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zahngold

Bimax am 12.Januar 2010 in der Uni-Klinik Köln

Hallo liebe Leute,

hier etwas verspätet mein OP-Bericht.

Ich hatte am 12.Januar 2010 meine Bimax an der Uni-Klinik Köln. Dabei wurde der OK 3mm nach oben gesetzt und geschwenkt, der UK wurde 7mm nach oben gesetzt.

Montag, 11.Januar 2010 (stationäre Aufnahme)

Einen Tag vor der OP wurde ich vormittags stationär aufgenommen. An diesem Tag fanden diverse Voruntersuchungen und Vorgespräche statt, wie: Anästhesiegespräch, Vorstellung beim Oberarzt, Aufklärungsgespräch, Blutabnahme, Röntgen.

Dienstag, 12.Januar 2010 (Tag der OP, Intensivstation)

Da meine OP als erste angesetzt war, sollte ich morgens um 7Uhr fertig sein (OP-Kittel, Thrombosestrümpfe, Beruhigungstabletten). Nach den Beruhigungstabletten (oder was das war??) war ich jedenfalls sofort weg, so dass ich mich an die eigentliche Einleitung der Narkose überhaupt nicht erinnern kann.

Aber das ist vielleicht ganz gut so, weil im Vorbereitungsraum meine Aufregung/Angst vermutlich stark angestiegen wäre.

Die OP ging ca. 5 Stunden und verlief vollkommen problemlos. Ich habe ca.600ml Blut verloren und brauchte keine Blutkonserve von meiner Eigenblutspende. Geweckt wurde ich schon gegen 15:30Uhr auf der Intensivstation, auf der ich auch bis zum nächsten Vormittag bleiben sollte.

Mein Mann und ein Freund standen dann auch schon an meinem Bettchen, aber davon habe ich nicht wirklich viel mitbekommen.

Ansonsten hatte ich zwei Drainage-Schläuche, eine Magensonde und einen Blasenkatheter. Mein Kiefer war mit einem Splint und Gummis verschnürt. Die unmittelbare Zeit nach dem Aufwachen war eigentlich ganz angenehm, ich war einfach nur extrem froh die OP jetzt hinter mir zu haben und hatte das Gefühl: soooo schlecht geht’s mir gar nicht.

Außerdem hatte ich absolut keine Schmerzen und brauchte deshalb keine zusätzlichen Schmerzmittel. Blut im Magen wurde auf „verlangen“ von der Schwester über die Magensonde abgepumpt, dazu habe ich Unmengen an Anti-Kotzmittel verlangt, s.d. ich mich auch nicht übergeben musste (meine größte Angst vor der OP).

Für mein Wohlergehen problematisch wurde die über die Nacht immer stärker werdende Schwellung. Besonders unangenehm war das zu Schwellen der Nase, s.d. keine Nasenatmung mehr möglich war. Man kann zwar nach dieser OP locker über den Mund atmen und erstickt garantiert nicht, aber man ist nach so einem Eingriff eben doch sehr verwirrt, ängstlich und steht einfach neben sich. Also ich hatte Angst keine Luft mehr zu bekommen. Davon abgesehen, dass sich mit reiner Mundatmung verdammt schlecht schlafen lässt :sad:. Leider sollte mich das Problem „schlechte/keine Nasenatmung“ noch länger verfolgen.

Mittwoch, 13.Januar 2010 (1.Tag postOP: Verlegung auf normale Station)

Morgens bin ich noch auf der Intensivstation gewaschen worden (habe mich noch nie so hilflos gefühlt, hab einfach alles mit mir machen lassen) und wurde einmal mobilisiert (d.h. musste mich einmal auf meine Füße stellen und dann eine halbe Stunde in so nem Rollstuhl sitzen. Davon war ich überhaupt nicht begeistert.).

Mittags kam ich auf die normale Station, wo mir erstmal die Magensonde gezogen wurde. Da ich nicht wirklich gut trinken (geschweige denn was essen) konnte, wurde mir regelmäßig Flüssigkeit in Form von Infusion zu geführt (neben Antibiotika, Schmerzmittel).

Leider hatte ich eine ziemlich nervige Bettnachbarin und ich war froh, dass man einen Vorhang vor mein Bett ziehen konnte. Meine Bettnachbarin hatte nämlich den ganzen Tag über Besuch von der buckligen Verwandtschaft, was nach so einer OP echt anstrengend ist. Ich wollte eigentlich nur meine Ruhe haben und reden konnte ich dank der Verschnürung sowieso nicht.

Meine Nase war dann vollends zugeschwollen (sollte die nächsten Tage auch so bleiben), so dass ich dank der Mundatmung und unruhiger Bettnachbarin nachts kaum geschlafen habe, obwohl ich hundemüde war.

Am ersten Tag post-OP bin ich gar nicht aufgestanden, dazu war ich absolut nicht in der Lage. Dank Blasenkatheter musste ich auch nicht aufstehen. Essen ging zu diesem Zeitpunkt gar nicht, weil ich auch nicht wusste, wie ich die Suppe zwischen den Zähnen durchziehen sollte. Dazu gehört nämliches einiges an Techniktraining :wink:.

Der 1.Tag post OP war definitiv der mieseste, ich habe mich einfach nur scheiße gefühlt. Ich habe die OP an diesem Tag trotzdem nicht bereut, weil ich dank dem Forum wusste was auf mich zukommt. Und ich wusste auch, dass es nur besser werden kann :wink:.

Donnerstag, 13.Januar 2010 (2.Tag postOP: raus aus dem Bett)

Morgens wurde mir erst mal der Blasenkatheter gezogen (merkt man (oder nur frau??) fast gar nicht) damit ich in die Ambulanz zum Ziehen der Drainagen gefahren werden konnte. Ich fühlte mich noch sehr wackelig und „zittrig“ auf den Beinen, aber ich wollte auch endlich aufstehen.

Das Ziehen der Drainagen war ok, nur das Ziehen der einen Drainage war etwas unangenehm. Aber das „Schreien vor Schmerzen“ blieb mir definitiv erspart.

Habe mich dann zum ersten Mal im Spiegel gesehen: mein Kopf war EXTREM geschwollen und ich habe mich ziemlich monströs gefühlt:shock:.

Den Rest des Tages habe ich darauf geachtet, mich NICHT wieder ins Bett zu legen (davon abgesehen, dass die Atmung im Liegen einfach nur beschissen war) sondern habe mich höchstens auf die Bettkante gesetzt.

Sobald mein Mann da war, sind wir ne Runde „spazieren gegangen“ (d.h. ein-/zweimal um die Station laufen). Das war sehr anstrengend und ich bin gelaufen wie eine 80jährige Frau mit Krückstock, aber ich wollte auch schnellstmöglich wieder auf die Beine kommen. Und dazu gehört Training :wink:.

Abends hatte ich dann endlich den Dreh raus, wie man die Suppe am geschicktesten zwischen den Zähnen durchzieht. Ich hatte also meine erste „richtige“ Mahlzeit nach der OP:razz:.

Die Nacht war dann wieder von Schlaflosigkeit gekennzeichnet (nur Mundatmung möglich, unruhige, nervige Bettnachbarin).

Freitag, 14.Januar 2010 (3.Tag postOP: ich darf endlich duschen!!!!!)

Die Schwellung erreichte an diesem Tag ihren Höhepunkt, es ist wirklich unglaublich wie groß so ein Kopf werden kann!!! Aber es gab auch zwei gute Nachrichten.

1. Meine Bettnachbarin wurde entlassen, und ich hatte das Zimmer für mich!!

2. Ich durfte nachmittags endlich duschen (unter Aufsicht von meinem Mann)

Am 3.Tag post-OP ging es schon wieder richtig aufwärts,ich konnte wieder etwas weiter/mehr laufen, besser essen usw. Das macht tatsächlich gute Laune:grin:!!

Die Nacht habe ich wegen schlechter Atmung wieder „scheiße“ geschlafen.

Samstag, 15.Januar 2010 (4.Tag postOP: Entlassung!!!!)

Morgens hatte ich Ambulanz bei meinem KFC, der noch ein Röntgenbild gemacht und mich überraschend nach Hause geschickt hat.

Ich hatte eigentlich damit gerechnet, das WE noch im KH verbringen zu müssen!! Aber da ich mich zu Hause dank meinem Mann gut versorgt wusste, habe ich der Entlassung zu gestimmt. Würde ich alleine leben, wäre ich das WE über definitiv noch im KH geblieben, weil ich nicht in der Lage gewesen wäre mich selber zu versorgen (einkaufen!!!).

Ab Sonntag, 16.Januar 2010 (die ersten Tage zu Hause)

Die nächsten Tage nach der Entlassung verliefen relativ ereignislos. Ich hatte meinen Splint noch drin, konnte also nur Suppe schlürfen, kühlen, bißl spazieren gehen und mit Nasengel, Nasenspülung &Co versuchen meine Nase frei zu bekommen.

Das Problem war dann irgendwann nicht mehr nur die Schwellung, sondern auch die vermehrte Schleimbildung, die alles noch mal zusätzlich verstopft. Ne, also DAS vermisse ich wirklich nicht!!!

Dienstag, 19.Januar 2010 (1 Woche postOP: Nachblutungen)

Habe mich tagsüber wohl mit einem Spaziergang überanstrengt oder zu „motiviert“ versucht, meine Nase freizubekommen. Jedenfalls ist mir abends urplötzlich ne Menge Blut den Rachen runter gelaufen.

Habe dann versucht meinen Mann anzurufen der unterwegs war, was mit Splint und mit der besagten Menge Blut im Mund gar nicht so einfach war. Habe dann irgendwie die Wörter „Blut“ und „Nachblutungen“ artikulieren können, so dass mein Mann auf dem Heimweg diverse Geschwindigkeitsbegrenzungen übertreten musste, um mich ins KH fahren zu können. Die Blutungen waren noch lange nicht so schlimm wie sie aussahen, dennoch habe ich noch eine Nacht im KH verbracht.

Am nächsten Morgen gab es dann noch eine Runde Tamponaden (auch nicht gerade vorteilhaft für eine ordentlich Nasenatmung:mad:) und dann durfte ich wieder nach Hause. Die Tamponaden wurden dann nach 3Tagen wieder gezogen, und ab dem Zeitpunkt konnte ich nachts auch wieder schlafen. Ich hatte aber auch verdammt viel Schlaf nachzuholen!!!!

Donnerstag, 21.Januar 2010 (9 Tage postOP: Der Splint kommt raus!!)

An diesem Tag bin ich meinen Splint losgeworden und seitdem muss ich nur noch Gummis einhängen.

Ernährungstechnisch hat sich dadurch enorm viel geändert. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich BREI essen!! Eine wahnwitzige Steigerung zu der Suppenkost in der Woche zuvor (die mich 6kg meines Ursprungsgewichtes gekostet hat). Seitdem war mein Gewicht jedenfalls stabil, ich habe sogar wieder zugenommen :oops: und essen macht auch wieder Spaß (ganz wichtig!!!)

Abschließend:

Ich habe sicher 2-3Wochen gebraucht, um körperlich einigermaßen wieder auf die Beine zu kommen. Die Vollnarkose und natürlich die OP an sich, hauen einen ganz schön um.

Nach drei Wochen habe ich wieder angefangen Teilzeit zu arbeiten (in meinem alten Studentenjob, bin nämlich kurz vor der OP mit meinem Studium fertig geworden), das tat mir ganz gut, war aber auch genug.

Nach 4-5 Wochen habe ich mich wieder voll einsatzfähig gefühlt (diese Aussage ist mit Vorsicht zu genießen, weil ich weiterhin nur Teilzeit gearbeitet habe:wink:).

Nach 6 Wochen habe ich wieder mit meinen Sportkursen im Fitnessstudio begonnen (3x die Woche Tae-Bo), natürlich nach Absprache mit meinen Ärzten. Habe dabei darauf geachtet, dass ich keine Sprünge mache und meinen Kiefer auch sonst keinen großen Erschütterungen aussetze. Letztendlich habe ich keine Bewegungen/Übungen gemacht, die mir unangenehm erschienen.

Jetzt nach 8Wochen fühle ich mich fast wie vor der OP, nur dass die Zähne im OK beim Zähneputzen (und auch nur beim Zähneputzen) sehr empfindlich sind. Kauen kann ich bisher auch nur weiche Sachen (Toastbrot, Nudeln usw.), aber das finde ich auch nicht so schlimm.

Mir war wichtig, dass ich mich körperlich baldmöglichst wieder fit fühle, und ich denke da bin ich auf einem guten Weg.

So, ich hoffe das ist jetzt nicht zu lang geraten!!!! Bei weiteren Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung!!

VG

Steffi

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Hallo Steffi,

danke für deinen tollen Bericht und klasse, dass es dir schon so gut geht. Dass du dich die ersten Tage so schlecht gefühlt hast, kann ich gut nachvollziehen-ging mir auch so! Nach 6 Wochen hast du schon mit Tae-Bo angefangen? Klasse, ich hatte schon Angst, dass ich noch Ewigkeiten auf Sport verzichten muss. Ich werde heute mal mit ein wenig Radfahren beginnen, aber ganz langsam, weil man mir gesagt hat, ich müsse mind. 4 Wochen mit Sport warten. Ich hoffe, dass es dir weiterhin gut geht und du dich mit deinem neuen Kiefer angefreundet hast,

liebe Grüße, Josey

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Hallo Steffi,

schön das du deinen Bericht so ausführlich geschrieben hast. Diese deteils wie es einem so geht vor und nach der OP ist sehr hilfreich für die, die noch die OP vor sich haben. Meiner nämlich !!

Herzlichen Glückwunsch zur überstandenen OP!!!

Liebe Grüße

karin69

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