Golemia

Auswirkungen einer OK-Verrückung von wenigen Millimetern

Aus meiner geplanten Unterkiefervorverlagerung wurde eine bimaxilläre Umstellung.

--> Warum, kann bei Interesse dem dazugehörigen Operationsbericht entnommen werden.

http://www.progenica.net/forum/showthread.php?p=103348#post103348

Mein postoperatives Profil war - höflich ausgedrückt - eine Enttäuschung.

Die frontale Weichteilveränderung (auf welche ich versuche, mich in diesem Beitrag zu beschränken) empfand ich als fatal.

--> Siehe: angehängte Grafiken

Ausdrücklich hat angeführt zu werden, dass ich keinesfalls eine weiterführende ‘Verkindlichung’ meines Antlitzes anstrebte und dies deutlich verlautbarte.

--> Ich wollte ‘einfach’ so aussehen, wie ich es tat, wenn ich den Kiefer zwecks Kaschierung der Fehlstellung nach vorne schob.

--> Das Unterfangen war nicht von Erfolg gekrönt.

Genaue Zahlenangaben betreffend das Ausmaß der Versetzung habe ich nie erhalten und kann sie demzufolge nicht geben. Korrekt scheint mir allein zu sagen, der OK wurde ‘eine Spur’ hinauf bewegt, eventuell ‘einen Hauch’ vor- oder seitwärts und/oder gekippt.

Welche Auswirkung jene verhältnismäßig geringe Positionsänderung hatte, verblüfft und erschüttert mich bis heute.

--> Meine Wangenknochen schienen während der Operation ‘im All’ verschollen.

‘Clou’ der unerfreulichen Angelegenheit ist, dass ich - sofern mein Erinnerungsvermögen und Verstand intakt ist, sollte ich bei derartigen Behauptungen wohl stets anfügen - extra nachfragte, ob die Miteinbeziehung des Oberkiefers Auswirkungen auf das Aussehen der Jochbeinregion hat und selbiges verneint wurde. Laut Operateurin hätte ich ‘gut ausgeformte Jochbeinbögen.’ --> Zumindest solange, bis ich sie dann nicht mehr hatte.

Ich schätze, es ist nicht verwerflich, mich um ‘mein Eigentum’ betrogen zu fühlen.

Bei einer Nachkontrolle bot mir die Professorin einmalig an, die Wangenknochen mit Silikonimplantaten zu rekonstruieren. Es ist schön, dass sie wenigstens - zumindest bei diesem Termin - einsah, die unverhoffte Metamorphose war nicht eben wünschenswert.

--> Meine ohnehin eher lange flache Oberlippe ‘verdoppelte’ ebendiese Eigenschaften.

Mittlerweile bin ich anderswo nachkorrigiert, doch meine ursprüngliche - ansprechendere - Lippenform ist ein Gesichtsdetail, das sich verabschiedete für immer. Schmal war meine Oberlippe von Geburt; Lippenrot postoperativ noch unscheinbarer.

--> Auch die Nase entwickelte sich frontal unvorteilhaft; allein im Profil könnte man jene als objektiv ‘netter’ werten. --> Weswegen sie nicht wenig von Ärztin und Assistentin gelobt wurde. (Wahrscheinlich, weil es sonst nichts zu preisen gab.) Einer Nasenoperation unterzog ich mich jedoch nicht. Und subjektiv hätte ich lieber ein gelinde nach unten verkrümmtes Riechorgan als ein breiteres, knopfartigeres - dümmlicheres.

--> Der positive Effekt der vorangegangenen Kinnvorverlagerung schien gleichsam aufgehoben; dies war eine ‘groteske Katastrophe’ für mich. Der Unterkiefer - das eigentliche Problemkind - erfuhr so gut wie keinen Aufschwung. Im Gegenteil: durch die Proportionsänderungen - ‘verdrängt’ vom feister gewordenen Mittelgesicht - wirkte er unterentwickelter denn zuvor.

--> Niemals hätte ich dem Eingriff zugestimmt, wäre mir das vollere, ‘schwammigere’ Mittelgesicht als ‘Nebenwirkung’ bekannt gewesen.

--> Selbst nach einem Jahr des Zuwartens wirkte ‘alles an mir’ (--> alles, was den Oberkiefer miteinbezog: Sprechen, Lächeln, jede Muskelzuckung) außergewöhnlich unnatürlich. - Wobei die in den Mundraum eingewanderten Schrauben/Metallplatten eine Behinderung für sich darstellten.

--> Das Ziel der Oberkiefer-Versetzung wurde meiner Ansicht nach nicht annähernd erreicht. --> ‘Hauptsache’ ich hatte alle gesundheitlich- und visuell negativen Konsequenzen am Hals.

--> Die Reparatur des untragbaren Resultats gestaltete sich ob des extrem vernarbten und dadurch extrem unbeweglichen Oberkiefers extrem kompliziert. Ich war in der beneidenswert glücklichen Lage, sie bei (für mich) geeigneterem Chirurgen abwickeln zu können. Das Mittelgesicht war löchrig und wurde mit Knochenersatzmaterial geflickt.

Obwohl in meinem Fall unglaublich viel schief gelaufen ist, halte ich meine Erstoperateurin generell für eine fähige Medizinerin. (Jedoch sollten auch Kassenpatienten darauf pochen, von ihr persönlich operiert zu werden. - Ob man dieses ‘Gebot’ einhält, wage ich zu bezweifeln.)

Es geht mir darum, vor dem Eingriff an sich zu warnen. - Insbesondere, ist man ein optisch sensibler, künstlerisch veranlagter Mensch wie ich es - leider? - bin.

Ein Gesichtsmerkmal aufzuwerten, ohne dass ein anderes leidet, halte ich mittlerweile für sehr schwierig. --> Wird der Gesamteindruck als (subjektiv) positive Wandlung wahrgenommen, ist die Schlacht bereits geschlagen.

Selbst ich hätte in Kauf genommen, von vorne ‘schlechter’ auszusehen, hätte sich nur meine Seitenansicht - oder irgendetwas, abgesehen von der Nase im Profil, die nie ein Problem darstellte und mir darob herzlich egal war - zum Besseren entwickelt. - Oder wäre eine medizinische Erleichterung zu verzeichnen gewesen.

--> Mit etwas ‘weiterzuwursteln’, das als ‘Schädigung auf ganzer Linie’ empfunden wird, fällt im Normalfall jeder Rossnatur schwer.

--> Eine schiefgegangene Gesichtsoperation kann nur mit Mühe, bruchteilhaft - oder gar nicht mehr - behoben werden. Im Vorhinein auf eine ‘zweite Chance’ zu bauen, ist fehl am Platz.

Weil sich ‘fehlstellungsbehaftet’ durchs Dasein schlagen, aber nur unter bestimmten Bedingungen spaßig ist, habe ich mir erlaubt eine ‘besserwisserische’ Liste erstellt, die im Bestfall von Nutzen ist. http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=8786

Ich appelliere an wirklich jeden, ehrlich zu sich selbst zu sein und verantwortungsvoll zu handeln.

--> Will ich diese Operation?

--> Will ich diese Operation bei diesem Arzt?

Könnte ich diese Fragen nicht klar für mich bejahen, würde ich heutzutage hoffentlich zumindest ins Grübeln kommen.

‘Dazumal’ habe ich das Unterfangen trotz mulmigen Gefühls nicht abgeblasen.

--> Verrückt war ich, zur OK-Verrückung meinen Konsens zu geben.

ad Grafiken

LINKS

* vor dem Eingriff

mit mechanisch vorgestrecktem Unterkiefer

(Dem Ergebnis, das ich mir von einer eigentlichen Unterkiefervorverlagerung eigentlich erwartete.)

RECHTS

* 3 Monate nach (sogenannter) Kiefervorverlagerung mit (sogenanntem) Asymmetrieausgleich

Restschwellung war minimal vorhanden; ältere Fotos besitze ich in diesen Perspektiven jedoch nicht.

--> Die Gegenüberstellung soll als einen groben Gesamteindruck vermitteln. - Hierbei spielt es (meiner Meinung) keine Rolle, ob hie oder dort ‘irgendetwas’ noch eine Spur voluminöser scheint.

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bearbeitet von Golemia

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Deine "ruinierte" Operation und das hierdurch resultierende Ergebnis sieht aus wie meins...im Moment könnte ich deine Schwester sein, so eine große Ähnlichkeit hat dein Foto aus der Zeit nach der missglückten Operation. Ich werde mich auf jeden Fall in die Hände deines Arztes begeben, der dein Aussehen "gerettet" hat. 

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