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Yukatan86m

Bimax OP am 13.10.2010 in Bad Homburg

Hallo Ihr fleißigen Leserinnen und Leser,

Kurze Vorgeschichte:

Meine eigentliche KO-Behandlung begann als ich 10 Jahre alt war. Begonnen mit losen Zahnspangen, fester Zahnspange, Zahnspange mit externem Gestell jeglicher Art (sorry, weiß leider nicht wie die Dinger heißen) und und und... naja.

Nach ca. 5 Jahren war die Behandlung laut Kieferorthopäde abgeschlossen. Gefühlstechnisch hat sich auch was geändert. Zähne passten grad so zueinander/aufeinander. Mit 15 hatte ich halt noch nicht wirklich Ahnung was gut, besser, am besten war und da vertraut man dann halt seinem Arzt.

Mit dem Wachstum verschob sich jedoch alles wieder und die Probleme wurden noch schlimmer. Kieferknacken, Probleme beim Kauen, Kopfschmerzen, Zähne haben sich verschoben, Kiefergelenk total abgenutzt... So hab ich mich dann mit 23 wieder zum Kieferorthopäden geschleppt. Das war knapp vor einem Jahr.

So begann dann wieder die KO-Vorbehandlung, wurde zu Dr. K. in Bad Homburg geschickt und alles wurde für die kieferchirurgische Behandlung geplant.

Ästhätisch gesehen wollte ich es nie machen. Das markante Kinn hat einfach zu mir gehört. Gesundheitlich wollte ich aber nichts riskieren von wegen Arthrose und so...

12.10.2010:

Um 14 Uhr wurde ich dann stationär in der Taunus Klinik aufgenommen. Nachdem Papierkram erledigt war, zeigte die Schwester mir mein Zimmer, das ich die erste Nacht für mich hatte.

Gemütlich hab ich es mir noch nicht gemacht. Bin mit Freunden nochmal in die Stadt um richtig lecker Essen zu gehen.

Der Abend bzw. die Nacht war dann recht ruhig. Die Nachtschwester wollte mir dann für die Nacht was geben, hab ich aber glücklicherweise nicht gebraucht. Sie hat mir dann noch gesagt wann ich ungefähr drann bin. So gegen 11 Uhr. Konnte gut schlafen und war irgendwie auch nicht aufgeregt. Vielleicht lags auch daran, dass ich die ganze Aufregung die letzten Wochen vor der OP verpulvert hab, weil ich 5 Wochen im Staatsexamenstress war...

13.10.2010:

Von der Schwester geweckt durfte ich dann das hübsche Kleidchen mit der sexy Unterwäsche und den sexy Strümpfen anziehen. Die hier so genannte LMAA-Tablette hab ich dann auch genommen, wurde dann langsam müde.

Während ich da im Zimmer so wartete, kam dann mein Mitbewohner für die restlichen Tage.

So gegen halb 12 wurde ich dann Richtung OP geschoben. Auf dem Weg dahin war ich dann relativ ruhig... wahrscheinlich Tablette.

Von meinem Bett wurde ich dann auf den OP-Tisch transferiert.

Damit ich gut lieg wurden mir dann unter Knie, Arme und Kopf so grünes Gummi-Dings-Polster gelegt.

In einem kleinen Vor-OP-Raum wurden mir dann die ganzen Kabeln angelegt und die Infusionsnadel.

Hier kam dann endlich mal Dr. K. vorbei und hat mich kurz nochmal angeschaut und mich beruhigt...

Der Anästhesist hat mir dann alles erklärt wies abläuft, was jetzt passiert, das mein Arm etwas kalt wird, dass ich tief einatmen soll und schwuppst war ich dann schon weg.

13.10.2010 post-op:

Aufgewacht bin ich dann auf der Intensivstation mit der Kühlmaske auf (so ne Mischung aus Darth Vader und Hannibal lecter). Es war so gegen 18 Uhr, glaub ich, weil ich sehr kurzsichtig bin.

Schmerzen hatte ich keine. Kühlmaske hat eigentlich ganz gut getan. Nur irgendwie war mir komisch im Magen. Der einzige Gedanke den ich hatte: Nur nicht übergeben, weil ich den Mund ja nicht auf machen konnte durch die Gummis.

Mit der Zunge bin ich dann von Innen an den Zähnen entlang und konnte die neue Stellung schon mal erfühlen.

Die Kühlmaske (eine Mischung aus Danach hab ich dann auch schon wieder geschlafen.

Ab hier kann ich die einzelnen Tätigkeiten der Schwestern zeitlich nicht mehr einordnen. Irgendwann wurde mir die Sonde, die durch die Nase ging, gezogen. Das hat sooooooo gut getan, dass ich laut Aufstoßen musste. Ich bin echt gut erzogen, aber man soll ja Narkosemittel auch abatmen ;-)

Besuch hab ich keinen bekommen. War aber auch so beabsichtigt, weil ich ja eh die ganze Zeit weg war.

Für die Nacht kam die Schwester auch ab und zu um mir was gegen Schmerzen zu geben. Sonst hab ich geschlafen.

14.10.2010 1. Tag post-op:

An diesem Tag begann dann der erste horror Tag. Wirkung der Narkose lies nach und so langsam bekam ich die ganze Schwellung, Spannung und neue Stellung im Gesicht mit. Die Drainage war auch einfach nur unangenehm. Schlecht war mir auch und übergeben hätte ich mich auch gekonnt, weil die Gummis weg waren. Musste ich aber nicht. Mund/Lippen war ganz trocken. Durst hatte ich und konnte über eine Spritze etwas trinken.

Bevor ich auf mein Zimmer gebracht bzw. abgeholt wurde durfte ich mich an die Bettkante setzen und meine Katzenwäsche durchführen. Es hat gut getan, mal zu sitzen, aber länger wollte ich auch nicht sitzen bleiben.

Im Zimmer angekommen wollte ich einfach nur schlafen, schlafen, schlafen. Einfach das Unangenehme nicht mitbekommen. Aber genau das, hat mich vom Schlafen abgehalten. Die Kälte der Kühlmaske die zuerst gut getan hat, war dann irgendwann auch unangenehm. Hatte sie aber tapfer ständig an.

Am Mittag hab ich dann Besuch von Freunden bekommen. Wirklich reden konnt ich nicht. Hab alles aufgeschrieben. Die waren aber auch nicht lang da, weil ich einfach nur schlafen wollte. Was sonst.

Gegessen hab ich ganz wenig über die Spritze, weil es einfach anstrengend war und schmerzhaft. Und der Geschmack hats auch nicht wirklich reingetriebe...

Die Nacht war dann noch schlimmer. Schmerzen trotz Schmerzmittel, Kälte, Hunger... so lässt sich die Nacht kurz beschreiben. War aber ganz tapfer um nicht bei jedem Aua die Nachtschwester zu rufen. 8-)

15.10.2010 2. Tag post-op:

2. Tag nach der OP war dann ähnlich wie der 1. tag post-op was Schmerzen, Kälte und Hunger anging. So gegen 11 Uhr wurden mir dann die Drainage gezogen. Der Arzt hat gemeint, dass es unangenehm wird aber danach gehts nur noch bergauf. Und das war dann auch so. Konnte mich dann im Bad etwas waschen, Mund mal richtig ausspülen und das sexy Hemdchen gegen meine Sachen tauschen.

Eltern waren auch zu Besuch da, mit denen ich dann auf dem Gang spazieren gegangen bin. Auf dem Gang sind mir dann noch andere mit dem ähnlichen Schicksal über den Weg gelaufen.

Essen konnte ich auch schon besser, aber immernoch mit Spritze.

Die Nacht war dann schon besser. Kälte der Kühlmaske hat mich zwar ab und zu noch aus dem Schlaf gerissen, aber besser als die Nacht davor.

16./17.10.2010 3. u. 4. Tag post-op:

Das Wochenende war dann recht ruhig. Schwellung ist auch einwenig zurück gegangen ob mit oder ohne Wirkung der Lymphdrainage. Aber das kann man wohl nach einer Sitzung nicht beurteilen.

Die Schrauben, die während der OP zur Fixierung gedient haben, sollten eigentlich an dem Sonntag auch entfernt werden, aber welcher Arzt arbeitet schon an nem Sonntag. Begründung war nämlich, dass der Kompressor nicht funktioniert. Schrauben wurden aber am nächsten Tag mit einem gewöhnlichen Schraubenzieher entfernt... naja.

Diese Nacht war dann auch schon fast egal, weil es ja wahrscheinlich am nächsten Tag nach Hause geht.

18.10.2010 5. Tag post-op:

Gleich früh am Morgen gings zur Entfernung der Schrauben und zur Entlassungsuntersuchung in die Praxis von Dr. K.

Mit mir saßen dann noch 5 Leidensgenossen mit in der Praxis.

Laut Arzt saß alles an seinem Platz und sah ganz gut aus. Klar, Schwellung ist noch deutlich zu sehen gewesen, aber das braucht Zeit. Mit dem Ärztebrief und dem Röngenbild durfte ich auch schon wieder in die Klinik, meine Sachen packen, das letzte Mal "lecker" Frühstücken und warten bis ich abgeholt werde. :D

Das ganze Team hat sich sehr gut um mich gekümmert. Wenn man nicht grad bei jeder Kleinigkeit den roten Knopf mit einer Krankenschwester drauf drückt.

Das war alles vor genau 3 Wochen.

Heute 08.11.2010:

Mir geht es mit jedem Tag besser. Essen kann ich auch schon mehr als Suppe. Weiche Nudeln, weiches Toastbrot (aber nicht kauen), weichgekochtes Fleich...

Geschwollen bin ich auch noch. Die Narbe ist noch etwas fest und zieht etwas beim Lächeln z.B.

Bin alle 2 Wochen entweder bei Dr. K. oder bei meinem Kieferorthopäden. Mit Gummis werden noch Feinheiten korrigiert. Schmerzen hab ich ganz ganz ganz selten.

Mund kann ich ca. 2cm öffnen. Demnächst Physiotherapie...

Feedback von Bekannte, Freunde und Familie nur positives, jünger und so. naja außer man will mit 24 nicht mehr knuffig aussehen.

Danke schonmal wenn Ihr es bis hierher geschafft habt. Einiges habe ich sehr kurz gefasst und einfach nicht zu weit auszuholen.

An alle die es noch vor sich haben: Es wird kein Kinderspiel!

Es gibt einiges das wirklich schrecklich ist, aber wenn das überstanden ist, dann gehts nur noch bergauf.

Ich drück allen fest die Daumen und wünsche viel Kraft für die harten Zeiten.

Bei Unklarheiten würd ich mich über Fragen (wenn Ihr welche habt) und/oder Meinungen freuen.

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Hey Danke für den Bericht !

Ich habe am 7.12 OP-Besprechung in BH, also kann es nicht mehr lange dauern bis der OP-Termin feststeht bin schon aufgeregt.

Wie geht es dir denn jetzt so ? Was macht deine Mundöffnung ?

Sind bei dir taube stellen ?

Alles Gute !

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Danke für eine Antwort...

Also mir gehts soweit ganz gut. Schmerzen hab ich eigentlich kaum noch. Ist wohl eher einfach ein Spannungsgefühl und man will mal wieder richtig kauen und zubeißen oder so...

Die Narben sind noch unangenehm und re. heilt die Narbe auch irgendwie langsamer.

Meinen Mund kann ich noch nicht weit auf machen. An guten Tagen ca. 2 cm

Ist dann wie ne Blockade im Gelenk.

Taubes Gefühl hab ich re. Unterlippe, re. der Gaumen und das Zahnfleisch.

Re. Oberlippe ist wieder gut. Da spür ich wieder alles.

Wünsch dir schonmal alles Gute! ;)

Vielleicht hast du dann auch bissl Zeit und berichtest wies bei dir so war.

LG

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Danke für deine Glückwünsche ! :D

Das mit der Mundöffnung scheint normal zu sein habe das jedenfalls hier oft gelesen, das mit der Taubheit geht hoffendlich schnell vorbei, aber die Oberlippe ist ja schon mal ein Anfang.

Wenn ich operiert worden bin hoffe ich auch das ich dann zu meinen KFO gehen kann und nicht immer nach BH fahren muss da es schon ziemlich weit weck ist von mir aber so wie ich in deinen Bericht gelesen habe ist das wohl kein Problem gewesen, danke das du dir so eine Mühe mit den Bericht gemacht hast.

Was ist denn mit deiner Zahnspange wurde dir schon mal vorab gesagt wie lange du sie noch tragen musst ?

Liebe Grüße und gute Besserung !

bearbeitet von sherly79

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