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Andreas90

UK-RV am 15.09.2010 in Mannheim

Hallo zusammen,

letzte Woche Mittwoch hatte ich meine Unterkiefer-OP im Diakonie-Krankenhaus in Mannheim. Mitte letzten Jahres war dort auch schon meine GNE-OP - den Bericht dazu könnt ihr hier lesen: http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=5840

Das Zeitfenster für die OP war sehr eng, da die Semesterferien mit 7 Klausuren vollgepflastert waren. D.h. nach dem stressigen Semester und den Klausuren ging es dann direkt mit der OP weiter (von wegen Erholung... :wink:). Ich hoffe jetzt, bis zum Start des neuen Semesters wieder fit zu sein.

Vor der OP selbst hab ich mir eigentlich eher weniger Gedanken/Sorgen gemacht, aber ich bekomme immer eine riesen Panik, wenn man mir eine Nadel (Blutabnahme, Spritzen, Venenzugang...) verpassen will. Dazu noch mehr...

OP-Tag (15.09.10)

Morgens um 7 Uhr war ich dann also im Krankenhaus und habe mich auf der Station gemeldet. Dort bekam ich dann das OP-Hemd, die OP-Unterwäsche und um das Outfit zu komplettieren noch diese schicken Thrombosestrümpfe. :lol: Dann wurde ich noch etwas eingewiesen, bekam Beruhigungsmittel und wurde durch das Gebäude zu den OP-Sälen geschoben. Dort wurde dann mit den Vorbereitungen zur Narkose weiter gemacht und der Moment, vor dem ich am meisten Panik hatte (Venenzugang am Handrücken), war wegen dem sehr netten Anästhesisten auch nicht so wahnsinnig schlimm.

Tja, und dann ist man natürlich irgendwann abrupt weg und wacht langsam wieder auf. Die Schmerzen waren zwar vorhanden, aber soweit ganz erträglich. Was aber wirklich der absolute Horror war, war der Schleim, der mir andauernd in den Rachen gelaufen ist. Der wurde mir dann auch so gut es ging abgesaugt, aber weil ich verdrahtet war, kam man natürlich nicht an den Mundraum ran. (man versuchte mir, den schlauch durch die Nase zu schieben, aber das war noch schlimmer als der Schleim selbst)

Den restlichen Tag nahmen die Schmerzen und die Schwellung leicht zu; einmal musste ich auch Blut brechen, wobei ich aber den Draht nicht aufgeschnitten habe. Wäre meine Mutter nicht gerade da gewesen, wäre das ziemlich blöd ausgegangen...

1. Tag nach der OP

Die Nacht habe ich nicht geschlafen und die Schwellung nahm immer mehr zu. Daran, aus dem Bett zu kommen, war garnicht zu denken, geschweige denn irgendwas spannendes zu tun. Aber ich hatte sowieso ganz andere Sorgen. Der Schleim wurde zwar weiter etwas abgesaugt, aber jetzt kam noch ein Hustenreiz dazu, der mich in der 2. und 3. Nacht auch nicht Schlafen ließ. Vermutlich habe ich meinem Bettnachbar dadurch auch den Schlaf geraubt... :wink:

2. / 3. Tag nach der OP

Eigentlich waren diese beiden Tage die Schlimmsten, weil die Schmerzen ihren Höhepunkt erreicht haben und ich zeitweise auch Schmerzmittel bekommen habe. Ich bekam ausserdem jeden Tag (auch an den Folgenden) 3 Mal Antibiotikum und 2 Mal eine Imfusion.

Die Schwellung hatte auch einseitig ziemlich stark zugenommen, vermutlich weil ein Blutgefäs geplatzt ist.

Ausserdem verliert man im Krankenhaus einfach das Gefühl für die Zeit. Vorallem, wenn man keinen Schlaf hat. Mir kamen Stunden wie Tage vor...

4. / 5. Tag nach der der OP

Mit jedem der folgenden Tage ging es mir wieder besser und die Schwellung ging langsam wieder zurück. Ich konnte auch aus dem Bett (Toilette, oder etwas auf- und ab gehen) und die Zeit etwas mit Fernsehn totschlagen. (Ich denke ich habe in den paar Tagen mehr Fern gesehen, als im ganzen letzten Semester)

Aber der Kreislauf war noch ziemlich schwach und einfach mal zum Fenster und wieder zurück gehen war schon relativ anstrengend. Kurz noch was zum Essen: Es gab Molkedrinks, hochkalorische-Getränke (heißen "Fresubin") und Wasser. Dabei nervt der Splint ziemlich, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Ausserdem hatte ich auch immer meine Probleme mit den Thrombosespritzen jeden Abend, dem Blutabnehmen und dem Venenzugang auf der Hand (siehe Oben).

Am 5. Tag musste dann auch ein neuer Venenzugang gelegt werden, nachdem der alte nicht mehr brauchbar war und mir die ganze linke Hand schon weh tat (aber was tut man nicht alles, um einem neuen Stich zu entgehen - im Nahhinein natürlich total dumm von mir! Desswegen habe ich heute auch noch leichte Schmerzen in der linken Hand, das kommt davon)

6. Tag nach der OP

Heute sollte ich endlich entlassen werden. Also hab ich Alles schon mal zusammengepackt und bin dann durch das Gebäude in die Praxis meines Kieferchriurgen "gelaufen". Der Kreislauf war dadurch zwar sehr belastet, aber es ging eigentlich. Dort wurden dann Röngtgenaufnahmen gemacht und das Ergebnis der OP genaustens untersucht. Zu meiner großen Überraschung (sollte eigentlich erst 2 Wochen nach der OP gemacht werden) und Freude bekam ich dann auch den Draht samt Splint raus! :D Um den Kiefer trotzdem noch ruhig zu stellen, muss ich jetzt zwei Gummiringe an die Häkchen meiner Zahnspange hängen. Das erste Gefühl beim Aufbeissen war sehr seltsam, immerhin wurde der UK ca. 8mm zurück bewegt. Dann verabschiedete ich mich noch auf der Station und durfte endlich nach Hause! ^^

Bis heute...

Ich habe die Nächte, die ich jetzt zu Hause war, alle durchgeschlafen und fühle mich sehr gut. Die Schwellungen gehen immer mehr zurück. Ausserdem kann ich jetzt schon Kartoffelbrei (verdünnt), Suppe, Grießbrei, Joghurts Babynahrung, etc. ohne Probleme "essen". Wichtig ist es auch, sehr viel zu trinken. Gemein ist natürlich mit der Familie am Mittagstisch zu sitzen... ;-)

Leider bin ich schon merklich abgemagert, aber auch hier gehts wieder bergauf. Mittlerweile muss ich auch nicht mehr viel liegen und kann schon wieder ohne Probleme auch länger "rumlaufen".

Das Gesprächstehma nummer 1 ist neben meinem neuen Profil der Bart, den ich in den letzten Tagen bekommen habe... :lol:

Ich hoffe, dass die Schwellung bis in ca. 1-2 Wochen weg ist (wenn ich mir anschaue, wie schnell es doch bis jetzt ging...) und ich wieder unter Leute gehen kann. Und ich freue mich schon wieder sehr auf feste Nahrung. ;-)

Leider ist meine Unterlippe und das Kinn noch ziemlich taub, aber ich bilde mir ein, dass ich schon ganz wage etwas spüre bei Berührungen. Hoffentlich kommt das alles schnell wieder.

So, an der Stelle möchte ich mich noch bei meiner Familie und meiner Freundin bedanken, die jeden Tag im Krankenhaus bei mir waren. Ohne euch hätte ich das längst nicht so gut geschafft! :smile:

Und bei meinem Kieferchriurgen für den unkomplizierten OP-Verlauf, die tägliche Visite und die kompetente Beratung vor der OP. Ich kann eine OP in Mannheim (wie auch schon nach meiner GNE) nur absolut empfehlen, weil ich mich dort sehr gut aufgehoben fühle.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht denjenigen helfen, die das vllt. noch vor sich haben. Bei Fragen gerne auch per PN (kann aber länger dauern ;-))

Lg,

Andreas

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Glückwunsch, dass du es alles gut hinter dich gebracht hast.

Ich bin am Montag (27.9.) dran. Auch UK-RV, jedoch in Freiburg.

Bin zugegebenermaßen etwas nervös, aber dank der vielen Berichte weiß ich ja in etwas, was mich erwartet.

Mir geht es ähnlich wie dir: Ich muss auch zu Semesterbeginn wieder einigermaßen fit sein... (bin aber kein Student mehr - habe mittlerweile die Seiten gewechselt...)

Mein KFO, der mit dem Chirurg gut zusammenarbeitet, meinte übrigens, dass in Freiburg nicht der Mund zugeschnürt wird nach der OP, wie bei dir. Ich könne meinen Mund direkt nach der OP wieder einigermaßen öffnen.

Das bleibt mal abzuwarten...

Alles Gute noch!

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Danke! :-)

Ich wünsche dir alles Gute für die anstehende OP! Leicht wird es nicht, aber ich bin sehr sehr froh, es gemacht zu haben. Und jeden Tag geht es aufwärts!

Heute war ich beim Fäden-Ziehen und brauche auch keine Gummis mehr. ^^

Und ich soll sogar schon weichere Nahrung versuchen zu kauen.

Den Mund öffnen zu können ist relativ, ich bekomme gerade mal meine Bromelain-Tabletten durch... :-D

Aber es ist definitiv angenehmer als mit Splint und Verdrahtet.

Also dir aucg alles Gute und lass uns von deinen Erfahrungen hören.

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Danke für die guten Wünsche...

Ich hab auf jeden Fall vor, nen Bericht zu schreiben, da ich selber von den Berichten hier sehr profitiert habe, und zudem recht wenig Berichte von "nur" UK-RVs im Forum stehen (ich schätze, 90% oder mehr haben Bimax?).

Außerdem gibt's nicht viele Berichte aus Freiburg...

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