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goldi

UKVV 6.5.2010 Bejamin Franklin

So, etwas verspätet durch Forenanmeldeprobleme nun mein OP Bericht.

Vorgeschichte:

Seit nunmehr 1,5 Jahren trage ich Brackets, zunächst wurden ein paar leicht schiefe Zähne „begradigt“, anschliessend galt die ganze Aufmerksamkeit meiner sehr netten und sehr kompetenten KFO der Vorbereitung auf die folgende KFC Behandlung.

Nach 1,5 Jahren fragte ich dann vor kurzem, wie lange die Behandlung noch angesetzt ist, und erhielt als Antwort das sie mit dem Biss zufrieden ist und ich mich um einen OP Termin „bewerben“ könnte.

Gesagt getan, rief ich im Benjamin Franklin an, erhielt einen Beratungstermin direkt 5 Tage später, bei dem ich dann einen OP Termin 1 Woche später angeboten bekam. Das ganze lief also ziemlich schnell ab auf einmal, so dass mir zwischen Splitabdrücken und anderen Vorbereitungen kaum noch Zeit blieb.

Operation sollte dann aus einer UKVV links um 7mm, rechts um 5mm und 2 mm nach rechts kippen bestehen.

-1 Tag

Am 5.5 checkte ich dann im Franklin ein, 3 Bettzimmer von dem ein Bett belegt war mit einem Rentner. Das Aufklärungsgespräch wurde von einem sehr jungen Assistenzarzt geführt, der mehr Wert darauf zu legen schien mich zum Nichtraucher zu machen als mich über die möglichen Komplikationen aufzuklären. Da ich bereits ein paar Berichte hier gelesen hatte, konnte ich zum Glück die notwendigen Fragen stellen- den Namen meines Operateurs konnte er mir aber nicht sagen, nur dass ich am nächsten Tag um 7:30 den ersten Termin habe.

Anästhesist war ähnlich abgelenkt, so dass ich froh war dass ich mich zuvor einigermassen informiert hatte.

Die Nacht war dann auch recht kurz, da wir Abends einen älteren Herren mit Drogenproblemen, HIV+ und einer eitrigen Schulter aufs Zimmer bekamen da die Unfallabteilung voll war.

Da dieser nach seiner Not OP eine ständig aufbrechende Wunde hatte, waren die Schwestern der Kiefernchirugie leicht überfordert.

Tag 0

Schnell nochmal geduscht, dann OP Kleidung angezogen, Tablette genommen und weg war ich.

Normal auf der Aufwachstation zu mir gekommen, wunderte ich mich wieso die Schwestern mich nicht verstehen- das lag weniger am Splint als vielmehr an der Tatsache, dass ich aus welchem Grund auch immer Englisch gesprochen habe. Betäubungen haben manchmal lustige Nebenwirkungen.

Den Tag dann ziemlich abgeschrieben unter der Kühlmaske.

Tag 1

Morgendliche Visite, da ich mich nicht mit dem Splint anfreunden konnte, schrieb ich die meisten Fragen auf- hät ich mir auch sparen können, wer mich operiert hat erfuhr ich wieder nicht, wie es verlief auch nicht, nach einem kurzen Blick auf mich zog die Karawane der Visite weiter. Als wirklich störend entpuppte sich der Drainageschlauch, selbst Suppenkonsum per Strohhalm war nicht wirklich einfach. Zum Glück half mir der nette Rentner wenn ich Probleme hatte und sich mein Kreislauf mal wieder verabschiedete.

Tag 2-3

Morgens wurde ich darauf hingewiesen, dass ich doch später zum Röntgen gehen sollte- auf weitere Nachfragen im Laufe des Tages ( es war Wochenende und minimal Besetzung), wurde nicht wirklich reagiert. Da die Schwestern bis auf 1-2 Ausnahmen alle den Eindruck erweckten, dass man eher eine Bürde für sie ist und sie doch bitte in Ruhe lassen soll, erfuhr ich wieder nichts über die OP, meine Fragen ob es normal ist das mein rechtes Auge nicht schliesst wurden ebenfalls ignoriert, kurzum man hat sich geliebt gefühlt. Um dies zu verdeutlichen das Beispiel der Schmerzmittel:

Ich habe die ersten Tage maximal Abends vor dem Schlafen darauf zurückgegriffen, dennoch stellen die Schwestern tagsüber ständig Nachschub nebens Bett. Abends fuhr mich dann eine Schwester an, ob ich Schmerzmittel horten würde und das ich doch einfach sagen soll, wenn ich eines benötigen würde. Gesagt getan, 2 Stunden später klingelte ich und verlangte nach einem, diesmal fuhr sie mich an, wieso ich dies nicht bei ihrer letzten Visite vor 2 Stunden gefragt hatte.

Tag 4

Morgens fragte ich auf der Visite, wie es mit Entlassung aussieht, Antwort: „ Ja im Laufe der Woche“, Hinweis auf nicht schliessendes Auge ignoriert.

Danach wurde ich zum Drainageschlauch ziehen geholt- nachdem ich hier gelesen hatte das man zunächst den Druck entlässt und ihn dann schmerzfrei ziehen kann, machte ich mir da keine Sorgen.

Dummerweise hatte es sich der junge Arzt in den Kopf gesetzt, den Schlauch einfach so zu ziehen.

Da die Gesetze der Physik noch aktiv waren, zog er erstmal bequem mein ganzes Gesicht durch die Gegend, was nicht wirklich angenehm war. Nach mehreren sehr schmerzhaften Versuchen war ich dann befreit und fühlte mich gleich viel besser- schon extrem was so ein Schlauch fürn Unterschied macht.

Nachdem ich mehrfach nachfragte, „dürfte“ ich dann auch zum Röntgen. Meine Bitte bei der Abgabe der Bilder an die diensthabende Ärztin mir diese später zu erklären wurde auch ignoriert.

Abends wunderte sich dann die Schwester wer ich bin- meine Unterlagen waren weg. Sie meinte dann, dies bedeutet das ich am nächsten Tag entlassen werde. Hatte der Arzt nicht noc am selben morgen gesagt „Im Laufe der Woche?“.

Tag 5

Auf der Visite wurde mir tatsächlich mitgeteilt das ich nun entlassen werden kann- Überraschungen gibt es immer wieder.

Zum Glück war eine sehr nette junge Ärztin aus dem Urlaub zurückgekommen und versorgte mich mit Medikamenten für die Zeit danach.

Anschliessend schnell zum KFO, Krankschreibung geholt und ab nach Hause.

Zusammenfassung KH:

Ich war auf ne Menge vorbereitet, auf die Behandlung und Ignoranz der Schwestern nicht. Man musste sich wirklich um alles selbst kümmern, manchmal fehlten einem wirklich die Worte.

Bis heute weiss ich nicht, wer mich operiert hat geschweige denn wie es verlaufen ist.

Schwellung war trotz 48 Stunden perm. Kühlung ziemlich Hamstermässig.

Die Wochen danach in Kurzfassung:

Um es kurz zu fassen, das Auge schliesst auch heute, 5 Wochen nach der OP nicht richtig.

Die Ambulanz, welche ich oft aufsuchte tat dies die erstenmale mit „ist normal“ ab.

Beim letzten Mal wurde dann ein Bellsches Symptom diagnostiziert. 3 Fall in 15 Jahren (angeblich). Angeblich an dieser Stelle, da meine Physiotheraputin sich doch wundert, wie der Facialis Nerv rein zufällig nach so einer OP gereizt ist. Den OP Bericht bekomme ich ja leider momentan nicht. Wäre bestimmt interessant.

Ansonsten kann ich nur sagen, zum Glück habe ich NICHT auf die Hinweise der Ambulanz gehört, welche mir Physio und Drainagen ohne Grund quasi verboten haben- meine KFO empfand dies auch als Schwachsinn.

So bin ich nun bei 1,5cm Mundöffnung, das halbe Kinn ist noch taub leider, das rechte Auge macht extreme Probleme, weswegen ich noch krankgeschrieben bin, da ich als Informatiker mit dem Auge nicht an einem Monitor arbeiten kann... praktisch!

Um die Platten herrum ist noch alles ziemlich geschwollen und die Kaumuskeln sind nicht existent quasi.

Da habe ich scheinbar noch einen längeren Weg vor mir.

Ansonsten hab ich im Krankenhaus 6 KG abgenommen und hoffe die sehe ich mal wieder ;)

Dafür ist der Biss erste Sahne, oder wird mal erste Sahne wenn die Gummis die ich bald kriege die Kiefer zusammenziehen.

Is ja doch etwas länger geworden, dabei ist das die extreme Kurzfassung. Bilder irgendwannmal :D

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Hallo Goldi,

wenn ich das lese bin ich sehr froh, dass ich mich NICHT für das Benjamin Franklin entschieden habe (meine OP steht noch bevor)! War auch eine Option, allerdings sagte mein KfO, dass er mit den letzten OP´s dort nicht ganz so zufrieden war, obwohl er sonst auch immer Patienten dorthin überwiesen hat.

Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!

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Unglaublich! Alles gute fürs Auge!!

@Tansiew: Sei beruhigt und erwarte das Gegenteil von der H.klinik!

...ich habe ja zum Glück eine Testperson für die Havelklinik, die mir netterweise alle Info´s weitergibt! ;-)

LG

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Ich war auf ne Menge vorbereitet, auf die Behandlung und Ignoranz der Schwestern nicht. Man musste sich wirklich um alles selbst kümmern, manchmal fehlten einem wirklich die Worte.

Gleiche Aussage habe ich nach meiner Op im UKB getroffen, Du sprichst mir quasi aus dem Herzen.

OP-Vorbereitung war o.k., die Nachsorge ist auch o.k.- aber die Woche auf der Station kaum mit Worten zu beschreiben:

-überlastete, desinteressierte Schwestern...

-ne Stationsärztin ohne Erfahrungen in der KFO und Schmerzthearpie...

Mir graut ehrlich gestanden vor der Plattenentnahme, habe vor ca. 10 Tagen den Termin bekommen und möchte nicht nocheinmal auf diese Station!!!

Seitdem ich den Termin weiß, bin ich am überlegen, wie ich der Horrorstation entgehen kann.

Für Dich erstmal Gute Besserung!!!

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Kann man eigentlich die Materialentnahme in einem anderen Krankenhaus machen lassen? Denn ich möchte ehrlich gesagt auch nicht nocheinmal das Vergnügen haben...

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Kann man eigentlich die Materialentnahme in einem anderen Krankenhaus machen lassen? Denn ich möchte ehrlich gesagt auch nicht nocheinmal das Vergnügen haben...

ja.

bist du in behandlung wegen dem auge inzwischen?

wahrscheinlich erzähl ich dir inzwischen nichts neues mehr, aber oben schreibst du noch, es hätte noch niemanden interessiert:

http://en.wikipedia.org/wiki/Bell%27s_palsy

bin darüber mal als nebenwirkung von kiefer-OPs gestolpert. geht anscheinend in den meisten fällen wieder weg, kann aber behandlungsbedürftig sein damit das auge nicht austrocknet.

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Mit dem Auge- Augentropfen etc hab ich alles, ansonsten ist austrocknen Nachts zum Glück kein Problem, da es noch funktionsfähig nach innen rollt.

Ist halt nur reichlich unschön, da ich mit dem Ding arbeitsunfähig bin- und das nun auch schon einige Zeit.

Werde demnächst mal zum Neurologen gehen, um das ausmessen zu lassen, wie weit die Facialis Parese nun wirklich ist. Rechter Mundwinkel arbeitet ja auch nicht wirklich mit.

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Hallo Goldi,

irre Horrorgeschichte - wünsche ich keinem, dass er sowas erleben muss (mich hat es richtig geschüttelt beim Lesen Deines Berichtes).

...

wer mich operiert hat erfuhr ich wieder nicht, wie es verlief auch nicht, ...

Hast Du bzw. Deine KFO keinen "Entlassungsbericht" vom KH bekommen? In meinem steht der Name des KFC, der mich operiert hat.

Ich wünsche Dir gute Besserung.

LG Würmchen

P.S.: Danke für Deine lieben Glückwünsche anlässlich meiner Entbänderung.

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Hallo Goldi,

irre Horrorgeschichte - wünsche ich keinem, dass er sowas erleben muss (mich hat es richtig geschüttelt beim Lesen Deines Berichtes).

Hast Du bzw. Deine KFO keinen "Entlassungsbericht" vom KH bekommen? In meinem steht der Name des KFC, der mich operiert hat.

Ich wünsche Dir gute Besserung.

LG Würmchen

P.S.: Danke für Deine lieben Glückwünsche anlässlich meiner Entbänderung.

Moin,

lustig das dus ansprichst- ich habe den Bericht just heute bekommen.

Als ich darin Dinge las wie: "Auf der Station wurde diagnostiziert, dass das Lid nicht richtig schliesst, dies verbesserte sich während des Aufenthaltes", kommt mir wirklich ein wenig die Galle hoch.

Niemand hat sich das Auge angeschaut, selbst bei der Entlassung wurde noch gesagt (als ich die sehr nette Ärztin daraif festnagelte), dass dies eine Folge der Schwellung ist. Dort direkt einen Velauf darzustellen... da fehlen mir die Worte.

Wirklich diagnostiziert haben sie es mir 4 Wochen nach der OP... Finde das wirklich nur frech und werde dies auch dem Verfasser des Berichts mitteilen.

Jetzt habe ich am Dienstag erstmal einen Termin beim Neurologen zum Ausmessen des Nerves, mal schauen.

*edit*

Es handelt sich übrigens nicht um den Entlassungsbrief, sondern um einen Arztbrief, der erst letzte Woche ausgestellt wurde.

Im Entlassungsbrief standen keine Namen drin :(

Aber durch den Arztbrief weiss ich nun endlich (!) wer mich operiert hat :)

bearbeitet von goldi

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