Zuletzt bearbeitet: Apr 18, 2014 | Author: lma

Offener Biss

Ein offener Biss, auch Apertognathie genannt, ist eine Fehlstellung des Gebisses, bei der die Zähne beim Zusammenbeißen nicht aufeinandertreffen.

Es gibt mehrere Formen des offenen Bisses: beim frontal offenen Biss haben die Zähne im Bereich der Frontzähne keinen Kontakt, während beim seitlich offenen Biss der Seitenzahnbereich und beim zirkulär offenen Biss nahezu die gesamte Bissfläche bis auf die hinteren Backenzähne nicht aufeinandertrifft.

Ein offener Biss hat verschiedene Ursachen

Die Ursachen für einen offenen Biss sind zwar vielschichtig, lassen sich aber in zwei Bereiche aufteilen:

  • Einen offenen Biss bedingt durch eine Zahnfehlstellung nennt man alveolär offener Biss
  • Ein offenen Biss bedingt durch eine Kieferfehlstellung nennt man skelettal offener Biss

Die Ursachen:

Beiden Arten des offenen Bisses liegt ein Fehler in der Erbanlage zugrunde. Beim alveolär offenen Biss stehen jedoch auch äußere Faktoren wie Lutschhabits oder Zungenpressen im Vordergrund. Denn Daumen- und Fingerlutschen oder gewohnheitsmäßiges Ablegen der Zunge zwischen den Frontzähnen kann bereits im Kindesalter zu einem nachhaltig offenen Biss führen.

Beim skelettal offenen Biss überwiegt allerdings die erbliche Komponente deutlich.

Eine Sonderform ist der rachitisch offene Biss: hier ist ein Mangel an Vitamin D und meist eine Rachitis-Erkrankung vorausgegangen. Er ähnelt dem skelettal offenen Biss.

Die Folgen eines offenen Bisses:

  • Durch ein verlängertes Untergesicht, zumeist verbunden mit einem massiven Kinn und einem andauernd offenen Mund wird die Gesichtsästhetik negativ beeinflußt
  • Durch die Mundatmung entstehen gesundheitliche Folgen wie:
    • fehlende Luftreinigung und damit eine erhöhte Infektneigung
    • vermehrte Karies- und Parodontalerkrankungen durch Austrocknung der Schleimhäute und der Schmelzoberfläche
  • Sprachstörungen: die Zunge rutscht beim Sprechen zwischen die Zahnreihen, wodurch typische Lispel-Zischlaute erzeugt werden
  • Störung der Abbiss- und Kaufunktion. Wird die Apertognathie nicht behandelt, kann dies auf Dauer zu Störungen des Verdauungssystems führen, da eine optimale Kaufunktion nicht gegeben ist.

Die Behandlungmöglichkeiten eines offenen Bisses

Bei der Therapie eines offenen Bisses muss man zunächst die Ursache klar diagnostizieren und einordnen können. Anschließend lassen sich die geeigneten Therapien finden:

Bei einem skeletall offenen Biss:

In vielen Fällen kann man hier nicht mit klassischen kieferorthopädischen Mitteln therapieren – meisten wird hier eine Kieferumstellungs-OP empfohlen.

Bei einem alveolär offenen Biss:

Vor dem Einsatz klassischer kieferorthopädischer Geräte sollten vor allem bei Feststellung eines Habits Therapien zur Abgewöhnung eingeleitet werden. Dazu können auch kieferorthopädische Hilfsmittel eingesetzt werden:

  • Mundvorhofplatte als Ersatz für Beruhingungssauger und Lutschfinger
  • Mundvorhofplatte mit Zungenschild zur Eindämmung des Zungenpressens
  • Oberkieferplatte mit Mulden oder Kugeln zur Umorientierung der Zungenspitze an den Gaumen

Anschließend werden [Zahnfehlstellungen] (/Zahn- und Kieferfehlstellungen) beim alveolär offenen Biss mit kieferorthopädischen Geräten korrigiert, wie Kopf-Kinn-Kappe, Transversalplatte, Funktionsregler nach Fränkel oder Headgear.

 

[Weiterführendes]

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Quick Facts

  • Wird auch Apertognathie genannt

  • Bezeichnet eine Fehlstellung des Gebisses, bei der die Zähne beim Zusammenbeißen nicht aufeinandertreffen

  • Drei verschiedene Ausprägungen

  • Zwei mögliche Ursachen

  • Geeignete Therapien variieren nach Ausprägung: kieferchirurgische Behandlung