte mir, wo ich mir Wasser holen kann, wo Eiswürfel zum Kühlen, wo Mundspülung u.s.w. – ich musste später aber nochmal nachfragen, war zu nervös um alles zu behalten.

Im 3-Bett Zimmer lag eine 77jährige Dame. Super, dachte ich und bereitete mich schon innerlich auf einen Fernsehabend mit Rosamunde Pilcher vor. Aber – es war gar nicht so schlimm, meine Zimmernachbarin war eine flotte, jung gebliebene 77jährige und wir kamen eigentlich ganz gut miteinander aus.

Was für den OP-Bericht nicht wirklich wichtig ist, so möchte ich doch kurz erwähnen, dass ich an diesem Abend um 21:00Uhr meine letzte Vor - OP Zigarette geraucht hatte.

Ich bekam abends noch eine Schlaftablette, ich glaube ohne hätte ich vor Aufregung nicht schlafen können.

18.01.2010 – OP Tag

heute war es soweit. Ich war recht nervös. Mir wurde gesagt, ich sei so gegen 10:00Uhr dran, ich glaube viel später und ich wäre ein nervöses Wrack gewesen. Kurz nach der Visite um 7:45Uhr, durfte ich mich dann auch schon OP-hübsch machen.

Das kleine weiß-grün karierte mit dem sexy Schlitz an, Tablettchen genommen und wieder ins Bett gestiegen und gewartet.

Ich schlug die Zeit mit Buch lesen tot. Irgendwann bin ich dann aber doch weggedöst. Ich erinnere mich, dass mir dann der Kopf so verbunden wurde, dass die Haare bei der OP nicht stören. Als nächstes bekam ich dann noch ein Becherchen mit Mundspülung und wurde dann von einem Mann in rosa in den OP Vorraum gefahren.

Dort hat dann ein anderer Mann in rosa – bitte, ich habe -14 Dioptrin und meine Brille lag auf dem Nachttisch – ich konnte nicht viel erkennen – also der andere Mann in rosa hat versucht, mir einen Venenzugang zu legen. Er hat ca. 3x in meine linke Hand gestochen, bis dann der, der mich gefahren hatte, die Sache übernahm. Er stach dann nur einmal und sagte: „So, das war eine Säuglingskanüle, die tauschen wir dann gegen eine normale, sobald sie schlafen. Es könnte jetzt etwas brennen.“ Ich hab ihm Recht gegeben, mich dann noch höflich verabschiedet und war dann auch schon weg.

Irgendwann, ich denke, es war im Aufwachraum, kämpfte ich mit der Magensonde. Ich hatte Panik, wollte schlucken und konnte nicht. Irgendjemand sagte, nur noch ein Weilchen, nicht dagegen sträuben, der Schlauch kommt gleich raus. Ein bisschen Geduld noch. Die hatte ich nicht, ich habs versucht, aber diese Panik war zu groß. Der Schlauch wurde dann auch gezogen, was auch nicht grade angenehm war, aber da ich auch nicht 100% dabei war, habe ich jetzt auch nicht ganz so klare Erinnerungen daran, was sehr wahrscheinlich gut ist.

Als nächstes war ich dann auf dem Zimmer und habe meinem Mann eine SMS geschrieben, dass ich fertig bin.

Ja, fertig….ich war mir nicht so ganz sicher, ob ich das richtige getan habe.

So wie ich mich fühlte, kam da eher ein „Oh Gott, was hast Du Dir da nur angetan“ in meinen Kopf.

Mein Mann war dann noch irgendwann da, habe mich kurz mit ihm unterhalten und bin dann auch irgendwann kurz in den Schlaf abgetaucht. Zum Klo durfte ich dann auch noch, das ging auch einigermaßen gut, mein Kreislauf hat mich nicht im Stich gelassen.

Die Nacht war grausam. Ich habe kein Auge zugetan.

Meine Nase war zu, ich musste durch den Mund atmen. Schlucken war sehr, sehr schwierig, da mein Hals total ausgetrocknet und auch noch von der Magensonde ziemlich angegriffen war. Sobald ich einen Schluck getrunken habe, wobei mehr daneben ging, als alles andere, ging es zwar mit dem Schlucken, aber meine Nase war dann noch mehr zu.

Nein, Schlafen ging gar nicht in dieser ersten Nacht.

19.01.2010 – erster Tag Post-OP

an diesem Tag ging es mir zwar etwas besser, aber schön war anders.

Ich war mir immer noch nicht sicher, ob ich da das richtig getan hatte.

Ein kurzer Blick in den Spiegel sagte mit, dass das nicht schlecht ist, aber ich konnte mich noch nicht so wirklich freuen, dafür fühlte ich mich nicht gut genug.

Ich war müde, konnte tagsüber aber auch nicht schlafen, da ich entweder einen trockenen Hals hatte und nicht schlucken konnte, oder, nach einem Schluck Wasser, wieder so verschleimt war, dass ich mir dann den trockenen Hals gewünscht habe.

Wie auch immer, es hatte nicht gereicht, um zu schlafen.

Dann, als das Frühstück kam, kam auch erst mal Erleichterung bei mir, die aber nicht lange hielt.

Mein Frühstück war so eine Art Schokopudding, es sah nicht grade appetitlich aus, da voller Klümpchen, aber es roch so halbwegs nach Schokopudding. Ich nahm mir also den Löffel und versuchte zu essen. Aber das ging gar nicht. Ich hatte diesen Splint im Mund und noch relativ viel Gummis. Wie sollte ich da nen Löffel reinkriegen? Da hat sich mal jemand überhaupt keine Gedanken gemacht. Ich war ziemlich fertig mit der Welt und hab erst mal geheult – ja hab ich. Ich hatte so’n Hunger und konnte nicht essen. Nachdem ich mich dann beruhigt hatte, habe ich dann eine Schwester gefragt, wie ich denn bitteschön essen sollte? Sie brachte mir dann eine Schnabeltasse. – warum nicht gleich so? Ich denke, die sind routiniert und wissen, was geht und was nicht geht.

Ich hab mir also diese schokofarbene Klümpchensuppe in den Becher gelöffelt und – da ich ja schon wusste, was beim Trinken so alles daneben geht – bin dann damit ins Bad und habe überm Waschbecken versucht, mit das Zeug in den Hals zu werfen.

War nicht so einfach, weil:

A – es ging viel daneben, weil dieser Splint und auch meine Zunge nicht sehr kooperativ waren.

B – ich keine Luft bekam, weil Nase zu und ein voller Mund mich in ziemliche Atemnot brachte

C – ich sowieso immer noch Schluckprobleme hatte

D – ich das Gefühl hatte, dass dieses Schokozeug mich nur noch mehr verschleimte, als ich es ohnehin schon war.

Nach einem Schnabeltässchen habe ich also aufgegeben – ich war total platt.

Mittags gab es ein Süppchen – es roch ein bisschen nach Spargel und ich denke, es war auch eine Spargelcremesuppe. Die ging dann auch wieder ab in den Becher. Zum Abendessen war ich richtig mutig und hungrig und habe daher den Schnabelaufsatz weggelassen und nur noch „gekippt“.

Diese Nacht war auch nicht gut, Habe 10 bis 15min geschlafen, einen Schluck getrunken, damit mein Schluckmechanismus wieder funktionierte, der mal wieder wegen Dürre gelähmt war.

Bin dann 3-4 Mal den Stationsflur auf und ab gelaufen, hab mich wieder hingelegt, 10-15min geschlafen, wach geworden, getrunken, aufgestanden, gewandert und so weiter und so fort.

20.01.2010 – 2. Tag Post-OP

auch an diesem Morgen war ich froh, dass die Nacht zu Ende war.

Aber, ein großes Ereignis hat mir diesen Tag verschönert – die Wunddränagen kamen raus.

Endlich war ich die Schläuche und die beiden Fläschchen los.

Danach bin ich sofort Duschen gegangen. Duschen und Haare waschen. Ahhh….ich hab mich danach 1000mal besser gefühlt.

Süppchen schlürfen aus meiner Tasse ging ohne Schläuche auch viel besser.

Ich bin aber immer noch mit dem Essen ins Bad verschwunden.

Meine Schlabberei war mir doch erstens äußerst unangenehm und zweitens habe ich mir über dem Waschbecken nicht die Klamotten mit Essen dekoriert.

21.01.2010 – 3. Tag Post-OP

meine Schwellung war auf dem Höhepunkt und es kam auch noch Farbe hinzu.

Mein Gesicht sah aus wie ein riesengroßer Blaubeerpfannekuchen.

Es sah nicht aus wie mein Gesicht und fühlen konnte ich es auch nicht, da so ziemlich alles noch taub war. Das war schon echt komisch.

Zum Frühstück bekam ich zum ersten Mal Brot. Gut, ich konnte nicht sofort essen, ich musste erst noch warten, bis zur Wundbehandlung, da wurde dann das erste Mal der Splint rausgenommen, den ich dann ab diesem Zeitpunkt zum Essen immer rausnehmen durfte. Habe den Schwestern gesagt, sie mögen mein Frühstück bitte stehen lassen, bis ich von der Wundbehandlung zurück bin, damit ich dann essen kann.

Es dauerte eine ganze Weile. Der Arzt wollte, dass ich den Splint selber einsetzen und auch die Gummis befestigen kann. Bis dann alles o.k. war, war es auch schon fast Mittag.

Ich habe dann noch mit extremen Aufwand eine Scheibe Weißbrot gegessen. Natürlich in Miniwürfelchen geschnitten, die ich trotzdem nur so grade in den Mund stecken konnte.

Diese Brotwürfel musste ich dann ne ganze Weile hin und her schieben, bis sie dann soweit hinten waren, dass ich sie auch schlucken konnte – bis dahin waren sie auch aufgeweicht.

Also einfach war das nicht. Für eine kleine Scheibe Brot habe ich fast eine halbe Stunde gebraucht. Egal. Es war die leckerste Scheibe Brot seit langem. Es braucht also eine solche OP um wahrzunehmen, welch hohen Wert es hat, eine Scheibe Brot essen zu können.

Ich werde in Zukunft versuchen, die alltäglichen Dinge des Lebens besser zu schätzen.

22.01.2010 – 4. Tag Post-OP

nichts Ungewöhnliches an diesem Tag. Mir tat die Innenseite meiner Oberlippe weh.

Ansonsten ging es mir recht gut. Süppchen brauchte ich nicht mehr aus dem Becher zu schlürfen, das ging jetzt ohne Splint auch prima mit dem Löffel.

Das Mittagessen war auch recht abwechslungsreich, ich hatte mal passierten Fisch und mal passierten Hähnchenschenkel. Gut aber war, dass ich vorher wusste, was da auf meinem Teller lag und nicht erst beim Essen raten musste. Das Essen war nicht wirklich schlecht, man konnte halt nur nicht unbedingt rausschmecken was es war, was man da vor sich hatte.

23.01.2010 – 5. Tag Post-OP

habe bei der Wundpflege heute einen der vorderen Haken abgeklebt bekommen, da dieser sich in die Oberlippe gebohrt hatte – das waren also meine Schmerzen gestern, ich konnte gestern halt nur die Oberlippe noch nicht umstülpen um zu sehen, was da los war. Heute ging es und was ich sah, war nicht schön.

Jetzt musste ich meine Gummis also an den hinteren Haken einhängen.

Was habe ich meine Augen verflucht. Bis ich das mal hinbekam hat es schon eine ganze Weile gedauert. – heute hatte ich auch übrigens zum ersten Mal richtig viel Langeweile.

Mit anderen Worten – mir ging es schon viel besser.

24.01.2010 – 6. Tag Post-OP

Sonntag mit Aussicht auf Entlassung am Montag. Ich fühlte mich recht gut. Mittags kam einer der Ärzte an und fragte, ob ich was dagegen hätte, heute schon nach Hause zu gehen.

Pah! Blöde Frage.

Ich sagte ihm, dass ich ihm das sehr, sehr übel nehme und grinste so gut es ging.

Mir ging es gut, ob ich nun heute nach Hause darf oder erst morgen früh macht auch keinen Unterschied und das arme Stationspersonal hatte schließlich Bettenprobleme.

Lieber schicken sie mich einen Tag früher nach Hause, als 2 Privatpatienten für eine Nacht zusammenzulegen. Auweia! Wie Bruce Darnell zu sagen pflegt: Dos gäid gohr nix.

Dennoch, mir war es wurscht aus welchem Grund ich gehen durfte, Hauptsache raus.

Liebes Uerdinger Krankenhaus, das war jetzt nicht böse gemeint, ehrlich. Ihr seid alle super nett. Schwestern nett, Putzfrau auch nett, Essensplanerin (sie kam immer kurz nach dem Frühstück und ging mit uns durch, was wir essen durften, bzw. was wir wählen konnten für den nächsten Tag) auch nett. Auch die Ärzte, wenn sie denn mal Zeit hatten, waren nett.

Und zumindest einer der „Men in Pink“ war auch nett…

25.01.2010 – 7. Tag Post-OP

hatte einigermaßen gut geschlafen (zuhause schläft es sich immer besser) und bin dann so gegen 11:00Uhr bei meinem Kieferorthopäden eingetrudelt.

Er hat mir vorne diese Haken weggefräst und mir Kobayashi - Haken angebracht.

Die waren viel kleiner und somit störten sie auch nicht mehr.

Den Splint durfte ich da lassen, den brauch ich nun nicht mehr und muss nur noch Gummis einhängen.

Schon wieder ein Fortschritt.

Danach bin ich mit meinem Mann einkaufen gefahren.

Zwieback, Milch, Weißbrot, Honig, Bananen gekauft. Alles so Sachen halt, die man auch „mit ohne Pfähne“ essen kann.

26.01.2010 – 8 Tag Post-OP

hatte schlecht geschlafen. Hatte in der Nacht Angst, mein Unterkiefer könnte zurückklappen, wenn ich ihn nicht nach vorne halte, was natürlich Blödsinn war.

Ansonsten lass ich es im Moment ruhig angehen, es eilt nichts und der Haushalt läuft schließlich auch nicht weg. Das hat er bisher nicht getan und damit wird er jetzt wohl auch nicht anfangen.

31.01.2010 – 13. Tag Post-OP

heute vor zwei Wochen bin ich ins Krankenhaus gekommen, heute vor zwei Wochen habe ich um 21.00Uhr meine letzte Vor-OP Zigarette geraucht – bis jetzt habe ich immer noch keine Zigarette geraucht! Es ist nicht wirklich leicht, auch heute noch hatte ich ein paar Mal das Verlangen nach ner Zigarette. Was mich bisher davon abgehalten hat, sind folgende Gründe:

2 Wochen schon geschafft, es wäre blöd, jetzt wieder anzufangen und übrigens habe ich diese 2 Wochen ohne Gewichtszunahme geschafft.

Es ist teuer

Alles stinkt danach

Aber – ich gebe zu – es fehlt was. Ob es nun das Nikotin ist, oder die Gewohnheit, die mir noch zu schaffen macht, ich weiß es nicht.

Die Schwellung ist gut weggegangen, habe aber noch leichte Pausbäckchen. Schade eigentlich, dass sie langsam verschwindet, die Schwellung war super gegen Falten.

Ein bisschen bunt bin ich aber noch. Unterm Kinn etwas blau und linke Wange u. Hals sind teilweise noch gelbe Stellen zu sehen.

Ganz taube Stellen habe ich nur seitlich der Nasenflügel.

Oberlippe ist völlig o.k. und Unterlippe und Kinn kribbeln seit 3 Tagen extrem eklig, sobald ich dran komme, oder meinen Mund bewege.

Eines dieser tollen Kobayashi-Häkchen, obwohl mini-klein, vermag es, sich in meine Oberlippe zu bohren, heute habe ich Wachs drauf getan. Von allein geht’s ja wohl nicht weg.

Meinen Mund kriege ich jetzt knapp 1,5cm auf. Das ist nicht wirklich viel, aber es reicht um essbares reinzustopfen und ich denke, ich kann jetzt auch langsam wieder von Kinderzahnbürste auf normal wechseln. Elektrische ist noch nicht so ganz mein Fall, habe das Gefühl, meine Zähne sind „frisch bedrahtet“. Die ersten 3-4 Tage nach Bogenwechsel kann ich auch nicht mit der elektrischen Zahnbürste putzen.

Wenn ich in den Spiegel sehe, weiß ich immer noch nicht so recht, ob es nun besser ist als vorher. Irgendwie kommt mir mein Gesicht noch künstlich vor.

Gibt sich das, sobald die Restschwellung weg ist? Wirkt es dann normaler?

Den Mund kriege ich nur unter Arbeit zu und es ist echt anstrengend, den Mund zu halten.

Ich hätte nie gedacht, ich sag so was mal…..

Na ja, ich hoffe, das gibt sich auch mit der Zeit.

Meine Nase wird langsam wieder die alte, bzw, die Tropferei wird weniger. Gott-sei-Dank, das hat echt genervt. Ein bisschen geschwollen ist sie wohl noch innen, denn so richtig gut Luft krieg ich noch nicht, wenn ich durch die Nase atme.

03.02.2010 – 16. Tag Post-OP

heute hatte ich meinen ersten Nachsorge Termin im Krankenhaus.

Und was soll ich sagen? Houston, wir haben ein Problem.

Mein Backenzahn unten rechts ganz hinten (der 7ner) stört. Ich beiße nicht richtig zusammen.

Er hat eigentlich seit Sommer letzten Jahres nichts anderes getan als stören, aber jetzt ist es aus für ihn.

Angefangen hatte es letzten Sommer, da bekam ich von jetzt auf gleich tierische Zahnschmerzen. Das war so schlimm, ich konnte den Schmerz nicht wirklich lokalisieren, mir tat alles vom Auge übers Ohr bis runter in den Hals weh.

Es stellte sich dann aber raus, dass es dieser 7ner war. Er mochte wohl den Zug der Klammer nicht. Beim Zahnarzt hatte ich erst mal Hammer Penicillin bekommen (wovon mir so übel wurde, dass ich am nächsten Tag nicht zur Arbeit konnte). Vom Zahnarzt bin ich direkt zum Kieferorthopäden gefahren, der hat dann die Wäscheleine gekappt (vor dem 7ner ist ne Lücke und der Zahn sollte halt mittels Draht vom 5er her grade gezogen werden), damit der 7ner sich ausruhen konnte. Der Zahn selber ist übrigens in Ordnung aber das ganze Zahnbett war entzündet, der Zahn total wackelig und dementsprechend war auch die Wurzel samt Nerv nicht grade in bester Laune. Über ein halbes Jahr hat er dann vor sich hin gedümpelt. Es hat nicht mehr so wehgetan aber o.k. war anders.

Vor der OP hatten die Ärzte im Krankenhaus schon gesagt, dass sie den Zahn sehr wahrscheinlich während der OP ziehen, da er keinen Halt mehr hat.

Sie haben es dann trotzdem nicht gemacht, weil der Splint dann nicht mehr gepasst hätte.

Heute hat sich aber rausgestellt, dass er wohl doch raus muss, denn ich kann nicht richtig zusammenbeißen.

Morgen früh geht’s also nochmal ins Krankenhaus und dann wird er gezogen.

Es ist schon komisch. Ich lass mir auf der einen Seite das halbe Gesicht zerkloppen und hab auf der anderen ne tierische Panik davor, mir nen Zahn ziehen zu lassen…..

04.02.2010 – 17. Tag Post-OP

Heute ist der Tag des Zahnes, bzw, des Weg-isser-Zahnes.

War heute Morgen pünktlich da mit Verstärkung, mein Mann hat mich gefahren.

Um kurz vor 9 musste ich also auf den tollen Zahnarztstuhl im ambulanten OP Raum. Der war so derbe mit Papier verkleidet, da hab ich schon gedacht: Oh mein Gott, was wird das für ne Schlacht

Glücklicherweise gabs nen Tropf mit „Halbschlafsüppchen“. Das hat geholfen.

Habe zwar die Geräusche und nen Teil vom Gezerre mitbekommen, aber es hat weder weh getan, noch mich in Panik versetzt. Als die Sache vorbei war, bin ich am Arm der Schwester gaaaanz, gaaaanz langsam zurück zur MKG Ambulanz rein, der Prof. hat sich das Werk nochmal angesehen und für gut befunden und hat dann meinem Mann noch Anweisung gegeben mich nach hause zu fahren und ins Bett zu verfrachten. Fand ich o.k. so, denn zu was anderem war ich nicht fähig.

Nachmittags um 15:00Uhr ging mir wieder halbwegs gut.

Den Termin, den ich heute beim Kieferorthopäden hatte, hat mein Mann noch auf morgen früh verschoben und danach muss ich nochmal zum Krankenhaus, die wollen wohl sehen, wie sich der Krater gemacht hat.

Im Spiegel kann ich schon den Unterschied sehen, jetzt sieht es so aus, wie es sein soll, schade wohl, dass ein Zahn dran glauben musste.

05.02.2010 – 18. Tag Post-OP

Uff………wer mich heute gefragt hat, wie es mir geht, der hat auch eine ehrliche Antwort bekommen. Heute ist relativ besch….eiden.

Meine Kiefergelenke tun weh, den Mund krieg ich auch nicht so weit auf, wie vor dem Zahn ziehen, irgendwie dröhnt der Schädel, meine Zunge ist noch taub.

Ähm – ansonsten geht’s eigentlich.

Der Kieferorthopäde hat kurz nachgesehen und alles für gut befunden. Habe ne neue Krankschreibung und einen neuen Termin für nächste Woche bekommen.

Danach bin ich zum Krankenhaus gefahren, dort hatte ich ja auch noch einen Termin.

Mir wurde gesagt, dass der Krater schon sehr gut aussieht, mit meinem Biss war man dort auch zufrieden. Auf meine Frage hin, warum meine Zunge immer noch taub ist, bekam ich ein „das wird schon wieder, da hat man gestern wohl genau den Nerv getroffen“.

O.keee…….Mittwoch muss ich wieder hin, hoffe doch schwer, dass meine Zunge bis dahin wieder aus dem Koma erwacht ist.

07.02.2010 – 20. Tag Post-OP

heute gibt es zwar nicht wirklich was neues zu berichten, ich möchte nur mal kurz erwähnen, dass meine Zunge noch immer „schlecht hören kann“.

15.02.2010 – 28. Tag Post-OP

letzten Freitag musste ich wieder zum Kieferorthopäden.

Resultat daraus: 1 weiteres Gummi und komplett andere „Aufhängung“ und noch ne Woche krank geschrieben.

Anstatt 2 relativ einfach eingehängte Gummis wie bisher, muss ich jetzt 2 komplizierte Dreiecksgeschichten und eine einfache Art noch dazu einhängen.

Ich fühlte mich an meine Schulzeit erinnert. Genauer gesagt an den Kunstunterricht.

Wir haben früher mal Nägel nach einem ausgeklügelten Schema in bemalte Bretter gekloppt und dann bunte Fäden darum gespannt und das Ganze ergab dann ein künstlerisches Objekt.

So ähnlich siehts jetzt in meinem Mund aus. Ein Gummi von 6 oben rechts nach 6 unten rechts und 3 unten rechts, dann eins vom 3 oben links nach 3 unten links nach 6 unten links und eins von 2 oben rechts nach 2 unten links. Also links und rechts ein Bermuda Dreieck und damit nichts verschwinden kann, kommt vorne quer noch ein Gummi davor, damit auch noch nichtmal mehr ein Teelöffel reingeht, also auch kein Joghurt als Zwischenmahlzeit.

Ich krieg jedes mal ne mittelschwere Krise dabei, weil ich die blöden Häkchen da hinten kaum sehe und es öfters mal schaffe, dass das Gummi hinten runterspringt, wenn ich versuche es nach vorne hin zu spannen. Das tut weh und das verbessert nicht grade meine Geduld und meine feinmotorische Leistung. Nachts schlafe ich momentan mehr schlecht als recht, weil mir die Zähne und Kiefergelenke weh tun.

Bin froh, wenn ich diese Gummis nicht mehr brauche.

Meine Zunge fühlt sich übrigens immer noch nicht normal an. Es ist zwar ein bisschen besser geworden, aber es ist noch nicht wie es sein sollte.

Ansonsten geht’s mir gut. Wenn ich in den Spiegel schaue, gefalle ich mir auch schon viel besser. Die Schwellung ist noch nicht ganz weg, habe immer noch Hamsterbacken und mein Kinn ist auf der linken Seite noch etwas dick, aber langsam wird es.

Worauf ich mich richtig freue ist der Sommer, wenn die Klammer weg kommt und meine Zähne poliert sind. Dieses Gelb kann ich nicht mehr sehen.

27.02.10, 40. Tag Post-OP

am Montag werde ich wieder arbeiten gehen.

Bin etwas nervös, da ich ja doch anders aussehe, als vorher.

Am 10.03. muss ich morgens zur Nachkontrolle ins Krankenhaus, nachmittags habe ich einen Termin beim Kieferorthopäden, wo es wohl den ersten Post-OP Bogenwechsel gibt. Hoffentlich ist dann auch Schluss mit den Gummis. Diese Fummelei mit den Dingern ist nicht gut für meine Nerven, was ich, so glaube ich, schon mal erwähnt habe:-)

Wie ich mich jetzt fühle, ob ich zufrieden bin, ob ich diese OP nochmal machen würde, wie ich mit meinem Spiegelbild klar komme u.s.w.:

Ich bin mir immer noch ein bisschen fremd, wenn ich in den Spiegel schaue. Habe das Gefühl, meine Nase ist größer als vorher, was ja eigentlich nicht sein kann. Ich denke, es sieht nur so aus, weil die Oberlippe weiter zurückliegt dadurch, dass der Oberkiefer etwas gekippt wurde. Mein Kinn scheint o.k. zu sein, ich glaube nicht, dass ich eine Kinnplastik benötige. Der Biss ist super, so wie ich es beurteilen kann. Meine Zunge ist immer noch etwas taub auf der rechten Seite und meine Aussprache dementsprechend. Schwellung ist auch noch relativ viel vorhanden. Denke, wenn ich am 10.03. zur Nachkontrolle in die Klinik muss und die Schwellung ist bis dahin immer noch nicht verschwunden, dann wird mir Physiotherapie verschrieben. So sagte zumindest der Arzt, bei dem ich die letzte Kontrolle hatte.

Ob ein paar Sitzungen bei einem Logopäden sinnvoll sind, dass kann ich momentan nicht beurteilen. Denke, wenn die Taubheit aus der Zunge verschwunden ist, dann ist meine Aussprache auch besser.

Ich glaube, es ist noch zu früh um bei der Frage „würde ich das Ganze nochmal machen lassen“ ja oder nein anzukreuzen. Ich mache gerne schon mal ein halbes Kreuz bei ja, die andere Hälfte muss wohl mindestens bis zum Sommer warten. Bis die Klammer aus ist, die Zähne weiß sind und ich auch wieder kräftig zubeißen kann, was momentan ja noch nicht der Fall ist. Bis dahin, werde ich wohl auch wieder deutlicher sprechen und bis dahin erkenne ich mich auch im Spiegel ohne ein zweites Mal hinzusehen.

Eine Frage hätte ich an Euch:

wer hatte das Problem mit der tauben Zunge schon mal beim Backenzahn ziehen und wie lange hat das angehalten?

LG

Changer

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Hallo Ingrid

Herzlichen Glückwunsch zur Überstandenen OP!!!!! Hab schon die ganze Zeit auf ein Lebenszeichen von Dir gewartet, aber jetzt hab ich ja die Erklärung: Ihr seit umgezogen. Wie kann man nur!!!! Die Armen von 1&1 :razz:

Freut mich das Dir Dein Ergebnis gefällt und alls gut gelaufen ist. Ich selbst hab meine Plattenentnahme und Kinnplastik am 15.6. und bin seid gestern meine Zahnspange los!!!!!!!

LG Steffi

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Auch von mir an der Stelle HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur überstandenen OP !

Jetzt hast Du's auch hinter Dir ;-)

Und vielen Dank für den netten ausführlichen Bericht ! Kommt mir alles sehr bekannt vor ;-)

Wünsche Dir weiterhin alles Gute !!

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

(und: 7 Wochen + 6 Tage Post-letzte Zigarette!)

Hallo nochmal!

so läuft die Zeit davon, wir sind wieder ein paar Wochen älter geworden:smile:

Am 10.03. hatte ich morgens einen Termin zur Nachsorge im Krankenhaus und nachmittags einen bei meinem Kieferorthopäden.

Ob Nachsorgetermin, ob Gespräche vor der OP, oder auch Wundbehandlung nach der OP. Bisher war der Chirurg, der mich operierte, nicht dabei. Aber diesmal hatte ich das Glück. Er fragte, ob ich die Haare anders hätte – Witzbold – ja klar, sagte ich, heute mal ohne OP-Turban, da seh ich wohl etwas anders aus. Er nickte und grinste und meinte, daran wird’s wohl liegen. Jetzt aber mal zurück zum Thema. Mit meinem Biss war er zufrieden. Er empfiehlt mir Vitamin B12, was die Nervenheilung unterstützen soll, da ich immer noch taube Stellen im Mund habe und da meine Zunge auch noch - immer noch - ein bißchen taub ist. Mit der Physiotherapie (die Schwellungen sind noch nicht verschwunden) warten wir wohl noch ein paar Wochen und fangen dann, zum frischen Quartal, in der Woche nach Ostern an, da ist auch mein nächster Termin in Krankenhaus, wo dann auch schon (!!) über die Plattenentnahme gesprochen und dafür dann auch schon ein Termin vergeben wird.

Ansonsten nichts Besonderes. Die Zipperlein, die ich momentan habe, also Nervenpicksen überall, leichte Schwellung und noch taubes Gefühl am Kinn, unangenehmes Gefühl vom rechten Ohr bis zum Oberkopf, wobei es schon unangenehm ist, wenn ich dort die Haut berühre, oder auch einfach nur meine Haare bewege (das habe ich seit letzter Woche Mittwoch und es nervt langsam ein bißchen)die gehen wohl mit der Zeit weg, sagt der Doc. Momentan sucht sich mein Kiefer seine Endposition und dann hat man schon mal so kleine Wehwehchen.. „Ich muss nur geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang“ singe ich in mich hinein. Naja…….

Nachmittags war ich dann bei meinem Kieferorthopäden. Neuer Bogen unten – das war auch unangenehm, da die Zähne im Unterkiefer noch sehr empfindlich sind. Was soll man sich auch sonst schon schönes gönnen an einem Urlaubstag

Ich habe auch gute Nachrichten, ich muss jetzt nicht mehr 3 Gummis einhängen, sondern nur noch 2 (hm…….o.k…..wirklich gute Nachrichten sind anders, aber was soll ich machen? Positiv denken! Das schaff ich auch noch). Die zweite gute Nachricht: ich muss nicht mehr ganz hinten einhaken, nur vom 3er oben zum 3er unten. Die schlechten: diese Gummis sind so was von klein und versuchen momentan ihr bestes mir so richtig die Laune zu verderben. Chipmonks nennen sie sich. Ein viel zu niedlicher Name für so nervige „Dingerchen“, von denen ich erst mal 1-2 durch die Gegend schnippe, bevor ich es dann endlich schaffe einen einzuhaken. Ich muss mal versuchen mit dem Kieferorthopäden zu feilschen, ob ich nicht wenigstens auf diese Rabbit Gummis wechseln kann, die kann man wenigstens noch mit dem bloßen Auge erkennen.

Mein nächster Termin beim Kieferorthopäden ist auch in der Woche nach Ostern. Dann gibt’s einen neuen Bogen für oben und hoffentlich, hoffentlich richtig gute Nachrichten – nämlich die, die das Ende dieser Gummiplage einläuten. Da wär schön.

LG

Changer

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Wie jetzt, 6 Tage post letzte Zigarette?

War die letzte vor OP doch nicht die chronologisch letzte?

Chipmonks - klingt tatsächlich niedlich ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ach so, weil einmal stand da +5 und das zweite Mal +6, daher war ich irritiert. Aber dann bin ich stolz auf Dich! Ist gut, ne?

Ich bin ja erst bei 13 Tagen ;)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0