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Anjadiegute

Ängste nach der OP

Hallo,

Seit der Op habe ich Probleme, die mich im Moment sehr belasten. Es ist ja alles gut gegangen und ich bin soweit zufrieden. Aber ich kann nicht vergessen, was ich erlebt hab. Das fängt an mit den Monaten vor der OP, wo ich Unterstützung vermisst habe. Ich hab soviel Angst gehabt und gezweifelt, aber ich konnte es niemandem mitteilen, bzw. wenn ich es versucht habe hat es keiner verstanden. Ich musste alles allein mit mir ausmachen. Und dann die Op selbst, allein die Fahrt ins KH war als würd ich mir mein eigenes Grab schaufeln. Es war dunkel und kalt, und im KH hab ich die Station nicht gleich gefunden, war dann ne halbe Stunde zu spät dran. Dadurch war alles sehr hektisch, ich war so fertig, dass ich gar nicht mehr richtig denken konnte. Ich sollte eine Nr. angeben, jemand, den man informieren kann, wenn mir was passiert. Da ist mir niemand eingefallen. Ich hab dann meine Mutter angegeben mit einer erfunden Tel-Nr., weil mir die echte nicht eingefallen ist. Ich war einfach fertig mit den Nerven. Als ich dann vorm OP saß, hab ich mich so einsam gefühlt. Und die Tage nach der OP waren sehr hart, weil ich so allein war. Ich konnte erst nach 2 Tagen an mein Handy, hab dann auch einer Freundin geschrieben, dass es mir schlecht geht. Ich hab gehofft, dass sie kommt, hat sie aber nicht gemacht. Niemand war da. Auch nicht von meiner Familie. Ich hätte so gern jemand gehabt, der einfach da ist. Als ich wieder zuhause war, hatte ich ein bisschen Hilfe im Haushalt von einer Freundin. Dafür bin ich auch dankbar. Die ersten Wochen hab ich auch noch nicht soviel gemerkt von dem, was mich belastet. Das kommt jetzt erst alles hoch. Ich fühl in mir noch die Einsamkeit und Angst und Hilflosigkeit, die ich empfunden habe. Das sich im Stich gelassen fühlen. Dabei hab ich mich vor der OP geöffnet, was mir an sich schwer fällt. Aber diesmal hab ich es gewagt und meinen “Freunden”und meiner Familie mitgeteilt, wie es mir geht. Weil ich gehofft habe, dass die merken, dass ich Hilfe brauche. Ein paar Tage vor der OP hab ich 2 Karten bekommen, (von Menschen, die ich kaum kenne!) die haben mir gut getan. Aber eben die Zeit davor, Monate voll quälender Sorgen. Und das hat sich bei mir richtig eingefressen.

Als ich mich für die Behandlung entschieden habe, habe ich nicht wirklich damit gerechnet, so allein zu sein, wenns ernst wird. Ich träum auch ganz oft von der OP und ähnlichem.

Ich will das endlich loswerden. Aber ich weiss nicht wie. Ich möchte mich am OP-Ergebnis freuen, denn es ist wirklich gut geworden. Aber wenn der Preis dafür ist, dass ich jetzt Ängste habe, die ich nicht mehr loswerde, bereue ich es.

Seit der OP hab ich auch grosse Angst, mal wirklich krank zu werden, und dann allein und hilflos zu sein. Ich kann mir auch im Fernsehen nichts mehr ansehen, wo irgendwelche blutigen Operationen gezeigt werden, obwohl mir das vorher nie was ausgemacht hat.

Wenn ich nicht arbeite, also am Wochenende, ist es ganz schlimm. Da weine ich auch sehr viel.

Was sitzt denn da in meiner Seele? Ich will das loswerden und wieder “normal” sein. Ich versuch das auch immer zu relativieren, schließlich war es ja “nur” eine Kiefer-OP, es gibt echt schlimmeres. Aber für mich war es schlimm. Weil es auch meine erste OP überhaupt war und ich es mir auch nicht so schlimm vorgestellt hab, obwohl ich mir schon gedacht hab dass es kein Urlaub wird. Und weil eben niemand auf meine Hilferufe reagiert hat, nicht vor und nicht nach der OP. Ich hab kein Vertrauen mehr, dass mir schon jemand helfen wird, wenn mir mal was schlimmeres passiert.

Ich möchte einen Schlussstrich unter die Sache ziehen, aber ich weiss nicht wie.

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mein rat: suche dir professionelle hilfe. versuche das mit einer therapie aufzuarbeiten. du wirst dadurch einiges begreifen und anderes ruhen lassen können. wichtig ist die basis die zwischen dir und dem therapeuten stimmen muss, sonst bringt eine therapie nichts.

ich denke, dass das einer der prädestinierten fälle für das aufsuchen eines psychologen ist. habe dazu auch ein wenig ausführlicher im thema "Schwindel, Druck im Kopf.. was ist der Grund?" geschrieben. wenn du was wissen möchtest, kannst du mir gerne schreiben :)

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Hallo Anjadiegute

Kenne dein Problem nur zu gut, bei mir war es zwar keine Kieferop sondern eine Steisbeinop. Es is schon nicht schön, wenn man bei solchen Sachen keine hat für drüber zu reden, aber dafür ist doch auch ein Forum da um auch so etwas aufzufangen. In einem Forum ist man doch unter sich hier wird man auch verstanden. Ich habe auch lange mir mir gehadert bis ich die KFO Behandlung angefangen habe und konnte mich hier einlesen, was meine Entschluss nur bestärkte die Behandlung zu machen. Dir drücke ich ganz fest die Daumen und glaub mir auch diese Phase geht vorüber.

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Hallo Anja,

es tut mir sehr, sehr leid, dass niemand für dich da war!

So eine OP ist ein Riesen-Einschnitt. Das beschäftigt einen Monate vorher und Monate nachher. Es ist wichtig, dass man Unterstützung vom Umfeld erfährt. Eltern und Großeltern erzählen ja auch ständig von ihren Wehwehchen und erwarten Aufmerksamkeit, Verständnis und Mitgefühl.

Ich kann weder deine Freunde noch deine Familie verstehen! (Wenn in meiner Familie jemand im KH liegt, wird versucht, dass jeden Tag jemand einen kurzen Besuch machen kann.)

Trotzdem finde ich es wichtig, dass du jetzt mit den Leuten redest und sagst, wie du dich fühlst :!: Ich denke, die Gefahr ist groß, dass ihr euch entfremdet, weil du kein Vertrauen mehr hast. Oder dass du dich abwendest, weil du in einer schwierigen Situation von allen im Stich und allein gelassen wurdest. Wie sollst du da in Zukunft darauf vertrauen, dass bei anderen Gelegenheiten jemand für dich da ist?!

Ich wünsche dir alles Gute!

LG. Margret

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Hallo Anja,

ich denke auch es ist eine gute Idee, wenn du mal versucht, einen Therapeuten zu finden, denn da kannst du alles rauslassen und Verständnis erfahren. Lass dir bei der Suche Zeit, denn der erste Termin wird nicht unbedingt sofort der Richtige für dich sein. Und ich finde stimme zu, versuch doch mal, mit deiner Familie über das Problem zu reden.

Ich kenne aus eigener Erfahrung, wie es ist, vor der OP gestresst zu sein und Angst zu haben und so in die OP zu gehen... das kann sich dann wie ne Art Trauma anfühlen... aber mit der Zeit und mit Unterstützung wirst du sicher bald merken, dass die Ängste sich legen. Wie die physischen Wunden ihre Zeit brauchen zu heilen, ist es auch mit deinen seelischen. Klingt jetzt etwas abgedroschen, ging/geht mir aber so.

Wünsch dir alles Gute!

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Hallo,

danke für eure Antworten. Ich hab mittlerweile im Internet recherchiert bzgl. solcher Probleme. Aber es geht da meistens um Herz- oder Krebsoperationen, also deutlich schlimmeres als eine Bimax. Trotzdem denke ich auch, dass ich mal jemanden finden sollte, mit dem ich über sowas reden kann. Man tut sich immer ein bisschen schwer, zu einem Therapeuten oder so zu gehen. Obwohl es eigentlich blöd ist, denn die Seele kann genauso angegriffen sein wie der Körper. Bisher habe ich noch mit niemanden über meine Probleme gesprochen. Gut dass es das Forum gibt.

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Hei Anja,

wahrscheinlich kennt dein persönliches Umfeld dich nicht als "anjadiegute" sondern als "anja-die-starke", die immer alleine klar kommt. Dann sind die anderen natürlich komplett überfordert, wenn du ihnen plötzlich mitteilst, dass ausgerechnet du auch Ängste und Schwächen haben kannst.

Es ist sicher der richtige Weg, dieses Problem professionell zu lösen. Ganz wichtig ist aber auch, einen festen Freundeskreis zu haben, denen du dich dann auch öffnen kannst.

Alles Gute für dich,

Sanne

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Hallo !

Also ich kenne das sehr sehr gut ich kann dir dazu auch was erzählen, meine Ängste kamen nicht durch meine BIMAX-OP sondern nach einer anderen sehr sehr schweren Operation, es war auch so schlimm das ich mir Hilfe holen musste, mein Arzt hatte mir erklärt das solche Ängste maches mal durch die Narkose auftretten/hervorgerufen werden können, wie genau es dazu kommt kann ich dir nicht sagen, aber anscheind ist es öfter der Fall.

Das geht vorbei keine Angst, jedoch solltest du das mit einem Arzt durch eine Gesprächtherapie oder ähnliches überwinden, also nicht alleine mit dir ausmachen, das wird sonst nicht klappen, da man in deiner Sitation schnell dazu neigt sich in Dinge reinzusteigern "wie gesagt sprech da aus Erfahrung"

Also nicht so viele Gedanken machen, das kommt öfter vor als man denkt und gerade nach so einer OP.

Hoffe ich konnte dir damit etwas helfen.

Lg. Diana !

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Ich versuche miich gerade ein bisschen in deine Situation hineinzuversetzten.....

Ich denke, deine Unruhe nach der Ankunft, hat mit deinen Gedanken zu tun, allein zu sein. Das hat sich mit den Monaten bei dir so aufgestaut, dass wohl alle an das Tageslicht gekommen ist, als du kurz vor dieser großen Op standest. Ist denn kein Arzt da gewesen, der dir zur Seite stand, oder Krankenschwester, die dir zumindest wieder eine gewisse Klarheit geben konnten? Warum war keiner aus deiner Familie für dich da in den vorherigen Monaten? Ich meine, ich kenne das, bei mir ist es doch, dass es fast keine Familienmitglieder mehr gibt, und mit meinem Onkel + Tante habe ich auch meist nicht viel zu reden, weil sie mich damals sehr verletzt haben. Aber ich meine, wenn du dich gut mit deiner Familie verstehst... und deine Freundin, bei der du dich gemeldet hattest? warum konnte sie nicht?

Ansonsten musst du versuchen diese Zeit, in der du dich einsam gefühlt hast zu vergessen, und nach vorne zu blicken... DENN: Du hast alles gut überstanden, deine OP ist positiv verlaufen UND das hast du alles alleine geschafft! Sei stolz auf dich.

Nun weiß ich ja leider nich wie schlimm deine negativen Gefühle sind, sie müssen abe auf jedenfall schwächer werden. Vielleicht enstehen sie aber auch wirklich aus den Nachwirkungen der OP... Es kann ja auch vorkommen, dass man danach erstmal Depressionen hat, un dadurch die Ängste, da es einen nicht sehr gut geht...

Aber HEY Du hast es überstanden!!!!!! Darauf kannst du stolz sein !!

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Hallo,

Seit der Op habe ich Probleme, die mich im Moment sehr belasten. Es ist ja alles gut gegangen und ich bin soweit zufrieden. Aber ich kann nicht vergessen, was ich erlebt hab. Das fängt an mit den Monaten vor der OP, wo ich Unterstützung vermisst habe. Ich hab soviel Angst gehabt und gezweifelt, aber ich konnte es niemandem mitteilen, bzw. wenn ich es versucht habe hat es keiner verstanden. Ich musste alles allein mit mir ausmachen. Und dann die Op selbst, allein die Fahrt ins KH war als würd ich mir mein eigenes Grab schaufeln. Es war dunkel und kalt, und im KH hab ich die Station nicht gleich gefunden, war dann ne halbe Stunde zu spät dran. Dadurch war alles sehr hektisch, ich war so fertig, dass ich gar nicht mehr richtig denken konnte. Ich sollte eine Nr. angeben, jemand, den man informieren kann, wenn mir was passiert. Da ist mir niemand eingefallen. Ich hab dann meine Mutter angegeben mit einer erfunden Tel-Nr., weil mir die echte nicht eingefallen ist. Ich war einfach fertig mit den Nerven. Als ich dann vorm OP saß, hab ich mich so einsam gefühlt. Und die Tage nach der OP waren sehr hart, weil ich so allein war. Ich konnte erst nach 2 Tagen an mein Handy, hab dann auch einer Freundin geschrieben, dass es mir schlecht geht. Ich hab gehofft, dass sie kommt, hat sie aber nicht gemacht. Niemand war da. Auch nicht von meiner Familie. Ich hätte so gern jemand gehabt, der einfach da ist. Als ich wieder zuhause war, hatte ich ein bisschen Hilfe im Haushalt von einer Freundin. Dafür bin ich auch dankbar. Die ersten Wochen hab ich auch noch nicht soviel gemerkt von dem, was mich belastet. Das kommt jetzt erst alles hoch. Ich fühl in mir noch die Einsamkeit und Angst und Hilflosigkeit, die ich empfunden habe. Das sich im Stich gelassen fühlen. Dabei hab ich mich vor der OP geöffnet, was mir an sich schwer fällt. Aber diesmal hab ich es gewagt und meinen “Freunden”und meiner Familie mitgeteilt, wie es mir geht. Weil ich gehofft habe, dass die merken, dass ich Hilfe brauche. Ein paar Tage vor der OP hab ich 2 Karten bekommen, (von Menschen, die ich kaum kenne!) die haben mir gut getan. Aber eben die Zeit davor, Monate voll quälender Sorgen. Und das hat sich bei mir richtig eingefressen.

Als ich mich für die Behandlung entschieden habe, habe ich nicht wirklich damit gerechnet, so allein zu sein, wenns ernst wird. Ich träum auch ganz oft von der OP und ähnlichem.

Ich will das endlich loswerden. Aber ich weiss nicht wie. Ich möchte mich am OP-Ergebnis freuen, denn es ist wirklich gut geworden. Aber wenn der Preis dafür ist, dass ich jetzt Ängste habe, die ich nicht mehr loswerde, bereue ich es.

Seit der OP hab ich auch grosse Angst, mal wirklich krank zu werden, und dann allein und hilflos zu sein. Ich kann mir auch im Fernsehen nichts mehr ansehen, wo irgendwelche blutigen Operationen gezeigt werden, obwohl mir das vorher nie was ausgemacht hat.

Wenn ich nicht arbeite, also am Wochenende, ist es ganz schlimm. Da weine ich auch sehr viel.

Was sitzt denn da in meiner Seele? Ich will das loswerden und wieder “normal” sein. Ich versuch das auch immer zu relativieren, schließlich war es ja “nur” eine Kiefer-OP, es gibt echt schlimmeres. Aber für mich war es schlimm. Weil es auch meine erste OP überhaupt war und ich es mir auch nicht so schlimm vorgestellt hab, obwohl ich mir schon gedacht hab dass es kein Urlaub wird. Und weil eben niemand auf meine Hilferufe reagiert hat, nicht vor und nicht nach der OP. Ich hab kein Vertrauen mehr, dass mir schon jemand helfen wird, wenn mir mal was schlimmeres passiert.

Ich möchte einen Schlussstrich unter die Sache ziehen, aber ich weiss nicht wie.

Also falls Du mal jemandem schreiben möchtest, bei mir darfst du dir gerne die Finger Wund schreiben ^^

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Hallo,

danke für eure Antworten. Ich hab mittlerweile im Internet recherchiert bzgl. solcher Probleme. Aber es geht da meistens um Herz- oder Krebsoperationen, also deutlich schlimmeres als eine Bimax. Trotzdem denke ich auch, dass ich mal jemanden finden sollte, mit dem ich über sowas reden kann. Man tut sich immer ein bisschen schwer, zu einem Therapeuten oder so zu gehen. Obwohl es eigentlich blöd ist, denn die Seele kann genauso angegriffen sein wie der Körper. Bisher habe ich noch mit niemanden über meine Probleme gesprochen. Gut dass es das Forum gibt.

Ich denke, genauso sollte man das sehen. Man ist nach so einer OP aber, glaube ich, auch psychisch etwas weniger stabil als sonst. Dadurch, daß man erzwungenermaßen mehr

zur Ruhe kommt als sonst im Arbeitsalltag, kommt man auch mehr zum Nachdenken, und das ist nicht immer nur angenehm.

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