Zuletzt bearbeitet: Mar 28, 2014 | Author: lma

Herausnehmbare Zahnspangen

Herausnehmbare oder einfach nur lose Zahnspangen sind seit Jahrhunderten ein bekanntes und sehr beliebtes Therapiemittel zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen

Obwohl vor einigen Jahren als "unkieferorthopädisch" abgelehnt, haben die herausnehmbaren Behandlungshilfen einen hohen Stellenwert bei den Patienten. Das gilt besonders für Jugendliche und Kinder mit einem frühen Milch- und Wechselgebiss, bei kleineren Maßnahmen und als Retentionsgeräte (Zahn-Halte- oder -Stabilisierungs-Geräte).

 

Die perfekte Ergänzung zu FKO-Geräten

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In Verbindung mit funktionskieferorthopädischen Geräten können herausnehmbare Zahnspangen größere Anomalien verhindern, zu Fehlstellungen führende, schlechte Gewohnheiten (Habits) abstellen und sogar vorbereitend auf eine Therapie mit einer festsitzenden Zahnspange eingesetzt werden.

Aktive Platten vs. FKO-Geräte

Bei den herausnehmbaren Apparaturen unterscheidet man die aktive Platten für Ober- und Unterkiefer und funktionskieferorthopädische Geräte (FKO-Geräte). Aktive Platten eignen sich besonders für Kinder und Jugendliche im Wechselgebiss-Stadium. Dort können sie den Zähnen Platz verschaffen und auch Zahnengstände öffnen. Neu durchstoßende Zähne können sie einreihen und den Zahnbogen wieder harmonisch korrigieren. Im bleibenden Gebiss kommen aktive Platten dagegen nur für leichtere Zahnkorrekturen zum Einsatz. Die gängisten herausnehmbaren Zahnspangen sind: Transversalplatte,Y-Platte, Protrusionsplatte, Unterkieferplatte mit schiefer Ebene.

Wann ist eine herausnehmbare Zahnspange sinnvoll?

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Erwachsene

Bei Erwachsenen werden die herausnehmbaren Zahnspangen kaum verwendet. Dennoch gibt es Ausnahmen:

  • Bei einer "Stabilisierungsphase" (Retention) z. B. nach einer erfolgreichen kieferorthopädischen Therapie
  • Bei Patienten mit einer Schienenbehandlung

 

 

Patienten im Milch- oder Wechselgebiss

Für Kinder und Jugendliche sind die herausnehmbaren Geräte ganz besonders geeignet. Folgende Korrekturen lassen sich bei disziplinierter Tragezeit leicht anwenden:

  • Kreuzbiss
  • Scherenbiss
  • Gaumennahterweiterung im Oberkiefer
  • Zurückverlagerung eines Zahnes (Retrusion)
  • Hervorstehen eines Zahnes (Protrusion)
  • Aufrichtung von Zähnen, die in die Zahnbogenmitte kippen
  • Beseitigung eines umgekehrten Frontzahn-Überbisses
  • Korrigieren von Einzelzähnen zur Mitte des Zahnbogens
  • Korrigieren von Einzelzähnen zum Ende des Zahnbogens hin
  • Zur Vorbereitung einer anschließenden Therapie mit einer festsitzenden Zahnspange

Die Kosten

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Bei Kindern werden die Kosten für eine Zahnspange unter bestimmten Bedingungen vollständig von der Gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Für die Feststellung der Kostenübernahme gibt es die sogenannten kieferorthopädische Indikationsgruppen – kurz KIG-Richtlinien.

Die Kostenindikationsgruppen-Richtlinien (KIG) definieren, wann die gesetzlichen Krankenkassen Kosten übernehmen

Anhand von Indikationsgruppen wird der Behandlungsbedarf für die Krankenkassen eingestuft. Der Kieferorthopäde macht dafür im Regelfall ein Röntgenbild und Modelle, anhand derer er die Indikation einstufen kann. Die Kosten werden z. B. übernommen, wenn eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder wenn eine Durchbruchstörung von Zähnen (außer von Weisheitszähnen) vorliegt, bei einem Überbiss von über 6 oder über 9 mm und bei einem Kreuzbiss von über 3 mm. Bei Personen, die bereits das 18. Lebensjahr vollendet haben, erfolgt ohne notwendige chirurgische Begleittherapie keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse.

Der Beginn und die Dauer einer Therapie mit herausnehmbarer Zahnspange

Wichtig für die Behandlung ist die Ausnutzung der natürlichen Wachstumsschübe des Patienten. Das bedeutet, der optimale Zeitpunkt liegt zwischen 9 und 14 Jahren. Mädchen haben ihr Wachstumsmaximum durchschnittlich 2 Jahre früher erreicht als Jungen .

Das Tragen einer losen Zahnspange dauert durchschnittlich 2 - 4 Jahre. Die Dauer und die Therapieplanung sind immer abhängig von der Schwere der Zahn- und Kieferfehlstellung, der Art der Zahnspange und der Mitarbeit des Patienten.

Zur Mitarbeit gehören das regelmäßige Einhalten der Kontrolltermine, das Befolgen der Anweisungen des Kieferorthopäden (u. a. die Einhaltung der Tragezeit, etwaiges Nachstellen einer losen Zahnspange etc.) und eine disziplinierte Mundhygiene.

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Quick Facts

  • Lose, nicht fest fixierte Form der Zahnspange, die am Tag zwischen 14-16 Std. getragen wird

  • Korrigiert Zahn- und Kieferfehlstellungen bei Jugendlichen und Kindern im Wechselgebiss, bei kleineren Maßnahmen und in Retentionsphasen (Haltephasen)

  • Eignet sich auch für vorbereitende Maßnahmen vor einer festsitzenden Zahnspange

  • Zahlreiche verschiedene Modelle und Techniken

  • Therapiedauer bis zu 4 Jahre