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Zuletzt bearbeitet: Apr 19, 2014 | Author: lma

Das Diastema

Der Begriff Diastema stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt "Zwischenraum". Tatsächlich bezeichnet ein Diastema (früher auch Trema genannt) daher in der Zahnmedizin ausgeprägte Zahnlücken, besonders eine Zahnlücke bzw. Zahnspalt zwischen den oberen Schneidezähnen. Es handelt sich um eine einzelne Lücken, meist im Oberkiefer, seltener findet man sie im Unterkiefer. Diese Spaltbildung zwischen den mittleren Schneidezähne wird auch Diastema mediale genannt, weil sie in der Mitte vom Zahnbogen liegt. Es entsteht unabhängig von einem generell lückigen Gebiss.

Die Ursachen und die Therapiemöglichkeiten

Die Häufigkeit

Ein Diastema tritt überraschend häufig auf: in ca. 20 % aller Milchgebisse ist es vorzufinden. Allerdings muss es selten behandelt werden und verschwindet oft mit den bleibenden Zähnen.

In durchschnittlich 5 % aller bleibenden Gebisse ist es aber nach wie vor vorhanden. Oft wird die Zahnästhetik und damit auch die Gesichtsästhetik dadurch als störend empfunden – dann kann ein Kieferorthopäde helfen.

Die Ursachen und die Therapiemöglichkeiten

Man unterscheidet zwei Formen von Diastemas: einem echten Diastema, das meist erblich bedingt ist und einem unechten Diastema.

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Das echte Diastema

Ein echtes Diastema wird durch das Lippenbändchen an der Innenseite von Ober- und/oder Unterlippe verursacht, das durch die Zahnlücke gewachsen ist. Durch eine kleine, plastische Operation oder die operative Entfernung des Gewebes zwischen den Zähnen kann dem Diastema aber entgegengewirkt werden. Diese sog. Frenektomie durch einen Mund-, Kiefer-, oder Gesichtschirurgen wird am besten durchgeführt, wenn der bleibende, seitlichen Schneidezahn durchbricht, da er mit seinem Durchbruchsdruck zum Lückenschluss beiträgen kann. Anschließend richtet eine kieferorthopädische Maßnahme in Form einer Zahnspange oder ähnlichem die Zähne wieder aus.

Neben dem Lippenbändchen kann in seltenen Fällen auch ein überzähliger, meist sehr kleiner und zapfenformiger mittlerer Schneidezahn, ein sog. Mesiodens die Ursache sein. Hier rät man in jedem Fall zu einer chirurgische Entfernung des überzähligen Zahns. Anschließend wird eine kieferorthopädische Behandlung durchgeführt, um die Lücke durch eine Zahnkorrektur wieder zu schließen. Wenn die Lücke nicht so groß ist, reicht für die Lückenschlusstherapie meist sogar eine herausnehmbare Zahnspange.

Mesiodens
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Das unechte Diastema

Beim unechten Diastema ist die Ursache meistens die Verkümmerung eines oder beider seitlicher Schneidezähne. Oft sind sie auch gar nicht vorhanden. In beiden Fällen haben die so entstandenen Lücken viel Freiraum für die mittleren Schneidezähne gelassen – und es kommt so zu einem Diastema. Je nach Situation erfolgt die Behandlung entweder durch eine Verbreiterung der mittleren Schneidezähne mit Komposit-Material oder Veneers, einer besonderen, furnierartigen Verblendung, durch Kronen oder durch eine Vollkeramikbrücke. Eine kieferorthopädische Behandlung ist auch denkbar, wird aber nur selten empfohlen.

In etwa der Hälfte aller Fälle ist ein Diastema erblich bedingt. Mädchen sind häufiger betroffen als Jungen.

Ein unbehandeltes Diastemas kann viele Folgen haben

Ästhetisch benachteiligt

Sprechfehler, wie z.B. Lispeln (Sigmatismus)

Tiefbiss mit Schädigung des Zahnfleisches

Schneidezahnvorkippung mit gleichzeitiger Veränderung der Bisstiefe

Zahnfleischveränderungen

Kann man vorbeugend etwas unternehmen?

Vorbeugende Massnahmen gibt es leider nicht. Wer jedoch dafür sorgt, das verursachende Lippenbändchen mittels Frenektomie oder ein Mesiod frühzeitig zu entfernen, kann verhindern, das kieferorthopädische Maßnahmen wie Zahnspangen etc. eingesetzt werden müssen.

Die Stabilisierungsphase und Prognose

Für die Stabilisierung werden meistens geklebte Retainer und Retentionsschienen genutzt. Besonders bei einem spätem Behandlungsbeginn im bleibendem Gebiss muss man mit einer besonders langen Haltephase rechnen, um den Lückenschluss zu erreichen. Auch alle weiteren Lücken in der Zahnreihe sollten geschlossen sein. Ist dies nicht der Fall, sind in dieser Phase die Erfolgschancen für ein bleibendes Ergebnis nicht so gut.

[Weiterführendes]

Verwandte Forenthemen

Quick Facts

  • Selten auch Trema genannt

  • Bezeichnet ausgeprägte Zahnlücken, besonders zwischen den oberen Schneidezähnen

  • Man unterscheidet zwischen einem echten Diastema und einem unechten Diastema

  • Zu 50 % erblich bedingt

  • Häufigste Behandlungmethode: operative Entfernung des Lippenbändchens und anschließend kieferorthopädische Behandlung