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Bolius

GNE und OKV (Fragen und Risiken)

Hallo zusammen,

ich bin neu hier im Forum, bin 31, komme aus München und stehe vor der Entscheidung, ob ich eine chirurgisch unterstützte GNE mit anschließender Behandlung durch Brackets und im ungünstigsten Fall noch einer abschließenden Oberkieferverlagerung (Kippung nach vorne/unten, um den offenen Biss zu schließen) machen lassen soll. Noch bin ich mir nicht zu 100% sicher, ob ich dieses Prozedere auf mich nehmen soll, da ich eigentlich im täglichen Leben keine großen Einschränkungen habe (d.h. keine Schmerzen und kein unnatürliches Aussehen). Zum Einen stört mich aber die Schiefstellung meiner Eck- und Frontzähne oben sehr – traue mich oft gar nicht richtig zu lachen. Psychisch belastet mich das schon seit vielen Jahren. Zum Anderen habe ich jetzt Abdrücke beim KFO machen lassen und der meinte auch, dass es langfristig zu Problemen kommen kann, wenn ich das nicht behandeln lasse (Kiefergelenksschmerzen, Abnutzung, frühzeitiger Zahnverlust uswusf.). Als Kind/Jugendlicher habe ich 6 Jahre lang eine lose Spange nachts getragen, für die damalige KFO war ich das Versuchskaninchen, denn schon 3 Wochen nach Beendigung der Behandlung ist alles wieder "in sich zusammengefallen". Die Enttäuschung darüber trage ich heute noch in mir. Die aktuelle Diagnose lautet jedenfalls wie folgt:

  • Die Schiefstellung der Zähne ist bedingt durch einen zu schmalen OK (habe ein sehr schmales Gesicht seit jeher)
  • Ich habe einen einseitigen Kreuzbiss und dadurch schon abgenutzten Zahnschmelz an den Backenzähnen
  • Ich habe einen offenen Biss (ca. 1,5 mm) – kann dünne Dinge nicht abbeißen

Meine KFO meinte, sie würde es evtl. nur mit Brackets versuchen, stabiler (Vermeidung bzw. Minderung der Wahrscheinlichkeit eines Rezidives) wäre das Ergebnis aber wohl mit einer GNE. Ich habe seitdem zwei KFCs aufgesucht und mich beraten lassen. Beide meinten einstimmig, dass die GNE notwendig sei, um den nötigen Platz im OK zu schaffen und – falls es im Anschluss durch die Brackets alleine nicht gelingen sollte – den offenen Biss, welcher sich durch die GNE evtl. temporär noch verschlechtern könne, mithilfe einer OKV zu schließen. Zudem solle ich mich in logopädische Behandlung begeben, da sich meine Zunge beim Schlucken zwischen die Zähne schiebt und dies den offenen Biss fördere.

Habe nun inzwischen fast das ganze Internet durchforstet und gelesen, was es zu lesen gibt. Neben diversen Horrorgeschichten zu Nebenwirkungen bis hin zur möglichen Erblindung habe ich doch vernommen, dass vor allem die GNE als "kleinere OP" halb so wild sei und von den meisten hier als positiv bewertet wurde. Ein weiterer Aspekt ist, dass ich extrem schlecht Luft durch die Nase bekomme. Auch das soll ein positiver Begleiteffekt der GNE sein, dass ich danach besser atmen kann. So würde ich um eine Begradigung/Abmeißelung der Nasenscheidewand herumkommen. Ich möchte die Behandlung deshalb eigentlich machen lassen, möchte aber vorher doch noch einige unklare Punkte loswerden um Risiko/Nutzen besser abschätzen zu können. Zudem wird es eine nicht unwesentliche Rolle spielen, ob die KK die Behandlung übernimmt. Ich habe nächste Woche meinen finalen Beratungstermin beim KFO, dann werde ich mich wohl entscheiden.

Viele von euch haben ja schon entsprechende Erfahrungen gemacht und können mir bei der Beantwortung meiner verbleibenden Fragen helfen – ich wäre sehr dankbar! Also dann mal los (die Fragen beziehen sich alle auf die GNE):

  • Als mögliche Nebenwirkung werden Wurzelresorptionen genannt, d.h. eine Verkürzung der Zahnwurzeln durch eine Kippung der Zähne nach außen (durch den Druck der GNE Apparatur). Hat jemand diese Erfahrung gemacht? Ist das was Dramatisches und wie wahrscheinlich ist es, dass sowas passiert?

  • Mein KFC meinte ich könne nach der OP gleich wieder nach Hause und müsse ggf. nur mit etwas Nasenbluten rechnen. Hier habe ich aber in fast allen OP-Berichten von 4-5 Tagen KH-Aufenthalt samt Magensonde gelesen. Das verwirrt mich

  • Mir wurde von der Hyrax-Schraube als GNE Apparatur erzählt. Ich habe aber hier auch von knochengetragenen GNEs gelesen, die angeblich schonender für die Zähne sind, da unter Anderem die Nebenwirkungen wie in Frage 1 vermieden werden. Dafür hat man einen weiteren operativen Eingriff beim Einsetzen/Herausnehmen der Apparatur. Weiß jemand, welche Methode besser oder aktueller ist?

  • Kann es sein, dass durch die Dehnung sich die Lippenfülle oder Ähnliches merklich ändert? Mein KFC meinte evtl. wird das Gesicht etwas breiter, das sei aber so minimal dass man es nicht bemerke – außerdem würde es meinem Gesicht nicht schaden, da es sehr schmal ist. Meine Lippenfülle und dergleichen hätte ich aber gerne so wie gehabt, möchte im Nachhinein nicht anders aussehen als jetzt (außer dem Biss natürlich:?)

  • Habe von möglichem Zahnfleischrückgang an den Schneidezähnen gelesen. Ist das jemandem von euch passiert? Kommt das oft vor? Geht das wieder zurück, falls es auftreten sollte?

  • Kam es bei einem von euch vor, dass das taube Gefühl an Schneidezähnen usw. nicht mehr weggegangen oder komplett abgeklungen ist?

  • Was ist bei einer GNE der Unterschied zwischen „Schwächung“ des Kiefers/der Gaumennaht und Spaltung/komplette Trennung? Wann muss was gemacht werden? Habe beides schon gehört. Oder ist das dasselbe und wird nur unterschiedlich genannt? Oder impliziert das ggf. den Unterschied, ob man gleich heim darf oder im KH bleiben muss?

  • Meine KFO meinte, dass man sich auf einen ziemlichen Kampf mit der KK einlassen müsse, um die Kosten erstattet zu bekommen (für die kieferorthopädische Behandlung; die OPs werden bezahlt) und dass die Chancen eher schlecht stünden, der zweite KFC, bei dem ich war, meinte, dass bei einem Kreuzbiss (welcher bei mir vorliegt) es gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die KK die gesamte Behandlung übernimmt. Hat jemand Erfahrungen gemacht?

Sehr viele Fragen, ich weiß. Ich hatte noch nie eine OP unter Vollnarkose und möchte eben alles ganz genau wissen, bevor ich mich unters Messer lege. Lese ich die ganzen positiven Berichte hier, macht mir das echt Mut, auf der anderen Seite glaube ich, dass hier viele schlechter dran sind als ich mit ihren Beschwerden, und falls tatsächlich die ganzen Nebenwirkungen eintreten würden wie bleibende Taubheit, kippende Zähne und Wurzelschäden, Änderung des Gesichts oder sogar dauerhafte Gelenksschmerzen, die vorher nicht da waren, wäre ich im Nachhinein wohl deutlich schlechter dran als wenn ich nichts würde machen lassen. Mir geht es nicht um die Unannehmlichkeiten, die das ganze Prozedere mit sich bringt - das halte ich schon durch, aber wenn man am Ende zwar einen besseren Biss aber dafür eine Menge anderer Beschwerden hat, lohnt es sich nicht. Mir geht es daher auch ein wenig um die Wahrscheinlichkeit, dass alles problemlos verläuft, und die, dass was danebengeht. Werde natürlich auf von meinem weiteren Verlauf berichten und auch für Fragen zur Verfügung stehen.

Vielen Dank schon mal an alle und schöne Grüße,

Pat

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Hallo Bolius

Ich hatte meine Operation zur GNE auch ambulant.

Der Termin war am 05.01.2011. Morgens um 8.00 Uhr mußte ich nüchtern in der Praxis meines Kieferchirurgen sein. Nach der Operation konnte ich um 11.30 Uhr nach Hause gehen. (wurde nach Hause gefahren)

Ich bekamm Schmerztapletten und Antipiotika zum einnehmen.

Am nächsten Tag mußte ich zur Kontrolle in die Praxis kommen.

Die ersten paar Tage habe ich mich von Apfelmuss und Bananen ernährt.

Zudem habe ich viel Salbeitee getrunken.

Am Schlimmsten war für mich die Schwellung. Von den Schmerzen her habe ich es mir Schlimmer vorgestellt. Aber es war gut auszuhalten.

Bei mir ist bis jetzt alles gut verlaufen. Nach dem ich mit "drehen" fertig war hatte ich eine 8mm große Zahnlücke. Im Moment ist sie noch knapp 2mm.

Habe am Dienstag einen Termin zur Kontrolle. Hoffentlich bekomme ich dann bald meine feste Spange. Evtl. folgt auch noch eine Vorverlagerung des Unterkiefers. Bei mir übertnimmt die KK die Kosten dafür. (hatte alls Kind auch eine Spange)

Grüße B

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