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Moonwater

Auch neu hier...mit starkem Unterbiss

Hallo liebe Leute im Forum,

ich bin inzwischen 36 Jahre jung und denke seit gut 15 Jahren darüber nach meinen starken Unterbiss (ca. 11 mm/nur selbst gemessen) behandeln und operieren zu lassen. Ich bin in meiner Jugend extrem häufig wegen der Fehlstellung gehänselt worden. Jedoch war mir bis zu meinem ersten Kieferorthopädenbesuch mit 21 Jahren nicht bekannt, dass sich mein offener Biss lediglich beheben lassen würde, wenn ich auch eine Kiefer-OP durchführen lassen würde. Der damalige KFO sah sich das ganze nur an und sein erster Satz war: "Nein, den Schuh ziehe ich mir nicht an." Und die weitere Aussage: "Damit sollten Sie erst mal zum Kieferchirurgen gehen. Hier ist in jedem Fall ohne OP nichts zu machen, das würde Ihre Physiognomie vollkommen entstellen." Naja, ich finde meine Physiognomie schon sehr lange entstellt. Das war früher sogar so schlimm, dass ich in der Öffentlichkeit nicht mal essen mochte, da ich dabei meinen Unterkiefer nicht vorschieben kann, um die Optik etwas zu verbesern. Denn dies tu ich bereits so lange, wie ich zurückdenken kann. Leider führt dies auch zu häufigen Verspannungen im Gesichts- und Nackenbereich.

Damals war ich erst mal ziemlich geschockt. Der KFO riet mir aber dringend zu einer Behandlung, da er der Auffassung war, dass die Fehlstellung zu gesundheitlichen Problemen und einer frühzeitigen Abnutzung des Gelenks führen könne. Erst zwei Jahre später ging ich dann zu einem Kieferchirurgen und ließ mich dort beraten. Leider war dieser zwar sehr sympathisch, aber nicht allzu auskunftsfreudig und ich ging lediglich mit der Auskunft nach hause, ich solle es machen lassen, müsse mir aber zuerst mal einen KFO suchen, der die Vorbehandlung übernimmt. Keine Tipps wohin ich mich wenden könnte..nichts. Der Chirurg wies mich damals darauf hin, dass man nach einer solchen OP relativ häufig mit lebenslangen tauben Flecken im Gesicht oder sogar im schlimmeren Fall mit einer tauben Lippe rechnen müsse. Mich veranlasste es damals, den Gedanken an eine Korrektur durch OP zu verwerfen. Vorübergehende Schmerzen nach der OP oder Zahnspangentragen schreckten mich nicht ab. Nur die Möglichkeit lebenslang Einschränkungen der Empfindungen im Gesichtsbereich zu haben.

Inzwischen werden meine Beschwerden aber immer größer.Der Kiefer knurpst, ich wache morgens seit vielen Jahren mit Halsschmerzen auf (ich vermute, dass ich nachts durch den Mund atme, wenn das Gesicht endlich mal dazu kommt, sich zu entspannen und der Unterkiefer nach hinten in seine eigentliche Position rutscht. Was wiederum dazu führt, dss mein Mund offen steht). Ich litt bereits als Kind unter häufigen ungeklärten Kopfschmerzen. Heute sind es sogar Migräneanfälle (die nicht unbedingt mit der Kieferfehlstellung zusammen hängen müssen, aber durchaus können).

Da ich das Thema aber einfach nicht los werde, denke ich, dass es doch an der Zeit ist, das Ganze in Angriff zu nehmen. Ich möchte irgendwann von diesen Hin- und Herüberlegungen und verspanntem Gesicht und sich auf Fotos totschämen (besonders bei Fotos von der Seite, wenn ich lache) befreit sein. Ich ging sogar zu einer Therapeutin, die mir versuchte, die OP auszureden, aber es beschäftigt mich immer wieder. Inzwischen sieht es auch so aus, als ob sich die Zähne unten wie oben immer weiter vorschieben würden. Unten weil nicht genug Platz ist, oben vermutlich weil die Unterlippe immer gegen die vordere Zahnfront drückt. So hatte man es mir beim KFC und KFO auch vorhergesagt... Leider bin ich sehr unschlüssig, in wessen Hände ich mich begeben soll, besonders bei der Wahl des KFC, da hier ja immer um Dr. K. aus B.H. so viel geschrieben wird. Das Uniklinikum Göttingen hat aber sogar eine eigene Sprechstunde für Dysganthiepatienten eingerichtet. Falls jemand Erfahrungen mit der Uni-Göttingen hat, würde ich mich sehr über Infos freuen. Im Forum habe ich nur sehr wenig hierzu finden können. Hier ist ja immer wieder Dr. K. Thema. Ich denke doch aber, dass es auch gute Operateure geben muss, die nicht so weit entfernt sind. Außerdem würde mich eine aktuelle Statistik zu Langzeitfolgen interessieren. Wie hoch liegt die Rate von lebenslangen tauben Flecken oder gar tauben Lippen? Ich halte das für einen sehr hohen Preiß. Wie soll man mit einer tauben Lippe vernünftig trinken oder essen? Dann würde ich in Zukunft nicht wegen einer seltsamen Optik in der Öffentlickeit auf Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verzichten, sondern weil mir alles im Gesicht herunterläuft und ich es nicht mal bemerken würde? Ich würde mich über Infos hierzu freuen.

Ich möchte allen, für ihre Erfahrungsberichte sehr danken, da mir das viele Informationen geliefert hat und manche Bedenken nimmt, manche leider auch nicht. Denn ich lese hier schon seit gut zwei Jahren, was so geschrieben wird.

Liebe Grüße

Bianca

bearbeitet von Moonwater

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Hallo Bianca,

also deine Beschwerden klingen wie meine und ich habe.. tada 10 mm UK-Rückstand :D Ich werde am 13.10. operiert und beim Aufklärungsgespräch wurde mir erklärt, dass der komplette Verlust von Gefühl im Kinn und Kieferbereich sehr sehr selten ist. Einzelne Stellen können länger (ein paar Monate) oder auch komplett taub bleiben. So in etwa ist auch meine persönliche Erfahrung was ich hier gelesen habe. Und du hast ja keine Hängelippe deswegen wie nach der Zahnarztbehandlung z.B. sondern eben nur kein Gefühl. Ich denke da kann man sich recht schnell daran gewöhnen. Und ich denk einfach mal ganz arg positiv, dass mein super Prof das hinbekommt. Der hat nämlich mindestens so viel Erfahrung wie der K. und will mir nur meinen UK operieren und nicht noch Gott weiß was aufschwatzen. :D

Der Prof sitzt übrigens in Heidelberg. Weiß nicht, woher du kommst.

Ich würd es einfach nochmal angehen, wenn ich du wär, mich beraten lassen (vielleicht auch gleich von mehreren Docs, mir hat das geholfen, da die alle übereinstimmend das gleiche gesagt haben) und dann nochmal dein Bauchgefühl entscheiden lassen. Ich wusste, dass ich mit 28 die Chance einer OP nutzen will um meine Beschwerden los zu sein, von denen ich vorher nicht wusste, dass diese vom Kiefer kommen. So schlimm kann das nach der OP gar nicht werden, wie mich jetzt die Migräne hindert und stört.

Liebe Grüße

Ala

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Hallo Ala,

vielen Dank für deine Nachricht.

Ich wohne im letzten Zipfel von Niedersachsen (in Göttingen). Momentan tendiere ich auch dazu, es doch machen zu lassen. Habe Mitte Oktober einen Termin beim KFO zur Beratung und bin schon neugierig was man mir dort sagen wird. Heidelberg wäre für mich doch sehr weit, auch wenns eine schöne Stadt ist.

Naja, das mit der hängenden Unterlippe hatte ich zum Glück noch nie, da ich beim Zahnarzt alles ohne Betäubung machen lasse. Ich stelle es mir aber schon schwierig und unangenehm vor, wenn man die Lippe nicht spürt.

Ja, das mit der Migräne ist wirklich heftig und beeinflusst die Lebensqualität sehr stark. Leider kann man sich nicht sicher sein, dass sie nach einer OP wirklich seltener wird oder gar ganz aufhört. Bei mir sind Stress und Wetter"hochs" auch erhebliche Faktoren als Auslöser.

Ich bleibe jedenfalls dran und werde sicher berichten, ob ich mich entscheiden konnte, die Behandlung inklusive OP zu absolvieren.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Erfolg für die OP und dass sich alle Taubheitsgefühle wieder verflüchtigen werden. :-)

Viele Grüße

Bianca

bearbeitet von Moonwater

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Also was die tauben Stellen betrifft, ist es bspw. bei mir so, dass ich jetzt fast 3 Wochen post OP bin und kaum noch gefühllose Bereiche habe. Von Anfang an war nur mein Kinn taub, die Lippen und der Bereich zwischen Nase und Mund und das obwohl ich eine Bimax hatte. Mittlerweile kommt immer mehr Gefühl wieder, meine Unterlippe spüre ich wieder und die Hälfte meines Kinns, die Oberlippe kribbelt auch schon. Trinken und essen ist kein Problem, auch nicht in der Öffentlichkeit (habe ich gestern erst ausprobiert). Ich merke mittlerweile wieder wenn etwas herunter läuft. Ich kann aus Flaschen, Gläsern und Tassen ohne Probleme trinken, auch mit halb tauber Oberlippe. Selbst, wenn es so bleiben würde, wäre ich bereit diesen Preis für besserte Optik und Funktion zu zahlen.

Natürlich ist meine Erfahrung keine Garantie dafür, dass es bei dir genauso verläuft, aber ich denke anhand vielen Berichten hier, dass auf lange Zeit gesehen hier niemand schlimme Probleme wegen Taubheit hat. Auch an die taube Kinnspitze könnte ich mich gewöhnen, ich fühle es ja einfach nicht, also stört es auch nicht (mich zumindest nicht).

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Hallo Ihr,

ich wollte mal verlauten lassen, wie es bei mir inzwischen weitergegangen ist:

Mittlerweile war ich bei zwei KFO´s und bei der Dysgnathiesprechstunde im Klinikum Göttingen.

Mein erster Termin war im Oktober bei einer KFO-Praxis in Göttingen. Diese verwies mich an die Dysgnathiesprechstunde in der Uniklinik und gab mir eigentlich kaum Info´s oder neue Erkenntnisse. Lediglich einen schönen Zettel zu der Kostenfrage.

Im November war ich dann bei der Dysgnathiesprechstunde und muss sagen, dass ich wirklich positiv überrascht wurde. Ich war gerade angekommen und durfte auch gleich ins Behandlungszimmer. Also keine lange Wartezeit wie erwartet. Die beiden Ärzte (eine Ärztin und ein Arzt) haben sich sehr viel Zeit genommen, alle meine Fragen beantwortet und weit darüber hinaus informiert. Sie waren sehr nett und wir haben sogar einige Scherze ausgetauscht. :-) Bereits nach diesem Termin wusste ich, dass ich die Behandlung nun endlich in Angriff nehmen will.

Allerdings nicht in der ersten KFO-Praxis, da mir hier der Informationsfluss fehlte und auch die Chemie irgendwie nicht zu passen schien.

Im Januar habe ich eine weitere Praxis aufgesucht und mich inzwischen für diese entschieden. Ganz einfach war dies nicht, da zwecks Terminvereinbarung und der erforderlichen Behandlung viele Praxen in Göttingen keine feste Aussage treffen, ob sie eine solche Behandlung durchführen, bevor man nicht persönlich vorstellig wurde. Hier hieß es am Telefon immer "Das kommt auf den Schweregrad an".

Bei der zuletzt aufgesuchten Praxis habe ich aber einen guten Eindruck und nun meinen ersten "richtigen" Termin für die Aufstellung des Kostenplans. Leider erst Mitte März, da die Praxen alle scheinbar sehr gut zu tun haben und ich nicht jedes Mal in der Arbeit fehlen möchte. So dass ich nur während meiner Freizeit Termine vereinbare.

Leider hat man mir dort mitgeteilt, dass doch einige Zähne gezogen werden müssten, um Platz zu schaffen. -grauen-

Wenns dann weitergeht werde ich sicher wieder mal schreiben.

Für euch alles Gute.

Viele Grüße

Bianca

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Inzwischen werden meine Beschwerden aber immer größer.Der Kiefer knurpst, ich wache morgens seit vielen Jahren mit Halsschmerzen auf (ich vermute, dass ich nachts durch den Mund atme, wenn das Gesicht endlich mal dazu kommt, sich zu entspannen und der Unterkiefer nach hinten in seine eigentliche Position rutscht. Was wiederum dazu führt, dss mein Mund offen steht).

Hallo Moonwater,

finde ich interessant; bei mir verhält es mit dem Unterkiefer und dem Rutschen in eine hintere Position genau umgekehrt, sie ist "uneigentlich", falsch, aber die Beschwerden sind schon ähnlich.

Alles Gute für deine Behandlung!

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