Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
Safir

OK-Operation in den Städt. Kliniken Oldenburg, 23.07.2010

Die genaue Vorgeschichte im Theard von mir bei den Neuvorstellungen. ;-)

Der OP-Termin wurde zuerst nach hinten verschoben, aufgrund der Schwierigkeit der OP wollte mein Arzt sich noch etwas intensiver mit den Modellen auseinander setzen. Durch meine erste Operation war mein Vertrauen in ihm natürlich groß, was jetzt jedoch ziemlich nachgelassen hat.

Bei der Vorbesprechung fragte ich ihn, ob man es bei mir wieder hin kriegen könnte, dass meine Oberlippe voller aussieht (nach der 1. OP wurde sie ziemlich schmal) und man weniger Zahnfleisch beim Lächeln/Grinsen sieht. Er war da sehr zuversichtlich, dass man es hin kriegt und ich somit auch.

Tag vor der OP

An einem Vortag wurde bereits alles erledigt, sodass ich an dem Tag vor der Operation die meiste Zeit nur in meinem Zimmer lag/saß und gelesen hab. Das einzige Problem, dass ich hatte, war die Nacht. Als 23-jährige Frau mit einer Frau im mittleren Alter auf ein Zimmer zu kommen ist kein Problem, jedoch lag ich zwischen ihr und einer alten Dame, die beide nachts geschnarcht haben ohne Ende. Selbst Oropax war kaum Hilfe. Zudem saß die Dame im Rollstuhl, linke Hand gebrochen, UK gebrochen und operiert. Dadurch musste ständig eine Schwester oder ein Pfleger bei allem helfen. Zustand hielt bis zu meiner Entlassung an.

OP-Tag

Mit leichtem Kribbeln im Bauch ging es gleich morgens los, da sich die Operation hinziehen konnte. Auch wenn ich früher Angst vor Spritzen hatte und Respekt vor Nakosen aufgrund von familienbedingtem Problemen (Narkose nicht gut vertragen) geriet ich an 2 gute, humorvolle Narkoseärzte. Die Nase wurde mithilfe einer Flüssigkeit (Name vergessen) immer wieder durchgespült, sodass ich selbst im Halbschlaf murmelte, wie gut ich nun riechen könnte.

Die Operation dauerte ca. 4 Stunden, bei der der Oberkiefer gelockert und versetzt wurde, um eine Lücke frontal zu schließen. Der Kieferschluss war nun in Ordnung, der Splint saß mit Gummis fest und ich lag mit vielen Schläuchen auf der Intensiv-Station.

Geschlafen habe ich fast im Takt, eine Stunde wach, eine Stunde geschlafen, usw., nachdem der Arzt mich im Halbschlaf mit Spachteln untersucht hat. Es war etwas schmerzhaft und ich noch betäubt und genervt. Später bekam ich Besuch von meiner Mutter, die mir meine Brille brachte, sodass ich wieder sehen konnte, Fotos machen wollte, da ich dicke Backen hatte und meine ganze Nase von Innen und teilweise von außen mit schwarzer Kruste überzogen war.

Leider passierte irgendwann das gleiche wie einmal bei meiner ersten Operation: Ich spuckte mein Bett mit Blut voll. Wenigstens hatte ich diesmal keine Magensonde, aber ein Blasenkatheter, für den ich heute noch dankbar bin.

Die Nacht war schwer rum zu kriegen mit Rückenschmerzen und Problemen, in dem schmalen Bett mit vielen Schläuchen richtig zu liegen. Außerdem muss ich sagen: Sobald ein Pfleger oder eine Krankenschwester so nett ist und die Tür schließt betritt schon der nächste den Raum, holt irgendetwas und geht wieder, lässt dabei die offen.

Ich bin ziemlich empfindlich, was Licht, Luft und Geräusche an geht. Stickig, teilweise laut zwischendurch und sehr hell war es.

1. Tag nach der OP

Ich wollte nur noch auf die Station, nachdem ich auf der Intensiv zwar hätte Fernsehen schauen können, aber aufgrund meiner Rücken- und Nackenschmerzen den Kopf nicht richtig heben konnte.

Immer wieder versuchte ich zu schlafen, aber die Zeit ging nicht um.

Irgendwann bekam ich wieder Besuch von meiner Mutter, als plötzlich zwei Krankenschwestern kamen und mich auf die Station brachten. Wieder auf mein Zimmer, wieder in der Mitte und viel Besuch auf dem Zimmer für die anderen Patientinnen. Müde war ich nicht, jedoch hatte ich Kreislaufprobleme, bekam sehr schlecht Luft und lag somit schwer atmend nur noch da. Von den Krankenschwestern und Pflegern bekam ich Nasentropfen und -öl und Kochsalz zum Spülen der Nase, aber nichts half genug, damit ich wieder gut Luft bekam.

Der Blasenkatheter wurde entfernt, seltsames Gefühl, aber er half wenigstens sehr gut.

Essen gab es die nächsten Tage nur Brühe und Suppe, alles andere kriegte ich nicht durch den Strohhalm, sodass ich zur Unterstützung Kaloriendrinks bekam. Irgendwann verging mir der Appetit darauf, sodass ich lieber auf Milch und Kakao umgestiegen bin.

Die Nacht war wieder ziemlicher Horror (Atemprobleme, Schnarchen), sodass ich der Nachtschwester kurz Gesellschaft geleistet hab, die sich gern unterhalten hätte, ich aber nicht deutlich sprechen konnte. Danach saß ich noch mit einem anderen Patienten im Aufenthaltsraum und habe zusammen mit ihm bis 1 Uhr nachts einen Film gesehen. Danach im Bett wieder angekommen lag ich weitere 2-3 Stunden wach da, mit Kopfhörern in den Ohren.

2. - 4. Tag nach der OP

Nach und nach ging es mir besser, abwechselnd die Zeit mit meinem Besuch, lesen und selten Fernsehen verbracht, da meist etwas los war auf dem Zimmer und ich nicht stören wollte.

Ich glaube, am 3. Tag wurde die Frau im mittleren Alter entlassen und wie man es kennt gleich eine neue Patienten nachgeschoben, sodass ich nun mit zwei alten Damen auf dem Zimmer lag.

Nachts bekam ich Schlaftabletten, Baldrian half nicht, die mir wenigstens eine ruhige Nacht brachten. Nur, wenn die Nachtschwester rein kam, wachte ich kurz auf.

Meinen Arzt habe ich so gut wie gar nicht gesehen, da ich an einem Freitag operiert wurde und er das Wochenende frei hatte. Am Montag sah ich ihn nur kurz bei der Visite morgens. Ich wartete immer darauf, dass ich nach unten in die Amulanz, wo er meist Dienst hatte, gebeten würde.

Schon am Montag war mir mulmig, ich konnte das Essen nicht mehr sehen, aber ich hielt noch durch, bis ich abends einen Nervenzusammenrbuch hatte. Ich wollte nur noch raus aus dem Krankenhaus, da es mir gut ging, es keine Probleme gab und auch die Ultraschallbilder in Ordnung waren.

Ein anderer Arzt vertröstete mich, nachdem meine Schwester und ich skeptisch darüber waren, wie die Zimmerbelegung war, da auf einem anderen Zimmer junge Frauen lagen in meinem Alter.

Am 4. Tag nach der OP (Dienstag) war ich endlich bei meinem Arzt unten, der mich auch vertröstet hat mit dem Spruch: "Wir schauen morgen mal." Voller Vorfreude las ich meine letzten, mitgebrachten Bücher aus und wartete am nächsten Tag auf die Visite.

5. Tag nach der OP

Endlich war es so weit, dachte ich, aber mein Arzt meinte, er wollte mich gern noch bis zum Wochenende drin behalten und jetzt nur auf eigene Verantwortung gehen lassen. Mir war es zu viel, ich hatte nicht direkt gesagt, dass ich heute gehe, aber keine Stunde später bekam ich die Entlassungspapiere von einer Ärztin in die Hand gedrückt, ich musste nichts unterschreiben.

Glücklich darüber, die alten Damen, die sich so gut verstanden, hinter mir zu lassen und endlich Heim zu kommen packte ich meine Sachen. Die 15 Minuten mit dem Auto waren aufregend.

Die Zeit danach

Zuhause genoss ich meine Zeit im Bett und war noch weitere Wochen krank geschrieben. Die Kühlkissen waren meine besten Freunde und nach dem Zuspruch meines Arztes eine Woche später begann ich, Joghurt, Brei, usw. zu essen. Etwa 1-2 Wochen später fing ich langsam an zu kauen.

Mein KFO sagte mir zwar, dass ich den Splint noch 4! Wochen tragen sollte, aber er passte schon kurz nach der Operation nicht mehr. Außerdem war er, meiner Meinung nach, vorne viel zu niedrig, sodass ich nun wieder einen ca. 5-10 mm Überbiss habe und zu dem: Ich kann meine Oberlippe weiter hoch ziehen als vorher, sie ist immer noch schmal, mein Zahnfleisch sehr stark zu sehen, die Zähne im Oberkiefer noch ein Stück runter gerutsch, sodass sie leicht über den unteren stehen. Ich habe neuerdings einen kleinen Riss oder soetwas bei einem Nasenloch, die sind außerdem größer als vorher. Auch die Backenzähne stehen nicht mehr richtig wie vorher.

Zusammengefasst: Die Operation war eher ein Reinfall für mich. Mein KFO schaut eher auf die Zähne, nicht aufs Äußere und mein Arzt konnte nicht mehr tun als getan wurde, laut meinem KFO.

Weitere Behandlungen: Stehen offen, die beiden wollten sich noch beraten. Eine weitere OP wollten sie sogar erst schon in Betracht ziehen, aber ich habe gleich gesagt: NEIN! Ich schreibe nächstes Jahr meine Abschlussprüfung und kann nicht wieder wochenlang fehlen. Außerdem hoffe ich auch noch bis heute, dass die Zahnspange im Dezember raus kommt, ich weiß, es ist nicht immer so, aber: die meisten, die ich kenne, trugen sie 3 Jahre.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

-Werbung-

-Werbung-

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0