Lothlorine

Bimax am 10.09.2010 bei Prof. Wangerin im Marienhospital Stuttgart

65 Beiträge in diesem Thema

Ich raff mich jetzt endlich auf und poste nun auch meinen OP-Bericht, die Zahnspangen-Geschichte kommt evtl. mal an anderer Stelle. Danke an alle anderen, die mir durch ihre Berichte im Vorfeld sehr weitergeholfen haben!

Besorgt euch noch einen Tee oder Kaffee und wer beißen kann ein paar Kekse, bevor ihr mit Lesen beginnt… :mrgreen:

Vorbereitung:

Der leitende Oberarzt des MH arbeitet mit meinem KFO zusammen und sichtet alle paar Monate die OP-Fälle in der Praxis in Karlsruhe. An diesen Terminen habe ich zweimal teilgenommen, beim zweiten Mal haben wir uns auf die Vereinbarung eines OP-Termins geeinigt. Dazu sollte ich im MH anrufen (Achtung: OP-Planung hat eine spezielle Telefonnummer, sitzt aber im gleichen Zimmer).

Der 1. und 2. Vorbereitungstermin wurde freundlicherweise in Hinsicht auf die weite Anfahrt zusammengelegt.

1. und 2. Vorbereitungstermin am 23.08.2010:

-Röntgenaufnahmen

-Abdrücke (die besten meines Lebens, null Probleme, die Frau möchte ich immer buchen!)

-Setup (viele Fragen zur Vorgeschichte, Funktionstests, Vermessungen und ein intensives Studium meines Gesichtes, das nicht leicht ohne Lachen auszuhalten ist, wenn der Prof. einem mit einer todernsten Miene minutenlang studiert)

-Face-Bow (Gesichtsbogenvermessung mit einer Apparatur, die mittels einer warmen Wachsplatte am OK, mit Stöpseln in den Ohren und einer Stütze über der Nase befestigt wird – tut nicht weh!)

-Spateltest (auf Spatel beißen, sieht wirklich sehr schick aus!, Parallellinienvergleich mit den Pupillen)

- erste Ankündigung, dass bei mir einfach alles schief ist und eine Bimax angeraten wird (KFO sprach ganz sicher nur von einer UKVV), Genaueres soll bei der Splintanprobe besprochen werden

3. Vorbereitungstermin am 30.08.2010:

-Einsetzen eines rosafarbenen Splintes mit dem ich zum Röntgen geschickt wurde

-Kurzes Entsetzen beim Zwischenstopp auf der Toilette: Soll ich wirklich SO danach aussehen? Da kann was nicht stimmen… :shock: (Später hab ich kapiert, dass dieser erste Splint nur zum korrekten Einstellen der Kieferköpfchen diente, da ich mir angewöhnt hatte meinen UK nach vorne zu schieben. Die Differenz auf den Röntgenbildern ist frappierend!)

-Erneutes Face-Bow, da die Ergebnisse des ersten solche Schieflagen im Modell zeigten, dass der Prof. es selbst nochmal nachmessen wollte. Daher erfolgte leider noch keine Entscheidung über die geplanten OP-Maßnahmen.

Mein KFO hatte in den folgenden Tagen wohl zwei intensive Telefonate mit meinem KFC geführt, da die Meinungen stark voneinander abwichen. Leider hatte mein KFO kein aktuelles Modell zum Vergleich vorliegen, da ich es ins MH mitgenommen habe.

Die letzten Tage vor der OP war ich ziemlich aufgeregt und hatte große Angst, wie sie die Monate danach mein Leben beeinflussen wird.

Zu allem Elend erkältete ich mich eine Woche vor dem OP-Termin, wahrscheinlich war mein Immunsystem vor lauter Aufregung ziemlich angegriffen. Ich konterte mit einer Unmenge an Globulis und war dann auch wieder ziemlich fit. Ansonsten habe ich als Genussmensch nochmal alles gefuttert, worauf ich Lust hatte und ich kann rückblickend sagen, dass ich es nicht bereut habe… :338:

09.09.2010 – Aufnahmetag

Zu diesem Termin bin ich alleine angereist, da mir klar war, dass mich die Untersuchungen den ganzen Tag auf Trab halten werden. Trotzdem war die Verabschiedung von meinem Freund traurig…

Die Anmeldung in der netten Kabine im Marienhospital ging ganz rasch (als Privatpatient hätte man das wohl auch auf dem Zimmer erledigen können… ich berichte davon nicht aus irgendeinem falschem "Stolz" heraus, sondern als Info für andere Privatversicherte). Ich wurde in die Ambulanz der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie geschickt, die mir ja von den Voruntersuchungen schon bekannt war (auch im Erdgeschoss, rechts hinten). Dort musste ich dann mit meinem ganzen Gepäck warten, denn der Prof. hatte wohl angeordnet, dass ich vorm Zimmerbeziehen mit ihm die OP besprechen soll. Dazu wurde er eigens aus dem OP geholt, das hat mich dann nur noch nervöser gemacht. Wir hatten dann ein sehr intensives Gespräch über die Notwendigkeit einer Bimax. Dazu wurden auf den Fotos Parallellinien zwischen Pupillen und Ohrläppchen verglichen, sowie eine evtl. schiefe Kopfhaltung in Erwägung gezogen. Hier kam dann meine Skoliose, weswegen ich in der Kindheit in Behandlung war, ins Gespräch. Der Prof. hat das Modell aufgrund des 2. Face-Bows nochmal überprüfen lassen, aber es gab keine Veränderungen. Die Mittellinienabweichung sei kein Problem, aber die Schieflage des OK, sowie der enge Zahnstand hinten (Kiefer zu schmal). Mir wurde sogar noch ein CT angeboten, das aber auch wieder Risiken mit sich bringt, so dass ich darauf verzichtete und meine Einwilligung zu dem Eingriff gab. Ich wäre zwar gerne mit der UKVV weggekommen, aber da ich die OP nur einmal in meinem Leben mache, möchte ich auch bestmögliche Ergebnisse erzielen. Zudem hatte ich das Gefühl gut aufgehoben zu sein. Ich solle allerdings noch persönlich Rücksprache mit meinem KFO halten, was ich dann auch gleich getan habe. Mein KFO gab mir nämlich im Vorfeld seine Handynummer, um für mich erreichbar zu sein, was ich eine sehr nette Geste fand. Dieser bestätigte dann meine Entscheidung und bedauerte, dass er keine Unterlagen zur eigenen Prüfung vorliegen hat.

Auf der Station im 5. OG wurde ich schon seit langem erwartet, d.h. mir blieb nur kurz Zeit mein Gepäck im Zimmer abzustellen. Ich hatte freie Bettwahl, denn ich sei bis Sonntag noch sicher alleine. Das waren gute Nachrichten! Danach ging es zur Blutabnahme ins Arztzimmer am Ende des Flurs.

Dr. B. führte die Anamnese durch und nahm mir gleich zweimal Blut ab, da für mich nur Röhrchen für eine UKVV vorbereitet waren… Nach einer kurzen Erläuterung, dass ich als erste morgen früh um 8.00 Uhr dran bin und danach für eine Nacht auf die Zwischenintensivstation komme und somit erst wieder am Samstag zurückkehre, durfte ich mein Mittagessen auf dem Zimmer einnehmen. Leider wusste ich nicht, dass es abends nicht ganz so lecker sein würde und aß vor lauter Aufregung nicht wirklich viel davon.

Dann ging es schon wieder weiter im Takt: Eine junge Krankenschwester mit „Laptop auf Rädern“ befragte mich von A wie Appetit über H wie Herzschrittmacher bis I wie Inkontinenz. Die aufgeregte FSJlerin durfte dann Blutdruck, Puls und Temperatur messen. Und da war das erste Malheur: Das Thermometer zeigte ungünstige 38,2 Grad an! In der Anästhesie musste ich dann ewig lange warten und mich von meinen Mitmenschen anhusten und –niesen lassen… Der umfangreiche Aufklärungsbogen, den ich ausfüllen sollte, lenkte mich nur wenig von meinen Sorgen um die Durchführbarkeit der OP ab.

Der Anästhesist M. war sehr nett, stellte mir jedoch nur noch wenige zusätzliche Fragen. Ich hätte schon gehen können, sprang dann doch über meinen Schatten und erwähnte die eben gemessene erhöhte Temperatur. Der vorher so ruhige Arzt wurde sehr wütend auf meinen KFC und auch auf mich, da das schon Fieber sei und eine Wahl-OP und er mich morgen mit dem Risiko auf dem Tisch liegen hätte… Vorsichtig fragte ich nach, was passieren könne – ich hätte es besser nicht getan! Er ordnete ein zusätzliches große Blutbild an und meine Verunsicherung war komplett. Wieder auf Station wurde mir dann von einer jungen Ärztin an meinen nun schon beide verstochenen und blau gewordenen Arme Blut abgenommen. Dieses Mal war das kein Problem. Ich kippte Unmengen von Wasser (das freundlicherweise auf meinem Nachttisch stand) in mich hinein und siehe da, die Temperatur hatte sich bei der nächsten Messung schon auf 37,8 gesenkt. Nachdem ich endlich auspacken konnte, sollte ich auch schon wieder runter in die Ambulanz. Der Prof. erklärte mir im Beisein des Technikers, der das Modell im Artikulator angefertigt hat, nochmals die Notwendigkeit der Bimax und was gemacht werden soll. Dann ging er mit mir gemeinsam einen ellenlangen Aufklärungsbogen durch und erwähnte immer so nebenbei wie häufig bzw. wie wenig das bei ihnen im MH vorkommt. Entgegen meiner sonstigen Art wollte ich zu dem Zeitpunkt das alles gar nicht mehr soooooo genau wissen… Dann wurden noch 5 Backenzähne von ihm höchstpersönlich eingeschliffen (wenn er grad dabei ist), damit der Splint besser passt. Hierzu waren rote Punkte auf dem Modell markiert. Den eigentlichen Splint konnte ich nicht anprobieren, da er ja noch nicht passen konnte (der OK sollte verbreitert werden). Dafür wurden erneut Fotos mit dem „alten Splint“ (rosa) gemacht , der zur Einstellung der Kieferköpfchen diente. Die Assistentin musste jeweils sagen, ob die Augen auch wirklich horizontal waren. Die beste Nachricht am Ende der Untersuchung: Die erhöhte Temperatur stelle kein Problem dar. Und eine ganz süße Geste: Der Prof. notierte sich die Telefonnummer meines Freundes und steckte sie sich in seine Brusttasche mit dem Versprechen ihn nach der OP anzurufen.

Auf dem Zimmer angekommen gab es die Henkersmahlzeit: Zu meiner Enttäuschung nur Käsebrot mit Spargelsalat und eingemachte Aprikosen… Und ich bekam noch eine geheimnisvolle Zimmernachbarin für eine Nacht, die als ehemalige Patientin auf der Durchreise war und mir partout nichts über die OP und die Zeit danach erzählen wollte. Ich ging nochmal runter in die Kapelle und zündete ein Lichtlein für mich und alle anderen im MH an.Trotz Schlaftablette hab ich noch lange wachgelegen und wurde auch zweimal wach, weil die Nachtschwester nach uns schaute. Schließlich hatte das Sandmännchen ein Einsehen…

OP-Tag, 10.09.2010

Um halb sieben wurde ich freundlicherweise von einem „Spritzle“ unter der warmen Bettdecke, äh Krankenschwester mit Heparinspritze geweckt. Die Temperaturmessung ergab beruhigende 37,1 Grad – das hab ich gleich mal per Telefon an meinen Freund durchgegeben, jetzt kann es losgehen! Nach einer letzten ausgiebigen Dusche schlüpfte ich in das bereitliegende wahnsinnig schicke OP-Outfit: weiße lange Thrombosestrümpfe, ein Wickelhemdchen und Netzunterhosen der Größe XL (nicht gelogen). Dann noch ein letztes ordentliches Zähneputzen! Die Schwestern meinten ich könne mir eine Tasche für die Zwischenintensiv packen. Nur, was nimmt man da mit? Ich hab mir Unter- und Nachtwäsche, sowie meine Hausschuhe eingepackt, sowie meine Schnabeltasse. Das war nachher auch ganz praktisch. Schließlich hab ich versucht mich noch durch Zeitunglesen (auch die gibt es für Privatpatienten täglich) abzulenken und beinahe vergessen die Beruhigungstablette rechtzeitig zu nehmen (eine Viertelstunde bevor ich geholt werde). Um 8 Uhr stand dann eine nette Dame von den Johannitern im Zimmer. Sie schob mich vor den OP im EG (neben der Ambulanz) und klingelte, nur niemand öffnete uns. Ratlosigkeit machte sich breit. Als die Dame zum Telefon griff kam schon der Prof. samt Ärzteschar vorbei und wies uns den richtigen Weg (OP 1, 2. OG). Na, diese Hürde haben wir nun auch genommen. Also während dieser ganzen Prozedur dachte ich, die Tablette wirkt nicht, aber so im Nachhinein betrachtet wird es ab jetzt „komisch“. In dem Raum, wo man durch so ein Rollband auf den OP-Tisch verfrachtet wurde, waren zwei Zivis, die sich kaputtgelacht haben – ich fand das irgendwie gar nicht witzig. Das nächste an das ich mich erinnere, war der OP selbst (wie ich dahin kam, keine Ahnung). Dort empfingen mich zwei von der Anästhesie, sonst war noch keiner da. Auf meine Nachfrage kündigten sie an, dass noch 4 Ärzte dazu kommen. Die beiden schlossen mich an die Elektroden an, haben meine Arme befestigt und mich nach meinem Wunschtraum befragt. Das fand ich langweilig und antwortete mit „egal“, was natürlich nicht akzeptiert wurde, schließlich müssen die ja merken, wann ich abdrifte. Also hab ich was von Islandpferden erzählt. Die Schwester meinte, ein eigenes Pferd sei viel Arbeit. Ich wollte ihr eigentlich noch widersprechen, von wegen Robustpferde und so – das war mir nicht mehr vergönnt… Ich stellte noch die Frage, ob jetzt endlich die Beruhigungstablette wirkt, oder ob das die Narkose ist, denn mir wurde derweil am rechten Arm schon ein Zugang gelegt, da stand er schon mit der Maske hinter mir, aber das war alles sehr diffus …

… und während ich dann doch von nix träumte wurde

- der OK dreigeteilt und um 1 mm nach rechts verlagert

- im Frontzahnbereich um 2,5 mm nach vorn verlagert

- im 6er Bereich rechts 1,5 mm nach kranial und links um 1,5 mm nach

kaudal verlagert

- im 6er Bereich um 3 mm und an der hinteren Modellkante um 5,5 mm

gedehnt

- der UK um mehr als 10 mm nach vorne verlagert

- eine Beckenkamm-Entnahme linksseitig und Transplantation an mehreren Stellen im Kiefer und Gaumen vorgenommen

und fast nicht erwähnenswert

- ein Weisheitszahn entfernt, der noch im Kiefer steckte

Und siehe da: Meine „schwere Gesichtsbildung und schwere Bissanomalie“ war behoben! :mrgreen:

Nee, Spaß beiseite: Ich hab mit der Abrechnung auch den OP-Bericht bekommen und es ist ganz schön krass, was da alles gemacht wurde und ich habe höchste Achtung vor der Leistung der Ärzte! Es waren übrigens drei Operateure am Werk (der Prof und zwei Assistenten Dr. Z. und Dr. M.).

1. Nacht auf der Zwischenintensiv

An einen Aufwachraum kann ich mich nicht erinnern, auch nicht an das Aufwachen selbst.

Die ganzen Erinnerungen sind sehr verschwommen, erst der Besuch des Professors am Nachmittag ist mir wieder deutlich im Gedächtnis. Er bestätigte, dass die OP sehr gut verlaufen ist, sie wenig Zeit brauchten („nur“ 4 Stunden) und er meinen UK-Nerv nicht verletzt hat. Meine Zähne stünden jetzt super und mein Kinn wäre schön geworden. Komisch, daran wurde doch nichts gemacht? Ach ja, und mein KFO würde Augen machen, wie toll es geworden ist. Schließlich wies er mich noch auf die Knochenentnahme aus dem Beckenkamm hin, die ich bis dato noch gar nicht bemerkt hatte, da so viel an mir verkabelt war. Mein Kieferknochen wäre zu dünn gewesen. Das hat sich erst während der OP herausgestellt. Ich hab mich jedenfalls sehr gefreut, dass er sich die Zeit nahm und mich besuchen kam. Später kam dann noch mein Freund vorbei, der mich erst gar nicht erkannte und zwischen den ganzen Vorhängen suchen musste. Er bekam nur den Hinweis: „Da hinten liegt sie.“ Leider konnte ich nicht mit ihm reden und nur mit schwachen Gesten war eine Verständigung auch schwierig. Obwohl ich ihn mit Fotos aus dem Forum auf meinen Anblick vorbereitet habe, war er doch sehr blass um die Nase und ich schickte ihn bald nach Hause. Übrigens: Die Augen wurden während der OP mit Augengel versorgt und kleben deshalb ein wenig zusammen.

Was folgte war die schlimmste Nacht von allen. :626: Nicht wegen mir (keine Angst!), auch wenn das ganze Zeug am Körper sehr unangenehm ist. Ich zähl mal auf: Magensonde aus der Nase, Kühlmaske im Gesicht, Splint im Mund, Elektroden auf der Brust, Venenkatheter in der Hand, Blasenkatheter und Blutdruckmessmanschette, die alle paar Minuten zu messen begann. Also die Dinge, vor denen ich am meisten Angst hatte, waren nicht schlimm, den Katheter hab ich nicht gespürt und auch das Ziehen am nächsten Morgen war kein Problem (die Scham vorm Pfleger hat man auch nur im Vorfeld). Übel war mir Gott sei Dank auch nicht. Die Magensonde durch die Nase hat zwar gestört und ich litt unter Hustenreiz. Der Pfleger hat mehrmals im Mund und an der Sonde abgesaugt, aber ich hatte keine Nachblutungen. Die superlieben Nachtschwestern haben mir die Sonde dann gezogen und ich durfte sogar versuchen was abzuhusten. „Tiiiief einatmen“ und beim Ausatmen kam eine lange unappetitliche Schlange aus meiner Nase gekrochen… Tut nicht weh! Dann hat noch meine Kühlmaske etwas geleckt, so dass mir ein Handtuch untergelegt wurde. Die Anteilnahme und Ermutigung durch die Schwestern tat soooo gut. Warum war die Nacht nun schlimm? Ich lag am Fenster und hatte einen schönen Ausblick auf Stuttgart, aber leider auch auf mein Gegenüber: Eine arme alte Frau, die aus Platzgründen von der Intensiv hierher verlegt werden musste und schon 21 Wochen (!) im Krankenhaus war. Die Pflegekräfte haben ganz schön rotiert. Die Maschinen schlugen ständig Alarm, es wurden mehrmals Ärzte hinzugezogen und ich klingelte zweimal nicht für mich, sondern für diese Patientin, da ich dachte jetzt schafft sie es nicht mehr. Wie nichtig war da plötzlich meine Bimax! Schließlich hat noch einer Narzissen gepflückt und ein anderer sich von den unangenehmen Kabeln befreit, wie ich den Rufen der Schwestern entnehmen konnte… Ein Irrenhaus! Ich bekam zwar noch ein Schlafmittel, hab aber nur noch auf den Sonnenaufgang und die Stationsschwestern gehofft, die mich holen. Ein wenig hab ich geschlummert und die Geräte und ihre Geräusche in meinen Traum eingebaut…

Am Morgen war Übergabe und ein Arzt nahm mir Blut. Bei alldem war ich nur die unkomplizierte Bimax dahinten. Der Pfleger am Morgen kam mir dann doch bekannt vor, d.h. ich hab ihn wohl am Vortag im Aufwachtaumel schon mal begrüßt. M. war ein ganz Netter und hat mir erlaubt aufzustehen und auf die Toilette zu gehen. Ich stand ihm wohl etwas schnell auf den Füßen, aber ich wäre gar nicht so geschwollen und hätte eine gesunde Gesichtsfarbe. Das hört man doch gern. Umso größer war das Entsetzen auf der Toilette, als ich das erste Mal in den Spiegel schaute. Immerhin konnte ich mich alleine umziehen. Mutig flößte ich mir dann noch eine Fruchtbuttermilch und eine Erdbeermilch (Strohhalm zwischen die Zähne stecken und auf das Päckchen drücken) vom großen Frühstücksbrett ein, nur damit ich da wegkomme. Und für alle, die wie ich aufgrund von Migräneattacken in der hormonfreien Phase die Pille im Langzeitzyklus einnehmen: Ich hab es irgendwie geschafft das Ding runterzubekommen. Die Angst vor zusätzlichen Migräneschmerzen war zu groß.:???:

1. Tag post-op – 11.09.2010

Am späten Vormittag kam ich dann auf die Station zurück. Auf meinem Nachttisch stand ein Becherchen mit einem Zahn drin, der irgendwie voll abgenutzt aussah, gar nicht wie ein Weisheitszahn, der eigentlich extrudiert werden sollte… Ob da was schiefgelaufen ist?

Schmerzen hatte ich fast keine, d.h. ich brauchte kein zusätzliches Schmerzmittel. Das Essen war megaanstrengend und funktionierte nur ohne Maske (ja, ich braver Patient habe es einmal mit probiert…ihr dürft jetzt lachen wie die Schwestern). :oops: Die Lippen brannten und ohne Maske fühlte sich mein Gesicht an, als ob es gleich explodiert. Der Splint war am OK verdrahtet und mit zwei Gummis am UK befestigt. Es war wenig Platz im Mund, da die Zunge geschwollen war und am Splint noch ein Gaumenbügel befestigt ist.

Positiv war, dass ich überall im Gesicht was spüren konnte, auch wenn es sich ziemlich taub anfühlte, d.h. ich spürte wenn etwas nass war, aber leider nicht wo. Mein Handspiegel war mein bester Freund, auch beim Essen. Auf dem zweiten Rang die Taschentuchbox, denn ich sabberte was das Zeug hielt. Lesen ging erstmal gar nicht und die Kommunikation mit meinem Freund pflegte ich auch noch die nächsten Tage über das Notebook abzuhandeln, da Reden sehr anstrengend war. DVD schauen war auch eine willkommene Abwechslung. Dr. B. hat nur kurz hereingeschaut und gemeint, ich müsse am ersten Tag nicht ins Arztzimmer zum Spülen kommen.

Die zweite Nacht war leider nicht viel besser, als die erste, aber immerhin lag ich alleine auf dem Zimmer. Ich bekam nur schlecht Luft und auch das Nasengel half nur wenig weiter. Kaum war ich eingeschlummert, wurde ich durch mein eigenes Schnarchen aus dem Schlaf gerissen… Der lustige Nachtpfleger Z. meinte nur, Frauen bekäme man nicht so schnell kaputt. Wie aufmunternd! Aber wozu kommen nachts viele Folgen „Willi will’s wissen“ im Fernsehen? Dass ich dann die Gottesdienstliveübertragung aus der Kapelle verschlafen habe, sei mir verziehen. Hierzu werdet ihr übrigens immer freundlichst per Lautsprecherdurchsage eingeladen!

2. Tag post-op, 12.09.2010

Und jeden Morgen der gleiche Ablauf: Wecken um halb sechs mit Flaschenwechsel (Hand tat zunehmend weh), Thrombosespritze, Temperatur und Puls messen, Frühstück um 7. Es gab immer viele Milchprodukte und leider auch 4 abgedeckte Schälchen, die ich ja erstmal öffnen musste, um den Pudding zu finden. Leider, weil in zweien auch immer eine eklige Suppe lauerte… Bäh! Mit Löffel und Spiegel klappte das Essen immer besser, nur das Handtuch, das ich als Schlabberlatz missbrauchte, musste dringend dem Weißen Riesen begegnen… Danach schaffte ich es mich zu waschen und umzuziehen. Das war so anstrengend, dass es unter den Großereignissen des Tages abgespeichert wird. Ich schaufelte Unmengen von Globulis in mich hinein (Arnica und Hypericum C30, später zuhause auch Lymphomyosot und Bromelain) und hatte auch lediglich gelbe Flecken am Hals. An Medikamenten vom Krankenhaus gab es Cortison zum Abschwellen, Elektrolyte und Antibiotikum per Infusion und Schmerzzäpfchen am Abend. Nach Abnahme der Infusion (Hand war ziemlich dick geworden) bekam ich alles in Tablettenform, das Antibiotikum musste ich mir mörsern und untermischen. Rote Stellen im Gesicht veranlassten mich die Kühlmaske von 17 auf 19 Grad höherzustellen. Das Gesicht spannt extrem, aber die Schmerzen sind wirklich gering.

Heute musste ich ins Arztzimmer zum Spülen und Gummiwechsel. Auch das Pflaster am Becken wurde auf meinen Hinweis mal gewechselt. Die Wunde tat übrigens zwar ca. 2 Wochen lang weh, aber es ließ sich aushalten. In der Bewegung war ich ein wenig eingeschränkt.

Dieser Tag war im Rückblick mein absoluter Tiefpunkt, es gibt da auch noch ein sehr schönes Foto, das alle Zweifler an der OP in ihrem Urteil bestätigte… :559: Die Schwellung erreichte ihren Höhepunkt und meine Laune ihren Tiefpunkt.

In dieser Nacht klingelte ich das einzige Mal während meines Aufenthaltes (außer auf der IMC), blöd ist nur, dass eine nette Stimme nach dem Wunsch fragte und meine Artikulation sehr zu wünschen übrig ließ. Sie hat dann aber doch gleich kapiert, dass der gute Pfleger Z. mal bei mir vorbeischauen soll…“Mädle, was ist los?“

Ein wichtiger Tipp zum Durchatmen: Meine Nase war sehr verstopft und ich durfte kein Wattestäbchen oder ähnliches benutzen. Ich hab dann dennoch gaaanz vorsichtig mit feuchten Tüchern gearbeitet und es war eine Erlösung, als das vertrocknete Blut und der Eiter draußen waren. Dann konnte das Nasengel erst richtig wirken. Das Schlimmste war die Angst vorm Ersticken: Bei Hustenreiz und Verschlucken hab ich leichte Panikanfälle bekommen, die ich durch tiefes ruhiges Ein- und Ausatmen aber gut in den Griff bekam. Nackenhörnchen und hochgestelltes Kopfende sind ebenfalls sehr zu empfehlen. So überstand ich auch die dritte Nacht.

3. Tag post-op, 13.09.2010

The same procedure as every day … Der tägliche Besuch durch meinen Freund (DANKE!) war das Highlight des Tages. Meine mitgebrachte Munddusche legt Faulenzertage ein und die neu angeschaffte Babyzahnbürste wartet auf ihren ersten Einsatz. Lediglich die Mundspülung aus dem Krankenhaus durfte täglich mein „Esszimmer“ betreten und bei der Renovierung helfen. Also ich kann euch allen nur empfehlen, eine GROßE Box mit weichen Tüchern mitzunehmen, denn ich sabberte immer noch was das Zeug hielt. Zweimal hat es der Prof. sogar mit den Händen aufgefangen :192: . Leider merkt man es einfach nicht, wenn es läuft…

Daher war ich an diesem Tag mit einem Tuch vor dem Mund im Krankenhaus unterwegs, der einzige Ausflug während den 6 Tagen. Ich musste zur Radiologie und wurde das erste Mal nach der OP geröntgt. Das war schon sehr anstrengend! Vor allem, weil die Röntgenfrau nicht verstand, warum ich meine Tage schon so lange nicht mehr hatte und tatsächlich befürchtete, ich sei schwanger… Und jetzt versucht bitte mal, ihr mit Splint im Mund klar zu machen, was ein Langzeitzyklus aufgrund Migräneattacken in hormonfreien Phasen ist! :167:

4. Tag post-op 14.09.2010

An diesem Morgen war Visite angesagt. Durch einen Bericht hier aus dem Forum war ich vorgewarnt und hab mit Frühstücken gewartet, so saß ich also gewaschen und ansehbar gespannt in meinem Bett. Um halb acht trat eine ganze Armee von Weißkitteln in mein Zimmer (ich konnte gar nicht so schnell alle erkennen), alle in ehrfurchtsvollem Abstand zum Chef. Der Prof. betrachtete mich nur intensiv von außen und lobte mein vorbildliches Tragen der Kühlmaske. Ich wurde gefragt, ob ich gut in den Splint beiße und er wolle sich die Röntgenbilder später mal anschauen. Er beantwortete noch geduldig meine Fragen und kontrollierte die Wunde am Becken. Meine Entlassung wurde für Donnerstag angekündigt. An diesem Tag kehrte zunehmend das Gefühl zurück: Es zog und spannte überall im Mund. Die Nasenkrusten lösten sich und ich konnte besser atmen. Dadurch ließ es sich auch besser schlafen. Nur der Hustenreiz war nach wie vor da. Ab und an spürte ich auch meine Zähne wieder. Ich stellte die Temperatur der Kühlmaske nun höher und auch das Essen klappte viel besser.

Am Nachmittag ging ich mit Hilfe meines Freundes das erste Mal duschen. Und ich bekam eine Bettnachbarin! Sie reiste mit ihrer Mama an und ich konnte den beiden schon ganz viele Fragen beantworten. Uns verbindet heute noch eine gute Freundschaft, gerade in den ersten Wochen zuhause konnten wir uns gegenseitig sehr gut unterstützen. Die gleichen Probleme schweißen ganz schön zusammen… :539:

Die Kontrolle am Nachmittag übernahm der griechische Assistenzarzt. Außer einem „perfekt“ bekam ich nicht viel aus ihm heraus. Aber das reichte mir ja auch schon… Vor dem Arztzimmer wartete eine „Frischoperierte“, ich konnte mitfühlen und merkte aber auch, dass es mir zunehmend besser geht. Nur die neuen Gummis alle zwei Tage zwiebelten ganz schön, da ging der Mund beim Essen einfach wieder viel schwieriger auf.

5. Tag post-op 15.09.2010

Ich fieberte mit meiner neu gewonnenen Freundin, als sie nun zur OP abgeholt wurde. Dann war ich wieder alleine… Aber nicht lange: An diesem Tag brachte mein Freund noch seine Schwester und eine Kommilitonin mit, die auch noch im MH operiert wird. Mutig, mich zu besuchen… ;-) Es war schön mehr Besuch zu haben, aber auch noch anstrengend. Bei der Kontrolle abends erfuhr ich, dass es meiner Zimmernachbarin gut geht. Sie verbrachte ja diese Nacht auf der Zwischenintensiv.

6. Tag post-op 16.09.2010

Am Entlasstag ging alles ganz schnell. Ich durfte nach dem Frühstück in der Ambulanz vorstellig werden. Der Prof. wirkte sehr gehetzt, schnappte mich, obwohl noch viele warteten (auch ein ganz kleines Baby, unglaublich wer da alles behandelt wird), spülte den Mund aus und wechselte nochmals die Gummis und das Pflaster. Toll finde ich, dass er ganz viele Dinge persönlich erledigt. Er drückte mir ein Röhrchen Gummis und Pflaster in die Hand und ich kam gar nicht dazu, alle meine Fragen zu stellen… denn er wollte noch Fotos haben! Da das „Monstermundauseinanderhaltteil“ noch nicht reinpasste, arbeiteten die Assistentin und eine herbeigerufene Sekretärin mit Mundspiegeln. :659: Keine Angst, das ist wohl nicht die Regel, aber ich sollte auch in den folgenden Wochen noch viele Bilder gemacht bekommen. Ich glaube da steckt der „Disput“ zwischen meinem KFO und dem KFC im Vorfeld dahinter und dass ich dadurch wohl ein „besonderer“ Fall bin. Abschließend gab es noch ein Attest und weitere Termine, sowie (ganz wichtig) ein Rezept für Diclofenac.

Wieder oben im Zimmer packte ich zusammen und wartete auf meinen Freund, der leider Stunden im Stau stand. Also klauten sie mir auch MEIN Bett und legten ein Mädchen auf meinen Platz. :twisted: Nur gut, dass ich meine Zimmernachbarin nochmal traf, die mittlerweile von der Intensiv zurückgekehrt war. Die lange Heimfahrt war ein Albtraum, da mir vorher nicht bewusst war, wieviele Schlaglöcher unser Körper sonst ausgleicht ohne zu rebellieren. Mein mehrfachgebrochener Kiefer fand das gar nicht so schön. Zuhause angekommen gleich der nächste Schock: Aufgrund der Knochenentnahme aus dem Becken war ein Übernachten in unserem Hochbett unmöglich und auch die ausgezogene Couch war sehr niedrig und hatte keine luxuriöse, automatisch verstellbare Rückenlehne… Nein, Spaß beiseite: Obwohl ich mich vorher freute endlich heimzukehren, war mir alles zuviel und ich hab mich noch eine Nacht zurückgewünscht. Zuhause muss sich alles erst einspielen. Auch mein Freund dachte, es geht dann alles wieder leichter, aber dem war noch Wochen nicht so.

Abschließend zum Krankenhausaufenthalt: Ich war sehr, sehr zufrieden mit dem MH! Sowohl die Ärzte, als auch die Pflegekräfte waren sehr professionell, aber auch menschlich. Ich habe nun noch mehr Achtung und großen Respekt vor diesen Berufsständen! Es sind wohl doch alles „Gutmenschen“! Danke! :488:

Was ich noch vergaß: Ich erhielt als Katholikin zweimal Besuch von einer sehr netten Nonne und einmal kam auch ein ehrenamtlicher Besuchsdienst vorbei. Eine Ergänzung für die Privatversicherten: Einmal am Tag kommt eine Service-Assistentin vorbei und man darf sich vom vollgepackten Wägelchen was zum Essen oder Trinken aussuchen, nur dumm, wenn man wegen einer Bimax da ist. Na ja, eine Bionade für meinen Freund sprang immer raus…

Nachuntersuchungen:

- 2 Wochen nach der OP war der erste Kontrolltermin, also ca. 1 Woche nach Entlassung (geht ruckzuck, nur Spülung und Fäden ziehen am Becken)

- Der Splint sollte eigentlich aufgrund der Dreiteilung erst nach 7 Wochen entfernt werden. Da mein KFO zu diesem Termin nicht anwesend war (Bogenerneuerung), verlegte der Prof. diesen Termin vor, d.h. ich war den Splint nach 5 ½ Wochen los. Die Splintentfernung war ein Spaziergang gegen das anschließende Bogeneinsetzen beim KFO, da mein Mund zu diesem Zeitpunkt sich max. 17 mm öffnen ließ.

- 2 Wochen danach wurde geröntgt und wieder Fotos gemacht.

- 3 Monate nach der OP eine weitere Kontrolle der Mundöffnung mit (ihr wisst schon) Fototermin.

- Mein nächster Termin im MH ist erst Anfang Mai. Dann wird schon der Termin zur Metallentfernung vereinbart.

Ich hatte zwischendurch mehrfach meinen KFO aufgesucht, auch zur Kontrolle der Wunden nach der OP. Bei einem Termin ca. 3 Wochen nach der OP bestand der Verdacht auf eine Entzündung, so dass ich gleich ein Antibiotikum aus der Apotheke holen und einnehmen musste und auf direktem Weg nach Stuttgart fahren sollte. Dort stellte der leitende Oberarzt Gott sei Dank nichts weiter fest, so dass ich wieder heimdurfte.

Die Zeit danach:

Der Heilungsverlauf verlief bei mir wirklich sehr schleppend und ich musste eine meiner am schwächsten ausgeprägten Charaktereigenschaften täglich besiegen: Die liebe Geduld! Ich lernte, mich auch an kleinsten Fortschritten zu freuen (z.B. wieder aus einem Glas zu trinken) und dass es beruflich tatsächlich auch einmal ohne mich geht. Insgesamt war ich 10 Wochen krankgeschrieben, da ich noch nicht in der Lage war, die besonderen Anforderungen, die im Beruf auf mich warteten, zu bewältigen. Dabei hatte ich mir vorher alles genau ausgerechnet… Wobei ich dazu sagen muss, dass ich nach dem Krankenhausaufenthalt täglich per E-Mail gearbeitet habe und schriftliche Aufgaben erledigte.

Der Alltag zuhause warf immer neue (aus heutiger Sicht kleine) Problemchen auf: Gummis einhängen, Zähneputzen mit Splint, Umstieg von flüssigem zu püriertem Essen und dann nach 6 Wochen das erste „Kauen“ (wenn man das so nennen will), Auflösen der Fäden, Kieferschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln und „Stiche“, Druckgefühle („wie im Schraubstock“), Mundöffnungsübungen mit Spateln, Rücken- oder Seitenlage, Schwellungen, „Schlappheit“, Veränderungen in der Mimik, neuer ungewohnter Aufbiss, Schmerzen beim Lachen und im Kiefergelenk, wunde Stellen im Mund, fühlbare Schraube im Zahnfleisch im OK, sensibler Gaumen… jeden Tag was Neues und für einen Außenstehenden Unvorstellbares!

Die kieferorthopädische Behandlung konnten wir aufgrund der langanhaltenden Schwellungen (ich habe jetzt noch kleine Rest“bäckchen“) und der geringen Mundöffnung erst im November wieder aufnehmen. Nun trage ich fleißig Gummidreiecke, damit sich der Biss schließt. Leider wurde mir auf Wunsch des KFC auch wieder mein Gaumenbogen eingesetzt, damit die OK-Verbreiterung auch so bleibt. :roll:

Seit Ende Oktober bin ich auch auf Eigeninitiative hin zweimal wöchentlich in Physiotherapie, in einer auch auf Kiefererkrankungen spezialisierten Praxis. Die Kombi aus anfänglicher Lymphdrainage und Osteopathie beschleunigten den Heilungsprozess merklich. Meine Mundöffnung ist nun bei sehr erträglichen 3,4 cm angelangt. Probleme bereiten noch die Schwenkung des Unterkiefers in eine Richtung (partielle Diskusverlagerung) und die üblen Verspannungen. Sonst geht es mir wieder richtig gut, kauen klappt immer besser und ich ertappe mich oft dabei, dass viele Dinge endlich wieder normal werden. Mein derzeitigen Ziele sind eine Mundöffnung von 4 cm (das meinte eine Ärztin im MH), die Entbänderung (im Frühjahr) und die Metallentnahme im Herbst.

So, wer bis hierhin durchgehalten hat, dem gratuliere ich recht herzlich! Ist doch schon sehr lange geworden, aber wohl auch eine Art der Selbstverarbeitung. Wer dennoch noch Fragen hat, her damit! :473:

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Vielen, vielen Dank für deinen tollen Bericht!!

Das ist vor Allem besonders hilfreich, wenn man bald in etwa die gleiche OP im gleichen KH hat :)).

Das mit dem Sabbern hat mir letztens die erzählt, die die guten Abdrücke immer macht, also die aus dem KH in der Ambulanz. Sie meinte, wenn Patienten hier sitzen und sie ein "Ssschst" hört, weiß sie gleich "Aha!! Bimax gehabt!" :D

(...und ich werde DEFINITIV an die große Box mit Tüchern denken, reicht ja wenn die Ärzte einem von uns den Sabber aufhalten müssen :-P)

bearbeitet von JanaxX

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Super Bericht! Vor allem find ich es interessant auch von "Kleinigkeiten" zu lesen, an die man im Vorfeld wohl gar nicht denkt! Bei mir dauerts ja noch, bis ich an eine OP denken muss, trotzdem liest man in jedem dieser Berichte irgendwas wo man sich denkt: das muss ich mir merken!

Hattest du eigentlich schon vor der OP Physio um die Muskulatur vorzubereiten? Ich selbst bin nämlich Heilmasseurin und hab letztens mit einer der Physios geplaudert mit denen ich die Praxisräume teile. Sie macht unter anderem auch Craniosacraltherapie und macht das auch speziell fürs Kiefer. Sie meinte, das es gut wäre schon vorher Übungen zu machen, um den Kiefer und die Muskulatur etwas vorzubereitenund zu lockern!

Weiterhin zügiges Heilen- Andrea

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Und dann erkennt man alle Forumsmitglieder an der Box unter dem Arm :mrgreen:

@Gummibärli: Ich hab leider vorher nichts zur Vorbereitung gemacht, aber das schon hier im Forum gelesen. Soll wohl ganz gut sein...

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Ich kann mich nur anschließen: vielen Dank für den tollen Bericht :D

Hab mich nach meiner GNE im MH super aufgehoben gefühlt, dein Bericht bestätigt das auch nochmal. Das ist bezgl. der anstehenden BIMAX schonmal sehr beruhigend ;)

Wie ist das eigentlich genau mit der Zwischenintensiv, hast du deine Wechselkleider dort durch die ganzen Kabel überhaupt anziehen können? Davor habe ich echt etwas Angst..

Was du zur Kühlmaske schreibst weckt Erinnerungen.. kenne das Gefühl, dass sich ohne sie (meist zum "Essen") alles total komisch anfühlt.. Kann man ohne dass man es erlebt hat kaum nachvollziehen, wie wohl so vieles was wir durchmachen :mrgreen:

Wünsch dir weiterhin gute Besserung!

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Und dann erkennt man alle Forumsmitglieder an der Box unter dem Arm :mrgreen:

:D :D

Ich such mir dann extra 'ne sehr stylische Box aus, das wird der neue Trend unter den Kieferleidenden und DU warst Karl Lagerfeld ;)

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Toll, das du auch deine Erfahrungen in einen Bericht niederschreibst!! liest sich echt toll!!! Die MH Berichte lese ich ja besonders gerne, da ich alles Bildlich vor den Augen habe ;)

Wow im Mai vereinbarst du schon einen Termin für die Metallentfernung....soo weit wär ich jetzt auch gern ;)

grüsse mery

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Dein Bericht ist wirklich seeehr positiv, und nimmt mir ein bisschen die Angst ;)

Glückwunsch, dass alles so gut verlaufen ist.Hätte eigentlich nicht besser sein können ;)

Mal ne Frage zu der Zeit nach der OP. Du schreibst, dass du 10 wochen krankgeschrieben wars. Mein KFO hat zu mir gemeint, dass er schon Patienten hatte die nach einer Woche bei ihm waren und denen es richtig gut ging. Er hat mir versichert, dass ich nach 2 Wochen problemlos wieder in die Schule gehen kann. MEinst du / ihr, dass das möglich ist?

Viele liebe Grüße :)

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@jana: Also soviel Ähnlichkeit hab ich ja nicht mit dem Karl, aber so im Designer-Geiste lass ich es mir gefallen... :mrgreen:

@mery: Du willst doch nicht schon wieder ins MH, oder? Jetzt machste mal ein Jahr Pause!

@sunset: Das mit der Krankschreibung ist sehr, sehr unterschiedlich. Je nachdem was gemacht wurde und wie es die Person verkraftet. Also vom MH war ich ja sowieso schon 7 Wochen krankgeschrieben, aufgrund der umfangreichen Bimax. Mein KFO berichtete mir auch von anderen Fällen und war beunruhigt, weil es mir nicht so gut ging. Ich dachte vorher auch, dass ich das besser wegstecke, war eigentlich ganz fit. Meine Zimmernachbarin war auch 10 Wochen krankgeschrieben, also vom Alter kann es nicht ganz abhängen... :D Aber zwei Wochen halte ich - egal ob nur ein oder zwei Kiefer - für sehr, sehr unwahrscheinlich. Aber das ist meine persönliche Einschätzung.

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also nach 2 wochen hätte ich definitiv nicht arbeiten oder an die uni gehen können. ich hab ja nichtmal die treppen zur wohnung hochgeschafft und war schon bedient wenn ich die 10 meter ins bad laufen musste. mein kreislauf war sehr im eimer und ich dazu sehr geschwächt. erst 4-6 wochen später konnte ich wieder einigermaßen rumlaufen, von der kraft her, nicht vom aussehen =P

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Hallo,

dein Bericht ist echt gut geworden.....

Der Alltag zuhause warf immer neue (aus heutiger Sicht kleine) Problemchen auf: Gummis einhängen, Zähneputzen mit Splint, Umstieg von flüssigem zu püriertem Essen und dann nach 6 Wochen das erste „Kauen“ (wenn man das so nennen will), Auflösen der Fäden, Kieferschmerzen, Taubheitsgefühle, Kribbeln und „Stiche“, Druckgefühle („wie im Schraubstock“), Mundöffnungsübungen mit Spateln, Rücken- oder Seitenlage, Schwellungen, „Schlappheit“, Veränderungen in der Mimik, neuer ungewohnter Aufbiss, Schmerzen beim Lachen und im Kiefergelenk, wunde Stellen im Mund, fühlbare Schraube im Zahnfleisch im OK, sensibler Gaumen… jeden Tag was Neues und für einen Außenstehenden Unvorstellbares!

ich bin recht froh, das du auch von den Problemchen zuhause geschrieben hast - sind zwar echt nur Kleinigkeiten - aber es beschäftigt einen halt doch....was bei mir am "schlimmsten" ist, ist das ständige Ziehen und Kribbeln im Kinn und an der Narbe....

Aber das steht man alles durch.....

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Das Kribbeln und Ziehen hat mich beim Einschlafen wahnsinnig gemacht. Tipp: Mir hat ein Hörbuch beim Ablenken und Einschlafen geholfen. Und: Es geht wirklich vorbei! :grin:

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Wie ist das eigentlich genau mit der Zwischenintensiv, hast du deine Wechselkleider dort durch die ganzen Kabel überhaupt anziehen können? Davor habe ich echt etwas Angst..

Sorry, Lufi, hab's vergessen zu beantworten: Die Elektroden und das Blutdruckmessgerät waren schon ab, ebenso der Katheter, als ich mich umziehen durfte. Ich weiß grad gar nicht mehr, wie das mit der Infusion war, die hatte ich ja noch dran..., eigentlich hab ich mich alleine morgens umgezogen. Es gibt doch Lücken! :roll: Vor dem Gekabel brauchst du echt keine Angst zu haben. Und wenn du willst helfen die dir auch auf Station beim Umziehen.Aber an diesem Morgen hab ich irgendwie voll viel selbst gemacht (auch gegessen), da war ich bestimmt noch im "Rausch".:mrgreen:

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"@mery: Du willst doch nicht schon wieder ins MH, oder? Jetzt machste mal ein Jahr Pause!"

Nein um Gottes Willen...das Essen und Co reicht mir wirklich erst in nem Jahr wieder :mrgreen: Aber irgendwie ist der Gedanke einfach toll---einfach irgendwann das ganze mal abzuschliessen!! 1 Jahr geht ja schnell rum gell :D

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Sorry, Lufi, hab's vergessen zu beantworten: Die Elektroden und das Blutdruckmessgerät waren schon ab, ebenso der Katheter, als ich mich umziehen durfte. Ich weiß grad gar nicht mehr, wie das mit der Infusion war, die hatte ich ja noch dran..., eigentlich hab ich mich alleine morgens umgezogen. Es gibt doch Lücken! :roll: Vor dem Gekabel brauchst du echt keine Angst zu haben. Und wenn du willst helfen die dir auch auf Station beim Umziehen.Aber an diesem Morgen hab ich irgendwie voll viel selbst gemacht (auch gegessen), da war ich bestimmt noch im "Rausch".:mrgreen:

Hmm ok.. da bin ich ja mal gespannt.. :) Danke schonmal!

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Schöner Bericht! "Willi wills wissen..." dann hab ichs ja richtig gemacht, als ich mir die Fernseh- und Telefonierkarte geschenkt hab (Fernsehen war zu anstrengend...) Finde auch gut, daß Du erzählt hast, daß die erste Zeit zu Hause danach noch mal etwas schwierig ist! Das unterschätzt man voher schon.

:D :D

Ich such mir dann extra 'ne sehr stylische Box aus, das wird der neue Trend unter den Kieferleidenden und DU warst Karl Lagerfeld ;)

Haha! Ich komme mir so abgerissen vor, ich war immer nur mit den bräunlichen Einmalpapierhandtüchern aus den Toiletten und vom Waschbereich unterwegs... wenn ich das gewußt hätte. Naja, für Chris und Lufi ist es ja noch nicht zu spät. :D

Und Lufi, ich hab die Nacht auf der Zwischenintensiv einfach im OP-Hemd bestritten. Nicht gut, aber so richtig gut wird die Nacht wohl sowieso eher selten. Aber sowas Bademantelähnliches hätte vermutlich auch funktioniert...

Zwei Wochen Krankschreibung finde ich auch sehr ambitioniert... Will ja keinem Angst machen, aber ich war auch platt, und zwar gute 6 Wochen. Vor allem die Konzentrationsfähigkeit war noch eine ganze Weile nicht so gut.

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Danke, Foxface!

Also die bräunlichen Teile sind megagrob und saugen so gut wie gar nix, ich musste auch darauf zurückgreifen, weil meine mitgebrachte Box gleich leer war und ich musste auf Nachschub warten...

Was nochmal die Zwischenintensiv angeht: Ich lag nachts natürlich auch noch in meinem tollen OP-Hemdchen da, ziemlich verzottelt und mit einer leckenden Kühlmaske, was durch ein Handtuch notdürftig abgedeckt wurde. Erst am nächsten Morgen konnte ich vor der Verlegung auf die Station in meinen Schlafanzug schlüpfen.

Jetzt geht mir nicht mehr diese Melodie aus dem Kopf... "Wiilli wiills wiissen!" Diese Zeit prägt sag ich euch :shock:

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So, mal ein Update, ein halbes Jahr nach der Bimax:

Diese Woche war mein KFO mit meinem Aufbiss und der Zahnstellung sehr zufrieden. Der letzte Rest Aufbissbehelf kam runter und siehe da: Die Mittellinie sitzt perfekt. Nun geht es ans letzte Feintuning (2er im OK noch etwas rotieren - wir hatten den OK vor der Bimax nicht fertig, da ja nur eine UKVV geplant war) und dann bin ich die Spange los!!! Hurra! :lol:

Kauen kann ich mittlerweile echt alles und ich traue mich auch schon viel mehr Dinge abzubeißen als vor der OP. Das Highlight der letzten Wochen war der hier schon vielfach erwähnte Fleischkäseweck (LKW für die Schwaben und Bayern, gell Jana?...). Vor lauter Freude über das neu gewonnene Kauvermögen (Schoki kauen statt lutschen) hat sich mein Gewicht eher zum Negativen entwickelt. Da muss sich was ändern! Mit Restschwellungen kann ich die Bäckchen vielleicht doch nicht mehr entschuldigen (obwohl...über den Platten im OK... );)

Nur mein linker Diskus macht mir noch Probleme. Nächste Woche vereinbare ich auf Anraten des KFC und des KFO einen MRT-Termin. Der soll Klarheit über eine Verlagerung mit oder ohne Reposition bringen. Dann kommt zu meiner immer noch zweimal wöchentlichen Physio wohl noch eine Aufbiss-Schiene hinzu. Wie das dann mit dem Positioner funktionieren soll? Mal abwarten.

Manchmal steht mir das Thema Zähne ganz oben, aber wie hat meine Zahnärztin gesagt: Bei einem Marathon sind die letzten Meter die schlimmsten...

Anfang Mai hab ich dann meinen 7 bzw. 8-Monats-Kontrolltermin im MH. Da wird dann hoffentlich entschieden, wann das Metall rauskommt. Das heißt im Herbst, spätestens zu Weihnachten, ist das Thema vom Tisch... Meine Zahnarztangst ist mittlerweile übrigens total weg - das hätte ich vor 3 Jahren noch nicht zu träumen gewagt!

bearbeitet von Lothlorine

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Hi Lothri,

haha jaa das mit dem Gewicht kenn ich. Ich hab ja nach der OP 6kg abgenommen gehabt und je mehr ich wieder kauen kann,...na ja

du kennst das ja :D

Weißt du eigentlich ob man nach der ME nochmal Kontrolltermine im MH hat? Also mal angenommen, alles läuft nach Plan. Ich schätze, einen auf jeden Fall und dann? Nie wieder?

Das fänd ich nämlich komisch...man gewöhnt sich irgendwie so daran ;).

Liebe Grüße,

Jana

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Gut, dass du das verstehst mit demFuttern... :lol:

Ich glaube nach der ME ist fertig mit dem MH - wir können ja noch einige Forumsmitglieder besuchen oder einen gemeinsamen Bimax-Gedächtnis-Jahrestag feiern! Wird sich was finden, um anzustoßen, meinst du nicht?

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Also Chris, ich bin ja Nichtschwabe, und kann es denk ich übersetzen, dabei wohnst du doch vor Ort... :wink:: LeberKäsWeck, oder Jana?

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