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Carma

Unterkieferrückverlagerung am 14.3.11 in Nürnberg

So, hier meine persönliche OP-Geschichte für alle dies intressiert und/oder es noch vor sich haben. Intressanterweiße finden sich hier sehr wenige Berichten von Leuten denen nur der UK zurükverlagert wurde. die meisten haben UK-VV oder Bimax. Deswegen hier meine Geschichte

Vorgeschichte

Ich hatte als Teenager schon mal eine Spange, nur leider hat die damalige Kieferorthopädin (sie stand kurz vor der Rente) offenbar keine rechte Lust mehr gehabt, oder wie auch immer. Auf jeden Fall haben sich die Zähne nach der Spangenentfernung sofort wieder verschoben, weil damals der Kiefer schon nicht gepasst hat. Sie hat aber damals nur gemeint, dass ich meine lose Spange nicht oft genug getragen habe.

Seis wies sei, fakt ist: Irgendwann ist meinen Eltern aufgefallen dass meine Zähne im Oberkiefer richtig nach innen gefallen sind. Ich habe dann einen KO aufgesucht, der aber mich überhaupt nicht über die anfallenden Kosten (war damals 20) aufgeklärt hat, sondern mir irgendwann einen Wisch in die Hand gedrückt hat mit den Worten: "Das bitte beim nächsten mal unterschrieben mibringen" - War halt irgendeine Untersuchung über 400 Euro.

Hat damals Ärger gegeben, beim nächsten KO hatte ich mehr Glück, beim ihm bin ich jetzt immer noch.

Auch er hat mir bestätigt dass es ohne OP nicht geht. Habe mich dann dazu entschloßen, weil es mir dann doch aufgefallen ist, dass ich eigentlich keine Nahrung zerkleinern konnte, sondern ehr "zerhacken und runterwürgen".

Meine Eltern haben sich auch immer drüber lustig gemacht, dass ich immer alles runtergewürgt habe, als ob es recht trocken wäre ^^

Ab dann ging alles seinen Gang, ich machte mich auf die Suche nach einen KC. Mir wurde dann Prof Dr Dr Dr L. in Nürnberg empfohlen (darf man jetzt Namen nennen oder nicht?). Also habe ich einen Termin ausgemacht, und habe mich bei ihm auch recht gut aufgehoben gefühlt - auch wenn der pfeifende Fernseher im Wartezimmer einen wahnsinnig macht, aber irgendwie hört dass auser mir keiner.

Op

Am 14.3 wars dann soweit, am Sonntag den 13.3 musste ich in der Klink einchecken. Auf der Fahrt war ich noch recht gefasst, dann beim Abendessen rollten dann doch die ersten Tränen. Ich war furchtbar nervös, konnte aber trotzdem gut schlafen - auch ohne Schlafmittel.

Am nächsten Tag hieß es dass ich um halb 10 dran komme, aber 8:45 kamen dann die Schwestern in mein Zimmer gestürmt und haben sich beschwert dass ich noch nicht fertig angezogen bin und haben mords Terror gemacht. Ich war an diesem Morgen auch gar nicht mehr nervös. Sie haben mir trotzdem etwas gegeben, warscheinlich zur Beruhigung. Dann gings ab mit dem Bett in Op 5, wo ich mich noch mit der Frau unterhalten habe die mich verkabelt hat und noch ein paar Späße mit dem Anästhestisten gemacht. Vom Rest des Tages weiß ich nicht mehr viel. Meine Freundin war da und angeblich war ich aufm Klo - ich weiß davon rein gar nichts mehr.

Post-OP

Die nächsten Tage waren nicht sehr schön. Ich hatte zwar keinerlei Schmerzen, aber im Krankenhaus ist es stinklangweilig. Desweiteren musste ich einen Splint tragen der das Essen ohne Sabbern unmöglich macht, aber wenn man Hunger hat dann geht es.

Am Di habe ich erfahren dass der Unterkiefer um 4mm zurück und um 2 mm nach links verschoben wurde.

Die Schwellung war natürlich recht unangenehm, aber mit Eis-Beuteln gings. Mitlerweile ist sie fast ganz zurückgegangen.

Auch mit dem Gefühl ist es ganz gut: Die Unterlippe ist zwar noch taub, aber ich spüre Wärme und Kälte und auch Berührung, nur das Schmerzempfinden ist noch etwas eingeschränkt. Auch Zunge kommt nach und nach wieder, jeden Tag ein bischen mehr.

Auch nach dem ersten Kontrolltermin haben sie ein paar Test gemacht und meinten, dass alles wieder wie früher wird. Das freut mich :)

Fazit

Oben genannter KC ist meiner Meinung nach uneingeschränkt zu empfehlen, ich fühle mich bei ihm sehr gut aufgehoben. Klar, durch die üblichen Nebenwirkungen (Schwellung, Taubheitsgefühl, Die Sache mit dem Essen) muss man durch, aber ich bin mit dem Ergebnis doch sehr zufrieden.

Vor allem freue ich mich auf das Endergebnis nach Abschluß der KO-Behandlung, aber zuallererst freue ich mich darauf dass dieser Splint rauskommt und ich endlich wieder kauen kann. Das wird grandios, darauf freue ich mich schon :mrgreen:

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Hallo Carma

Du hast Recht, Namensnennungen sind immer noch ein heikles Thema, deswegen sollen hier im Forum in den Beiträgen nach Möglichkeit keine Namen genannt werden (bis auf den Titel).

So wie du das gemacht hast, ist es OK - es gibt einen "Black-List"-Thread, in dem Namen eingetragen werden können. Die landen dann in einer Filter-Liste (durch unsere Admins) und die Namen werden dann automatisch unkenntlich gemacht.

Achso:

Danke für deinen positiven Beitrag !! ;-)

Weiterhin gute Genesung und fröhliches Abschwellen !!

VG

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Ich dachte, ich mach mal ein Update:

Es sind jetzt fast 4 Wochen postop, die Schwellung ist meiner Meinung nach ganz weg, bis auf so minimale Restschwellungen, aber die sieht man nur je nach Betrachterwinkel.

Bin ich froh dass meine Freundin zurzeit weit weit weg is, denn ich habe nach Aussage von meinen Eltern einen recht strengen Mundgeruch - auch wenn mein Vater da meistens etwas übersensibel ist. Aber ich kann es ja nicht nachprüfen.

Zähneputzen klappt soweit ganz gut, ich bekomme den Mund auch ohne Schwierigkeiten weit genug auf um eine kleine Zahnbürste durchzuschieben und innen zu putzen. Dabei ist mir aufgefallen dass mein Zahnfleisch im Unterkiefer hinten den vorderen Zähnen taub ist. Intressant, hätte nicht gedacht dass es da auch taub werden kann.

Die Gefühlslage im Unterkiefer hat sich in den letzten beiden Wochen nur wenig verändert. Die Lippe fühlt sich jetzt nicht mehr ganz so tot an, manchmal fällt es mir gar nicht mehr auf. Das Prickeln in der Zunge und an der Unterlippe tritt auch nicht mehr auf, wobei ich denke dass in der Zunge das Gefühl fast komplett zurückgekehrt ist.

Schmerzempfinden ist fast überall wieder vorhanden, es gibt nur eine stelle links, ungefähr einen halben Zentimeter lang, wo ich schon recht fest reinkneifen kann ohne was zu spüren. Aber das kommt bestimmt wieder.

Das mit dem Essen ist auch besser geworden, man lernt was man wie am besten pürieren kann, damit man es ohne viel gesabber essen kann. Allerdings habe ich aufgehört zu kochen (nicht dass ich viel könnte), weil ich sehe es net ein mir was tolles zu kochen nur um es dann wieder zu einen einfarbigen Brei zu pürieren.

Also habe ich die letzten Wochen von Instant-Nudeln, Dosenravioli und Suppen gelebt.. (habt ihr schon mal einen Suppe in den Mixer getan, weil da Nudeln drinwaren? :huh: )

Nun ja, ich denke ich werde die Tage auch mal ein paar Bilder hochladen, mal schauen wie ich Lust und Laune hab.

lg

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Die reinen UK-Verlagerung sind sehr selten, was mich auch verwundert hat. Meinen ersten Chirurg habe ich dazu befragt und die Antwort war relativ simpel: man versucht grundsätzlich bei der OP den Mundraum für die Zunge nicht zu verkleinern, sondern wenn möglich immer zu vergrößern. Gerad wenn der Biss offen ist und die Zunge ohnehin eine falsche Schluckmotorik hat. Das ist ein Punkt, warum bei Kl III oft der OK vor, anstatt der UK zurückverlagert wird. Dazu kommen noch Messunge anhand diverser Punkt und Winkel, die die Entscheidung wesentlich beeinflussen. Bei meiner Kl III stand zB auch nie eine UK-Verlagerung zur Debatte, bei keinem der Chirurgen bei denen ich war. Davon war ich anfangs ausgegangen.

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habt ihr schon mal einen Suppe in den Mixer getan, weil da Nudeln drinwaren? :huh:

Nööö... in so einem Fall hab ich die Nudeln ungekaut runter geschluckt. Dafür hab ich Salat püriert! :lol:

Freut mich, dass du es auch überstanden hast!

Bist du zufällig am 12.04. wieder zur Kontrolle bei Prof. L.? Dann würden wir uns vielleicht sehen...

Alles Gute weiterhin,

inmabella

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Seltsam, ich war auch bei zwei KFCs wobei der erste meinte dass man den Oberkiefer aus rein optischen Gründen mitverlagern könnte - da sich die Gelegenheit ja nicht so oft biete, es aber nicht notwenig sei.

Auch Prof L. hat einen Blick darauf geworfen und war sich sofort sicher: Da genügt eine UK-RV, auch bei diversen Messungen nachher war das kein Thema.

Das mit dem Zungenraum gibt Sinn, allerdings habe ich genügend Platz für die Zunge, selbst mit Splint fühle ich mich in keinster Weise "beengt".

lg

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1050 Stunden oder mein Leben mit Splint

1050 Stunden, das sind etwa 6 Wochen und 1,5 Tage - solange hatte ich den Splint im Mund. Je nach Blickwinkel eine verdammt lange oder eine viel zu kurze Zeit. Aber Zeit ist ja bekanntlich relativ.

Heute war endlich der große Tag: Der Tag der Splintentnahme. Die Assistentin wollte ihn zwar noch die 2 Tage bis zum Termin mit dem KFO drin lassen, aber Dr. L. meinte dass man ihn weglassen könne.

Da ich aber einen sehr unsicheren Biss habe, d.h. ich habe im Moment nur eine Berührfläche in der linken Seite, habe ich Angst dass wenn ich ohne Splint schlafe der Biss irgendwie verschoben wird, außerdem fühlt man sich damit doch sicherer. Also lass ich ihn die nächsten zwei Nächte noch drinen, danach fliegt er raus. ;) (bzw in die Schublade)

Das Essen

Hab mich natürlich gefreut wie ein Karnickel an Ostern, also schnell ab auf den Heimweg und was essen. Am Bahnhof was kaufen und dass gleich dort auszuprobieren war mir zu riskant, wer weiß wie dass aussieht ^^

Endlich daheim hab ich mir 2 Stücke Kuchen (schön weichen natürlich) genommen und versucht die zu kauen. Es ging wieder Erwarten sehr gut. Klar die Geschwindigkeit mit der ich ess is noch sehr gering, auch die Bissen sind noch recht klein, aber es ging verdammt gut. Es war sehr ungewohnt auf einmal zu spüren wie sich die Backenzähne berühren. Ich dachte zuerst das sei ein hartes Stück Kuchen was da is ^^

Nachdem dass kauen schon so gut ging, habe ich mich ans Abbeisen gemacht: Eine Banane war das Objekt meiner Begierde: Nachdem ich sie halbiert habe, der Mundöffnung wegen, stellte ich fest, dass auch das Abbeisen erstaunlich gut geht. Ist zwar ungewohnt wenn der UK auf einmal 4 mm weiter hinten is, aber nach den ersten paar Bissen ging das gut. Auch ein Brot konnte ich essen, allerdings ohne die harte Rinde (wobei dass doch das beste ist :lol: )

Nach 6 Wochen ohne meine Lieblingsnahrung Brot, war das ein Hochgenuss ohnesgleichen.

Nachdem ich hier auch ein paar negative Bemerkungen übers Essen nachher gelesen habe: Ich hatte keinerlei Probleme wieder zu kauen. Am Anfang habe ich bewusst gekaut, aber nach ein paar Minuten is mir überraschend aufgefallen, dass ich Zeitung nebenbei lese und einfach ohne nachzudenken langsam vor mich hin kaue.

Negatives

Tja, leider gibts auch was negatives: Der Splint hat bei mir die unteren Schneidezähne verfärbt, genauer gesagt er hat da einen Abdruck (so Striche) hinterlassen, aber wenn man ihn fast 6 Wochen drin hat bleibt dass wohl nicht aus.

Aber ich denke dass kann man mit einer PZR wieder hinbiegen. Ansonsten: Tja, wenn dass die einzige Nebenwirkung der OP bleibt: Glück gehabt :)

So, ich darf jetzt meinen halbstündigen Vortrag über Galois-Theorie für morgen nochmal durchchecken. Das wird klasse: 6 Wochen so gut wie nix geredet und jetzt noch leicht lispelnd einen Vortrag halten. Naja, ein bischen nuscheln wird erlaubt sein, ansonsten war das echt punktgenaues Timing, der Termin stand nämlich schon vorm OP-Termin fest ^^

In diesem Sinne

Carmageddon

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