heinrichbunker

Bimaxilläre Umstellung am 07.04.10 bei Dr. Kater in Bad Homburg

Einen schönen guten Tag,

hier meine Erfahrung mit der OP, die ich im zarten Alter von nunmehr 40 Jahren habe machen lassen. Nach meinen Informationen liegt die Jahreszahl dann auch schon an der Obergrenze des Sinnvollen.

Vorab:

Hatte beim gleichen Operateur schon im letzen Jahr zunächst eine Kinnplastik ausführen lassen. Und zwar, trotzdem er empfahl, die Plastik erst während der Bimax-OP oder im Nachgang (beim Entfernen der Platten) zu operieren. Aber ich wollte das so, denn es hätte eventuell sein können, dass der ästhetische Effekt der viel weniger aufwändigen Kinnplastik allein schon ausreicht und eine Bimax überflüssig macht. Der reale Effekt der Kinnplastik allein war dann ganz schön, aber eine Bimax schien noch deutlich mehr zu versprechen, auch funktional natürlich.

Meine persönlichen Tips:

1. Ich würde nur zu einem der Operateur gehen, von dem ich weiß, dass er in dieser OP routiniert ist. Was die Maßstäbe für Routine sind, kann man anhand der Statistiken der führenden Leute ablesen. Werden sie nicht z.B. auf der Website veröffentlicht, könnt ihr sie erfragen. Ich habe mich nur für Spezialisten interessiert, bei denen im Schnitt mindestens mehrere bimaxilläre Umstellungen pro Woche auf dem Plan stehen.

2. Generelles Risiko der OP: Internationale Daten dazu erfährt man unter www.pubmed.org , das ist die Seite der U.S. National Library of Medicine. Ein möglicher Suchbegriff: "complications in orthognathic surgery".

OP-Tag

Der Tag war sehr dicht belegt mit fast drei Bimax-Operationen, da offenbar kurzfristig noch ein Fall zusätzlich eingeschoben worden war. Weil hier nach dem Grundsatz "Frauen und Kinder zuerst" geplant wird, kam ich nachmittags gegen drei Uhr als Letzer an die Reihe. Ich machte den Anästhesisten, einen Oberarzt, darauf aufmerksam, dass es während meiner vorherigen OP bereits Probleme gegeben hatte, den Blutdruck unter Kontrolle zu halten (zu hoch). Eine junge Dame, vermutlich eine Schwester, versuchte unterdessen vergeblich, mir eine Infusionskanüle in den Handrücken zu jagen. Erst als ich darauf aufmerksam machte, dass es langsam weh tat, ließ sie sich vom Oberarzt helfen.

Erster Tag nach OP

Das Aufwachen am nächsten Morgen verlief weniger angenehm, unter anderem, da ich mich erbrechen musste. Keine sehr schicke Angelegenheit, wenn einem die Zähne mit Draht zugebunden sind, wie nach dieser OP üblich. Es blieb mir schließlich nichts anderes übrig, als den blutigen Schleim, der hochgekommen war, im Wesentlichen wieder hinterzuschlucken. Mit der Atmung hatte ich keine Probleme, die Nase blieb eigentlich soweit frei. Die Patientin neben mir schien damit mehr Probleme gehabt zu haben; sie gab zu verstehen, dass Sie Angst empfinde. Daraufhin bekam sie ein Beruhigungsmittel verabreicht. Mit wurde bestätigt, dass es bei mir während der OP und in der Nacht danach schwierig gewesen war, den Blutdruck zu senken. Das Maß an Schmerzen fand ich erträglich. Die Drähte, mit denen die Zähne zugebunden waren, wurden gekappt. Danach fallen einem Trinken und Essen via Spritze leichter, auch das Sprechen natürlich. Am Ende des Tages legte sich bei mir die Übelkeit und ich konnte umherlaufen.

Meine persönlichen Tips:

1. Wenn Du davon weißt, dass Dein Blutdruck stark schwanken kann, solltest Du ihn im Vorfeld der OP schon einstellen lassen.

2. Übe vorher, mit geschlossenen Zähnen zu sprechen. Das erleichtert die Kommunikation im Aufwachraum und bis zur Entfernung der Drähte erheblich.

Zweiter Tag nach OP

Die Wund-Drainagen wurden entfernt, das sind Schläuche, die durch den Mund in die Schnittstellen führen. Über einen Behälter, der unter Unterdruck steht, wird so das Sekret abgesaugt. Als ich die Dinger los war, konnte ich erst einmal getrost unter die Dusche springen. Der Kopf dröhnte noch, ich habe auch tagsüber des öfteren geschlafen. Schmerzen waren da, aber verschwanden wieder, wenn mir die Schwester auf meinen Wunsch hin eine entsprechende Infusion verabreicht hatte. Die erste und zweite Nacht habe ich eher schlecht geschlafen und bin nach einer Art Fieberträumen immer wieder hochgefahren. Die Frage kam auf: Bist Du wahnsinnig gewesen, Dir das hier freiwillig anzutun? Ich habe mir dann aber vorgestellt, wie es sein würde, wenn alles hinter mir liegt. Das hat durchaus geholfen.

Meine persönlichen Tips:

1. Wenn Schmerzen da sind, dankt es Dir keiner, wenn Du den falschen Helden spielst. Einfach um Schmerzmittel bitten, und alles wird besser.

2. Die Kühlmaske, die man drei Tage lang trägt, hängt an einem Kasten, der so laut arbeitet wie ein Kühlschrank. Im Zweifel steht das Ding dann nachts direkt neben Deinem Ohr. Deshalb gute Ohrstöpsel mitnehmen. Wer die Dinger nicht gewohnt ist, sollte vorher damit üben. Es lohnt sich.

Dritter Tag und später nach der OP

Ich konnte spüren, dass in Mund und Lippen das Gefühl voll da war. Keine Taubheit. Ich glaube, das ist nicht selbstverständlich. Daher muss ich dem Operateur in dieser Hinsicht ein besonderes Kompliment machen. Nach meiner Kinnplastik-OP war an den Lippen und außen am Unterkiefer das Gefühl fast verschwunden und erst nach ca. 4 Monaten zu 95% zurückgekehrt.

Am fünften Tag wurde ich entlassen. Am siebenten Tag - das ist heute - fühle ich mich bereits wieder so fit, dass ich eigentlich auf Arbeit gehen könnte.

Mein Fazit:

- Du solltest für Dich genau wissen, dass Du die OP willst. Das wird vermutlich oft auch mit der Erwartung verbunden sein, dass Du Gesicht einen Tick schöner wird. Lass Dir das vorher wirklich glaubhaft machen. Auf der Kehrseite der Medaille steht: Du marschierst in der Regel als gesunder Mann oder gesunde Frau freiwillig in ein Krankenhaus, um Dich erst einmal auseinander nehmen zu lassen. Und keiner kann ausschließen, dass Du dabei ungewollte Nebenwirkungen abbekommst.

- Läuft es planmäßig, dann musst Du ein paar Tage lang im wahrsten Sinne des Wortes mal die Zähne zusammenbeißen, um dann aber für den Rest Deines Lebens etwas von der Veränderung zu haben.

- In meinem Fall: Alles lief glücklicherweise nach Plan. Ich bin mit dem Operateur und seinem Team in höchstem Maße zufrieden. Ich habe erlebt, dass an diesem Ort unweit von Frankfurt Spezialisten am Werk sind, die sich für ihre Sache voll einsetzen.

Euer heinrichbunker

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Hallo Heinrich und Herzlich Willkommen, freue mich dass du deine OP gut überstanden hast. Etwas verwundert bin ich, dass Du verschnürt wurdest, denn das wird ja in BH nicht mehr gemacht? Zumindest wird auf der Homepage deutlich damit geworben. Naja, jedenfalls gut, dass Du es überstanden hast, wenn auch leider nicht ohne Erbrechen, das ist immer blöd.

Jetzt noch gute Genesung!

Liebe Grüße

Stracciatella

bearbeitet von Stracciatella

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Hallo Heinrich,

auch von mir ein herzliches Willkommen und weiterhin gute Genesung!

Auch ich bin etwas verwundert, da ich ebenfalls dachte, dass man in BH nicht mehr verdrahtet wird. Mmmh... Na ja, auf jeden Fall gut zu wissen, dass du dich gut aufgehoben gefühlt hast, denn mir steht die OP in BH noch bevor.

LG, Kaytee

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der arzt aus BH hat das schonmal hier im forum klargestellt.

verdrahtet wird intraoperativ immer, aber bei den meisten patienten vorm aufwachen wieder entfernt. bei manchen erst nach dem aufwachen; er hat auch den grund genannt, kann mich aber nicht erinnern.

in beiden fällen keine verdrahtung über mehrere wochen wie das früher der fall war.

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also um ehrlich zu sein bin ich von dem Bericht etwas verwundert. ER klingt eigentlich nicht so, wie ein Patient ihn üblicherweise formulieren würde sondern eher wie aus der Hand eines Insiders/ Profis insbesondere auch aufgrund der ganzen Tipps etc klingt das ganze wie aus einem Handbuch für angehende Bimax Patienten. Nun ja, vielleicht handelt es sich ja um einen medizinisch bewanderten Laien, mag' durchaus sein. Also ich bin mißtrauisch ob der Lobhudelei insbesondere weil der Verfasser mit diesem Beitrag das erste mal hier im Forum in Erscheinung tritt.

Sorry, falls ich mich irre und Glüchwunsch, dass alles so toll verlaufen ist, aber nach meinen Erfahrungen bin ich eben skeptisch.

bearbeitet von Susine

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wie aus der Hand eines Insiders/ Profis insbesondere auch aufgrund der ganzen Tipps etc klingt das ganze wie aus einem Handbuch für angehende Bimax Patienten.

Das hab ich auch als erstes gedacht...

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Liebe Leute,

das mit dem Insider verstehe ich als Kompliment. Aber bis dahin wäre es für mich noch ein sehr weiter Weg. Ich bin ein ganz normaler Patient, der ein paar erlebte persönliche Einsichten und Meinungen weitergibt. Das ist alles. Niemand muss sich davon leiten lassen. Euer heinrichbunker

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Hallo !

Danke für deinen Bericht :P da ich auch in BH operiert werde, lese ich diese Berichte natürlich immer wieder gerne. :wink:

Ich möchte nicht verdrahtet werden, habe angst davor :-( wenn ich mich übergeben müsste,

wie du geschrieben hast, ist dir das auch passiert, kann mir nur schwer vorstellen, wie du es geschafft hast, das runter zuschlucken.... kommt das nicht so heftig das man das garnicht so kontrollieren kann ? :roll:

Hoffe ja sehr wenn ich die Augen aufmache das die Verdrahtung bei mir schon wieder entfernt wurde.

Ist zwar ein etwas unangenehmes Thema, aber....gehört nun mal da zu. :wink:

Wünsche dir alles Gute !

Wie wärs wenn du ein paar Bilder von dir einstellst ?

Lg Diana !

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Hi Diana, meine beiden Mit-Patienten zum Beispiel mussten sich nicht übergeben. Insofern muss es Dir also gar nicht passieren. Und selbst wenn: Man übersteht das gut, ist halt nur mal unangenehm. Es bleiben außerdem nach meiner Erfahrung immer noch ein paar kleine Lücken zwischen den Zähnen, durch die man Luft oder sonst was durchaus transportieren kann. Das Verdrahten hatte ich insofern nicht als so störend empfunden, als ich am ersten Tag sowieso keine Lust hatte, groß den Mund zu bewegen, außer notfalls zum Reden vielleicht.

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Zitat: Das Aufwachen am nächsten Morgen verlief weniger angenehm, unter anderem, da ich mich erbrechen musste.

Hallo,

bei mir steht die BIMAX am 10.06. im MH in Stuttgart noch aus.Allerdings wird mir das Erbrechen dort in jedem Fall erspart bleiben, da durch eine gelegte Magensonde alles aus dem Magen geholt wird, was Übelkeit und Erbrechen auslösen könnte. Das ist für mich auch keine nette Vorstellung, aber Erbrechen ist auch keine nette Vorstellung und die Sonde wird schon nach wenigen Stunden wieder gezogen. ;)

bearbeitet von Keren68

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Hi Diana, meine beiden Mit-Patienten zum Beispiel mussten sich nicht übergeben. Insofern muss es Dir also gar nicht passieren. Und selbst wenn: Man übersteht das gut, ist halt nur mal unangenehm. Es bleiben außerdem nach meiner Erfahrung immer noch ein paar kleine Lücken zwischen den Zähnen, durch die man Luft oder sonst was durchaus transportieren kann. Das Verdrahten hatte ich insofern nicht als so störend empfunden, als ich am ersten Tag sowieso keine Lust hatte, groß den Mund zu bewegen, außer notfalls zum Reden vielleicht.

Danke !

Dann bin ich schon etwas beruhigter :wink:

Lg Diana !

bearbeitet von sherly79

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Jetzt melde ich mich noch mal. Ich würde gern kurz über die Phase nach der OP berichten. Obwohl alles soweit gut verheilt ist und ich praktisch keine Nachwirkungen mehr spüre, muss ich doch sagen: Ich hatte noch länger mit der OP zu tun als gedacht. Erst nach ca. 3 Monaten konnte ich sagen, dass mein Alltag wieder normal lief. Ich hätte - auf Basis der Beratungsgespräche - gedacht, dass alles dann doch schneller vorbei ist.

Der Unterkiefer war in meinem Fall nach sechs Wochen einigermaßen fest. Aber der ebenfalls versetzte Oberkiefer hat noch lange gebraucht, bis ich das Gefühl hatte, er wäre "belastungsstabil", eigentlich ist das jetzt erst der Fall. Ich beiße auch jetzt erst wieder einigermaßen fest zu und mache Sport, bei dem es mal zu außergewöhnlichen Belastungen kommt (Klettern geht, von Fußball z.B. würde ich immer noch abraten).

Vorher war immer eine gewisse Angst im Spiel, das ganze Wunderwerk könnte wieder kaputt gehen. Die Berichte von meinem Kieferorthopäden, er hätte des öfteren damit zu tun, dass die Titan-Platten nach der OP herausbrechen, haben mich nicht gerade begeistert.

Erst nach der OP habe ich eben auch von professioneller Seite erfahren, dass der OK "sehr langsam" fest wachse, viel langsamer als andere Knochen.

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Hi,

ich hatte meine GNE OP Anfang Juli in Bad Homburg. Obwohl es vielleicht kein Vergleich ist mit einer Bimax OP, würde ich auch sagen, die Heilung dauert tatsächlich lange, vor allem die Belastbarkeit des Kiefer. Mir wurde nach der OP durch den Chirurgen geraten, insgesamt ca. 7 Wochen (3 Wochen Dehnung + 4 Wochen nach Dehnung) die Kiefer nicht zu belasten. Ich merke es (5 Wochen Post OP) dass es stimmt, manchmal versuche ich mit Vorsicht mein Kiefer zu belasten, und ich merke sofort wo die Grenze ist.

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Zitat: Das Aufwachen am nächsten Morgen verlief weniger angenehm, unter anderem, da ich mich erbrechen musste.

Hallo,

bei mir steht die BIMAX am 10.06. im MH in Stuttgart noch aus.Allerdings wird mir das Erbrechen dort in jedem Fall erspart bleiben, da durch eine gelegte Magensonde alles aus dem Magen geholt wird, was Übelkeit und Erbrechen auslösen könnte. Das ist für mich auch keine nette Vorstellung, aber Erbrechen ist auch keine nette Vorstellung und die Sonde wird schon nach wenigen Stunden wieder gezogen. ;)

Da kann ich nur dazu sagen...ICH WAR HEILFROH ÜBER MEINE MAGENSONDE!!!! ich kanns nur jedem empfehlen, der damit einigermaßen zurecht kommt, die zuminderst einen tag nach der op noch liegen zu lassen, es ist einfach total stressfrei wenn das ganze Blut rausgepumt werden kann..und auch wenns eklig is...aber hätte ich alles was abgepumpt wurde brechen müssen, dann wäre ich wohl etwas länger beschäftigt gewesen!

LG mona

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