DieSchiefe

Ärzteethik in der KFO-/KC-Branche

Na... wenn hier soviel Redebedarf zu diesem Thema ist, machen wir doch einen neuen Threat auf..

Das Problem ist wohl, dass eine KFO Behandlung eine Kann-Behandlung ist, und z.B. die KFO einen Patienten nicht verpflichtet sind, anzunehmen. Wie das bei den KCs ist,...ist mir unklar...

Aber mir ist es lieber, wenn mir ein Arzt eingesteht, dass er mit etwas überfordert ist, als, dass er einen vermurkst...! Es gibt ja genug.

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Hier mal meine Sicht (ich sehe die Situation sowohl als Patientin als auch als zukünftige Ärztin):

Sicher gibt es auch Ärzte, die einfach eine bestimmte Patientenklientel, z.B. Voroperierte, nicht behandeln. Warum das so ist? Keine Ahnung. Ich denke aber auch, dass nichts dagegen spricht, Re-OPs zu machen, wenn klar ist, dass

o die Situation durch eine erneute OP verbessert werden kann

o der Arzt das entsprechende Vorgehen/die nötige OP-Technik gut

beherrscht und

o Arzt und Patient einigermaßen miteinander klarkommen.

Ich kann mir vorstellen, dass Re-OP-Patienten etwas "aufwändiger" sind, sowohl im Hinblick auf die OP als auch auf die "psychischen" Gegebenheiten:

Jemand, bei dem die 1. OP in den Sand gesetzt wurde, hat sein Vertrauen in "die Ärzte" oft verloren, hinterfragt vermutlich mehr (alles?) und ist deshalb "schwieriger". Das oft vorhandene (und dem Arzt sicher nicht ganz ungelegen kommende "blinde" oder zumindest stärker als vor einer Re-OP vorhandene) Vertrauen ist oft weg. Das muss man als Arzt berücksichtigen und versuchen, trotzdem ein Vertrauensverhältnis herzustellen, das eine Behandlung ermöglicht und sie für beide Seiten einigermaßen erträglich macht. Dazu muss man Geduld und Einfühlungsvermögen haben und sich in die Situation des Patienten versetzen können. Ich denke, das kann einfach nicht jeder Arzt. Manche haben ein Gespür dafür, andere dagegen können damit nicht umgehen und empfinden solche Patienten (also solche, die sehr viel hinterfragen, alles genau wissen wollen, sehr ängstlich sind oder - im schlimmsten Fall und sicher die Ausnahme auch bei Leuten, bei denen eine OP schiefgelaufen ist - unterschwellig sehr aggressiv sind) als extrem kompliziert, anstrengend und schwierig - und das nicht immer zu Unrecht!

Ein Arzt (und der Patient natürlich genauso) hat übrigens auch das Recht, eine Behandlung abzulehnen oder abzubrechen, wenn klar ist, dass kein ausreichendes Vertrauensverhältnis (mehr) vorhanden ist bzw. dieses nicht zustandekommen wird.

PS: es gibt auch noch so eine Theorie, dass der Arzt/die Klinik, wo die 1. OP durchgeführt wurde, das wieder in Ordnung bringen sollte (= behandelnder Arzt muss nachbessern, Kosten trägt der Patient bzw. die Krankenkasse). Wobei sich da die Frage stellt, welcher vernünftig denkende Mensch sich nochmal von einem Arzt operieren lässt (gerade bei einem so großen Eingriff wie einer Kiefer-OP), bei dem schon einmal ein Fehler gemacht wurde oder kein gutes Ergebnis herauskam. Es ist auch kein Patient verpflichtet, dem vorbehandelnden Arzt Gelegenheit zur Nachbesserung zu geben.

Mir fällt gerade noch ein: beim Nachbessern trägt die Krankenkasse die Kosten. Wie sieht es eigentlich aus, wenn man stattdessen zu einem anderen Arzt geht? Vielleicht ist es auch ein finanzielles/Abrechnungsproblem für den Arzt, der die Re-OP durchführt?

bearbeitet von Annawake

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Stimmt.

Ein KC meinte zu mir: "Der Chirurg, der das gemacht hat, sollte manns genug sein, den Fehler einzugestehen."

Diese verbale Kastration zeigt, dass es schon etwas verpönt zu sein scheint, in der Branche, wenn ein Arzt, die Folgen seiner fehlerhaften Behandlung nicht tragen will.

bearbeitet von DieSchiefe

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Andererseits finde ich es auch verständlich, wenn ein Patient nicht unbedingt wieder von demjenigen/in dem Krankenhaus behandelt werden will, wo er schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat.

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Na...ich denke, es hängt immer davon ab, wie ein Arzt mit einem suboptimalen Resultat umgeht und wie er sich dem Patienten gegenüber im Umgang damit verhält. Es gibt hier ja doch einige, die vom gleichen Arzt reoperiert wurden.

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Ich kann mir gut vorstellen, daß Patienten, bei denen schonmal was schief gelaufen ist, schlechtere Chancen haben, einen Arzt zu finden, der sie aufnimmt. Ich finde das schon eine Systemschwäche. Es ist absolut verständlich, daß Ärzte Fehler machen, es müsste irgendwie auch möglich sein, daß ein Arzt einen Behandlungsfehler zugeben und den betreffenden Patienten z.B. an einen Kollegen überweisen kann. (mit einer Aussage dazu, was das erste Mal seiner Ansicht nach schiefgegangen ist). Ein Patient muß diese Möglichkeit ja nicht annehmen und kann sich auch von sich aus einen anderen Arzt suchen.

Dadurch, daß viele Ärzte sich in solchen Fällen (oder generell bei der Beratung) nicht genügend Zeit nehmen können oder wollen, entsteht, denke ich, bei vielen Patienten erst ein persönliches Problem mit dem Arzt. Das kratzt noch eher am Vertrauensverhältnis als irgendeine Imperfektion im Resultat. (Eine Studie hat angeblich ergeben, daß die Ärzte, die sich im Schnitt am wenigsten Zeit nehmen, um mit ihren Patienten zu reden, am ehesten wegen Kunstfehlern verklagt werden. Schwer nachzuweisen, ob das stimmt, aber es kommt mir nach eigenen Erfahrungen sehr plausibel vor, daß man sich über diese Ärzte am meisten ärgert)

Das Forum hier ist tendentiell auch etwas phobisch gegenüber Patienten, die über Behandlungsfehler berichten. Ich denke, über diese Risiken zu lesen, erzeugt einfach Angst. Jeder will seinem Arzt vertrauen und hofft, daß bei der eigenen OP alles gut wird - aber es muß auch möglich sein, darüber zu schreiben, daß man nicht zufrieden war.

Das sage ich als jemand, der mit den meisten Ärzten, die ich in den letzten zwei Jahren gesehen habe, zufrieden bis sehr zufrieden war.

bearbeitet von Foxface

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(Eine Studie hat angeblich ergeben, daß die Ärzte, die sich im Schnitt am wenigsten Zeit nehmen, um mit ihren Patienten zu reden, am ehesten wegen Kunstfehlern verklagt werden. Schwer nachzuweisen, ob das stimmt, aber es kommt mir nach eigenen Erfahrungen sehr plausibel vor, daß man sich über diese Ärzte am meisten ärgert).

Vielleicht oder wahrscheinlich hängt das damit zusammen, das solche wortkargen Behandler den Patienten dann auch nicht ausreichend aufklären.

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Das betrifft jetzt zwar keine Kieferchirurgen, aber mir ist solches Fehlverhalten in letzter Zeit auch bei anderen Ärzten aufgefallen. Zb dass sie eine Krebspatientin operieren, dabei vorher festgestellte "Merkwürdigkeiten" übersehen und drei Monate später, als das rauskommt, sagen "Ach, das machen wir in drei Monaten mal, nach Ihrer Kur".

Die Amerikaner sind ja offenbar sehr klagefreudig. So sehr dass die Ärzte sich schon versichern, damit sie ihre Kunstfehler auch bezahlen können. Übertreiben muss man es nicht, Fehler macht jeder, das lässt sich bis zu einem gewissen Grad leider nicht verhindern. Aber ich glaube gerade in Sachen Fahrlässigkeit haben bei uns viele Ärzte (egal welcher Branche) einfach kaum was zu befürchten. Wir sind halt zu ahnungslos und haben zu viel Angst vor Umständen.

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Das Forum hier ist tendentiell auch etwas phobisch gegenüber Patienten, die über Behandlungsfehler berichten.

Meiner Erfahrung nach ist das auch bei anderen Patienten oder sonstigen "Mitmenschen" so. Die einen hoffen, dass bei ihnen selbst alles gut geht und wollen gar nicht wirklich wissen, wass schlecht/schief gehen kann, und die anderen können sich überhaupt nicht vorstellen, dass so etwas vorkommen kann, weil sie selber keine gesundheitlichen Probleme haben oder ausschließlich gute Erfahrungen mit Ärzten; sie rütteln nicht gern am Nimbus Halbgott in Weiss; vllt auch etwas in der Richtung der sich selbst erfüllenden Prophezeihung. Aber ich kann auch ganz falsch vermuten?

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Narrenfreiheit finde ich das passende Wort!

Habe gerade dieser Tage einen Bericht auf zm-online gelesen, nach dem "grob" zsgefasst, sich die Zahnmediziner eingestanden haben, im Gegensatz zu den Ärzten keine Ethik zu haben und solches nunmehr ändern wollen, DGZMK - AG, im internationalen Vergleich bildeten sie ein/das Schlusslicht. Vllt erklärt es sich aus der Tatsache, dass der Mensch zwar nur ein Leben, aber in der Regel 32 Zähne hat?

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Also ich kann bei meinem Zahnarzt zum Glück nicht behaupten, dass er keine Ethik hat. Als ich damals auf die Idee kam, durch Veneers meine Lücken zu schließen, hat er mir meiner Zahnsubstanz und der Optik zu Liebe gesagt er macht das nicht, obwohl er damit ja einiges hätte verdienen können. Er meinte dann halt ich solle lieber zum KFO gehen.

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