Keira

Keiras UK-Vorverlagerung am 20.12.2010 bei Dr. Dr. Czwink im Zentralklinikum Augsburg

Hallo Ihr Lieben,

nachdem meine OP bereits 1 Monat zurück liegt, möchte ich Euch meinen kleinen Bericht ebenfalls zur Verfügung stellen. Ich selbst habe Eure Erfahrungsberichte immer sehr gern gelesen … und manchmal war der eine oder andere Hinweis wirklich „die Rettung“. Viel Spaß beim Lesen!

Kurz zu meiner Diagnose:

Dysgnathie der Angle Klasse II bei Mikrogenie und extrem tiefem Biss

Und noch zur OP-Art:

Bei der Operation kam eine Unterkieferseite 6 mm die andere 8 mm nach vorne. Auf eine Anpassung des Oberkiefers habe ich nach langem Hin und Her dann doch verzichtet.

Jetzt kann es losgehen… nun zum Bericht:

4 Wochen vor OP

Meine Kieferorthopädin hat mir bereits 4 Wochen vor der OP empfohlen, Krankengymnastik zu machen, da das sehr hilfreich für die Muskeln im Mundbereich wäre. Das habe ich auch verschrieben bekommen und bis kurz vor der OP angewendet. War ein guter Einstieg!

1 Woche vor OP

Beim letzten Termin beim KC vor der OP habe ich Unterlagen erhalten, was alles passieren wird und auf was man sich einstellen sollte, was man auf jeden Fall mit ins Krankenhaus nehmen sollte und wo es besser wäre, auf gewisse Dinge vor der OP zu verzichten.

Nach Rücksprache mit dem KC musste ich ca. 1 Woche vor der Operation von meinem Hausarzt ein Blutbild (wegen Blutgerinnung etc.) erstellen lassen und mich im Krankenhaus beim Anästhesie-Arzt melden. Ein Glück war ich bereits zu dem Zeitraum zuhause und konnte ohne Stress alle Termine wahrnehmen.

Beim KC wurde noch ein 3D-Bild von meinem Kiefer gemacht und ermittelt, wo der Nerv verläuft.

Letzter Tag vor der OP

Am Sonntag in der Früh habe ich alles Notwendige gepackt. Allerdings habe ich mir bereits vorgenommen, nicht zu viel mitzunehmen. Meistens vergesse ich dann Dinge oder lasse sie versehentlich im Krankenhaus stehen. Bin da etwas vergesslich…

Mitgenommen habe ich nur Kleidung, die absolut bequem war. Alles aus Baumwolle, schön schlapprig und viele, viele Oberteile, die man mit einem Reißverschluss zumachen konnte. Das - muss ich ehrlich sagen - war im Nachhinein eine gute Entscheidung. Natürlich waren in der Tasche auch Dinge zum Waschen und Lesen, ein Block und ein Stift (falls man doch nicht hätte richtig sprechen können) und alle wichtigen Telefonnummern, wenn irgendetwas sein sollte.

Am Abend ging es dann über die Notaufnahme mit allen Unterlagen in die Klinik. Die Aufnahme ging ganz flux und ich konnte dann um kurz vor 20 Uhr mein Zimmer beziehen. Ich hatte ein Einzelzimmer! :mrgreen:

Da ich alles wie Handy usw. zuhause gelassen hatte, habe ich mir ein Telefon bestellt und konnte auch den Fernseher nutzen. Ich habe dann erstmal das HighTech-Bett ausprobiert und mich überall umgesehen wo die Tees und anderen Getränke standen. Gegen 21 Uhr gab es ein Beruhigungsmittelchen zum Einnehmen, aber ich glaube, ich hätte es gar nicht gebraucht. Ich war kaum aufgeregt und eigentlich stören mich OPs nicht. Ich habe dann noch vor dem Schlafen ein Buch angefangen und bin dann dabei eingenickt.

OP-Tag, 20.12.2010

In der Früh um halb 6 Uhr wurde ich geweckt und gebeten, die hübschen Operationssachen anzuziehen. Da ich als erste für einen OP-Termin eingetragen war, musste ich auch nicht lange warten und kam dann gegen 8 Uhr dran. Ich wurde von einem Pfleger abgeholt und dann zum OP-Saal gerollt. Davor hat mich ein Anästhesie-Helfer mit viel Humor (war echt ein unheimlich netter Typ) für die OP vorbereitet.

Der Anästhesie-Arzt selbst hat dann alles nochmals geprüft und mir dann die Narkose gegeben. Da bei mir das Narkosemittel beim Einspritzen immer brennt, konnte er mir auch da noch etwas geben, damit es ohne Problemchen verabreicht werden konnte. Bei der Atemmaske bin ich dann völlig ins Land der Träume gegangen und habe weder das OP-Team noch den Saal gesehen. Auf gut Deutsch: Ich habe rein gar nix mitbekommen.

Ich bin das erste Mal direkt im Zimmer aufgewacht. Die Schwestern haben mir dann eine Nasen-Augen-Salbe und ein Nasenspray gegeben. Das habe ich aber nur so nebenbei mitbekommen, da ich noch total verdusselt war. Aber diese zwei Dinger, die links und rechts neben meinem Gesicht hingen, waren sehr ungewöhnlich. Da war auf jeder Seite ein dünner Plastikschlauch, der zu einer kleinen Plastikbox (ca. 1 Fingerspanne groß) führte und das Blut und sonstige Flüssigkeiten aus der Wunde ableitete. Die Schwestern nannten diese Dinger „Akkupacks“ (?). :confused:

Meinen Mann habe ich erst gar nicht mitbekommen, als ich im Zimmer aufgewacht bin. Ich habe am ersten Tag viel geschlafen. Für die Schwellungen bekam ich ständig neue Kühlmittel. Die Notfallschere hing direkt neben meinem Tropf, falls was gewesen wäre.

Abends gab es dann zum ersten Mal was zum Essen: Suppe! Da habe ich dann auch gemerkt, dass mein Mund komplett zugedrahtet war … wäre mir fast nicht aufgefallen, weil ich so viel geschlafen hatte.

Die Suppe konnte ich nur mittels Strohhalm aufsaugen (habe ich dann auch halbiert, da es sonst zu anstrengend gewesen wäre). Löffel ging gar nicht. Dann gab es dort auch so leckere laktosefreie Schoko- und Vanille-Getränke. *jamm jamm*

Schmerzen hatte ich keine. Lag aber sicher auch an dem Schmerzmittel, das ich über den Tropf bekam. Auch das Antibiotikum kam al a Tropf und ich musste keine komischen Tabletten schlucken. Nur die Pille habe ich zerkleinert und mit Wasser verdünnt eingenommen.

1. Tag Post OP, 21.12.2010

Die erste Nacht war ganz ok, allerdings ging schlafen nur sitzend. Manchmal wurde es mir nachts übel, doch das legte sich morgens wieder. Atmen konnte ich ebenfalls sehr gut. Die Medikamente wie Salbe und Spray habe ich nicht benötigt.

Ich bin dann bereits um halb 7 aufgestanden, habe meinen Tropf überall mit hingenommen: Ins Bad, auf den Flur … einfach überall. Nun merkte ich, dass die Schwellungen mehr geworden waren. Jedenfalls fühlte es sich so an.

Die Mundspülung, die ich noch am OP-Tag bekommen hatte, habe ich dann auch immer schön benutzt. Zum Frühstück gab es dann, wie zu jeder anderen Tageszeit, Suppe.

Das Sprechen ging trotz geschlossenem Mund ganz gut. Nur bei manchen Wörtern brauchte ich dann doch den Block und `nen Stift.

2. Tag Post OP, 22.12.2010

Ich fühlte mich im Krankenhaus sehr gut aufgehoben. Die Schwestern sahen oft nach mir und brachten mir alles, was ich wollte. Am zweiten Tag war eine Visite vom Arzt und die Wundsekrettaschen (die kleinen Plastikboxen) kamen weg. Der Mund bleibt für eine Woche zugedrahtet und der Splint, so die Ansage, mehrere Wochen drinnen.

Ansonsten bin ich etwas herum gelaufen und habe etwas TV gesehen. Lesen war zu anstrengend. Die Aussichten vor Weihnachten nach Hause zu kommen standen gut!

3. Tag Post OP, 23.12.2010

An diesem Tag kam die Info, dass ich nach Hause konnte. Mir wurde noch die Schere mitgegeben und die Hinweise, auf was ich achten musste. Einen Termin für die nächste Kontrolle habe ich ebenfalls mitbekommen. Bereits um 11 Uhr war ich in meinen eigenen 4 Wänden. Im Spiegel habe ich dann zum ersten Mal bemerkt, wie gelb der ganze Hals war – alles blaue Flecken. Allerdings hatte ich keinerlei Schmerzen.

4. Tag Post OP, 24.12.2010

Zuhause ging schlafen auch nur im Sitzen. Am vierten Tag fing es an, auf der Zunge zu brennen. Der Wunsch, den Mund einmal aufmachen zu können, wuchs jeden Tag mehr.

5. Tag Post OP, 25.12.2010

Die Nacht war schlimm. Ich hatte kaum geschlafen und war fast nur wach. Die Zunge tat so tierisch weh, dass ich den Termin am Montag beim Arzt hersehnte. Jede Bewegung schmerzte.

Das Gesicht schwoll mehr an, wahrscheinlich kam es vom vielen Liegen.(?)

Die folgenden Tage und Wochen…

Essen:

Es stellte sich heraus, dass ich nach der OP Herpes im Mund bekommen hatte und das darum die Zunge auch so weh tat. Aus dem Grund konnte ich kaum feste Nahrung wie Brei oder ähnliches zu mir nehmen und musste weiterhin Suppe essen. Mit Caipirinha-Strohhalmen ging das Essen viel besser. Bald, nachdem die Verdrahtung weg kam, gingen aus Dinge wie Kartoffelbrei, weicher Käse oder Milchprodukte. Abgenommen habe ich trotzdem eine Menge. Was mich natürlich nicht stört … :mrgreen:

Termine:

Die nächsten Wochen gab es viele Arzttermine und eine gute Portion Krankengymnastik wie Drainagen und manuelle Therapien sowie Ultraschall. Die erste Zeit konnte ich selbst kaum Autofahren, dass fand ich etwas schwierig, denn mir wurde öfter mal schwindelig, daher hat mein Mann oder meine Schwiegermutti oft geholfen und mich überall hingefahren.

Verheilungsprozess und Fortgang:

Es heilte alles sehr gut. Es wurde nochmals der Kiefer geröntgt und laut Arzt könnte es nicht besser sein. Ist ja schon mal ganz gut so! Beim Röntgenbild konnte ich auch sehen, dass alles nur mit Schrauben, also nicht mit Platten, zusammen gehalten wurde. Am selben Tag wurden noch die Fäden entfernt. Zudem bekam ich für mehrere Wochen Kauverbot. Die scharfe Mundlösung wurde aufgrund des Herpes im Mund abgesetzt, statt dessen habe ich mir nach dem Termin eine sanftere Alternative aus der Apotheke geholt.

(Siehe: http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=9462)

Der Splint bleibt genau einen Monat im Mund, also kommt er am 20. Januar endlich raus!

Sonstiges:

Ich habe mich mindestens 2 Wochen sehr schlapp gefühlt, erst ab der 3. ging es Berg auf. Nun ist es fast 1 Monat her und so ganz 100%ig bin ich bis heute noch nicht da.

Die ganze Prozedur habe ich ehrlich gesagt etwas unterschätzt. Aber … es klappt trotzdem alles sehr gut. Während der ganzen Zeit hatte ich – bis auf die Herpes-Dinger – keinerlei Schmerzen. Das hat mich überrascht.

Bilder zu dem Beitrag gibt es unter diesem Link:

http://www.progenica.net/forum/showthread.php?t=9587

So, dass war’s. Ich hoffe, der „kurze“ Bericht ist doch nicht zu lang geworden. ;)

Viele liebe Grüße

Keira

bearbeitet von Keira

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Hi :mrgreen:

nur ein kleiner Zwischenstand: Im Gesicht habe ich immer noch Restschwellungen und die werde ich laut Arzt so 3-4 Monate haben. :(

Mein Aussehen ist mir immer noch etwas fremd und ich hoffe, ich kann mich bald an mein neues Gesicht gewöhnen.

Ansonsten ist weiterhin alles gut. Bin jetzt nach sechs Wochen post OP wieder 100%ig da! Fühle mich fit wie ein Turnschuh und bin wieder mitten drin.

Viele Grüße!

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Endlich mal ein Bericht über den Herrn, der die Bimax bei mir in zwei Wochen vornehmen darf. Und klingt ja soweit abgesehen von den üblichen kleinen Problemchen ganz positiv. :)

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Hallo n-less,

ich bin von dem Ergebnis und wie alles verheilt heute immer noch begeistert. Der Arzt ist wirklich klasse :)

Ich bin zwar noch etwas geschwollen, wird aber in den nächsten 3 Monaten wieder normal sein.

So, so, dann bist Du auch bald dran. Sicherlich auch im ZK Augsburg, oder?

Ich wünsche Dir alles Gute.

Grüßles!

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Hallo zusammen,

sodalle, es ist schon ein halbes Jahr her, dass ich meine OP hatte.

Nun sind endlich die Schrauben raus gekommen.

Wie ich ja bereits geschrieben habe, hatte ich keine Platten. Daher war die ME sehr einfach. Vergangenen Montag hatte ich gleich in der Früh einen Termin zur Entnahme.

Mit Spritzen wurden die Bereiche im Mund betäubt. Anschließend kam dann jeweils ein kleiner Schnitt und der Arzt hat mit einem kleinen Schraubenzieher die vier Schräubchen entfernt. Nach einer halben Stunde war alles vorbei. Die Schnitte wurden dann wieder vernäht und mein Mann hat mich dann nach Hause gefahren. (Alleine fahren wäre nicht gut gewesen – ich war danach etwas balla balla) :)

In den nächsten drei Tagen ist dann am Kiefer natürlich wieder eine Schwellung aufgetreten, doch jetzt – so eine Woche später – ist fast nix mehr zu sehen. Die ersten drei Tage hatte ich schon die Befürchtung, es würde wieder mehrere Wochen dauern, bis ich wieder normal aussehe. Doch das ging jetzt schneller, als ich erwartet hatte.

Normalerweise wird man dann eine Woche krankgeschrieben, doch ich konnte es mir auch so einrichten. Also mal ehrlich: So wie ich angeschwollen war, wäre ich nicht auf die Straße gegangen ;o) Der Pfannkucheneffekt war wieder da!

Morgen werden die Fäden gezogen. Dann muss nur noch die feste Spange raus, die Zähne fixiert werden und dann ist alles, alles überstanden. Wenn das alles zeitlich hinhaut, hat das Ganze dann insgesamt 2 Jahre gedauert – mit allem drum und dran.

Bin ja mal gespannt, ob ich dann in zwei Wochen von meiner Kieferorthopädin ein positives Feedback bekomme und schon im Juni ohne Spange herum laufen kann ;)

Dann melde ich mich wieder....

Viele Grüße!

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Wuhuuuu, wollt nur mal liebe Grüße an eine MKG-Augsburg-Gefährtin schicken! ;)

Die Ärzte dort sind einfach sooooo Klasse! Bist du zufrieden? :)

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Hi :)

Ich bin mit den Ärzten auch sehhhhhr zufrieden. Alle sind zugänglich und kompetent.

Bei denen fühle ich mich einfach in guten Händen.

Nochmals lieben Dank für die Grüße - natürlich in einem dicken Paket zurück *hähä*

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