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Zuletzt bearbeitet: Apr 19, 2014 | Author: lma

Kieferorthopädie bei Erwachsenen

Viele Erwachsene haben in ihrer Kinder- und Jugendzeit entweder gar keine oder nur eine nach heutigen Maßstäben sehr einfache Zahnkorrektur bekommen. Heutzutage legen aber immer mehr Menschen Wert auf ihre äußere Erscheinung und möchten ihre Zahnästhetik verbessern. Daher entschließen sich zunehmend auch viele Erwachsene, die Versäumnisse der Jugendzeit nachzuholen und durch eine kieferorthopädische Behandlung zu einem noch schöneren Lächeln zu gelangen.

Mit dem Anspruch wachsen auch die Behandlungsmöglichkeiten

Zahnkorrekturen sind "in"

Die Behandlung von Erwachsenen hat in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund großer Fortschritte im Bereich der therapeutischen Möglichkeiten deutlich zugenommen. Wegen der fehlenden Wachstumsphasen sind ihr jedoch gegenüber der Behandlung von Kindern und Jugendlichen Grenzen gesetzt. Daher ist grundsätzlich keine funktionskieferorthopädische Bisslageveränderung im klassischen Sinne, z.B. durch Verschiebung des gesamten Unterkiefers gegenüber des Oberkiefers mehr möglich. Es bleibt häufig nur die Möglichkeit eines kieferchirurgischen Eingriffs.

Zahnbewegungen sind dagegen bis ins hohe Alter noch möglich, obwohl der damit verbundene Gewebeumbau von Zähnen, Knochen und Zahnfleisch zunehmend langsamer abläuft. Letztendlich bedeutet das aber nur, dass sich die Therapie im Erwachsenenalter verlängert. Dieses kann – je nach Umfang der Massnahme – bei einer Behandlung mit kieferorthopädischen Zahn-Spangen oder -Geräten zwischen 12-24 Monaten dauern.

Wichtige Voraussetzung für eine kieferorthopädische Behandlung bei erwachsenen Patienten ist eine erfolgreiche Karies- und Parodontalbehandlung. Erst wenn Mundschleimhaut und Zahnfleisch entzündungsfrei sind, kann mit der Durchführung von kieferorthopädischen Maßnahmen begonnen werden. Leider sinkt wegen der zeitlichen "Verlängerung" allzu häufig die Motivation und Behandlungsbereitschaft des Patienten.

Große Erfolge mit verbesserten Therapien

festsitzenden Apparaturen

Kieferorthopädische Behandlungen im Erwachsenenalter sind häufig nur mit <festsitzenden Apparaturen möglich. Damit diese im Behandlungszeitraum nicht auffallen, besteht heutzutage die Möglichkeit, Keramik- oder Kunststoffbracketseinzusetzen. Insbesondere die Lingualtechnik, d.h. das Fixieren der Zähne mit sog. Lingualbrackets, ist erheblich verbessert worden. Sie kann heute von jedem Kieferorthopäden routiniert eingesetzt werden. Für den Patienten entstehen allerdings durch einen aufwändigen Laborprozess zusätzliche Kosten.

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In Einzelfällen kann auch der Einsatz herausnehmbarer Zahnspangen zum Erfolg führen. Einzelne Zahnbewegungen sind mit einer sequenziellen Schienentherapie (Invisalign®) erreichbar. Was man aber auf jeden Fall beachten sollte, sind die finanziellen Leistungen - bei Erwachsenen (ab dem vollendeten 18. Lebensjahr) werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur im Falle einer kombinierten kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Behandlung die Therapiekosten übernommen.

Die kieferorthopädische Behandlung von Erwachsenen erfolgt meist:

  • vor einem Einsatz mit Zahnprothesen wie Kronen oder Brücken
  • vor dem Einsatz von Implantaten
  • bei Kiefergelenksbeschwerden
  • bei Einzelzahnwanderungen
  • bei Zahnengstand im vorderen Unterkieferbereich
  • bei verstärkter Lückenbildung der vorderen Oberkiefer
  • bei kieferorthopädisch-kieferchirurgischer Kombinationsbehandlung

Die Behandlungsmöglichkeiten für Erwachsene werden von vielen Faktoren bestimmt:

  • Die Schwere der Fehlstellung und Umfang der durchzuführenden Zahnbewegungen
  • Bisslagekorrekturen lassen sich nur kieferchirurgisch durchführen
  • Der Zustand des Zahnhalteapparates: so sollte mindestens die Hälfte der Zahnwurzellänge noch von Knochen bedeckt sein und keine Entzündungszustände bestehen
  • Die Anzahl vorhandener Zähne, die für die Verankerung der Apparatur zur Verfügung stehen. Sollte eine Verankerung an Zähnen schwierig sein, bieten sich auch Verankerungen im Kieferknochen mittels Minischrauben oder Gaumenimplantaten an

Die Stabilisierungsphase bei Erwachsenen ist langwierig

Die Stabilisierungsphase des Behandlungsergebnisses mit sog. Retentionsgeräten bedarf bei erwachsenen Patienten einer besonderen Sorgfalt. Schließlich fehlen die natürlichen Wachstumsphasen, die bei der Therapie von jungen Patienten ausgenutzt werden.

Nach der Entfernung der festsitzenden Apparatur sollten die Stabilisierungsgeräte, wie Plattenapparatur oder Acrylschienen sehr intensiv ganztätig getragen werden und nur stufenweise abgesetzt werden. Sollte sich während des intervallmäßigen Tragens der Retentionsapparaturen die Passgenauigkeit verschlechtern, muss wieder auf häufigeres Tragen umgestellt werden

[Weiterführendes]

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