morgenistallesgut

"Das ist doch gar nicht so schlimm"

Oder auch "Sei doch nicht so eitel".

Das sind so Sprüche. Ich habe nach einem Unfall meinen Kiefer doppelt gebrochen. Danach war alles verändert. Seitdem ist mein Gesicht an der betroffenen Seite deutlich eingefallener und weist eine (leichte aber gut sichtbare) schiefe Assymetrie auf.

Zudem habe ich 3 Zähne verloren und mehrere Zähne abgeschlagen, was auch nicht gerade zur Schönheit beiträgt.

Ich bin sehr depressiv, vor allem wegen der Gesichtsmakel, schlafe kaum noch und habe Angst, dass ich bald mein leben, meinen Job und meine beziehung nicht mehr auf die reihe kriege.Mein freud hat die Veränderungen (Eingefallenheit, Assymetrie) im Gesicht auch bemerkt, eingeräumt, dass sie nicht zum Positiven sind, aber gesagt ihn würde es nicht weiter stören.

Letztlich komme ich trotzdem nicht zur Ruhe. Was habt Ihr gegen die Traurigkeit und Unruhe gemacht, wenn Ihr unter eurem Äußeren gelitten habt? Ich hatte diese Probleme vorher nicht und sehe mich zum ersten Mal mit einem Aussehen konfrontiert mit dem ich zutiefst unglücklich bin.

Viele Grüße

miag

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Hallo,

das mit deinem Unfall tut mir Leid. Klingt wirklich nach ner schwierigen Situation, in der du da steckst, aber damit bist du nicht allein. Hier im Forum haben zwar die Meisten während einer OP einen kontrollierten Kieferbruch gehabt, aber auch dabei läuft nicht immer alles glatt. So nen Spruch wie "sei doch nicht so eitel" wirst du hier sicher nicht hören. Außerdem hat das was du beschreibst...

Ich bin sehr depressiv, vor allem wegen der Gesichtsmakel, schlafe kaum noch und habe Angst, dass ich bald mein leben, meinen Job und meine beziehung nicht mehr auf die reihe kriege.

...wirklich rein gar nichts mit Eitelkeit zu tun! Das schlägt ja schon auf die Psyche und du leidest drunter. Dass dein Freund zu dir steht, ist super und auch super-wichtig(!), aber in erster Linie musst DU damit klarkommen und das funktioniert nicht, wie du beschrieben hast. Da du hier im Forum gelandet bist, denkst du wahrscheinlich darüber nach das chirurgisch korrigieren zu lassen oder? Weißt du denn wie da die Möglichkeiten sind in deinem Fall? Würdest du denn Unterstützung von deiner Familie bekommen? Die bekommen ja vermutlich mit wie du leidest. Sonst mach doch ganz unverbindlich einen Termin bei einem Kiefer- und Gesichtschirurgen und lass dich einfach mal beraten. Letztendlich musst du alles versuchen um DICH glücklich zu machen. Das ist das Wichtigste in dem Fall, denn alles andere macht dich doch auf Dauer krank :-(

Alles Gute

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Hallo,

ja, ich habe schon drüber nachgedacht operativ etwas korrigieren zu lassen.

Die aktuellen Ärzte haben jedoch angeführt, dass in der Nähne des gelenks - wo mein Gesicht auch Dellen aufweist - ein Gesichtsnerv verläuft und Sie die Risiken für einen Chirugischen Eingriff zu hoch einschätzen um bereit zu sein dort zu operieren.

Sie erkennen an, dass mein Gesicht im Vergleich zu vorher verformt ist, finden das aber eben "weniger dramatisch". Das ist halt immer einfach so zu sagen, wenn man selbst nicht der Betrffene ist. Ich finde ja eventuell auch nicht so dramatisch, wenn jemand übergewichtig ist oder starke Akne hat, aber derjenige selbst möchte eben schon etwas dagegen tun.

Nur geht das in meinem Fall nicht und es fällt mir schwer mich damit abzufinden.

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hi :)

das mit dem nerv kann ich gut verstehen, dass der ein oder andere kc sich nicht rantraut. was ich im übrigen sehr gut finde, weil die könnten ja auch einfach nur aufs geld schauen und dich operieren und dann am ende sagen:" tja schade, an dieser stelle werden sie niemehr etwas spüren..."

bad homburg oder nürnberg werden ja öfters mal genannt - vielleicht schaust du mal zu einem von den beiden und lässt dich beraten.

und entweder du gehst zu einem psychologen und lässt dir von ihm helfen dein äußeres selbstbewusst zu sehen oder du versuchst dich operieren zu lassen.

die asymmetrieen werden von den mitmenschen oftmals wirklich als nicht gravierend wahr genommen. ich habe meine freundin vor ein paar tagen meine prä und post op bilder gezeigt und sie meinte:" so sahst du wirklich aus?!" sie konnte das garnicht glauben und ich muss sagen wirklich hübsch sind die bilder wirklich nicht, aber sie hat mich so kennen und lieben gelernt. obwohl ich damals auch dachte so will dich eh keine - aber das ist wohl alles subjektiv.

http://img163.imageshack.us/gal.php?g=scanpic0001.jpg

das ist die angesprochene bilderserie, dann siehst du vielleicht was ich meine.

viele grüße

//

edith hätte gerne bilder von dir gesehen :)

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Du hast die Frage gestellt, wie man damit umgehen kann - bei mir war es so, dass ich eine Zeit lang wirklich fast nicht mehr in den Spiegel schauen wollte, weil ich einen richtigen Hass auf mein Inneres und Äußeres hatte. Später hatte ich meinen Freund und ich wollte unbedingt für ihn hübsch sein und habe Sachen herausgefunden die ich gut an mir fand und versucht diese hervorzuheben und meinen eigentlichen Blick verstärkt auf diese zu richten, um das andere in den Hintergrund treten zu lassen. So fast nach dem Motto, ist doch gar nicht so schlimm, Person xy hat zwar ein schönes Kinn aber keine schönen Augen usw.

Oder ich habe mehr die Augen geschminkt, Rollkragenpullis gemieden und meine Frisur verändert. Lauter so Kleinigkeiten, und glaub mir, sie haben was ausgemacht, vor allem in Bezug auf die Psyche.

Ich habe auch viel Spaß gehabt in dieser Zeit, viele Freunde und all das, habe einfach versucht zu leben und mich nicht klein kriegen zu lassen.

Ich war bestimmt nicht viel hübscher als vorher, aber ich wurde dennoch anders behandelt und wahrgenommen, weil ich mich ein Stück weit selbst mehr annehmen konnte.

Und dann, als der OP Termin langsam feststand, rückte die Fehlstellung fast ganz in den Hintergrund. Ich hörte einfach auf mich damit zu beschäftigen, weil ich wusste es würde sich bald etwas ändern.

Ich hoffe, dass auch dir irgendwie geholfen werden kann, sodass du dich wieder wohler fühlen kannst.

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Das ist naürlich nicht aufbauend, wenn man von solchen Risiken hört, aber gut, dass man wenigstens ehrlich aufgeklärt wird. Du hast geschrieben, dass bei dem Unfall auch einige deiner Zähne in Mitleidenschaft gezogen wurden. Wäre es dann nicht ein Anfang das erstmal machen zu lassen. Dann fühlst du dich sicher schon ein ganzes Stück wohler oder meinst du nicht?

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Ich kann das so nachvollziehen, es gibt glaub ich nichts schlimmeres, als sich mit seinem Gesicht nicht wohl zu fühlen.

Aber wie die anderen schon sagen, ich würde an deiner Stelle mal eine weitere Meinung von einem Chirurgen einholen. Ich kann dir dafür auch die Kieferklinik in Würzburg empfehlen..die machen ganz viel so wiederherstellung...ich bin dort auch operiert worden und hab mich immer sehr gut aufgehoben gefühlt.

Aber ich finde es auch gut, das die Chirurgen dir gesagt haben, dass sie sich da nicht ran trauen...denke aber auch, dass sich das ein anderer, der vielleicht solche sachen öfters macht zutraut!

http://mkg.uk-wuerzburg.de/de/behandlungsspektrum/plastisch-rekonstruktive-gesichtschirurgie.html

bearbeitet von Mona**

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Ja, wahrscheinlich muss ich erstmal abwarten. Das Kiefergelenk wurde zertrümmert und deswegen ist die Schonzeit auch sehrsehr lang. Insgesamt ist das Feedback, dass man vielleicht so ab einem Jahr mal sehen kann, ob operativ noch was gemacht werden kann und in welcher Form das vielleicht einigermaßen risikolos ablaufen könte (so dass kein Nerv getroffen wird).

Im Augenblick tendiere ich natürlich eher zur Depression, denn da der Kiefer ruhig bleiben muss, kann man wohl an den Zähnen auch nichts machen (keine Implantate o.ä.).

Aufgrund des assymetrischen Gesichts denkt man dauernd "das wird doch nie wieder gut, was soll man da denn noch dran machen" und dann spreche ich mir Mut zu und sage mir, dass die Chirugie doch heute eigentlich schon ganz schön weit ist und man einfach mal sehen muss was ist, wenn man endlich wieder etwas machen darf.

Zudem muss man ja irgendwie weiter leben, arbeiten, Freunde treffen und alles machen, damit nicht das ganze Leben wegbricht, aber es ist so schwer an irgendetwas Freude zu empfinden, wenn man sich plötzlich so anders und viel häßlicher fühlt.

Vielen lieben Dank für eure aufmunternden Worte.

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